Bild der Woche 
Vom kosmischen Reifen zur himmlischen Blüte
IC 5148 ist ein wunderschöner planetarischer Nebel in etwa 3000 Lichtjahren Entfernung und liegt im Sternbild Grus (der Kranich). Der Nebel hat einen Durchmesser von einigen Lichtjahren und wächst mit über 50 Kilometern pro Sekunde – einer der am schnellsten expandierenden planetarischen Nebel. Der Begriff „planetarischer Nebel“ entstand im 19. Jahrhundert nach den ersten Beobachtungen dieser Objekte durch die damals verfügbaren kleinen Teleskope – sie sahen aus wie die großen Gasplaneten. Die wahre Natur der planetarischen Nebel ist allerdings völlig anders.
Wenn ein Stern mit einer Masse ähnlich oder mehr als der Masse der Sonne sein Lebensende erreicht, werden seine äußeren Schichten in den Raum geworfen. Das expandierende Gas wird vom heißen, zurückbleibenden Kern des Sterns im Zentrum beleuchtet und formt den planetarischen Nebel, der oft eine wunderschön leuchtende Struktur besitzt.
Bei Beobachtung mit einem kleinen Amateurteleskop zeigt dieser spezielle planetarische Nebel einen Ring aus Materie mit dem leuchtenden Stern, der abkühlt und so zu einem Weißen Zwerg wird, in der Mitte des zentralen Lochs. Dieses Aussehen brachte Astronomen auf den Spitznamen „Der Ersatzreifen“.
Die ESO Faint Object Spectrograph and Camera (EFOSC2) am New Technology Telescope auf La Silla zeigt, wie elegant dieses Objekt eigentlich ist. Statt wie ein Ersatzreifen sieht der Nebel ähnlich wie eine himmlische Blume mit verschachtelten Blütenblättern aus.
Eine besondere Aussicht vor Sonnenuntergang
Das Paranal-Observatorium der ESO –gelegen in der chilenischen Atacama-Region – ist den meisten durch das Very Large Telescope (VLT) bekannt, das Flaggschiff der ESO unter den Teleskopanlagen. Außerdem ist die Anlage während der letzten Jahre noch zusätzlich die Heimat zweier hochmoderner Durchmusterungsteleskope geworden. Diese beiden Mitglieder der Paranalfamilie wurden entwickelt, um schnell und tief große Bereiche des Himmels abzubilden.
Eines von Ihnen, das Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy (VISTA) mit 4,1 Metern Durchmesser, ist nicht weit entfernt vom Paranal auf einem Nachbargipfel untergebracht. Es ist in dieser wunderschönen Aufnahme des ESO-Fotobotschafters Babak Tafreshi abgebildet. VISTA ist das weltweit größte Durchmusterungsteleskop und ist seit Dezember 2009 in Betrieb.
In der rechten unteren Ecke des Bildes ist der Schutzbau von VISTA vor einer scheinbar endlosen Bergkette abgebildet, die sich bis zum Horizont erstreckt. Bei einsetzendem Sonnenuntergang erzeugen die Berge längere Schatten, die langsam die herrlichen Brauntöne der Landschaft rund um den Paranal bedecken. Bald wird die Sonne unter dem Horizont verschwinden und alle Teleskope auf dem Paranal werden mit den nächtlichen Beobachtungen beginnen.
VISTA ist ein Teleskop mit großem Gesichtsfeld, entwickelt um den Südhimmel im Infrarotbereich mit hoher Empfindlichkeit abzubilden und den Astronomen die Entdeckung schwacher Objekte zu ermöglichen. Das Ziel dieser Durchmusterungen ist die Erzeugung großer Kataloge von Himmelsobjekten für statistische Untersuchungen und die Identifikation von neuen Zielen, die im Detail durch das VLT beobachtet werden können.
Links
- Weitere Informationen über das Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy (VISTA)
- Die ESO-Fotobotschafter
Der Vulkankegel Licancabur wacht über Chajnantor
Diese eindrucksvolle Panoramaaufnahme zeigt das Chajnantor-Plateau, die Heimat des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), mit dem majestätischen Vulkan Licancabur im Hintergrund. Unter den wachsamen Augen des Licancabur sammelt sich ein Wald aus Büßereis (auf Spanisch „penitentes”) im Vordergrund. Büßereis ist ein besonderes Naturphänomen, das nur in hochgelegenen Gebieten auftritt. Es handelt sich dabei um dünne Zacken aus gehärtetem Schnee oder Eis mit scharfen Kanten, die zur Sonne zeigen und Höhen von wenigen Zentimetern bis hin zu mehreren Metern erreichen. Weitere Informationen dazu finden Sie in der Beschreibung eines früheren Bildes der Woche (potw1221).
Der Vulkan Licancabur erreicht eine Höhe von 5920 Metern und ist der bekannteste seiner Art in der Umgebung von San Pedro de Atacama in Chile. Seine konische Form ist fast unverwechselbar, so dass er auch aus der Ferne erkannt werden kann. Er befindet sich im südlichsten Teil der Grenze zwischen Chile und Bolivien. Der Gipfelkrater enthält einen der höchstgelegenen Seen der Welt. Biologen interessieren sich dafür, wie Mikroorganismen es schaffen in dieser rauhen Umgebung bei der dünnen Atmosphäre, niedrigen Temperaturen und trotz starker UV-Belastung zu überleben. Die Überlebensstrategien des mikroskopischen Lebens im See von Licancabur könnten uns Hinweise darauf liefern, wie es früher um die Wahrscheinlichkeit für Leben auf dem Mars bestellt war.
Dieses Foto wurde von ESO-Fotobotschafter Babak Tafreshi in der Nähe der ALMA-Anlage aufgenommen.
ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.
Eine schwierige Arbeitsnacht steht bevor
Der Sonnenuntergang ist typischerweise ein Zeichen, dass der Arbeitstag vorbei ist. Die Stadtbeleuchtung wird langsam eingeschaltet, wenn die Menschen nach Hause kommen um ihren Feierabend und eine gute Nacht zu genießen. Das gilt nicht für Astronomen, die an einer Sternwarte wie dem Paranal-Observatorium der ESO in Chile arbeiten. Die Beobachtungen beginnen, sobald die Sonne unter dem Horizont verschwunden ist. Alles muß vor der Dunkelheit vorbereitet sein.
Dieses Panoramafoto zeigt das Very Large Telescope (VLT) der ESO vor dem wunderschönen Dämmerungslicht auf dem Cerro Paranal. Im Bild fallen die geöffneten Schutzbauten des VLT und die darin enthaltenen Teleskope auf, die für eine Nacht zum Studium des Universums vorbereitet werden. Das VLT ist das weltweit leistungsstärkste optische Teleskop, bestehend aus vier Hauptteleskopen mit Primärspiegeldurchmessern von 8,2 Metern und vier beweglichen Hilfsteleskopen mit Hauptspiegeln von 1,8 Meter Durchmesser, die in der linken Bildecke sichtbar sind.
Die Teleskope können zu einem einzigen riesigen Teleskop zusammengeschaltet werden, dem Very Large Telescope Interferometer (VLTI), das Astronomen die Beobachtung feinster Details erlaubt. Diese Konfiguration wird nur zu einer begrenzten Anzahl von Nächten benutzt. Die meiste Zeit arbeiten die vier 8,2-Meter -Hauptteleskope einzeln.
Über die letzten 13 Jahre hat das VLT der beobachtenden Astronomie einen riesigen Fortschritt verschafft. Mit der Einführung des VLT hat die europäische Gemeinschaft ein neues Zeitalter von Entdeckungen eingeläutet, zum Beispiel die Bewegung der Sterne, die das zentrale Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße umkreisen oder das erste Bild eines extrasolaren Planeten, die zwei aus den drei wichtigsten Entdeckungen aus den Top 10 der astronomischen Entdeckungen der ESO sind.
Die vier Hauptteleskope sind nach himmlischen Objekten der Mapuche in der alten, einheimischen Sprache der Ureinwohner Chiles und Argentiniens benannt. Von links nach rechts sehen wir Antu (UT1, die Sonne), Kueyen (UT2, der Mond), Melipal (UT3, das Kreuz des Südens) und Yepun (UT4, die Venus).
Dieses Foto wurde von ESO-Fotobotschafter Babak Tafreshi aufgenommen.
ALMA und eine sternklare Nacht— ein unvergesslicher Anblick
Ein kristallklarer Himmel ist immer schön anzusehen. Aber auf dem Chajnantor-Plateau auf 5000 Metern Höhe in den chilenischen Anden – einem der besten Beobachtungsorte der Welt für astronomische Beobachtungen – kann er zu einer Erfahrung werden, an den Sie sich ihr ganzes Leben erinnern werden.
Dieses Panoramabild zeigt die Antennenschüsseln des Atacama Large Millimeter/submillimeter Arrays (ALMA) vor einem atemberaubend sternklaren Nachthimmel.
Im Vordergrund sieht man einige von ALMAs Antennen, wie sie zusammenarbeiten. Das Plateau erscheint verzerrt, ein Effekt der verwendeten Weitwinkeloptik. ALMA ist das weltweit leistungsstärkste Teleskop zur Beobachtung vom Submillimeter- und Millimeterwellenlängen. Der Aufbau von ALMA wird im Jahr 2013 fertiggestellt sein, dann werden 66 Präzisionsantennen am Beobachtungsstandort stehen. Momentan werden mit dem Teleskop erste wissenschaftliche Beobachtungen durchgeführt. Obwohl es noch nicht vollständig aufgebaut ist, produziert das Teleskop bereits jetzt herausragende Resultate, die die anderer Submillimeter-Anlagen übertreffen.
Über den Antennen scheinen unzählige Sterne wie entfernte Diamanten zu glitzern. Zwei weitere bekannte Himmelsobjekte sind sichtbar: Zum Einen wird das Bild vom Mond gekrönt. Vom Mond überstrahlt, kann man die Milchstraße als dunstigen Lichtstreifen am Himmel erkennen. Dunkle Regionen innerhalb des Lichtbands sind Bereiche, in denen das Licht von Hintergrundsternen durch interstellaren Staub verdeckt wird.
Dieses Foto wurde von ESO-Fotobotschafter Babak Tafreshi aufgenommen. Tafreshi ist Initiator des Projekts The World at Night, einem Programm zur Gestaltung und Ausstellung atemberaubender Fotografien und Zeitrafferaufnahmen der weltweit schönsten und historischen Stätten vor nächtlicher Kulisse von Sternen, Planeten und Himmelsereignissen.
ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.
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Ein zeitloses Asyl – Das ESO-Gästehaus damals und heute
Die ESO wird in diesem Jahr 50 Jahre alt, und um dieses wichtige Jubiläum zu feiern, werfen wir einen Blick in unsere Vergangenheit. Während des gesamten Jahres wird einmal pro Monat ein spezielles „Damals und Heute“-Bild der Woche illustrieren, wie sich die Dinge auf La Silla, am Paranal-Observatorium, in den ESO-Büros in Santiago de Chile und am Hauptsitz der ESO in Garching bei München über die Jahrzehnte verändert haben.
Diesen Monat zeigen wir Ihnen einen Teil der ESO, der nahezu zeitlos erscheint. Was könnte nach einem langen Interkontinentalflug nach Santiago de Chile oder einer Nachtschicht mit Beobachtungen an den Teleskopen besser sein als ein komfortabler Stützpunkt zur Entspannung und Erholung für den nächsten Teil der Reise? Seit den frühesten Jahren der Organisation hat das ESO-Gästehaus in Santiago den Besuchern der Observatorien in Chile genau das ermöglicht. Unsere „Damals und Heute“-Aufnahmen zeigen diesen Monat die Gästehaus-Lounge im Jahr 1996 und in der heutigen Zeit.
Das Gästehaus ist eine große Villa in einem ruhigen Teil der chilenischen Hauptstadt. Es ist unter ESO-Mitarbeitern und Gastwissenschaftlern auf der langen Reise zwischen Europa und den abgelegenen Observatoriumsanlagen als gastfreundlicher Ort zum Verweilen bekannt. Fast alle europäischen Astronomen, die La Silla, den Paranal oder Chajnantor besuchen, nutzen dieses Gästehaus als Durchgangsstation. Hier kann man sich von der Reise erholen, mit anderen Astronomen plaudern, sich auf seine Beobachtungen vorbereiten und – für Neuzugänge – vielleicht den ersten Blick auf den südlichen Nachthimmel zu werfen.
Anfang des Jahres 1964 wurde mit den zunehmenden ESO-Aktivitäten in Santiago beschlossen eine Reiseunterkunft in der Stadt zu bauen, so dass die ESO unabhängig vom dortigen Hotelangebot ist. Der Erwerb des Gästehauses wurde im März 1965 abgeschlossen und zunächst wurde es als Verwaltungsgebäude und Besucherunterkunft verwendet. In den frühen 1970ern wurden die offiziellen ESO-Büros in ein neues Gebäude in den Stadtteil Vitacura verlegt, ein paar Kilometer entfernt. Das Gästehaus konnte jetzt exklusiv für den Komfort und die Bequemlichkeit reisemüder Astronomen und anderer Mitarbeiter genutzt werden.
Wie auf den beiden Bildern zu sehen ist, hat sich das Gästehaus über die Jahre nicht stark verändert. Zwar ist mittlerweile WLAN verfügbar und eine moderne Kaffeemaschine steht bereit, aber das Gästehaus ist dennoch ein entspannender und friedlicher Zufluchtsort geblieben. Der perfekte Ort zur Vorbereitung auf strapaziöse, aber spannende Beobachtungsnächte und vielleicht auch auf die nächste große Entdeckung.
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- Die historische Aufnahme
- Die aktuelle Aufnahme
- Vergleichsbild von historischer und heutiger Aufnahme
Eine überraschende Superblase
Diese farbenprächtige neue Ansicht zeigt die Sternentstehungsregion LHA 120-N44 [1] in der Großen Magellanschen Wolke, einer kleinen Begleitgalaxie der Milchstraße. Das Bild kombiniert Aufnahmen in sichtbaren Licht vom MPG/ESO 2.2-Meter-Teleskop am La Silla-Observatorium der ESO in Chile mit Infrarot- und Röntgendaten von Satelliten-Observatorien.
Im Zentrum dieser sehr gas- und staubreichen Region voller junger Sterne liegt der Sternhaufen NGC 1929. Die massereichen Sterne dort produzieren intensive Strahlung und stoßen Materie bei hoher Geschwindigkeit als Sternwinde aus. Sie spurten durch ihr kurzes aber strahlend helles Leben bis zur Explosion als Supernova. Die Sternwinde und Supernova-Schockwellen haben eine riesige Aushöhlung im umgebenden Gas geformt, die man als Superblase bezeichnet.
Beobachtungen mit dem Röntgenobservatorium Chandra der NASA (hier in blau gezeigt) enthüllen heiße Regionen, die durch die Sternwinde und Schockwellen entstehen, während Infrarodaten des Spitzer Space Telescopes (gezeigt in rot) deutlich machen, wo sich Staub und kühleres Gas befinden. Das (in gelb gezeigte) sichtbare Licht vom MPG/ESO 2.2-Meter-Teleskop zeigt heiße, junge Sterne sowie das sie umgebende leuchtenden Gas und den dunklen Staub.
Die Kombination dieser unterschiedlichen Datensätze erlaubt Astronomen das Lösen eines Rätsels: Warum erzeugen N44 und vergleichbare Superblasen so starke Röntgenstrahlung? Die Antwort scheint zu sein, dass zwei zusätzliche Quellen starker Röntgenstrahlung existieren. Supernova-Schockwellen, die die Wände der Aushöhlung bestrahlen, und heißes Material, das von den Wänden verdampft. Die Röntgenemission von Rand der Superblasen kann man deutlich im Bild erkennen.
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Endnote
[1] Die Bezeichnung bedeutet, dass dieses Objekt in einem Katalog von Sternen und Nebeln mit H-Alpha-Emmision in der Magellanschen Wolke enthalten ist, der im Jahr 1956 durch den amerikanischen Astronomen und Astronauten Karl Henize (1926-1993) zusammengestellt und veröffentlicht wurde. Der Buchstabe „N“ besagt dabei, dass es sich um einen Nebel handelt. Das Objekt wird häufig einfach N44 bezeichnet.
Die Nacht senkt sich über den Paranal
Stellen Sie sich vor, Sie haben gerade einen wunderschönen Sonnenuntergang auf dem Gipfel des Cerro Paranal beobachtet. Wenn die Atacama-Wüste ruhig in der Nacht versinkt, öffnen sich die leistungsstarken Augen vom Very Large Telescope der ESO. Mit diesem spektakulären 360°-Panorama können Sie sich den Anblick vorstellen, den Sie nahe am südlichen Rand der VLT-Plattform haben würden.
Im Vordergrund öffnet sich das vierte VLT-Hilfsteleskop (AT4). Zur Linken ist die Sonne gerade über dem Pazifischen Ozean untergegangen – wie üblich hinter Wolken unterhalb der Höhe des Paranals. Über dem Rest der Plattform sind die weiteren drei Hilfsteleskope vor den Schutzbauten der vier 8.2-Meter Hauptteleskope sichtbar. Die Residencia und andere Bauten des Basislagers sind in geringer Entfernung nahe des rechten Bildrands zu erkennen.
Wenn die Nacht beginnt, taucht man in tiefe Stille ein, selten unterbrochen durch den Wind oder die gleichmäßige Bewegung dieser riesigen Maschinen. Es ist schwer zu glauben, dass im VLT-Kontrollgebäude hohe Aktivität herrscht. Das Gebäude liegt am Berghang knapp unterhalb der Plattform in Richtung des Sonnenuntergangs. Dort beginnen Astronomen und Techniker die ersten Beobachtungen der Nacht.
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- Dieses und weitere Panoramen findet man als Teil eines eindrucksvollen virtuellen Rundgangs über den Paranal und den Armazones unter http://www.eso.org/public/outreach/products/virtualtours/armazones.html
- Weitere virtuelle Rundgänge der ESO sind unter http://www.eso.org/public/outreach/products/virtualtours/ zu finden
Ein Laserleitstern streift das Firmament
Dieses atemberaubende Foto von Julien Girard zeigt einen hellen Laserstrahl, der zum Very Large Telescope (VLT) der ESO gehört, vor dem Nachthimmel über der chilenischen Atacama-Wüste. Weil der Laser während der 30-minütigen Belichtungszeit zum Ausgleich der Erddrehung bewegt wurde, erscheint der Strahl aufgefächert. Die Kamera, die das Bild aufgenommen hat, stand dagegen still, so dass die Sterne als Strichspuren abgebildet wurden, die besonders deutlich die unterschiedlichen Farben der Sterne zeigen.
Der Laser wird verwendet, um Natriumatome in 90 Kilometern Höhe zum Leuchten anzuregen und so in der Hochatmosphäre einen hellen Lichtpunkt – einen künstlichen Stern – zu erzeugen. Dieser sogenannte Laserleitstern wird dann als Referenz verwendet, um die Bildverschlechterungen durch die Einflüsse der Atmosphäre zu korrigieren. Dazu wird die Technik der sogenannten adaptiven Optik verwendet. Zwar können auch ausreichend helle echte Sterne als Referenz genommen werden, aber der Laserleitstern kann an jede gewünschte Stelle positioniert werden. Mit seiner Hilfe kann die adaptive Optik in viel mehr Himmelsbereichen eingesetzt werden.
Die vier großen Schutzbauten der 8,2-Meter-Hauptteleskope des VLT und dahinter das kleinere VLT Survey Telescope (VST) sind ebenfalls im Bild zu sehen. Julien arbeitet als Astronom für die ESO am VLT in Chile. In der Nacht, in der das hier gezeigte Foto aufgenommen wurde, unterstützte er Beobachtungen an dem VLT-Hauptteleskop auf der rechten Seite. Er nutzte die Gelegenheit, um seine Kamera aufzubauen, bevor er in den Kontrollraum zurückging und die VLT-Beobachtungen durchzuführen.
Die Bewegungen der Schutzbauten während der langen Belichtungszeit führen zu einem verwaschenen Eindruck. Ebenso sind schwache Lichtspuren zu erkennen, die von Personen stammen, die sich während der Belichtungszeit auf der Plattform zwischen den Teleskopen hin und her bewegt haben.
Julien hat dieses Foto in der „Your ESO Pictures“-Flickrgruppe veröffentlicht. Die besten Fotos aus dieser Gruppe werden regelmäßig für das Bild der Woche oder für unsere Bildergalerie ausgewählt. Als Teil des 50-jährigen Jubiläums der ESO freuen wir uns im Jahr 2012 besonders über historische Bilder mit Bezug zur ESO.
Links
- Dieses Bild mit Anmerkungen auf Julien Girards Flickr-Photostream
- Julien Girards Flickr-Photostream
- Die “Your ESO Pictures”-Flickrgruppe
- Ankündigung der "Your ESO Pictures"-Flickr-Gruppe
Orion schaut auf ALMA herunter
Hoch am chilenischen Nachthimmel wacht der Himmelsjäger Orion über den Antennen des Atacama Large Millimeter/submillimeter Arrays (ALMA). Mit seiner markanten Sanduhrform und den drei hellen Gürtelsternen in der Mitte ist das Sternbild leicht zu erkennen. Das Schwert des Orion beherbergt eine der atemberaubendsten Objekte des Nachthimmels – den Orionnebel, der den mittleren „Stern“ des Schwerts bildet. Unter guten Beobachtungsbedingungen ist er mit bloßem Auge als unscharfes Nebelfleckchen sichtbar.
Die drei im Bild sichtbaren Antennen repräsentieren nur einen kleinen Teil des vollständigen ALMA-Antennenfeldes, das aus insgesamt 66 Antennen besteht. Mithilfe der Technik der Interferometrie vereinigt ALMA die Signale aller Antennen, die bis zu 16 Kilometer voneinander entfernt stehen können, zu einem riesigen einzelnen Teleskop. Die Anlage wird bis zum Jahr 2013 fertiggestellt sein, erste wissenschaftliche Beobachtungen mit einem Teil des Antennenfeldes laufen seit Ende 2011.
Das Chajnantor-Plateau auf 5000 Metern Höhe in den Gebirgsausläufern der chilenischen Anden ist eine der trockensten Gebiete der Welt und garantiert ALMA herausragende Beobachtungsbedingungen. Ein hoher und trockener Beobachtungsort wie Chajnantor ist notwendig, weil Wasserdampf und Sauerstoff der Erdatmosphäre die Millimeter- und Submillimeterwellenlängen des Lichts, für deren Beobachtung ALMA entwickelt wurde, stark absorbieren.
Auf diesem Foto werden die Antennen an der Operation Support Facility von ALMA, die auf einer Höhe von 2900 Metern liegt, überprüft. Einmal getestet und vollständig ausgerüstet, werden sie auf das Chajnantor-Plateau transportiert, um dort ihre Arbeit aufzunehmen.
Dieses Foto wurde von Adrian Russell aufgenommen, der das Foto in der "Your ESO Pictures"-Flickrgruppe veröffentlichte. Flickr wird regelmäßig überprüft, um die schönsten Bilder als Bild der Woche oder in unseren Bildergalerien zu veröffentlichen. Im Jahr 2012 sind als Teil des 50-jährigen Jubiläums der ESO auch historische Aufnahmen mit ESO-Bezug willkommen.
ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.
Links
- Adrian Russells Flickr-Bilder
- Dieses Bild bei Flickr
- Die "Your ESO Pictures"-Flickrgruppe
- Ankündigung zu "Your ESO Pictures"
- Weitere Informationen über ALMA bei der ESO
- Das Joint ALMA Observatory
Von einer Schotterpiste zum weltweit führenden Observatorium
Die ESO wird in diesem Jahr 50 Jahre alt, und um dieses wichtige Jubiläum zu feiern, werfen wir einen Blick in unsere Vergangenheit. Während des gesamten Jahres wird einmal pro Monat ein spezielles „Damals und Heute“-Bild der Woche illustrieren, wie sich die Dinge auf La Silla, am Paranal-Observatorium, in den ESO-Büros in Santiago de Chile und am Hauptsitz der ESO in Garching bei München über die Jahrzehnte verändert haben.
Dieses Bildpaar zeigt den Blick von der Zufahrt zum Gelände des Paranal-Observatoriums im Norden Chiles in Richtung auf den Gipfel des Cerro Paranal 1987 und heute.
Erstmals hat ein Team inklusive des damaligen ESO-Generaldirektors Lodewijk Wolter im Jahr 1983 die Region um den Cerro Paranal als möglichen Standort für das damals noch zukünftige Very Large Telescope (VLT) untersucht (siehe The Messenger, Nr. 64, Seite 5–8 für weitere Informationen). 1987 wurde eine Schotterpiste zum Gipfel gebaut und eine permanente Station zur Prüfung der Beobachtungsbedingungen eingerichtet.
Die Testergebnisse waren extrem gut – die Bedingungen waren deutlich besser als am La Silla-Observatorium der ESO oder anderen damals untersuchten Standorten. Sie führten zu der Entscheidung, das VLT auf dem Paranal zu errichten, was der ESO-Council im Dezember 1990 dann beschloss (siehe eso9015).
Auf dem Paranal hat sich in den 25 Jahren seit der Aufnahme des historischen Fotos viel verändert. Der Berggipfel wurde eingeebnet, eine asphaltierte Straße wurde gebaut und es wurden natürlich die Teleskope des Observatoriums errichtet. Das vollständige und voll funktionsfähige Observatorium ist in der heutigen Aufnahme zu sehen. Auf dem Gipfel stehen jetzt die vier 8,2-Meter-Hauptteleskope zusammen mit den vier kleineren 1,8-Meter-Hilfsteleskopen, die für Interferometrie benutzt werden, ebenso sowie das 2,6-Meter-VLT Survey Telescope. Im Eingangsbereich sind viele Gebäude errichtet worden, die das Basislager des Observatoriums bilden. Für einen Blick in die entgegengesetzte Richtung vom Berggipfel über das Basislager siehe das frühere Bild der Woche potw1230.
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Roter Kokon beherbergt junge Sterne
Auf der Erde werden Kokons mit neuem Leben assoziiert. Im Weltall gibt es ebenfalls Kokons, aber anstatt Schmetterlingspuppen während der Umwandlung zum Falter zu beherbergen, sind es die Geburtsstätten neuer Sterne.
Die auf diesem Bild sichtbare rote Wolke, aufgenommen mit dem EFOSC2-Instrument am New Technology Telescope der ESO, ist ein perfektes Beispiel einer dieser Sternentstehungsregionen. Dies ist eine Ansicht auf eine Wolke mit dem Namen RCW 88, die zehntausend Lichtjahre von der Erde entfernt liegt und einen Durchmesser von ungefähr 9 Lichtjahren hat. Sie ist nicht wie die Schmetterlingskokons aus Seide, sondern aus leuchtendem Wasserstoffgas, das die jüngst gebildeten Sterne umgibt. Die neuen Sterne bilden sich aus den Wasserstoffwolken, wenn sie unter dem Einfluss ihrer eigenen Schwerkraft kollabieren. Einige der weiter entwickelten, bereits hell leuchtenden Sterne sind bereits durch die Wolke sichtbar.
Diese jungen Sterne sind sehr leuchtkräftig und geben große Mengen ultravioletter Strahlung ab, die im Wolkengas die Elektronen von den wasserstoffatomen trennt. Zurück bleibt der positiv geladene Kern – Protonen. Wenn die Protonen die Elektronen wieder einfangen, können sie H-alpha-Strahlung mit einem charakteristischen roten Leuchten emittieren.
Die Beobachtung des Himmels mit einem H-alpha-Filter ist für Astronomen der einfachste Weg zum Auffinden von Sternentstehungsregionen. Ein die Wellenlänge von H-alpha abdeckender Filter wurde für eine der vier Aufnahmen verwendet, aus denen dieses Bild erstellt wurde.
Das Paranal-Basiscamp von oben
Blickt man vom Aussichtspunkt am Very Large Telescope der ESO auf dem Cerro Paranal in der chilenischen Atacamawüste nach unten, breitet sich dort unterhalb das Basiscamp des Observatoriums aus. Die Paranal Residencia, ein sicherer Hafen für diejenigen die auf dem Berg arbeiten, kann nahe der Bildmitte an der Kuppel auf dem Dach erkannt werden. Links der Residencia auf der anderen Straßenseite liegt die Sporthalle des Basiscamps. Noch weiter links liegt das Mirror Maintenance Building (MMB), dort werden die riesigen VLT-Spiegel regelmäßig gereinigt und neu beschichtet. Hinter dem MMB liegt das Kraftwerk und noch weiter links ist das mechanische Werkstattgebäude sichtbar. Am Berghang im Vordergrund windet sich der „Star Track“ oder Sternenpfad den Hang hinauf, ein Fußweg von der Residencia zum Berggipfel.
Der Sonnenuntergang lag zum Zeitpunkt der Aufnahme dieses Fotos etwa eine Viertelstunde zurück und hat das Basiscamp in wunderschönem orangefarbenem Licht zurückgelassen. Dieses Zwielicht erzeugt zarte Schatten, die den Hügeln große Tiefe aufprägt. Solch eine Aussicht kann nur in den sogenannten „goldenen Stunden“ vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang beobachtet werden, direktes Sonnenlicht während des Tages resultiert in nicht verzeihenden Lichtkontrasten.
Diese Panoramaaufnahme stammt von ESO-Fotobotschafter Gerhard Hüdepohl.
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Eine ALMA-Antenne auf Reisen
Diese Aufnahme zeigt eine der europäischen 12-Meter-Antennen des Atacama Large Millimeter/submillimeterArrays (ALMA), wie sie gerade an der Operations Support Facility (OSF) versetzt wird. Nachdem das Foto aufgenommen wurde, wurden diese und andere Antennen für wissenschaftliche Beobachtungen mit einem Teil des Antennenfelds in Betrieb genommen (siehe eso1137). Am Donnerstag, dem 12. Juli 2012 endete die Frist zur Einreichung von Anträgen für ALMAs nächste Beobachtungssaison. Über 1100 Beobachtungsanträge wurden von Astronomen in der ganzen Welt angenommen.
ALMA führt seine Beobachtungen auf dem Chajnantor-Plateau auf einer Höhe von 5000 Metern durch. Wenn die Anlage vollständig ist, wird ALMA aus einem Feld von 66 Präzisionsantennen mit 12 und 7 Metern Durchmesser bestehen. Sie können bis zu Abständen von 16 Kilometern auseinanderstehen und arbeiten als ein einziges Teleskop bei Wellenlängen von 0,32 und 3,6 Millimetern. Über die Hälfte der 66 Antennen befinden sich bereits auf Chajnantor (siehe ann12035). Fünfundzwanzig der ALMA-Antennen werden von der ESO auf Basis eines Vertrags mit dem europäischen AEM-Konsortium ausgeliefert, 25 Antennen werden durch Nordamerika geliefert und 16 durch Ostasien.
Die Antennen - jede wiegt ungefähr 100 Tonnen - werden an der OSF zusammengebaut und getestet. Die OSF-Anlage liegt 2900 Meter hoch in den chilenischen Anden. Von hier aus werden die Antennen mit Hilfe zweier speziell entwickelter ALMA-Antennentransporter – riesiger Fahrzeuge, die auf 28 Rädern fahren, 10 Meter breit, 20 Meter lang und 6 Meter hoch sind und mit der Leistung zweier Formel-1-Rennwagen fahren - zum Chajnantor-Plateau auf 5000 Meter über dem Meeresspiegel gebracht. Einer dieser Transporter mit Namen Otto ist auf diesem Foto abgebildet, das bei der Übergabe der ersten europäischen Antenne an das Observatorium im April 2011 gemacht wurde.
Eine Nachbearbeitung des Katzenpfotennebels
Der Katzenpfotennebel wurde als Kombination von Aufnahmen des MPG/ESO 2.2-Meter Teleskops und der erfahrenen Amateurastronomen Robert Gendler und Ryan M. Hannahoe neu aufgelegt. Die charakteristische Form des Nebels enthüllen die rötlichen, verwaschenen Wolken von leuchtendem Gas vor einem dunklen, mit Sternen übersäten Himmel.
Das Bild entstand durch die Kombination vorhandener Beobachtungen vom 2.2-Meter-MPG/ESO-Teleskop am La Silla-Observatorium in Chile (siehe ESO-Bildveröffentlichung eso1003) mit 60 Stunden Belichtungszeit an einem 0.4-Meter Teleskop, die von Gendler und Hannahoe aufgenommen wurden.
Die Auflösung (der Luminanzkanal oder die Helligkeitsinformation des Bildes) des 2.2-Meter-MPG/ESO-Teleskops wurde mit der Farbinformation des Gendler-und-Hannahoe-Bildes vereint und damit eine wunderschöne Kombination der Daten von Amateur- und Profiastronomen zu produziert. Zum Beispiel zeigt die zusätzliche Farbinformation den zarten bläulichen Nebel in der Zentralregion, der im Originalbild der ESO nicht sichtbar ist, während die ESO-Daten die feineren Details zeigen. Das Resultat ist ein Bild, das viel mehr als die Summe seiner Teile ist.
Der wohlbekannte Katzenpfotennebel (auch als NGC 6334 bekannt) liegt im Sternbild Skorpion. Obwohl er in der Nähe des Zentrums der Milchstraße am Himmel liegt, ist er der Erde relativ nahe, ungefähr in einem Abstand von 5500 Lichtjahren. Sein Durchmesser liegt bei ungefähr 50 Lichtjahren und es ist eine der aktivsten Sternentstehungsregionen in unserer Milchstraße. Er enthältviele junge und helle blaue Sterne, die sich in den letzten Millionen Jahren gebildet haben. Die Masse des Nebels genügt für vielleicht Zehntausende von Sternen, einige von Ihnen sind sichtbar und andere sind noch in den Gas- und Staubwolken verborgen.
Eine Oase für Astronomen — die Paranal Residencia der ESO damals und heute
Die ESO wird in diesem Jahr 50 Jahre alt, und um dieses wichtige Jubiläum zu feiern, werfen wir einen Blick in unsere Vergangenheit. Während des gesamten Jahres wird einmal pro Monat ein spezielles „Damals und Heute“-Bild der Woche illustrieren, wie sich die Dinge auf La Silla, am Paranal-Observatorium, in den ESO-Büros in Santiago de Chile und am Hauptsitz der ESO in Garching bei München über die Jahrzehnte verändert haben.
Seit dem Februar 2002 (siehe eso0205) bietet die „Residencia“ am Paranal eine Unterkunft für Menschen, die am Observatorium im Schichtbetrieb arbeiten. Der Paranal in Chiles Atacama-Wüste ist die Heimat vom Very Large Telescope (VLT) der ESO. In diesem Monat geben die „Damals und heute“-Aufnahmen – beide von ESO-Fotobotschafter Gerhard Hüdepohl aufgenommen – einen einmaligen Blick darauf, wie diese Oase in der Wüste gebaut wurde.
Die historische Aufnahme zeigt die Residencia während der Bauphase gegen Ende des Jahres 2000. Das Gebäude wurde vom deutschen Architekturbüro Auer+Weber entworfen und basiert auf einer unterirdischen L-Form. Das Baumaterial hat die gleiche Farbe wie die Wüste und integriert sich damit vollständig in die Landschaft. Der schon teilweise fertiggestellte zentrale Bereich der Residencia erinnert an ein Amphitheater aus aufgestapeltem Naturstein, das den Blick zu einem wolkenlosen Himmel öffnet.
Heute sieht die Residencia völlig anders aus. Trotz der unterirdischen Bauweise erzeugt das unverwechselbare Design der Innengestaltung einen Eindruck von einem offenem Raum. Die zentrale Halle ist von einer 35 Meter durchmessenden Kuppel geschützt, die natürliches Tageslicht in das Gebäude leitet. Das sterile Amphitheater aus dem Jahr 2000 ist als großartiger tropischer Garten mit einem Schwimmbecken im unteren Bereich neu angelegt. Sowohl der Garten als auch das Schwimmbecken erhöhen die Luftfeuchte im Gebäudeinneren und gestatten den Beschäftigten eine Erholung von den extrem wasserarmen äußeren Bedingungen an einem der trockensten Orte der Erde.
Dank des unverwechselbaren Designs der Residencia ist sie weit über die Grenzen der astronomischen Gemeinschaft hinaus berühmt. Zum Beispiel wurden hier im Jahr 2008 einige Schlüsselszenen zu dem James-Bond-Film „Ein Quantum Trost“ gedreht, die Residencia spielt die Rolle des Hotels „Perla de las Dunas“ [1], 2009 wurde die Residencia vom britischen Guardian zu den 10 Top-Gebäuden des Jahrzehnts ausgewählt (siehe ann0940), und im Jahr 2012 wurde das Paranal-Observatorium inklusive der Residencia in der Land-Rover Werbekampagne „Perfect Places“ gezeigt (siehe ann12008).
Endnote
[1] Weitere Informationen zu James Bond am Paranal unter eso0807, eso0838 und http://www.eso.org/public/outreach/bond/BondatParanal.html
Links
- Die ältere Aufnahme
- Die aktuelle Aufnahme
- Vergleichsbild von älterer und heutiger Aufnahme
- Die ESO-Fotobotschafter
Mars, 2099?
In einer kalten, dunklen Nacht auf dem Mars inmitten einer trockenen Wüste, windet sich eine schmale Straße mit künstlicher Beleuchtung zu einem einsamen Außenposten auf den Gipfel eines alten Berges. Das zumindest könnte ein Science-Fiction-Fan anhand dieserunwriklichen Ansicht vorstellen.
Das Foto zeigt in Wirklichkeit das Paranal-Observatorium, die Heimat des Very Large Telescopes (VLT) und auf der Erde. Gleichwohl fällt es leicht, sich das Bild als einen zukünftigen Blick auf den Mars vorzustellen, vielleicht am Ende dieses Jahrhunderts. Aus diesem Grund hat Julien Girard, der das Bild aufgenommen hat, es “Mars 2099“ benannt.
In 2600 Metern Höhe gelegen befindet sich das Paranal-Observatorium in einer der trockensten und verlassendsten Gegenden der Erde in der chilenischen Atacama-Wüste. Die Landschaft ist so marsähnlich, dass die European Space Agency (ESA) und die NASA in dieser Region ihre Marsrover testen. Beispielsweise testete vor kurzem ein ESA-Team den selbsttätig lenkenden Seeker-Roboter, wie in ann12048 beschrieben.
Dieses Bild wurde in der Dämmerung vom benachbarten Gipfel des VISTA-Durchmusterungsteleskops in Richtung des VLTs blickend aufgenommen. In Richtung Westen liegt der Pazifik, nur etwa 12 Kilometer vom Paranal entfernt. Aufsteigend vom Gipfel des Paranal erkennt man die Milchstraße mit dem markantesten Sternbild des Südhimmels – dem Kreuz des Südens.
Auf dem Paranal kann der Himmel in mondlosen Nächten so klar und dunkel sein, dass das Licht der Milchstraße ausreicht, um Schatten zu werfen. Aus diesem Grund hat die ESO den Berg als Standort für das VLT ausgewählt. Das Observatorium profitiert daher von den besten Beobachtungsbedingungen auf der Welt.
Julien Girard ist ein ESO-Astronom in Chile und arbeitet am VLT. Diese Aufnahme hat er in der Your ESO Pictures Flickrgruppe veröffentlicht. Die Flickrgruppe wird regelmäßig geprüft und die besten Bilder werden für das Bild der Woche oder für die Bildergalerien ausgewählt. Im Jahr 2012 sind als Teil des 50-jährigen Jubiläums der ESO auch historische Bilder mit ESO-Bezug willkommen.
Links
- ESO-Kurzmeldung “Selbstlenkender Marsroboter am Paranal-Observatorium der ESO getestet”
- STFC-Pressemitteilung “Revolutionary navigation system for future Mars rovers”
- Diese Aufnahme mit Kommentaren in Julien Girards Flickr-Fotostream
- Julien Girards Flickr-Fotostream
- Die “Your ESO Pictures” Flickrgruppe
- Die Ankündigung zu "Your ESO Pictures"
Yepuns Laser und die Magellanschen Wolken
Einer der größten Feinde der Astronomen ist die Erdatmosphäre, die himmlische Objekte verwaschen erscheinen lässt, wenn man sie mit bodengebundenen Teleskopen beobachtet. Um dem entgegenzuwirken, benutzen Astronomen eine Technik namens adaptive Optik, bei der computergesteuerte Spiegel mehrere hundert mal pro Sekunde verformt werden, um die Verzerrungen der Erdatmosphäre auszugleichen.
Dieses spektakuläre Bild zeigt wie von Yepun [1], dem vierten der 8,2-Meter-Hauptteleskope des Very Large Telescope der ESO, ein leistungsstarker Laserstrahl in den Himmel „geschossen“ wird. Der Strahl erzeugt durch Anregung von Natriumatomen in einer Atmosphärenschicht in 90 km Höhe einen leuchtenden Fleck in der Erdatmosphäre – einen künstlichen Stern. Dieser Laserleitstern ist Teil des Systems adaptiver Optik des VLT. Das vom künstlichen Stern zurückkommende Licht wird als Referenz zur Kontrolle der deformierbaren Spiegel genutzt. Damit kann der Effekt der atmosphärischen Verzerrungen eliminiert werden und Bilder so scharf als ob das Teleskop im Weltraum positioniert wäre, können somit erzeugt werden.
Yepuns Laser ist nicht das einzige, was am Himmel erscheint. Die Großen und Kleinen Magellanschen Wolken sind jeweils rechts und links des Laserstrahls sichtbar. Diese benachbarten, irregulären Galaxien sind markante Objekte der südlichen Hemisphäre und können leicht mit bloßem Auge gesehen werden. Der besonders helle Stern zur Linken der Großen Magellanschen Wolke ist Canopus, der hellste Stern im Sternbild Schiffskiel, während der Stern oben rechts Achernar ist, der hellste Stern im Sternbild Eridanus.
Diese Bild wurde von Babak Tafreshi aufgenommen, einem der ESO-Fotobotschafter.
Endnote
[1] Die vier Hauptteleskope des VLT sind nach himmlischen Objekten in der einheimischen Mapuche-Sprache Mapudungun benannt. Die vier Arbeitsteleskope (Unit Telescopes oder kurz UTs) heißen: Antu (Sonne), Kueyen (Mond), Melipal (Südliches Kreuz) und Yepun (Venus).
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Kaskadierende Milchstraße
Viele astronomische Aufnahmen fangen beeindruckende Ansichten des Himmels ein, und diese macht keine Ausnahme. Trotzdem gibt es etwas Ungewöhnliches auf diesem Panorama: Hinter dem Very Large Telescope (VLT) der ESO scheinen zwei Ströme von Sternen wie Wasserfälle herabzurieseln oder auch wie Rauchzeichen zum Himmel aufzusteigen. Der Grund ist, dass dieses Panorama den gesamten Himmel erfasst, vom Zenit zum Horizont, also ein vollständiges 360° Panorama. Die zwei „Ströme“ sind in Wahrheit ein einzelnes Lichtband: die Ebene unserer Galaxis, der Milchstraße, wie sie ihren Bogen über den ganzen oberen Bildrand von Horizont zu Horizont aufspannt. Sobald sie über den über den Zenit hinausläuft, scheint sie sich durch die notwendige Verzerrung der Himmelskuppel zur Darstellung als flaches, rechteckiges Bild über den gesamten oberen Bildrand auszubreiten.
Um das Bild zu verstehen, stellen Sie sich vor, dass der linke Bildrand mit dem rechten Bildrand verbunden wäre und einen Ring um die eigene Position bildet. Der obere Bildrand wird dabei zu einem Punkt genau über dem Kopf zusammengezogen. So umspannt die Aufnahme die gesamte Himmelskuppel über Ihnen.
Auf der linken Seite des Bildes erkennt man die Silhouette des Windsacks vom Observatorium am Mast oberhalb des Gebäudes. Links des Windsacks sieht man den hellen Fleck der Kleinen Magellanschen Wolke, einer Nachbargalaxis der Milchstraße. Zur Rechten fällt in der Ebene der Milchstraße ist das rötliche Leuchten des Carinanebels auf. Darüber in der Dunkelheit des sogenannten Kohlensacks nahe am Kreuz des Südens, allerdings etwas höher, liegen die zwei Sterne: alpha und beta Centauri. Die vier gedrungenen Gebäude im Bild beherbergen die 8,2-Meter Hauptteleskope (Unit Telescopes oder kurz UTs) des VLT. Zwischen den zwei Hauptteleskopen auf der rechten Seite steht der Schutzbau des VLT Survey Telescopes. Auf der rechten Bildseite zeigt sich die Venus knapp oberhalb des Horizonts.
Dieses Panorama von ESO-Fotobotschafter Serge Brunier zeigt nicht nur das VLT auf dem Gipfel des Cerro Paranals, sondern auch den wunderschönen Himmel, den das Observatorium beobachtet. So wie die hochmoderne Technologie des VLTs unsere Ansichten des Universums erweitert, hat Serge sein bildbearbeiterisches Können genutzt, um die gesamte Himmelskugel in einem Bild festzuhalten – weit mehr als unsere Augen in einer einzelnen Ansicht sehen können.
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Elektronische Datenverarbeitung bei der ESO im Wandel der Zeiten – der erstaunliche Fortschritt von Technologie
Die ESO wird in diesem Jahr 50 Jahre alt, und um dieses wichtige Jubiläum zu feiern, werfen wir einen Blick in unsere Vergangenheit. Während des gesamten Jahres wird einmal pro Monat ein spezielles „Damals und Heute“-Bild der Woche illustrieren, wie sich die Dinge auf La Silla, am Paranal-Observatorium, in den ESO-Büros in Santiago de Chile und am Hauptsitz der ESO in Garching bei München über die Jahrzehnte verändert haben.
Unser Fotovergleich zeigt diesen Monat wie die Computerleistung bei der ESO über die Jahre dramatisch angestiegen ist. Beide Fotos zeigen den österreichischen Astronomen Rudi Albrecht vor Computersystemen der ESO, aber zu Zeitpunkten, die Jahrzehnte auseinanderliegen
Im historischen Bild, aufgenommen im Jahr 1974 im ESO-Gebäude in Santiago de Chile, können wir Albrecht mit einem Stift in der Hand und beim Studium von Code vor einem Fernschreiber sehen. Er arbeitete damals an einer Software für den Spektralscanner am 1-Meter-Teleskop der ESO [1] am La Silla-Observatorium. Die Daten wurden in Santiago auf einem Hewlett Packard 2116 Minicomputer verarbeitet, der hinter dem Drucker zu sehen ist. Der massige Computer mit einem Einzelprozessor und atemberaubenden 16 Kilobyte an Magnetkernspeicher(!) speichert das Resultat zur Weiterverarbeitung für die Gast-Astronomen an ihren Heimatinstituten auf Magnetband. Um Dateigrößen auf dem Magnetband zu handhaben, die größer als der verfügbare Speicher waren, entwickelte Albrecht ein virtuelles Speichersystem, das er dem Hewlett Packard Software Center spendete.
Das heutige Foto zeigt Albrecht im Datenzentrum des ESO-Hauptsitzes in Garching bei München, das die Daten von ESO-Teleskopen archiviert und verteilt. Er steht vor einem Computer-Rack mit einem System von 40 Prozessorkernen, 138 Terabyte Speicherkapazität und 83 Gigabytes Hauptspeicher – über 5 Millionenmal mehr als in der Maschine, die er 1974 benutzt hatte. Sogar das Tablet, das er in der Hand hält, übertrifft die alte Maschine und bietet eine moderne Alternative für Papier und Bleistift.
Über die Jahre haben sich die Computersysteme der ESO weiterentwickelt, um die Flut von wissenschaftlichen Daten von den Observatoriumsteleskopen zu bewältigen. Fortschritte bei den Teleskopen, den Detektoren und der Computertechnologie bedeuten, dass Observatorien nun massenhaft Bilder, Spektren und Katalogdaten produzieren. Zum Beispiel produzieren die beiden Durchmusterungsteleskope am Paranal, das VST und VISTA, gemeinsam über 100 Terabytes an Daten pro Jahr. Das ist ein weiter Weg von den Tagen mit Magnetbändern und 16 Kilobyte Speicher!
Endnote
[1] Das 1-Meter-Teleskop wurde 1994 stillgelegt.
Die südliche Milchstraße über ALMA
ESO-Fotobotschafter Babak Tafreshi hat dieses bemerkenswerte Bild der Antennen des Atacama Large Millimeter/submillimeter Arrays (ALMA) vor der Kulisse der prächtigen Milchstraße aufgenommen. Die Detailfülle in diesem Foto bestätigt die unübertroffenen Beobachtungsbedingungen für die Astronomie auf dem 5000 Meter hohen Chajnantor-Plateau in Chiles Atacama-Region.
Die Aufnahme zeigt die Sternbilder Carina (der Schiffskiel) und Vela (das Segel). Die dunklen, schmalen Staubwolken der Milchstraße erstrecken sich von der Mitte links oben zur Mitte rechts unten. Der helle, orangefarbene Stern links oben ist Suhail im Sternbild Vela, der ähnlich orange gefärbte Stern in der oberen Bildmitte ist Avior im Sternbild Carina. Nahe dieser Sterne formen drei blaue Sterne ein „L“: die zwei linken davon gehören zum Segel, der rechte zum Schiffskiel. Genau in der Bildmitte zwischen diesen Sternen leuchtet der rosafarbene Carinanebel (eso1208).
Als europäischer Partner von ALMA steuert die ESO 25 der 66 Antennen bei, aus denen das Teleskop bestehen wird, wenn es fertiggestellt ist. Die zwei Antennen, die am dichtesten zur Kamera stehen - der aufmerksame Betrachter kann darauf die Bezeichnungen „DA-43“ und „DA-41“ erkennen - sind Beispiele für die europäischen Antennen. Der Aufbau der kompletten ALMA- Antennenanlage wird 2013 abgeschlossen sein, aber das Teleskop arbeitet bereits jetzt mit einem Teil des Anennenfeldes.
Babak Tafreshi ist Initiator des Projekts The World at Night, einem Programm zur Gestaltung und Ausstellung atemberaubender Fotografien und Zeitrafferaufnahmen der weltweit schönsten und historischen Stätten vor nächtlicher Kulisse von Sternen, Planeten und Himmelsereignissen.
ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.
Eisige Zacken im Mondlicht auf Chajnantor
Babak Tafreshi, einer der ESO-Fotobotschafter, hat ein ausgefallenes Phänomen auf dem Chajnantor-Plateau aufgenommen, dem Standort für das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA).
Diese bizarren Eis- und Schneeformationen nennt man auch Büßereis (spanisch penitentes). Sie werden durch das Licht des Mondes beleuchtet, der rechts im Bild zu sehen ist. Auf der linken Seite und höher am Himmel können die Kleine und Große Magellansche Wolke gerade eben noch erkannt werden, während weiter links nahe am Horizont das rötliche Leuchten des Carinanebels auftaucht.
Die Zacken sind natürliche Wunderwerke in großen Höhen, so wie hier in den Chilenischen Anden, wo man sie typischerweise in Höhen ab 4000 Meter über dem Meeresspiegel findet. Es handelt sich um spitze Nadeln und Plättchen aus verhärtetem Schnee, die sich oft in Haufen ansammeln und mit den flächigen Seiten zur Sonne zeigen. Sie erreichen Höhen von einigen Zentimetern (nicht unähnlich Grasflächen) – bis hin zu 5 Metern – und erzeugen damit den Eindruck eines verschneiten Waldes mitten in der Wüste.
Die genauen Details zur Formbildung der Nadeln sind teilweise immer noch unverstanden. Für viele Jahre glaubten die Menschen der Anden, dass das Büßereis das Resultat der häufigen starken Winde in den Bergketten der Anden sind. Allerdings geht man heute davon aus, dass sie ein Produkt einer Kombination von verschiedenen physikalischen Phänomenen sind.
Der Entstehugnsprozess beginnt mit Sonnenlicht, das auf die Oberfläche des Schnees fällt. Wegen der Trockenheit in der Wüste sublimiert das Eis und schmilzt nicht – es geht vom festen Zustand ohne zu schmelzen und damit den flüssigen Zustand direkt in die gasförmige Phase über. Oberflächenmulden im Schnee reflektieren Licht und führen zu erhöhter Sublimation und tieferen Senken. Innerhalb der Senken sorgen erhöhte Temperatur und Feuchtigkeit für das Aufschmelzen. Diese positive Rückkopplung beschleunigt das Wachstum der charakteristischen Strukturen des Büßereises.
Die eisigen Kreaturen sind nach den stacheligen Kopfbedeckungen der Nazarenos benannt, Mitgliedern einer Bruderschaft, die an Osterprozessionen rund um die Welt teilnahmen. Es fällt nicht schwer sie als eisige Gruppe von Mönchen zu erkennen, die sich im Mondlicht versammeln.
Das Bild wurde am Rand der Straße zu ALMA aufgenommen. Das Observatorium, dass seine wissenschaftlichen Beobachtungen am 30 September 2011 begonnen hat, wird letztendlich aus 66 Präzisionsantennen bestehen, die wie ein einzelnes, großes Teleskop zusammenarbeiten.
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Das VLT macht sich bereit für noch schärfere Bilder
Dieses Bild zeigt eines der Hauptteleskope (engl. Unit Telescope, UT) des Very Large Telescope wie es kürzlich im wahrsten Sinne des Wortes von Technikern der ESO „gefangengehalten” wurde. Es wurde temporär von einem Gerüst eingehüllt wie in einem Käfig, um die neue Adaptive Optics Facility (AOF) einzubauen. Dieses Projekt wird UT4 in ein Teleskop mit vollständig adaptiver Optik verwandeln. Die AOF wird den bildverschmierenden Einfluss der Erdatmosphäre korrigieren und den Instrumente HAWK-I und MUSE noch viel schärfere Bilder ermöglichen.
Viele neue Komponenten werden als Teilkomponenten der AOF eingebaut. Darunter ist auch der deformierbare Sekundärspiegel (DSM): ein hauchdünner Spiegel mit 1,1 Metern Durchmesser bei einer Dicke vor nur 2 Millimetern. Dieser Spiegel ist dünn genug, um durch mehr als eintausend Aktuatoren verformt zu werden und den Einfluss der atmosphärischen Verzerrungen auszugleichen. Der DSM ist bislang der größte jemals hergestellte deformierbare Spiegel (ann12015). Ein weiteres bedeutendes Bauteil sind das neue Laserleitsternsystem (die Four Laser Guide Star Facility, abgekürzt 4LGSF) – vier spezielle Teleskope senden dabei Laserstrahlen in die Hochatmosphäre um künstliche Sterne zu erzeugen [1] (ann12012). Schlussendlich sind die Optikmodule GRAAL und GALACSI für die Analyse des zurückkommenden Lichts des Laserleitsternsystems verantwortlich.
Das Bild zeigt einen ESO-Techniker bei der Funktionskontrolle an UT4. Um den vollen Zugriff zum Teleskop zu haben, wurde zeitweise die primäre Spiegelträgerzelle entfernt. Kabel und Leitungen wurden entfernt und durch neue Komponenten ersetzt. Befestigungsbügel wurden für die Installation des Gehäuses der 4LGSF-Elektronik und der Lichtkanonen hinzugefügt.
Endnote
[1] Das Laserleitsternsystem regt in 90 Kilometer Höhe eine Natriumschicht in der Atmosphäre zum Leuchten an und erzeugt so künstliche Sterne.
Drei völlig verschiedene Teleskope auf La Silla
Die ESO wird in diesem Jahr 50 Jahre alt, und um dieses wichtige Jubiläum zu feiern, werfen wir einen Blick in unsere Vergangenheit. Während des gesamten Jahres wird einmal pro Monat ein spezielles „Damals und Heute“-Bild der Woche illustrieren, wie sich die Dinge auf La Silla, am Paranal-Observatorium, in den ESO-Büros in Santiago de Chile und am Hauptsitz der ESO in Garching bei München über die Jahrzehnte verändert haben.
Diese zwei Aufnahmen wurden auf dem höchsten Punkt von La Silla aufgenommen, einem Berg mit einer Höhe von 2400 Metern am Rande der chilenischen Atacama-Wüste. La Silla war die erste Observatoriumsanlage der ESO. Das historische Foto aus dem Jahr 1975 zeigt einige Lastwagen und andere Ausrüstungsgegenstände, die zum Bau der Kuppel des 3,6-Meter-Teleskopes der ESO benötigt wurden, das hinter dem Fotografen am Entstehen ist. Auf der linken Seite liegen die Wassertanks für die Anlage.
Auf der heutigen Aufnahme sind drei neue Teleskope hinzugekommen, die alle sehr unterschiedlich aussehen. Rechts von den Wassertanks steht das New Technology Telescope (NTT), das am 23. März 1989 sein „First Light“ hatte. Dieses 3,58-Meter-Instrument hatte als erstes Teleskop einen computergesteuerten Hauptspiegel, der zur Optimierung der Bildqualität verformt werden konnte. Sein achteckiger Schutzbau stellt einen weiteren technologischen Durchbruch dar: Die Belüftung wird durch ein System von Klappen geregelt, wodurch die durchströmende Luft gleichmäßig über den Spiegel streicht und damit Turbulenzen vermieden werden, was wiederum zu schärferen Bildern führt.
Rechts vom NTT steht das schweizerische 1,2-Meter-Leonhard-Euler-Teleskop, das einen traditionelleren Schutzbau hat. Es wird vom Observatoire de Genève der Universität Genf in der Schweiz betrieben und sah sein erstes Licht am 12. April 1998. Es wird zur Suche von Exoplanten am südlichen Himmel genutzt, mit der Erstentdeckung eines Planeten um den Stern Gliese 86 (siehe auch eso9855). Mit dem Teleskop werden auch veränderliche Sterne, Gammastrahlenausbrüche und Aktive Galaktische Kerne untersucht.
Im Vordergrund auf der rechten Seite steht ein Gebäude mit dem Spitznamen „der Sarkophag“. Es beherbergt TAROT (Télescope à Action Rapide pour les Objects Transitoires, ein Teleskop mit schneller Reaktionszeit für kurzlebige Objekte), das seine Arbeit auf La Silla am 15 September 2006 aufgenommen hat. Dieses schnell bewegliche, relativ kleine 25-Zentimeter-Teleskop reagiert extrem schnell auf Satellitenmeldungen von Gammmastrahlenausbrüchen, um die genauen Positionen dieser dramatischen aber flüchtigen Vorgänge zu erfassen. Die Beobachtung dieser kosmischen Explosionen ermöglicht den Astronomen die Erforschung der Bildung Schwarzer Löcher und der Entwicklung von Sternen im frühen Universum. TAROT wird durch ein Konsortium betrieben, das von Michel Boër am Observatoire de Haute Provence in Frankreich geleitet wird.
Das NTT wird von der ESO betrieben, während das Leonhard-Euler-Teleskop und TAROT zu den nationalen und Projekt-Teleskopen auf La Silla gehören. Selbst heute, über 40 Jahre nach seiner Einweihung, steht La Silla in der Astronomie nach wie vor ganz vorn.
Links
- Die historische Aufnahme
- Die aktuelle Aufnahme
- Vergleichsbild zwischen historischer und aktueller Aufnahme
- Weitere Informationen über La Silla
- Pressemitteilung von 2009 anläßlich des 40jährigen Jubiläums der Einweihung von La Silla (nur auf Englisch)
- ESO-Zeitleiste
Sonne, Mond und Teleskope über der Wüste
Die fremdartige Schönheit von Chiles Atacama-Wüste, der Heimat des Very Large Telescopes (VLT) der ESO, erstreckt sich in diesem Panorama bis zum Horizont. Auf dem Cerro Paranal, dem höchsten Gipfel im Zentrum des Bildes, erkennt man die vier gewaltigen Hauptteleskope des VLTs, jedes mit einem Hauptspiegeldurchmesser von 8,2 Metern. Auf dem Gipfel links vom Cerro Paranal steht das VISTA-Durchmusterungsteleskop. Dieses 4,1-Meter-Teleskop durchkämmt in breiten Streifen den Himmel und sucht interessante Ziele, die das VLT und andere Teleskope am Boden und im Weltraum im Detail beobachten können.
Diese Region bietet mit die besten Bedingungen zur Beobachtung des Nachthimmels auf unserem Planeten. Auf der rechten Seite dieses 360°-Panoramas geht die Sonne über dem Pazifischen Ozean unter und wirft lange Schatten über die Gebirgsszenerie. Auf der linken Seite leuchtet der Mond am Himmel. Bald werden die nächtlichen Beobachtungen beginnen.
Dieses wundervolle Panorama wurde vom ESO-Fotobotschafter Serge Brunier aufgenommen. Es ist eines der vielen Ehrfurcht erweckenden Bilder, in denen er die Observatorien der ESO, ihre wunderschönen Standorte und die Pracht des Himmels über ihnen zeigt.
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Der Mond und das Band der Milchstrasse
Der ESO Fotobotschafter Stéphane Guisard nahm dieses erstaunliche Panorama bei ALMA-Anlage, dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array, in den chilenischen Anden auf. Das 5000 Meter hoch gelegene und extrem trockene Chajnantor-Plateau bietet den perfekten Ort für dieses hochmoderne Teleskop, das unser Universum bei Millimeter- und Submillimeterwellenlängen studieren wird.
Zahlreiche große Antennen dominieren das Zentrum des Bildes. Wenn ALMA fertiggestellt sein wird, wird es über 54 dieser Antennen mit 12 Metern Durchmesser verfügen. Über dem Antennenfeld spannt sich das Band der Milchstraße als strahlende Kulisse. Als das Bild aufgenommen wurde stand der Mond nahe dem Zentrum der Milchstraße am Himmel, dessen Licht die Antennen in ein unheimliches nächtliches Leuchten taucht. Die Große und die Kleine Magellansche Wolken, die größten Begleitgalaxien der Milchstraße, erscheinen links als zwei helle Flecken am Himmel. Ein besonders heller Streifen, verursacht von einem Meteor, leuchtet nahe der Kleinen Magellanschen Wolke.
Rechterhand sind einige der kleineren 7-Meter-Antennen von ALMA zu sehen, zwölf davon bilden das Atacama Compact Array. Noch weiter rechts scheint das Licht vom Array Operations Technical Building. Und letztlich schimmert hinter dem Gebäude im Dunkeln der Gipfel des Cerro Chajnantor.
ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.
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APEX steht Wache auf Chajnantor
Das Atacama Pathfinder Experiment (APEX) blickt während einer klaren, mondlosen Nacht von Chajnantor aus in den Himmel, einem der höchstgelegenen und trockensten Observatoriumsstandorte der Welt. Astronomische Schätze füllen den Himmel über dem Teleskop, ein Testament der exzellenten Beobachtungsbedingungen an dieser Anlage in Chiles Atacama-Region.
Links im Bild leuchten die Sterne des hinteren Teils vom Sternbild Scorpius (der Skorpion). Der „Stachel“ des Skorpions wird durch die zwei hellen, nah beieinander stehenden Sterne dargestellt. Die Ebene der Milchstraße überspannt den Himmel mit einem Band schwach leuchtender Wolken.
Zwischen dem Skorpion und dem benachbarten Sternbild Sagittarius (der Schütze) auf der rechten Seite ist aufragend über der APEX-Antennenschüssel deutlich ein prächtiger Sternhaufen zu erkennen. Dies ist der offene Sternhaufen Messier 7, der auch unter dem Namen Ptolemäus-Sternhaufen bekannt ist. Unterhalb und leicht rechts von Messier 7 liegt Messier 6, der Schmetterlingshaufen. Weiter rechts, gerade oberhalb der Kante der Antennenschüssel, liegt eine helle Wolke, die wie ein heller Schmutzfleck aussieht. Dies ist der berühmte Lagunennebel (siehe eso0936 für eine Großaufnahme).
Mit einem Antennendurchmesser von 12 Metern ist APEX das größte Submillimeterteleskop auf der südlichen Hemisphäre mit einer einzelnen Teleskopschüssel. Wie der Name andeutet, dient es als Vorreiter für das größte Millimeter/submillimeter-Antennenfeld der Welt, das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), das im Jahr 2013 fertiggestellt wird (eso1137). APEX wird seinem Standort mit den 66 Antennen von ALMA auf dem 5000 Meter hohen Chajnantor-Plateau teilen. Das APEX-Teleskop basiert auf einer Prototypenantenne für das ALMA-Projekt und wird viele Ziele für ALMA, die dort mit größerem Detail untersucht werden, aufspüren.
Babak Tafreshi, einer der ESO-Fotobotschafter, nahm das Foto mit einem Teleobjektiv auf. Tafreshi ist der Gründer von The World at Night (TWAN), einem Programm, das sich der Aufnahme und Ausstellung überwältigender Fotografien und Zeitrafferaufnahmen der schönsten oder historischen Stätten weltweit als Kulisse für Sterne, Planeten und astronomische Ereignisse widmet.
Weitere Informationen
APEX ist ein Gemeinschaftsprojekt des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR), des Weltraumobservatoriums Onsala (Onsala Space Observatory OSO) und der ESO, die das teleskop betreibt.
ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.
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Chajnantor “rundherum” – ein 360°-Panorama
Obwohl der Cerro Chico die beachtliche Höhe von 5300 Meter über N.N. erreicht, ist er nur ein kleiner Berg in der majestätischen Landschaft des Andenplateaus. Gleichwohl steht der Name auf Spanisch für „kleiner Berg“. Dennoch bietet der Gipfel des Cerro Chico wegen seiner Lage auf dem Chajnantorplateau einen großartigen und relativ leicht erreichbaren Aussichtspunkt, von dem die überwältigende Ansicht genossen werden kann.
Das 360°-Panorama weist in der Mitte nach Nordosten, wo die höchsten Vulkane –die meisten mit Höhen über 5500 Metern – zu sehen sind. In der Mitte liegt der Cerro Chajnantor. Zur Rechten erkennt man das Atacama Pathfinder Experiment Telescope (APEX) mit dem dahinterliegenden Cerro Chascon. Weiter nach rechts in Richtung Südost ist das Chajnantorplateau vollständig sichtbar. Zusätzlich zum APEX Teleskop erkennt man ganz rechts drei Antennen des Atacama Large Millimeter/submillimeter Arrays (ALMA). Seit dieser Aufnahme sind viele weitere Antennen hinzugekommen.
Links vom Cerro Chajnantor steht der Cerro Toco. Weiter links im Nordwesten sieht man den markant konisch geformten Gipfel des Licancabur Vulkans.
Auf dem Chajnantorplateau auf 5000 Metern Höhe ist die Luft so dünn und trocken, dass sie scheinbar nie die Lungen zu füllen vermag. Dank dieser extremen Bedingungen kann die Millimeter- und Submillimeterstrahlung aus dem Rest unseres Universums durch die geringe verbleibende Atmosphärenschicht oberhalb der Instrumente passieren und mit den empfindlichen Teleskopen wie ALMA und APEX empfangen werden.
APEX ist ein Gemeinschaftsprojekt des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR), des Weltraumobservatoriums Onsala (Onsala Space Observatory OSO) und der ESO, die das Teleskop betreibt.
ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.
Links
- Virtuelle Tour über Chajnantor, die dieses und andere Panoramen enthält
- Weitere virtuelle Touren zu ESO-Standorten
La Silla, der erste Standort für die Teleskope der ESO – damals und heute
Die ESO wird in diesem Jahr 50 Jahre alt, und um dieses wichtige Jubiläum zu feiern, werfen wir einen Blick in unsere Vergangenheit. Während des gesamten Jahres wird einmal pro Monat ein spezielles „Damals und Heute“-Bild der Woche illustrieren, wie sich die Dinge auf La Silla, am Paranal-Observatorium, in den ESO-Büros in Santiago de Chile und am Hauptsitz der ESO in Garching bei München über die Jahrzehnte verändert haben.
Das historische Bild wurde 1970 von den La Silla-Unterkünften aus aufgenommen, die sich unterhalb der Teleskopkuppeln auf dem Berg befanden. Das Foto zeigt den Blick auf den höchsten Punkt des Berges auf der linken Seite. Die metallene Struktur nahe des Gipfels ist kein Teleskop, sondern ein Wassertank für die Anlage. Die weiße Kuppel in der Bildmitte gehört zum 1-Meter Schmidt-Teleskop der ESO, das seine Arbeit im Februar 1972 aufgenommen hat. Ganz rechts ist das ESO 1-Meter-Teleskop gerade noch über dem Felsgrat zu erkennen, links davon erkennt man das Grand Prism Objectif.
In der aktuellen Ansicht erkennt man noch immer die Unterkünfte, allerdings wurden in Laufe der Jahrzehnte weitere Gebäude hinzugebaut. Die deutlichste Veränderung ist am La Silla-Gipfel auf der linken Bildseite zu erkennen. Am höchsten Punkt steht das 3,6-Meter-Teleskop, das im November 1976 den Beobachtungsbetrieb aufgenommen hat und bis heute im Einsatz ist. Das 3,6-Meter-Teleskop ist mit HARPS, dem erfolgreichsten Instrument zur Exoplanetenjagd (siehe eso1134 und eso1214 für aktuelle Resultate) ausgerüstet. Der Bau des 3,6-Meter-Teleskops war bereits bei der Gründung der ESO vorgesehen. Es sollte die Krönung des La Silla-Observatoriums und sein größtes Teleskop werden, damals war es eine Meisterleistung der Ingenieurskunst. Die kleinere Kuppel vor dem 3,6-Meter-Teleskop ist das 1.4-Meter Coude Auxiliary Telescope, dase seinen größeren Nachbarn ergänzt.
Rechts vom 3,6-Meter-Teleskop steht das New Technology Telescope (NTT), erkennbar durch die eckige, metallene Kuppel. Das NTT, das im März 1989 mit dem Beobachtungsbetrieb aufnahm, war das weltweit erste Teleskop mit einem computergesteuerten Spiegel. Als Vorläufer für das Verry Large Telescope genutzt, um viele neue Technologien zu testen, die bei seinem Nachfolger zum Einsatz kamen.
Weitere neue Objekte in der aktuellen Auf sind der Aufnahme sind der Seminarraum unterhalb der Wassertanks und der Differential Image Motion Monitor (DIMM), der zur Messung des atmosphärischen Seeings benutzt wird und auf Stelzen zwischen dem Seminarraum und dem 1-Meter-Teleskop platziert ist.
Auch heute bleibt La Silla ein sehr aktives Observatorium, an dem viele Entdeckungen gemacht werden. Sowohl das NTT als auch das 3,6-Meter-Teleskop haben wichtige Daten, die zur Entdeckung der beschleunigten Expansion des Universums führten, zur Verfügung gestellt – einer Entdeckung, für die im Jahr 2011 der Nobelpreis der Physik vergeben wurde.
Links
- Die historische Aufnahme
- Die aktuelle Aufnahme
- Vergleichsbild zwischen historischer und aktueller Aufnahme
- Weitere Informationen über La Silla
- Pressemitteilung von 2009 anläßlich des 40jährigen Jubiläums der Einweihung von La Silla (nur auf Englisch)
- ESO-Zeitleiste
Wären Sie gerne hier?
Der französische Fotograf Serge Brunier – einer der Foto-Botschafter der ESO – hat dieses unvergleichliche 360°-Panorama der Chajnantor-Hochebene in der Atacama-Wüste aufgenommen, dort wo das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array gebaut wird.
Die Panorama-Projektion erzeugt eine leichte Verzerrung der ALMA-Antennen, gibt aber immer noch den Eindruck der Umgebung wieder, wenn man in der Mitte dieses eindrucksvollen Observatoriums stehen würde. Die 360°-Ansicht zeigt auch die völlige Isolation der Chajnantor-Hochebene; auf einer Höhe von 5000 Metern ist die Kulisse bis auf ein paar Berggipfel und Hügel karg.
Obwohl die Konstruktion eines so anspruchsvollen Teleskopes in einer derart abgelegenen und rauhen Umgebung eine Herausforderung darstellt, ist die extreme Höhenlage der perfekt für Submillimeter-Astronomie. Wasserdampf in der Erdatmosphäre absorbiert diese Strahlung, aber die Luft ist in großen Höhen wie auf der Chajnantor-Hochebene extrem trocken.
ALMA hat die ersten wissenschaftlichen Beobachtungen am 30. September 2011 mit einem Teil des Antennenfeldes begonnen. Nach der Fertigstellung des Observatoriums werden die beeindruckenden fünfzig 12-Meter Antennen – wie auch das kleinere Feld von vier 12-Meter Antennen und zwölf 7-Meter Antennen, bezeichnet als Atacama Compact Array (ACA) – die abgelegene Landschaft etwas weniger karg erscheinen lassen. Zwischenzeitlich dokumentieren Fotografien wie diese den Entwicklungsfortschritt einer neuen Weltklasse von Teleskop-Anlagen.
ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.
Links
- Die ESO-Fotobotschafter
- Weitere Informationen über ALMA bei der ESO
- Webseiten des Joint ALMA Observatory
Das VLT auf „Löwenjagd“
Das Very Large Telescope hat ein weiteres Mitglied der Galaxiengruppe Leo I im Sternbild des Löwen „erbeutet“. Die Galaxie Messier 95 steht beeindruckend in fast senkrechter Ansicht und bietet einen idealen Blick auf ihre Spiralstruktur. Die Spiralarme formen einen fast perfekten Kreis um das galaktische Zentrum und sprießen dann wie eine Löwenmähne nach außen, ein Effekt auf den jeder Löwe stolz sein könnte.
Ein weiteres Charakteristikum von Messier 95, vielleicht sogar noch auffälliger, ist das leuchtend goldene Zentrum. Es enthält einen durch Kernprozesse geformten Ring von Sternen mit fast 2000 Lichtjahren Durchmesser, in dem große Anteile der galaktischen Sternbildung ablaufen. Dieses Phänomen tritt meistens in Balkenspiralgalaxien wie in Messier 95 oder unserer Heimatgalaxie, der Milchstrasse, auf.
In der Leo I-Gruppe wird Messier 95 durch ihre Schwestergalaxie Messier 96 überstrahlt. Messier 96 ist tatsächlich das hellste Mitglied der Gruppe und gibt – als „Führer des Rudels“ – mit Leo I den alternativen Namen für die M96 Gruppe. Gleichwohl zeigt auch Messier 95 ein spektakuläres Bild.
Ein zarter Schleier von Schnee in der Atacama-Wüste
Die Kuppeln vom Very Large Telescope der ESO auf der Spitze des Cerro Paranal nehmen ein Bad im Sonnenlicht eines weiteren herrlichen wolkenlosen Tages. Aber etwas ist anders auf diesem Bild: Eine dünne Schneeschicht hat sich über die Wüstenlandschaft gelegt. Soetwas sieht man hier nicht jeden Tag. Eigentlich ist das genaue Gegenteil üblich, da die Atacama Wüste nahezu keinen Niederschlag kennt.
Mehrere Faktoren sind für die trockenen Bedingungen in der Atacama verantwortlich. Die Bergkette der Anden verhindert Regenfälle aus dem Osten und die chilenische Küstenregion aus dem Westen. Der kalte Humboldt-Strom im Pazifik erzeugt eine Inversionsschicht von kalter Luft, womit Regenwolken nicht entstehen können. Ein Hochdruckgebiet im südöstlichen Pazifik erzeugt rotierende Windfelder, die einen Antizyklon bilden. Auch dieser Mechanismus hilft dabei, die Atacama trocken zu halten. Dank all dieser Faktoren gilt die Region als der trockenste Ort auf dieser Erde!
Auf dem Paranal sind wenige Millimeter Niederschlagsmenge pro Jahr üblich, mit einer Luftfeuchtigkeit unter 10% und Temperaturen im Bereich von -8 bis 25°C. Die trockenen Bedingungen in der Atacama-Wüste waren für die ESO einer der hauptsächlichen Gründe auf dem Paranal das Very Large Telescope zu stationieren. Gelegentlich werden die trockenen Bedingungen von Schneefällen unterbrochen und produzieren ungewöhnliche Bilder von seltener Schönheit.
Das Bild wurde am 1. August 2011 von ESO-Foto-Botschafter Stéphane Guisard aufgenommen.
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Ein Blick in die Vergangenheit – La Sillas Verwandlung im Laufe der Zeit
Die ESO wird in diesem Jahr 50 Jahre alt, und um dieses wichtige Jubiläum zu feiern, werfen wir einen Blick in unsere Vergangenheit. Während des gesamten Jahres wird einmal pro Monat ein spezielles „Damals und Heute“-Bild der Woche illustrieren, wie sich die Dinge auf La Silla, am Paranal-Observatorium, in den ESO-Büros in Santiago de Chile und am Hauptsitz der ESO in Garching bei München über die Jahrzehnte verändert haben.
Hier sieht man zwei Aufnahmen von La Silla vom Juni 1968 und aus der heutigen Zeit, die in der Nähe der beiden Wassertanks des Observatoriums aufgenommen wurden und den Rest der Anlage zeigen. Die Veränderungen kann man leicht sichtbar machen, wenn man mit der Maus die Trennlinie im Bild verschiebt.
Im Vordergrund des historischen Bildes erkennt man die provisorische Wohnsiedlung, im Hintergrund folgen von links nach rechts drei Teleskope: das Grand Prism Objectif, das 1-Meter-Teleskop und 1,5-Meter-Teleskop der ESO. Alle hatten 1968 Ihr „erstes Licht“ oder First Light“. Diese drei Teleskope waren die ersten auf La Silla. Die weiße Kuppel, die am dichtesten am Betrachter liegt, gehört zum 1-Meter-Schmidteleskop der ESO, das 1971 seine ersten Beobachtungen durchgeführt hat.
Heute sind alle vier Kuppeln noch vorhanden, der Betrieb der ersten drei Teleskope wurde aber mittlerweile eingestellt. Das 1-Meter-Schmidteleskop ist noch in Betrieb, es wird mittlerweile ausschließlich für den QUEST Variable Survey (siehe Bild der Woche potw1201a) genutzt.
Auf dem aktuellen Bild sind zwei neue Teleskope sichtbar. Die silberne Kuppel gehört zumMPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop, das seit Anfang 1984 als Dauerleihgabe der Max-Planck-Gesellschaft an die ESO in Betrieb ist. Links im Hintergrund befindet sich das dänische 1,54-Meter-Teleskop, das seit 1979 in Betrieb ist, eines von mehreren nationalen Teleskopen auf La Silla.
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- Weitere Informationen über La Silla
- Pressemitteilung von 2009 anläßlich des 40jährigen Jubiläums der Einweihung von La Silla (nur auf Englisch)
- ESO-Zeitleiste
Ein Teleskop nimmt Fahrt auf
Die dynamische Bewegung vom Very Large Telescope der ESO ist in dieser ungewöhnlichen Aufnahme wiedergegeben, die kurz nach Sonnenuntergang beim „Arbeitsbegin“ des Hauptteleskopes 1 belichtet wurde. Mit einer Belichtungszeit von 26 Sekunden konnte ESO-Fotobotschafter Gerhard Hüdepohl die Bewegung des Schutzbaus durch die freie Öffnung nach außen blickend einfangen, während das System in Aktion ist. Der rotierende Schutzbau ähnelt einem himmlischen Wirbel, der durch die Rotation immer neue Ansichten auf die Atacamawüste freigibt. Die anbrechende Dämmerung trägt einem Spritzer Blau bei.
Das im Zentrum sichtbare Teleskop hat einen Spiegel mit 8,2 Metern Durchmesser, der entwickelt wurde, um Licht aus den fernsten Regionen unseres Universums zu sammeln. Der Schutzbau ist ein weiteres technisches Wunderwerk, seine Bewegung findet mit extremer Präzision statt. Seine Aufgabe ist auch die präzise Kontrolle der Temperatur, damit warme Luft nicht zu Beobachtungunterbrechungen führt.
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Wanderung auf den Cerro Paranal
Die Anlagen des Paranal-Observatoriums der ESO,wie beispielsweise die Residencia, geben den dort arbeitenden Menschen einen willkommenen Unterschlupf vor der unwirtlichen Umgebung. Trotz allem bieten sie interessante Möglichkeiten für jene, die die karge und stille Schönheit der Atacamawüste genießen wollen.
Darunter ist auch der “Star Track” oder “Sternenpfad”, ein Fußweg, der die Residencia mit der Plattform des Very Large Telescopes verbindet. Er verläuft bis zum Gipfel des 2600m hohen Cerro Paranal. Der Wanderweg wurde 2001 erbaut, hat eine Länge von ca. 2 km und überwindet eine Höhendifferenz von 200m. Der letzte Teil des Weges windet sich die Westseite der Berges hinauf und bietet unvergleichliche Aussichtspunkte.
Dieses 360°-Panorama zeigt im Mittelteil nach Norden, somit ist die rechte und linke Bildseite nach Süden weisend ausgerichtet. Nach Norden ist der Kontrollraum des VLT und eines der Schutzgebäude des VLTs gerade noch über einem kleinen Hügel erkennbar, der die meisten Anlageteile des VLTs verdeckt. Nach Westen bedecken Wolken den Pazifik, der gerade mal 12 km entfernt liegt. In östlicher Richtung erkennt man die Fassade und die Kuppel der Residencia.
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- Dieses und weitere Panoramen sind Teil der atemberaubenden virtuellen Tour über den Paranal und den Armazones, zu finden unter http://www.eso.org/public/outreach/products/virtualtours/armazones.html
- Mehr virtuelle Touren der ESO sind http://www.eso.org/public/outreach/products/virtualtours/ zu finden
Zum Valentinstag: Das Herz der Milchstraße
Viele Menschen lieben die Astronomie – und angesichts des bevorstehenden Valentinstags zeigt uns Julien Girard mit dieser Aufnahme, dass dies im wahrsten Sinne des Wortes von Herzen kommt. Ein helles, pinkes Symbol der Liebe scheint darauf vor dem Hintergrund des Nachthimmels am Paranal-Observatorium der ESO im Norden Chiles. Girard zeichnete das Herz während der 25-sekündigen Belichtung, während der die Kamera auf einem Stativ befestigt war, mit einer kleinen Taschenlampe in die Luft, die er an seinem Schlüsselband hatte.
Die Milchstraße erstreckt sich über das gesamte Bild, und im Inneren des Herzens steht das Zentrum der Galaxis. Die Sterne des Sternbilds Corona Australis (die südliche Krone) bilden einen Bogen aus funkelnden Juwelen über dem linken Teil des Herzes. Das diffuse Leuchten links von der Spitze des Herzes ist das Zodiakallicht, das durch Sonnenlicht verursacht wird, das von Staubteilchen in der Ebene unseres Sonnensystems gestreut wird.
Rechts unten am Horizont sieht man die Silhouetten der 8,2-Meter-Teleskope des Very Large Telescope (VLT) der ESOauf dem Gipfel des Cerro Paranal. Die Lichter eines Autos, das von der Observatoriumsplattform zurückfährt, sind links neben den Teleskopen zu sehen.
Julien Girard ist Astronom bei der ESO in Chile und arbeitet am VLT. Er ist verantwortlich für das NACO-Instrument mit adaptiver Optik an Hauptteleskop Nr. 4. Dieses Foto hat er bei der "Your ESO Pictures"-Flickrgruppe eingereicht, wo es für das Bild der Woche ausgewählt wurde.
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- Dieses Foto mit Beschriftung im Flickr-Bilderstream von Julien Girard
- Julien Girards Flickr-Bilderstream
- Die "Your ESO Pictures"-Flickrgruppe
Eine Fahrt durch die Zeit - wie sich Teleskope und Autos auf La Silla verändert haben
Die ESO wird in diesem Jahr 50 Jahre alt, und um dieses wichtige Jubiläum zu feiern, werfen wir einen Blick in unsere Vergangenheit. Während des gesamten Jahres wird einmal pro Monat ein spezielles „Damals und Heute“-Bild der Woche illustrieren, wie sich die Dinge auf La Silla, am Paranal-Observatorium, in den ESO-Büros in Santiago de Chile und am Hauptsitz der ESO in Garching bei München über die Jahrzehnte verändert haben.
Diese beiden Fotografien zeigen das La Silla-Observatorium jeweils in den späten 60er Jahren und heute. Im Vergleichsbild lassen sich die Unterschiede direkt mit dem Schiebebalken erkunden. Die Teleskope sind dabei nicht die einzigen Dinge, die sich geändert haben, auch die Fahrzeuge auf den Bildern demonstrieren den Lauf der Zeit. Der Volkswagen 1600 Variant auf dem ersten Bild ist mittlerweile durch einen Suzuki 4WD ersetzt worden, wie man ihn auf dem zweiten Bild sieht. Heutzutage sind alle ESO-Fahrzeuge auf La Silla weiß, damit sie während der Nacht besser sichtbar sind.
In der Bildmitte der historischen Aufnahmen sieht man das 1-Meter-Schmidtteleskop der ESO, das 1971 seinen Betrieb aufgenommen hat, noch alleine stehen. Zur damaligen Zeit wurde es in Kombination mit Glasfotoplatten verwendet, die Großfeldaufnahmen des Südhimmels mit einem Gesichtsfelddurchmesser von vier Grad entstehen ließen – groß genug also, um den Vollmond 64 Mal abzudecken. Die Hütten, die sich auf der rechten Seite des Bildes an der Straße entlangreihen, dienten den Astronomen als Schlafstätte.
Spult man die Zeit zum Jahr 2011 vor, tauchen zwei weitere Teleskope auf. Auf der linken Seite sieht man das MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop, das seit 1984 in Benutzung ist. Tatsächlich ist das Vorhandensein des entsprechenden Gebäudes der Grund dafür, dass das aktuelle Bild nicht exakt von derselben Stelle aufgenommen werden konnte wie die historische Aufnahme. Rechts auf dem Berggipfel befindet sich das New Technology Telescope (NTT), das Ende 1989 mit ersten Testbeobachtungen begonnen hat. Beide Teleskope haben im Lauf der Zeit viele Erfolge erzielt und befinden sich nach wie vor in Betrieb. Nur die Schlafhütten der Astronomen wurden mittlerweile durch ein komfortableres “Hotel” am Rand des Observatoriums ersetzt.
Die alte Plattenkamera des Schmidtteleskops, das sich nach wie vor in der Bildmitte befindet, wurde im Dezember 1998 stillgelegt, das Teleskop selber wird aber als Projektteleskop weiterbetrieben. Zur Zeit führt man damit die LaSilla-QUEST Variability-Himmelsdurchmusterung durch, ein Suchprogramm nach sogenannten Transients am Südhimmel, kurzzeitig auftauchenden Objekten wie zum Beispiel neue Zwergplaneten in Plutogröße oder Supernovae. Seine neue Kamera besteht aus einem Mosaik von 112 CCDs mit insgesamt 160 Millionen Pixeln – ein hervorragendes Beispiel dafür, wie moderne Technik einem alten Teleskop neues Leben einhauchen kann!
Links
- Die historische Aufnahme
- Die aktuelle Aufnahme
- Weitere Informationen über La Silla
- Pressemitteilung von 2009 anläßlich des 40jährigen Jubiläums der Einweihung von La Silla (nur auf Englisch)
- ESO-Zeitleiste
Ein Schatten bei Sonnenaufgang
Auf dieser Aufnahme vom 13. Juli 2011 von ESO-Fotobotschafter Gianluca Lombardi geht die Sonne gerade auf und lässt die chilenische Atacamawüste in einem vertrauten, warmen Rotton aufleuchten. Das Bild zeigt zusätzlich aber noch etwas Ungewöhnliches: ein dunkler Schatten scheint am Horizont zu lauern.
Lombardi nahm das Bild vom Cerro Armazones aus mit Blick in Richtung Westen auf. Der Armazones wird die Heimat des zukünftigen größten Teleskops der Welt für das sichtbare Licht sein: dem European Extremely Large Telescope (E-ELT). Die Sonne ging genau in Lombardis Rücken auf, so dass der 3060 Meter hohe Berg einen Schatten auf die Erdatmosphäre in der Ferne wirft. Dieser Schatten reicht bis weit über die die weite Wüstenlandschaft und den Horizont auf der linken Seite des Bildes hinaus.
Der helle Gipfel aus der rechten Seite des Bildes ist der Cerro Paranal mit einer Höhe von 2600 Metern. Er ist nur 20 Kilometer Luftlinie vom Cerro Armazones entfernt und beherbergt das Very Large Telescope der ESO. Beide Standorte haben außergewöhnlich gute Beobachtungsbedingungen. Rechts vom Paranal auf dem benachbarten Berggipfel befindet sich das VISTA-Durchmusterungsteleskop. Links vom paranal am Horizont liegt das Basislager des Observatoriums und die Residencia.
Die helle Straße, die man in der unteren linken Bildecke erkennen kann, führt zum Gipfel des Cerro Armazones.
Links
- Dieses und weitere atemberaubende Bilder von Gianluca Lombardi in seinem Flickr-Bilderstream
- Weitere Informationen über die ESO-Fotobotschafter
- Weitere Informationen über den Cerro Armazones und das E-ELT
Eine Balkenspirale wirbelt am Nachthimmel
Dieses Bild zeigt das quirlige Aussehen der Galaxie NGC 2217, die sich im Sternbild Canis Major (der Große Hund) befindet. In der Mitte dieser Galaxie befindet sich ein ausgeprägter Balken aus Sternen, umgeben von einem ovalen Ring. Weiter außen bilden mehrere eng gewundene Spiralarme einen nahezu kreisförmigen Ring um die Galaxie. NGC 2217 ist daher als Balkenspirale klassifiziert. Ihre kreisförmige Erscheinung deutet darauf hin, dass wir praktisch von oben auf sie schauen.
Die äußeren Spiralarme haben eine bläuliche Farbe, ein Zeichen für die Existenz heißer, leuchtkräftiger junger Sterne, die in Wolken insterstellaren Gases geboren werden. Die zentrale Verdickung und der Balken erscheinen durch das Vorhandensein von älteren Sternen gelblicher. Dunkle Streifen hier und da die Spiralarme und die zentrale Verdickung, dabei handelt es sich um Filamente aus kosmischem Staub, die einen Teil des Lichts der Sterne abdunkeln.
Man geht davon aus, dass die meisten Spiralgalaxien in unserer unmittelbaren kosmischen Nachbarschaft – inklusive unserer Milchstraße selber – einen irgendwie gearteten Balken aufweisen, und dass diese Strukturen eine wichtige Rolle in der Entwicklung einer Galaxie spielen. Sie sorgen beispielsweise dafür, dass Gas in Richtung auf das Zentrum der Galaxie gelenkt wird und helfen so dabei, ein eventuell vorhandenes zentrales Schwarzes Loch zu füttern oder neue Sterne zu bilden.
ALMAs gigantische Antennenschüsseln
Dieses Bild zeigt drei der Antennenschüsseln für das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) zusammen mit Arbeitern vor Ort. So erhält man einen Eindruck von der Größe der gigantischen Antennen, deren Schüsseln mit einem Durchmesser von 12 Metern etwa sieben mal so groß sind wie der Durchschnittsmensch. Wenn ALMA fertiggestellt ist, wird die Anlage aus 66 Präzisionsantennen bestehen, von denen 54 die Größe der hier gezeigten Exemplare haben werden. Zwölf weitere werden etwas kompakter sein und einen Durchmesser von sieben Metern haben. Das gelbe 28-rädrige Transportfahrzeug, das die 100 Tonnen schweren Antennen problemlos tragen kann, ist ebenfalls entsprechend groß ausgeführt.
Dieses Foto wurde im Juli 2011 an der 2900 Meter hoch gelegenen ALMA Operations Support Facility am Fuße der chilenischen Anden aufgenommen, wo die Antennen zusammengebaut und getestet werden. Auf der linken Seite sieht man eine der europäischen ALMA-Antennenschüsseln, sie ist auf den Boden gerichtet. Weiter hinten sieht man eine der Antennenschüsseln, die Japan beigetragen hat, während sich auf dem Transportfahrzeug rechts eine weitere europäische Antenne befindet, die nach oben gerichtet ist. dabei handelt es sich um die erste europäische Antenne, die die Reise zur hochgelegenen Array Operations Site auf dem Chajnantor-Plateau angetreten hat (siehe eso1127). Seit dem Aufnahmedatum des Bildes haben diese und weitere Antennen, die sich bereits auf Chajnantor in Betrieb befinden, bereits mit den ersten wissenschaftlichen Beobachtungen begonnen (siehe eso1137). ALMA wird das kühle Universum untersuchen — von den Überbleibseln der Strahlung des Urknalls bis hin zu dem molekularen Gas und Staub, aus dem sich Sterne, Planeten und Galaxien gebildet haben.
ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan (NAOJ) für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory (NRAO) für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory (JAO) übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.
Die 25 europäischen ALMA-Antennen werden von der ESO über einen Vertrag mit dem europäischen AEM-Konsortium bereitgestellt. Weitere 25 ALMA-Antennen werden von Nordamerika gestellt, 16 stammen aus Ostasien.
Die Kartierung Dunkler Materie in Galaxien
Der Wide Field Imager am MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop am La Silla Observatorium in Chile hat in dieser Aufnahme eine Vielzahl schwacher Galaxien eingefangen - kleine, helle Flecken, die über den dunklen Himmel verteilt sind. Bilder wie dieses sind wichtige Helfer für das Verständnis der Frage, wie die geheimnisvolle Dunkle Materie in Galaxien verteilt ist.
Das Bild ist Teil der COMBO-17-Himmelsdurchmusterung (Classifying Objects by Medium-Band Observations in 17 Filters), einem Projekt, im Rahmen dessen detaillierte Aufnahmen von kleinen Himmelsbereichen mit 17 verschiedenen Farbfiltern entstehen. Die Fläche dieses Bildes entspricht nur etwa der Größe des Vollmonds, dennoch kann man aber mehrere Tausend Galaxien darin ausmachen.
Die Belichtungszeit für das Bild betrug insgesamt knapp 7 Stunden, genug um neben näher gelegenen Galaxien auch das Licht besonders schwacher und weit entfernter Himmelsobjekte einzufangen. Galaxien mit deutlichen Strukturen wie die Spiralgalaxie, die man in der oberen linken Bildecke nahezu von der Seite sieht, sind nur wenige Milliarden Lichtjahre von uns entfernt. Die schwächeren, undeutlicheren Objekte sind dagegen so weit weg, dass ihr Licht neun oder zehn Milliarden Jahre gebracuht hat, um uns zu erreichen.
Die COMBO-17-Durchmusterung ist ein wichtiges Werkzeug bei der Untersuchung der verteilung Dunkler Materie in Galaxien. Die Dunkle Materie ist eine geheimnisvolle Substanz, die Licht weder emittiert noch absorbiert, und die nur über die Wirkung ihrer Schwerkraft auf andere Objekte nachgewiesen werden kann. Einige der näher liegenden Galaxien auf dem Bild fungieren als Linsen, die das Licht der dahinterliegenden Galaxien ablenken. Über die Messung der dadurch entstehenden Verzerrung des Bildes, einen Effekt den man den Gravitationslinseneffekt nennt, können Astronomen die Verteilung der Dunklen Materie in den Linsengalaxien berechnen.
Die Verzerrung ist sehr schwach und daher für das bloße Auge nahezu unmerklich. Da eine Himmelsdurchmusterung in 17 Farbbändern aber besonders präzise Entfernungsmessungen ermöglicht, kann man auch ermitteln, ob zwei Galaxien, die am Himmel nahe beieinanderstehen, nicht deutlich voneinander abweichende Entfernungen von der Erde haben. Nahcdem man solche Linsensysteme identifiziert hat, lässt sich die Verzerrung bestimmen, indem man über mehrere Tausend Galaxien mittelt. Im Rahmen der COMBO-17-Durchmusterung konnten mehr als 4000 solche Gravitatinslinsensysteme identifiziert werden - eine hervorragende Methode um die Dunkle materie besser zu verstehen.
Dieses Bild wurde aus den Aufnahmen von dreien der 17 Filter des Projektes zusammengesetzt: B (blau), V (grün) und R (rot). Daten, die mit zusätzlichen Nahinfrarotfiltern aufgenommen wurden, sind ebenfalls Bestandteil.
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Einblicke in die Vergangenheit - das La Silla-Observatorium damals und heute
Die ESO wird in diesem Jahr 50 Jahre alt, und um dieses wichtige Jubiläum zu feiern, werfen wir einen Blick in unsere Vergangenheit. Während des gesamten Jahres wird einmal pro Monat ein spezielles „Damals und Heute“-Bild der Woche illustrieren, wie sich die Dinge auf La Silla, am Paranal-Observatorium, in den ESO-Büros in Santiago de Chile und am Hauptsitz der ESO in Garching bei München über die Jahrzehnte verändert haben.
Unser erster Halt auf dieser Reise durch die Zeit ist La Silla, der erste Observatoriumsstandort der ESO. Die historische Aufnahme wurde Ende der 60er oder Anfang der 70er Jahre vom Kuppelgebäude des 1,52-Meter-Teleskops der ESO aus aufgenommen, das 1968 sein First Light hatte. Das zweite, aktuelle Bild zeigt, wie stark sich das Observatorium im Lauf der Jahrzehnte verändert hat. Im interaktiven Vergleichsbild lässt sich dies direkt sehen.
Auf dem historischen Foto sehen wir rechts im Vordergrund das 1-Meter-Teleskop der ESO und dahinter Teile des Grand Prism Objectif (GPO). Das dritte Teleskop auf dem Bild ist das 1-Meter-Schmidtteleskop auf der linken Seite. Dahinter erkennt man die Wassertanks des Observatoriums
Spult man die Zeit bis zum heutigen Tag vor, sieht man, wie La Silla sich weiterentwickelt hat. Viele weitere Teleskope sind hinzugekommen: Das 3,6-Meter-Teleskop der ESO und das benachbarte Coudé Auxiliary Telescope ragen nun vom Gipfel des Berges auf. Der eckige Schutzbau auf der linken Seite neben den Wassertanks gehört zum New Technology Telescope (NTT). Die Antennenschüssel des Schwedisch-ESO Submillimeterteleskops (SEST) mit 15 Metern Durchmesser schaut ganz rechts über den Horizont.
Das aktuelle Foto wurde von einer leicht geänderten Position auf dem Gebäude des 1.52-Meter-Teleskops aus aufgenommen, so dass das GPO vollkommen hinter dem 1-Meter-Teleskop verborgen ist. Der weiße Kuppelbau direkt hinter dem 1-Meter-Teleskop gehört zum dänischen 1,54-Meter-Teleskop. In der Bildmitte sieht man die silberfarbene Kuppel des MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskops.
Während einige der gezeigten Teleskope, wie das 1-Meter- und das 1,52-Meter-Teleskop der ESO oder SEST nicht mehr in Betrieb sind, wird mit anderen nach wie vor an vorderster Front geforscht. Das 3,6-Meter-Teleskop ist mit dem HARPS-Instrument ausgerüstet, dem weltweit führenden Exoplanetenjäger (siehe eso1134 für einige der neuesten Ergebnisse). Das NTT war vor kurzem daran beteiligt, die Entstehung massereicher Sterne zu erklären (siehe eso1029). Beide Teleskope haben außerdem wichtige Daten zur Entdeckung der beschleunigten Expansion des Universums beigetragen – dafür wurde 2011 der Nobelpreis für Physik vergeben. Das MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop hat generiert einen ganz besonderen Datenschatz erzeugt: atemberaubende Weitfeldaufnahmen, mit denen sich Gammastrahlenausbrüche untersuchen lassen, die explosivsten Ereignisse im Universum überhaupt.
Links
- Die historische Aufnahme
- Die aktuelle Aufnahme
- Gegenüberstellung aktuelle und historische Aufnahme
- Weitere Informationen über La Silla
- Pressemitteilung von 2009 anläßlich des 40jährigen Jubiläums der Einweihung von La Silla (nur auf Englisch)
- ESO-Zeitleiste
ALMAs Welt bei Nacht
Diese Panoramaaufnahme des Chajnantor-Plateaus spannt sich über ein Gesichtsfeld von etwa 180° von Norden (linker Bildrand) bis nach Süden (rechter Bildrand) und zeigt die Antennenschüsseln des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) verteilt entlang einer unwirklichen Landschaft. Einige bekannte Himmelsobjekte sind hinter ihnen am Himmel zu sehen. Der hier gezeigte kristallklare Nachthimmel macht deutlich, warum Chile nicht nur die Heimat von ALMA, sondern auch vieler weiterer astronomischer Einrichtungen ist. Das Bild ist nur ein Teil eines nochmal größeren Panoramas von Chajnantor.
Im Vordergrund des Bildes sieht man die 12 Meter durchmessenden ALMA-Antennen, die wie ein einziges großes Teleskop zusammenarbeiten, während der ersten Phase wissenschaftlicher Beobachtungen in Aktion. Ganz links wird die Gruppe der kleineren 7-Meter-Antennen angeleuchtet. Obwohl sie im Bild nicht sichtbar ist, lässt die Mondsichel alle Antennen Schatten werfen.
Der hellste "Stern" am Himmel über den Antennen ist in Wirklichkeit gar keiner - sondern der Planet Jupiter. Der große Gasriese ist nach Mond und Venus das dritthellste natürliche Himmelsobjekt am Nachthimmel. Rechts im Bild erkennt man die Große und die Kleine Magellanschen Wolke. Die Große Magellansche Wolke direkt über der Antenne ganz rechts erinnert an Rachschwaden. Die Kleine Magellansche Wolke steht etwas höher am Himmel in Richtung der oberen rechten Bildecke. Beide "Wolken" sind in Wirklichkeit irregulär geformte Zwerggalaxien, die die Milchstraße in Entfernungen von jeweils 160.000 und 200.000 Lichtjahren umkreisen.
Am linken Bildrand, knapp links von den Vordergrundantennen, sieht man den langezogenen Fleck der Andromedagalaxie. Sie ist zehn mal so weit entfernt wie die Magellanschen Wolken und die nnächstgelegene größere Nacbargalaxie. Die Andromedagalaxie ist außerdem die größte Galaxie in der sogenannten Lokalen Gruppe - einer Ansammlung von ca. 30 Galaxien inklusive unserer Milchstraße - und enthält eine Billion Sterne, also doppelt so viele wie unsere Heimatgalaxie. Sie ist die einzige große Galaxie, die problemlos mit bloßem Auge zu erkennen ist. In diesem Bild ist nur ihr Kernbereich zu sehen, insgesamt zieht sie sich allerdings über eine Länge von sechs Vollmonddurchmessern am Himmel.
Die Aufnahme stammt von Babak Tafreshi, dem neuesten Mitglied der ESO-Fotobotschafter. Babak ist außerdem Gründer von The World at Night, einem Programm zur Gestaltung und Ausstellung atemberaubender Fotografien und Zeitrafferaufnahmen der weltweit schönsten und historischen Stätten vor nächtlicher Kulisse von Sternen, Planeten und Himmelsereignissen.
ALMA wird zur Zeit auf dem Chajnantor-Plateau in einer Höhe von 5000 Metern über dem Meeresspiegel gebaut. Das Observatorium hat am 30. September 2011 mit den ersten wissenschaftlichen Beobachtungen begonnen und wird nach Fertigstellung aus insgesamt 66 Antennenschüsseln bestehen, die zu einem einzigen großen Teleskop zusammengeschaltet werden. ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan (NAOJ) für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory (NRAO) für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory (JAO) übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.
Links
- Zeiraffervideos von Babak Tafreshi mit ALMA: eins, zwei
- Die ESO-Fotobotschafter
- Weitere Informationen über ALMA bei der ESO
- Das Joint ALMA Observatory
- The World At Night
Laser trifft Blitz
Am Donnerstag, dem 18. August 2011, bot der Himmel über der Allgäuer Volkssternwarte Ottobeuren einen spektakulären Anblick: zwei gleichermaßen beeindruckende und doch sehr verschiedene Phänomene erhellten die Nacht. Eines davon war ein Beispiel für modernste Technologie, das andere für die ehrfurchtgebietende Kraft der Natur.
Während die ESO dort das neue Wendelstein-Laserleitsternsystem getestet hat, näherte sich eines der für diese Region typischen heftigen Sommergewitter der Sternwarte und demonstrierte eindrucksvoll, warum die Teleskope der ESO eigentlich in Chile und nicht in Deutschland stehen. Aus den dicken grauen Wolken zucken Blitze, während Martin Kornmesser – bei der ESO-Öffentlichkeitsarbeit zuständig für künstlerische Darstellungen – Zeitrafferaufnahmen des Lasertests für ESOcast 34 anfertigte. Das hier gezeigte Foto wurde zufällig genau in dem Moment aufgenommen, als ein Blitz die Szenerie erhellte. Obwohl das Gewitter noch weit entfernt war, scheint der Blitz fast wie in einem Science Fiction-Film mit dem Laserstrahl zu kollidieren.
Laserleitsterne sind künstliche Sterne, die in einer Höhe von 90 Kilometern in der Erdatmosphäre mit Hilfe starker Laserstrahlen erzeugt werden. Sie werden bei der sogenannten adaptiven Optik als Referenzobjekt verwendet, um die störenden Einflüsse der Erdatmosphäre bei astronomischen Beobachtungen zu korrigieren. Das Wendelstein-Laserleitsternsystem ist eine neuartige Konstruktion, bei der der Laser mit einem kleinen Teleskop zu einer modularen Anlage kombiniert wird, um den Laserstrahl in die Hochatmosphäre zu senden. Dieses System kann so auf größere Teleskope quasi aufgesattelt werden.
Der auf dem Foto sichtbare Laserstrahl ist mit einer Ausgangsleistung von 20 Watt bereits relativ stark, wobei die Energie gebündelt in Form von sehr kurzen Pulsen abgegeben wird. Für winzige Bruchteile einer Sekunde erreichen die Laserblitze so eine maximale Leistung von einer Billion Watt! Kurz nachdem das Bild aufgenommen wurde, erreichte das Gewitter das Observatorium und beendete so die Lasertests in dieser Nacht. Obwohl wir heute in der Lage sind, so fortschrittliche Technologien wie die Laserleitsterne zu entwickeln, müssen wir uns manchmal dennoch Naturgewalten wie dem Wetter beugen.
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Dunkler Himmel und weiße Wüste — Schnee als seltener Gast am Paranal-Observatorium der ESO
Der Nachthimmel über dem Cerro Paranal, der Heimat des Very Large Telescope (VLT) der ESO, ist dunkel und gesprenkelt mit den hellen Sternen der Milchstraße und auch weiter entfernten Galaxien. Dennoch sieht man den Erdboden selten in so starkem Kontrast zum Nachthimmel wie in dieser Aufnahme, die eine dünne, weiße Schneedecke zusammen mit dunkleren Flecken in der Wüstenlandschaft zeigt.
Dieses Bild entstand in der letzten Woche kurz vor Sonnenaufgang und wurde von ESO-Fotobotschafter Yuri Beletsky aufgenommen, der als Astronom am La Silla-Paranal-Observatorium arbeitet. Er fing damit nicht nur die ungewöhnlich verschneite Landschaft der Atacama und die Kuppeln auf dem Gipfel des Berges ein, sondern auch einen atemberaubend schönen Nachthimmel. Links vom VLT erkennt man eine Satellitenspur, auf der rechten Seite eine helle Sternschnuppe.
Der Cerro Paranal ist ein 2600 Meter hoher Berg in der chilenischen Atacamawüste. Dort ist es außergewöhnlich trocken, die Luftfeuchtigkeit liegt häufig unterhalb von 10%. Im Allgemeinen fällt weniger als 10 Millimeter Niederschlag pro Jahr. Dennoch fällt gelegentlich Schnee in der Wüste und sorgt für ebenso vergängliche wie eindrucksvolle Ansichten, so wie diese hier.
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Verfinsterter Mond, herrlicher Sternhimmel
Eine totale Mondfinsternis ist für sich alleine bereits ein eindrucksvolles Himmelsereignis. Sie ermöglicht zusätzlich aber noch den Blick auf den vollkommen dunklen, mit Sternen übersäten Nachthimmel - und das in einer Vollmondnacht. Auf dem Cerro Paranal in der chilenischen Atacamawüste, einem der abgelegendsten Orte dieser Welt, macht die große Entfernung zu den nächsten Ortschaften - allesamt Quellen der Lichtverschmutzung - den Anblick des Himmels während einer totalen Mondfinsternis noch eindrucksvoller.
Dieses Panorama, das von ESO-Fotobotschafter Yuri Beletsky aufgenommen wurde, zeigt das Sternenmeer über dem Very Large Telescope (VLT) der ESO auf dem Cerro Paranal während der totalen Mondfinsternis vom 21. Dezember 2010. Den rötlich verfinsterten Mond sieht man rechts im Bild, während sich das Band der Milchstraße in voller Pracht über den gesamten Himmel zieht. Unten links steht zudem die Venus in hellem Glanz inmitten eines schwachen Leuchtens, das man als Zodiakallicht bezeichnet. Es entsteht durch Sonnenlicht, das an Staubteilchen in der Ebene der Umlaufbahnen der Planeten in unserem Sonnensystem reflektiert wird. Das Zodiakallicht ist so schwach, dass man es in einer Mondnacht oder unter lichtverschmutztem Himmel nicht mehr erkennen kann.
Während einer totalen Mondfinsternis steht die Erde zwischen Mond und Sonne, so dass die Sonne den Mond nicht mehr beleuchten kann. Dennoch ist er meist rötlich gefärbt zu erkennen. Das verbliebene Licht musste von der Sonne aus zunächst die Erdatmosphäre durchlaufen und wurde dort in Richtung des Mondes abgelenkt. Dabei wird blaues und grünes Licht stark gestreut, und nur rotes Licht bleibt übrig.
Passenderweise wurde der Mond, der im Bild über dem zweiten Hauptteleskop (Unit Telescope oder UT2) des VLTs steht, in dieser Nacht von UT1 beobachtet. UT1 und UT2 tragen die Namen Antu und Kueyen (Sonne und Mond in der Spache der Mapuche, die in Chile beheimatet sind).
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Der ESO-Hauptsitz bei Sonnenuntergang
Diese Panoramaaufnahme zeigt den Hauptsitz der Europäischen Südsternwarte in Garching bei München. Das Bild zeigt den Blick vom Dach des Hauptgebäudes kurz nach Sonnenuntergang. Der Hauptsitz ist das wissenschaftliche, technische und administrative Zentrum für die Arbeitsabläufe der ESO und die Basis für viele Astronomen, die hier ihre Forschungsarbeiten durchführen. Die Wissenschaftler, Techniker und das Mitglieder des Verwaltungspersonals, die hier arbeiten, haben sehr unterschiedliche Hintergründe, aber alle verbindet eine Gemeinsamkeit: ihre Passion für die Astronomie.
Die ESO ist die führende zwischenstaatliche astronomische Organisation in Europa und das weltweit produktivste astronomische Observatorium. Die ESO betreibt drei Observatoriumsanlagen in Chile: La Silla, Paranal und Chajnantor. Zusätzlich wurde der Cerro Armazones in der Nähe des Paranal von der ESO als Standort für das European Extremly Large Telescope (E-ELT) ausgewählt.
Die ESO betreibt hochmoderne Wissenschaftsanlagen für Astronomen und wird von Österreich, Belgien, Brasilien, der Tschechischen Republik , Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Portugal, Spanien, Schweden, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich getragen. Der ESO-Hauptsitz verkörpert den multikulturellen Geist der Zusammenarbeit und ist der Arbeitsplatz für Astronomen aus der ganzen Welt.
Dieses Bild ist aufgezogen im ESOshop erhältlich.
ALMA-Antennen unter der Milchstraße
Vier Antennen des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) blicken zum mit Sternen übersäten Nachthimmel auf, gerade so als wären sie voller Vorfreude auf die bald beginnenden Beobachtungen dieser Nacht. Der Mond rechts im Bild erhellt die Szenerie, ohne dass die sich nach links oben erstreckende Milchstraße verblassen würde.
ALMA wird zurzeit in einer Höhe von 5000 Metern auf der Chajnantor-Hochebene in der chilenischen Atacama-Wüste errichtet. Diese Gegend ist eine der trockensten der gesamten Erde, und genau diese Trockenheit sorgt zusammen mit der in so großer Höhe nur noch dünnen Luft für hervorragende Bedingungen für astronomische Beobachtungen im Millimeter- und Submillimeter-Bereich. Bei diesen Wellenlängen untersuchen die Astronomen zum Beispiel Molekülwolken, in denen durch den Kollaps dichter Regionen aus Gas und Staub neue Sterne geboren werden. Da das Universum bei diesen Wellenlängen noch weitgehend unerforscht ist, erhoffen sich die Wissenschaftler von ALMA viele neue Erkenntnisse zur Entstehung von Sternen, aber auch Planetensystemen und ganzen Galaxien.
Das ALMA-Projekt ist eine Partnerschaft zwischen Europa, Nordamerika und Ostasien in Kooperation mit der Republik Chile.
Das hier gezeigte Panorama wurde von ESO-Fotobotschafter José Francisco Salgado aufgenommen.
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Ein weiterer perfekter Tag am Paranal
Wogende rote Hügel breiten sich unter dem außergewöhnlich klaren blauen Himmel aus, der typisch für das Paranal-Observatorium der ESO ist. Obwohl sich die Teleskopkuppeln in der Morgendämmerung schließen und sich nichts in dieser dürren Wüste bewegt, macht das Very Large Telescope (VLT) der ESO niemals Pause. Seit dem Morgen arbeiten Ingenieure und Techniker an der Vorbereitung des Teleskops und der Instrumente für eine weitere perfekte Nacht.
Der 2600 Meter hohe Cerro Paranal liegt in der Bildmitte dieses Panoramas mit Blick nach Süden. Der eingeebnete Gipfel ist die Heimat des VLT, der weltweit fortschrittlichsten bodengebundenen Observatoriumsanlage für Beobachtungem im sichtbaren- und Nahinfrarotbereich. Das VLT hat vier 8,2-Meter Hauptteleskope und zusätzlich vier 1,8-Meter Hilfsteleskope. Auf diesem Bild sind nur zwei Kuppeln der Hauptteleskope sichtbar, zusammen mit dem kleineren 2,6-Meter Survey Telescope (VST).
Rechts vom Cerro Paranal bedeckt im Hintergrund ein Wolkenmeer die Küste des Pazifiks – nur 12 km entfernt. Die kalte ozeanische Strömung hält die thermische Inversionsschicht der Atmosphäre unter einer Höhe von 1500 Metern. Das macht den diesen abgelegenen Ort in der chilenischen Atacama-Wüste in der II. Region Chiles zu einem der trockensten Orte der Erde und damit sozusagen zu einem perfekten Fenster ins Universum. Die Atmosphäre ist hier extrem trocken und klar und bietet mit den geringen Turbulenzen ausgezeichnete Bedingungen für optische- und Nahinfrarotbeobachtungen.
Aus diesem Grund wurde der Cerro Armazones, nur 20 Kilometer östlich des Paranal gelegen, als Standort für das European Extremly Large Telescope (E-ELT) ausgewählt. Mit einem Hauptspiegeldurchmesser von 39,3 Metern wird das E-ELT das größte Teleskop der Welt werden.
Dieses Foto wurde von einem benachbarten Berg, der Heimat des 4,1-Meter Visible and Infrared Survey Telescopes for Astronomy (VISTA) aufgenommen. VISTA hat Ende 2009 seinen Betrieb aufgenommen und ist das neueste Teleskop am Paranal-Observatorium der ESO. VISTA ist das größte Durchmusterungsteleskop der Welt.
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Das Very Large Telescope der ESO blickt tief in einen fernen Nebel
Mit dem Very Large Telescope (VLT), das die ESO am Paranal-Observatorium in Chile betreibt, haben Astronomen ein beeindruckendes Bild von Messier 17aufgenommen, der uch Omega- oder Schwanennebel genannt wird. Das beinahe an ein Gemälde erinnernde Bild zeigt riesige Wolken aus Gas und Staub, die von der intensiven Strahlung junger Sterne beleuchtet werden.
Abgebildet ist hier die etwa 15 Lichtjahre durchmessende Zentralregion des Nebels. Insgesamt erstreckt sich Messier 17, der etwa 6000 Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Sagittarius (der Schütze) liegt, über etwa 40 Lichtjahre. Der Nebel ist ein beliebtes Beobachtungsobjekt für Amateurastronomen, die bereits mit kleinen Teleskopen sehr schöne Bilder von Messier 17 aufnehmen können.
Die hier gezeigten tiefen VLT-Beobachtungen wurden im nahen Infrarotlicht mit dem ISAAC-Instrument durchgeführt. Verwendet wurden dazu die Filter J (1,25 µm, blau dargestellt), H (1,6 µm, grün), und K (2,2 µm, rot). In der Bildmitte befindet sich ein Haufen massereicher junger Sterne, deren Strahlung den Wasserstoff in ihrer Umgebung zum Leuchten anregt. Rechts unterhalb des Sternhaufens liegt eine große Molekülwolke. Im sichtbaren Spektralbereich absorbieren die Staubkörner in der Wolke fast sämtliches Licht und versperren so unseren Blick. Im Infrarotbereich jedoch schimmert das Leuchten des hinter der Wolke liegenden Wasserstoffgases leicht durch. In dieser tiefrot erscheinenden Region versteckt entdeckten die Astronomen die dunkle Silhouette einer Gas- und Staubscheibe. Obwohl die Scheibe im hier gezeigten Bild sehr klein erscheint hat sie in Wahrheit einen Durchmesser von etwa 20.000 Astronomischen Einheiten, und ist damit viel größer als unser Sonnensystem (1 AE entspricht der Entfernung von der Erde zur Sonne). Die Wissenschaftler vermuten, dass die Scheibe rotiert und einen in ihrem Zentrum gelegenen Protostern mit Materie füttert – wir beobachten hier ein frühes Stadium der Geburt eines neuen Sterns.
Dieses Bild ist aufgezogen im ESOshop erhältlich.
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- Die wissenschaftlichen Arbeiten, für die die hier gezeigten Aufnahmen ursprünglich gewonnen wurden, werden in der ESO-Pressemitteilung eso0416 beschrieben.

















































