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Erste Luftbilder von ALMA während des Betriebs

31. Juli 2013

Auf diesen spektakulären neuen Bildern ist die volle Größe des Antennenfelds des ALMA-Observatoriums zu erkennen, das zur Zeit auf dem Chajnantor-Plateau im Norden Chiles von Schnee umgeben ist. Die Bilder wurden vor Kurzem von einer Kamera aufgenommen, die an einem Hexacopter befestigt war.

Der Flug, der als Guiness-Weltrekord für Multirotor-Luftfahrzeuge in großen Flughöhen angemeldet wurde, konnte dank der ferngesteuerten leichtgewichtigen Kohlefaser-Plattform verwirklicht werden. Der Hexakopter mit seinen sechs Rotorensätzen besitzt außerdem eigenständige Funktionen, die die Navigation unterstützen und dem Luftfahrzeug auch für den Fall des Signalverlusts erlauben, zum Startpunkt zurückzukehren.

Bevor wir bei der ALMA-Anlage ankamen, gab es keinen Höhenflug-Rekord für ein solches Gefährt. Der niedrige Athmosphärendruck führt dazu, dass der Auftrieb der Propeller deutlich reduziert wird“, erklärt Fotograf Ariel Marinkovic, der die Fotosession geleitet hat.

Die einzige Lösung bestand darin, das Gewicht des Hexakopters so weit wie möglich zu verringern. Hierfür wurden sowohl der Rahmen und das Fahrwerk entfernt und durch eine leichtere Anordnung ersetzt als auch eine sehr kleine Kamera von nur 200 Gramm ausgewählt, was zu einer Verringerung des Gesamtgewichtes um 1,2 Kilogramm führte.

Es gab jedoch noch eine weitere Herausforderung: Die eisigen Temperaturen (um die -3°C auf der Höhe von 5000 Metern über dem Meeresspiegel, bei der die ALMA-Antennen angesiedelt sind) können dazu führen, dass der Hexakopter bis zu 70% seiner Leistungskapazität verliert. Um dies zu verhindern, wurden die Batterien in einer Hülle aus einem Thermomaterial und Aluminium installiert.

Es war ein wahres Glücksspiel: Der Hexakopter war dafür ausgelegt etwa 4500 Meter tiefer zu fliegen als es die Höhenlage des ALMA-Observatoriums erfordert. Berechnungen haben nahegelegt, dass es nicht möglich sein könnte abzuheben“, erinnert sich Marinkovic. Nichtsdestotrotz war er der Ansicht, dass es einen Versuch wert sei: „In vorangegangenen Reisen auf 4200 Metern über dem Meeresspiegel sah ich Möwen und dachte, dass ein Vogel nicht an einem Ort fliegen würde, wo er 90% seiner Energie nur dazu verwenden muss, seine nächste Mahlzeit zu finden.“

Diese Schlussfolgerung stellte sich als richtig heraus, so dass die ersten Luftbilder von ALMA seit der offiziellen Eröffnung im März 2013 erfolgreich aufgenommen werden konnten.

Dieses Ereignis erinnerte an den Ursprung des Namens Chajnantor, der für die Atacemeño, die Ureinwohner der Region, „Platz des Aufbruchs“ bedeutet.

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Über die Mitteilung

ID:ann13064

Bilder

ALMA aus der Hexakopter-Sicht
ALMA aus der Hexakopter-Sicht
ALMA kurz vor der Aufnahme von einem Hexakopter
ALMA kurz vor der Aufnahme von einem Hexakopter
ALMA aus der Hexakopter-Sicht
ALMA aus der Hexakopter-Sicht
ALMA kurz vor der Aufnahme von einem Hexakopter
ALMA kurz vor der Aufnahme von einem Hexakopter