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Neue Exoplaneten-Durchmusterung findet ersten Planeten

31. Oktober 2017

Der Next Generation Transit Survey (NGTS) am Paranal-Observatorium der ESO im Norden Chiles hat seinen ersten Exoplaneten gefunden, einen heißen Jupiter, der einen Zwergstern der Spektralklasse M [1] umkreist, der jetzt NGTS-1 heißt. Der Planet NGTS-1b ist nach Kepler-45b und HATS-6b erst der dritte bekannte Gasriese, der vor einem M-Stern vorbeizieht. NGTS-1b ist mit 130% des Jupiterradius und 80% der Jupitermasse  der größte und massereichst dieser drei.

Der NGTS sucht mit zwölf 20-Zentimeter-Teleskopen nach den winzigen Einbrüchen in der Helligkeit eines Sterns, die entstehen, wenn ein Planet auf seiner Umlaufbahn um den Stern vor ihm vorbeizieht ("Transits") und dabei einen kleinen Teil seines Lichts blockiert. Nachdem NGTS-1b entdeckt worden war, wurde seine Existenz durch Folgebeobachtungen am La-Silla-Observatorium der ESO bestätigt: photometrische Messungen mit der EulerCam am Schweizer 1,2-Meter-Leonhard-Euler-Teleskop und spektroskopische Untersuchungen mit dem HARPS-Instrument am 3,6-Meter-Teleskop der ESO.

Kleinere Planeten um M-Zwergsen sind relativ häufig, während Gasriesen wie NGTS-1b seltener bei M-Sternen zu finden sind als um Sterne, die eher der Sonne ähneln. Dies stimmt mit den gegenwärtigen Theorien der Planetenentstehung überein, aber es sind Beobachtungen weiterer M-Zwerge erforderlich, bevor ein klares Verständnis der Anzahl der um sie herum befindlichen Riesenplaneten erreicht werden kann. Der NGTS wurde speziell entwickelt, um bessere Daten über Planeten rund um M-Zwerge zu liefern, und da sie etwa 75% der Sterne in der Milchstraße ausmachen, wird das Studium dieser Sterne den Astronomen helfen, die Mehrzahl der Planeten in der Galaxis zu verstehen.

Die Zukunft könnte für dieses Exoplanetensystem sehr spannend werden, da es das Potenzial hat, von den Instrumenten an Bord des NASA/ESA/CSA James Webb Space Telescope (JWST), das 2019 gestartet werden soll, genauer untersucht zu werden.

Endnote

[1] Ein M-Zwerg ist ein kleiner, leuchtschwacher Stern mit ca. 8-50% der Sonnenmasse und einer Oberflächentemperatur von weniger als 3700°C. Von den 60 Sternen, die unserem Sonnensystem am nächsten liegen, gelten 50 als M-Zwerge, obwohl kein einziger von ihnen hell genug ist, um mit bloßem Auge von der Erde aus sichtbar zu sein.

Weitere Informationen

Diehier präsentieren Forschungsergebnisse von D. Bayliss et al. werden in einem Artikel mit dem Titel "NGTS-1b: Ein heißer Jupiter durch einen M-Zwerg" vorgestellt, der in der Zeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society erscheinen soll.

Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind: D. Bayliss (Université de Genève, Schweiz), E. Gillen (University of Cambridge, Großbritannien), P. Eigmüller (DLR, Deutschland), J. McCormac (University of Warwick, Großbritannien), R. Alexander (University of Leicester, Großbritannien), D. Armstrong (University of Warwick, Großbritannien), R. Booth (Queen's University Belfast, Großbritannien), F. Bouchy (Université de Genève, Schweiz), M. Burleigh, J. Cabrera (DLR, Deutschland), S. Casewell, A. Chaushev (University of Leicester, Großbritannien), B. Chazelas, S. Csizmadia, A. Erikson, F. Faedi (University of Warwick, Großbritannien), E. Foxwell (University of Warwick, Großbritannien), B. Gaensicke (University of Warwick, Großbritannien), M. Goad (University of Leicester, Großbritannien), A. Grange, M. Guenther (University of Cambridge, Großbritannien), S. Hodgkin (University of Cambridge, Großbritannien), J. Jackman, J. Jenkins (Universidad de Chile), G. Lambert (University of Cambridge), T. Louden (University of Warwick, Großbritannien), L. Metrailler (Université de Genève, Switzerland), M. Moyano (Universidad Católica del Norte, Chile), D. Pollacco (University of Warwick, Großbritannien), K. Poppenhaeger, (Queen's University Belfast, Großbritannien; Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, United States), D. Queloz (Université de Genève, Switzerland), R. Raddi (University of Warwick, Großbritannien), H. Rauer (DLR, Deutschland), L. Raynard (University of Leicester, Großbritannien), A. Smith, M. Soto (Universidad de Chile, Chile), A. Thompson (Queen’s University Belfast, Großbritannien), R. Titz-Weider (DLR, Deutschland), S. Udry (Université de Genève, Switzerland), S. Walker (University of Warwick, Großbritannien), C. Watson (Queen's University Belfast, Großbritannien), R. West (University of Warwick, Großbritannien) und P.J. Wheatley (University of Warwick, Großbritannien).

Links

Kontaktinformationen

Daniel Bayliss
Department of Physics
University of Warwick
, UK
Tel: +44 (0) 24761 50342
Mobil: +44 (0) 7514912757
E-Mail: d.bayliss@warwick.ac.uk

Richard Hook
ESO Public Information Officer
Garching bei München
Tel: +49 89 3200 6655
Mobill: +49 151 1537 3591
E-Mail: rhook@eso.org

Über die Mitteilung

ID:ann17076

Bilder

Künstlerische Darstellung des Planeten NGTS-1b
Künstlerische Darstellung des Planeten NGTS-1b
Künstlerische Darstellung des Planeten NGTS-1b
Künstlerische Darstellung des Planeten NGTS-1b