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Die ESO unterzeichnet Vertrag mit chilenischer Firma für technissche Anlagen des ELT

12. März 2018

Die ESO hat mit der Anlagenbaugesellschaft Abengoa Chile einen Vertrag für den Bau der technischen Anlagen des ELT, die ELT Technical Facility, am Paranal Observatorium der ESO im Norden Chiles unterzeichnet. Diese neue Anlage wird die Montage- und Wartungseinrichtungen für die Spiegel des Extremely Large Telescope (ELT) der ESO beherbergen sowie alle Beschichtungs-, Wasch- und Ablauganlagen, die zur Beschichtung und Aufrechterhaltung des Reflexionsvermögens der Spiegel nötig sind.

Der Hauptspiegel des ELT wird aus 798 separaten reflektierenden Segmenten bestehen [1]. In der ELT Technical Facility werden die polierten Segmentgruppen beschichtet und mit Kantensensoren an den Seiten ausgestattet, die die Position eines jeden Segments im Vergleich zu seinen Nachbarn bestimmen [2].

Sobald das Teleskop fertiggestellt und im Einsatz ist, muss jedes Segment des Hauptspiegels alle 1,5 Jahre neu beschichtet werden, um hinreichende Sauberkeit und Reflexionsfähigkeit zu gewährleisten. Da es 798 Segmente sind, ist es am effizientesten, täglich zwei oder drei Segmente zu entfernen, zu säubern, neu zu beschichten und wieder einzusetzen.

Die ELT Technical Facility wird auch die Beschichtungseinheit für die Sekundär- und Tertiärspiegel des ELT beherbergen, von denen jeder einen Durchmesser von etwa vier Metern hat.

Die Anlage wird für die ersten Montage-, Integrations- und Kontrollaufgaben der Spiegel ebenso wie für zukünftige Neubeschichtungen genutzt.

Nach einer rund dreimonatigen Ausführungsplanung wird der Bau des Gebäudes in der zweiten Hälfte des Jahres 2018 beginnen und 11 Monate dauern. Im Juli 2019 sollte das Gebäude fertiggestellt sein.

Die Vertragsunterzeichnung fand in den ESO-Büros in im Stadtteil Vitacura von Santiago de Chile statt. Unterzeichnet haben Sergio Adrian Morrone von Abengoa Chile und der ESO-Generaldirektor Xavier Barcons in Anwesenheit von Willy Benz, dem ESO-Ratspräsidenten, sowie Botschafter Gabriel Rodríguez, Direktor für Energie, Wissenschaft und Technologie und Innovation am chilenischen Außenministerium. Außerdem nahmen der Repräsentant der ESO in Chile, Fernando Comerón, und weitere Vertreter der ESO und von Abengoa teil.

Endnoten

[1] Der Hauptspiegel des ELT wird einen Durchmesser von 39 Metern haben und aus 798 Segmenten bestehen. Die Segmente sind sechseckig, was die Ausnutzung einer gemeinsamen Stützstruktur für jedes Segment ermöglicht. Die maximale Ecke-zu-Ecke-Ausdehnung der Segmente beträgt etwa 1,45 Meter. Jedes Segment wird einzeln beweglich sein und ein aktives optisches System bilden, das jederzeit für eine optimale Bildqualität sorgt.

[2] Diese Sensoren sind die genauesten, die je in einem Teleskop verwendet wurden. Sie können die relative Position bis auf wenige Nanometer genau messen. Die Sensoren bilden einen wichtigen Teil des sehr komplexen Systems, das kontinuierlich die Lage der Segmente des ELT-Hauptspiegels im Vergleich zu ihren Nachbarn erfasst und es den Segmenten erlaubt, für ein perfektes bildgebendes System zusammenzuarbeiten.

Weitere Informationen

Die Europäische Südsternwarte (engl. European Southern Observatory, kurz ESO) ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung und das wissenschaftlich produktivste Observatorium der Welt. Getragen wird die Organisation durch 16 Länder: Belgien, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz und die Tschechische Republik. Hinzu kommen das Gastland Chile und Australien als strategischer Partner. Die ESO ermöglicht astronomische Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige bodengebundene Teleskope entwirft, konstruiert und betreibt. Auch bei der Förderung internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Astronomie spielt die Organisation eine maßgebliche Rolle. Die ESO verfügt über drei weltweit einzigartige Beobachtungsstandorte in Chile: La Silla, Paranal und Chajnantor. Auf dem Paranal betreibt die ESO mit dem Very Large Telescope (VLT) das weltweit leistungsfähigste Observatorium für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts und zwei Teleskope für Himmelsdurchmusterungen: VISTA, das größte Durchmusterungsteleskop der Welt, arbeitet im Infraroten, während das VLT Survey Telescope (VST) für Himmelsdurchmusterungen ausschließlich im sichtbaren Licht konzipiert ist. Die ESO ist außerdem einer der Hauptpartner bei zwei Projekten auf Chajnantor, APEX und ALMA, dem größten astronomischen Projekt überhaupt. Auf dem Cerro Armazones unweit des Paranal errichtet die ESO zur Zeit das European Extremely Large Telescope (E-ELT) mit 39 Metern Durchmesser, das einmal das größte optische Teleskop der Welt werden wird.

Die Übersetzungen von englischsprachigen ESO-Pressemitteilungen sind ein Service des ESO Science Outreach Network (ESON), eines internationalen Netzwerks für astronomische Öffentlichkeitsarbeit, in dem Wissenschaftler und Wissenschaftskommunikatoren aus allen ESO-Mitgliedsländern (und einigen weiteren Staaten) vertreten sind. Deutscher Knoten des Netzwerks ist das Haus der Astronomie in Heidelberg.

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ESO Signs Contract with Chilean Company for ELT Technical Facility
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