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BlackGEM-Teleskop wird am La-Silla-Observatorium der ESO errichtet werden

Interessantes Teleskop zur Untersuchung von Gravitationswellen vorgestellt

4. Oktober 2017

Die ESO hat eine Vereinbarung mit einem internationalen Konsortium [1] unterzeichnet, nach der das geplante BlackGEM-Array von Teleskopen am La-Silla-Observatorium der ESO in Chile errichtet werden wird. BlackGEM wird zu den Untersuchungen von verschmelzenden Schwarzen Löchern und Neutronensternen beitragen. Durch den Vertrag mit der ESO kann das spannende neue Teleskoparray von den Vorteilen des Beobachtungsortes und der zugehörigen Einrichtungen profitieren.

Das BlackGEM-Array – zunächst eine Anlage von drei miteinander verknüpften Teleskopen, das einmal auf bis zu 15 Teleskope erweitert werden soll – wird so konstruiert sein, dass es seinem Platz an der fordersten Front der beobachtenden Astronomie gerecht wird. Es wird die Möglichkeit zur Suche nach einigen der gewaltigsten und dramatischsten Vorgänge im Universum vereinen – verschmelzende Neutronensterne und Schwarze Löcher. BlackGEM wird im sichtbaren Licht arbeiten und Nachfolgeuntersuchungen der charakteristischen Gravitationswellen ermöglichen, die bei dem Verschmelzen von solch exotischen Objekten entstehen. Die Gravitationswellen selbst – Wellen in der Raumzeit – werden mithilfe der neuen Generation von Gravitationswellendetektoren aufgespürt. Hierzu zählen die verbesserte Version des LIGO und Virgo. Die Detektion eines optischen, transienten Signals mit BlackGEM wird den jeweiligen Ursprung der Gravitationswellen genauer lokalisieren. Anschließend können größere Teleskope genauere Beobachtungen durchführen, sodass wir bisher nicht zugängliche Einblicke in diese extremen Vorgänge unseres Weltalls erhalten.

Das BlackGEM-Array wird auch als sehr leistungsstarkes Duchmusterungsteleskop fungieren und als solches einen gewissen Teil seiner Betriebszeit für die Durchmusterung des Südhimmels aufwenden. Auch einige Detailstudien von kurzen flüchtigen Erscheinungen und kurzperiodischen Vorgängen, möglichen Vorgängern von verschmelzenden Neutronensternen und Schwarzen Löchern, sollen untersucht werden. Detaillierte Durchmusterungen benötigen Astronomen, um statistische Informationen über Himmelsobjekte zu erhalten. Daraus können sie beispielsweise ableiten, wie Galaxien sich vom jungen Unversum bis heute entwickelt haben.

Paul Groot, Leiter des BlackGEM-Projekts, erklärt, dass er “hocherfreut ist, dass das BlackGEM-Teleskop am La-Silla-Observatorium der ESO an einem der besten Beobachtungsstandorte der Welt errichtet werden wird. Die jüngsten, bedeutsamen Detektionen von Gravitationswellen verschmelzender Paare Schwarzer Löcher verleihen dem BlackGEM-Projekt zusätzliche Impuse, was es uns erlaubt, die Ursachen der Gravitationswellen genauer zu untersuchen. Wir können uns bereits darauf freuen, ein sehr viel detaillierteres Bild von den gewaltigsten Vorgängen der Natur zu erlangen.

Endnoten 

[1] Zum BlackGEM-Konsortium gehören: NOVA (Netherlands Research School for Astronomy, die nationale niederländische Astronomiebündnis der Universität Amsterdam, der Universität Groningen, der Universität Leiden und der Radboud University); Radboud University, Niederlande; und KU Leuven, Belgien. Neue Partner des Konsortiums werden die University of Manchester, Großbritannien, das Weizmann Institute in Israel, die University of Tel Aviv in Israel, die Hebrew University of Jerusalem in Israel, die University of Canterbury in Christchurch, Neuseeland, und die University of California in Davis in den USA sein.

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Kontaktinformationen

Paul Groot
Radboud University – Department of Astrophysics
Nijmegen, The Netherlands 
Tel: +31 (0)24-3652801 
E-Mail: p.groot@astro.ru.nl

Richard Hook
ESO Public Information Officer
Garching bei München
Tel: +49 89 3200 
E-Mail: rhook@eso.org

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