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Das Very Large Telescope der ESO feiert 20 Jahre bemerkenswerter Forschung

25. Mai 2018

Das Very Large Telescope der ESO, das europäische Flaggschiff der bodengebundenen Astronomie, feiert heute seinen 20. Geburtstag. Das erste Einzelteleskop des VLT sah am 25. Mai 1998 sein erstes Licht und leitete damit eine neue Ära der Astronomie ein. In den folgenden Jahren wurden drei weitere 8,2-Meter-Einzelteleskope fertiggestellt. Zu diesen Giganten gesellten sich vier kleinere Hilfsteleskope (engl. Auxiliary Telescooes, kurz ATs), die Teil des VLT-Interferometers sind. Das Interferometer kombinierte erstmals 2005 das Licht zweiter ATs und schuf damit ein virtuelles Teleskop mit bis zu 200 Metern Durchmesser, welches nun regelmäßig die Oberfläche von Sternen beobachtet.

Das VLT könnte nicht ohne seine Weltklasse-Instrumente funktionieren, die in Zusammenarbeit mit Astronomen und Ingenieuren der ESO-Community entwickelt wurden. Eine neue spektakuläre Ergänzung am VLT ist die 4 Laser Guide Star Facility, die vier 22-Watt-Laserstrahlen in die obere Atmosphäre projiziert, um dort künstliche Sterne zu erzeugen. Diese helfen dabei, Effekte der atmosphärischen Turbulenzen zu korrigieren – eine Technik, die als adaptive Optik bezeichnet wird.

Die Instrumente am VLT sind sehr gefragt: Vergangenes Jahr übertraf die angefragte Beobachtungszeit die zur Verfügung stehende Zeit um das Fünffache. Erfolgreiche Beobachtungsanfragen lieferten die Daten für Tausende Peer-Review-Studien. Allein 2017 wurden 600 Fachartikel mit Daten vom VLT veröffentlicht.

Das Flaggschiff-Observatorium der ESO hat nicht nur zu großer wissenschaftlicher Quantität, sondern auch Qualität geführt. Das VLT hat zu Durchbrüchen in vielen Bereichen der Astronomie beigetragen und ist verantwortlich für sieben der Top 10 der astronomischen Entdeckungen der ESO.

2009 zum Beispiel meisterte das VLT die anspruchsvolle Herausforderung, erstmals einen Planeten um einen anderen Stern abzubilden. 2010 folgte die erste Analyse der Atmosphäre eines Super-Erde-Exoplaneten. Mit SPHERE hat die ESO auf dieser Fähigkeit zur Planetenjagd aufgebaut – einem Instrument, das dem VLT 2014 hinzugefügt wurde.

Akribische VLT-Beobachtungen über fast zwei Jahrzehnte offenbarten die Bewegungen von Sternen, die das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie umkreisen. Dies ist weiterhin ein stark erforschtes Thema – tatsächlich untersucht das VLT diese Woche den Stern S2, wenn er nahe an diesem versteckten Monster vorbeikommt. Erst letztes Jahr war die Flotte der ESO-Teleskope genutzt worden, um ein anderes exotisches Phänomen zu beobachten: das erste Licht einer Gravitationswellen-Quelle.

Zusätzlich zu seinem wissenschaftlichen Vermächtnis spielt das VLT eine große Rolle bei der Vorbereitung der Technologie für das Extremely Large Telescope (ELT) der ESO, das gerade 23 Kilometer vom VLT entfernt in der Atacama-Wüste im Norden Chiles gebaut wird. Die Erfahrung der ESO in Bau und Betrieb entfernter, hochmoderner Observatorien wie dem VLT ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des ELT – dem nächsten Meilenstein der bodengebundenen Astronomie.

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Über die Mitteilung

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Bilder

Das Very Large Telescope der ESO in Aktion
Das Very Large Telescope der ESO in Aktion
Das VLT bei Sonnenuntergang
Das VLT bei Sonnenuntergang
Das VLT und die leuchtend helle Milchstraße
Das VLT und die leuchtend helle Milchstraße