Bild der Woche 
Vorhang auf für entfernte Sterne und Galaxien
Bei diesem Bild, das mit weit entfernten Sternen und Galaxien übersät ist, handelt es sich um eine Deep Field-Aufnahme, die mit dem WFI (Wide Field Imager) aufgenommen wurde. Diese Kamera ist am MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop im La Silla-Observatorium in Chile montiert.
Es wurde im Zuge der COMBO-17-Studie (Classifying Objects by Medium-Band Observations in 17 filters) aufgenommen, einem Projekt, bei dem fünf kleine Himmelsabschnitte mit 17 verschiedenfarbigen optischen Filtern abgebildet wurden. Die gesamte Himmelsfläche von jedem der Gebiete, die bei COMBO-17 erforscht wurden, entspricht in etwa der Größe des Vollmondes und hat eine große Zahl neuer ferner Objekte sichtbar gemacht. Dies zeigt wiederum, wie viel es am Himmel noch zu entdecken gibt.
Das Bild zeigt eine Region, die bereits im Rahmen des FORS Deep Field (FDF) untersucht wurde. Hierbei handelt es sich um ein Projekt, das mehrere Himmelsabschnitte in großem Detail und Tiefe mithilfe des FORS2-Spektrografen untersucht hat, der zur Zeit am Very Large Telescope am Paranal-Observatorium der ESO in Chile installiert wurde. Die WFI-Bilder haben jedoch, verglichen mit den FDF-Beobachtungen, eine größere Anzahl an Filtern verwendet und größere Himmelsgebiete aufgezeichnet, so dass Bilder wie das oben gezeigte entstehen konnten.
Diese kleinen Einblicke in das Universum haben Zehntausende von entfernten Sternen, Galaxien und Quasaren enthüllt, die vorher vor unseren Blicken verdeckt waren. Sie wurden zu Untersuchungen des Gravitationslinseneffekts und der Verteilung dunkler Materie in Galaxien und Clustern verwendet.
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Neues kühles Sternchen in unserer Nachbarschaft
Dieses neue Bild vom VISTA-Teleskop der ESO zeigt einen neuentdeckten Braunen Zwerg, namens VVV BD001 und der sich genau im Zentrum dieses zoomfähigen Bildes befindet. Es ist der erste neue Braune Zwerg, der im Rahmen der VVV-Durchmusterung in unserer kosmischen Nachbarschaft gefunden wurde. VVV BD001 ist rund 55 Lichtjahre von uns in Richtung des sehr vollen Zentrums unserer Galaxie entfernt.
Braune Zwerge sind Sterne, die es nie geschafft haben zu einem Stern wie unserer Sonne heranzuwachsen. Sie werden oft auch als „gescheiterte Sterne“ bezeichnet, da sie größer als Planeten wie beispielsweise Jupiter sind, aber kleiner als Sterne.
Dieser Zwerg ist in zweierlei Hinsicht auffällig. Zum einen ist es der erste, der in Richtung Zentrum der Milchstraße gefunden wurde, einem der dichtgedrängtesten Himmelsregionen. Zum anderen gehört er zu einer seltenen Klasse von Sternen, die als „ungewöhnliche blaue Braune Zwerge“ bekannt sind – es ist immer noch unklar, warum diese Sterne blauer als erwartet erscheinen.
Die Geburt eines Braunen Zwergs verläuft wie bei Sternen, allerdings haben sie nicht genug Masse um die Wasserstoffverbrennung auszulösen und zu normalen Sternen zu werden. Deshalb sind sie sehr viel kühler und strahlen sehr viel weniger Licht ab, was sie schwerer zu finden macht. Astronomen suchen solche Objekte für gewöhnlich mit Kameras, die im nahen und mittleren Infrarotbereich arbeiten, und mit speziellen Teleskopen, die sehr sensitiv für diese sehr kalten Objekte sind. Normalerweise vermeiden sie es jedoch, in die stark bevölkerten Himmelsregionen wie zum Beispiel das Zentrum unserer Galaxie zu schauen.
VISTA, das Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy, ist das weltweit größte Durchmusterungsteleskop und befindet sich am Paranal-Observatorium der ESO in Chile. Es führt sechs separate Himmelsdurchmusterungen durch. Die VVV-Durchmusterung (VISTA Variables in the Via Lactea) ist darauf ausgelegt, eine Milliarde an Objekten im Zentrum der Milchstraße zu katalogisieren. VVV BD001 wurde zufällig während dieser Durchmusterung entdeckt.
Wissenschaftler haben den VVV-Katalog verwendet, um eine drei dimensionale Karte vom zentralen Bulge der Milchstraße (eso1339) zu erstellen. Die Daten wurden außerdem für ein monumentales Farbbild mit 108.200 x 81.500 Pixeln genutzt, das also aus fast neun Milliarden Pixeln besteht (eso1242) und somit zu den größten astronomischen Bildern zählt, die je erzeugt wurden.
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Toconao von oben betrachtet
Das kleine Dorf Toconao ist die nächste Siedlung zum größten derzeit existierenden astronomischen Projekt ALMA [1], dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array. Toconao hat weniger als 800 Einwohner und befindet sich auf einer Höhe von 2475 Metern über dem Meeresspiegel in einer natürlichen Oase, die von einem kleinen Bergfluss gespeist wird am Rand der trockensten Wüste der Welt, der Atacamawüste. Der Fluss fließt nicht das ganze Jahr hindurch, aber die ansässigen Landwirte haben ein kluges Netzwerk aus Dämmen und Kanälen aufgebaut, das den Wasserfluss reguliert, so dass sie die Vegetation das ganze Jahr lang aufrechterhalten können.
Bei genauer Betrachtung können einige Gebäude wahrgenommen werden, die aus traditionellen Materialien wie Lehm und Vulkangestein gefertigt wurden, wie die San Lucas-Kirche und der Glockenturm unten links im Bild.
Parallel zu ihrer wissenschaftlichen Arbeit haben ALMA-Mitarbeiter mit den Atacameño-Stammesangehörigen in Toconao und anderen Gebieten zusammengearbeitet , um ihre Vorstellungen vom Universums in deren Kultur zu kennenzulernen und dieses kulturelle und wissenschaftliche Erbe für spätere Generationen zu bewahren.
ALMA hat außerdem seit 2008 den E-21-Plan zur Verbesserung der schulischen Bildung unterstützt, einer ländlichen Bildungseinrichtung in Toconao. Dieser Plan, der von der Gesellschaft dort befürwortet wird, konzentriert sich auf die Verbesserung der Bildung in Wissenschaft und der englischen Sprache.
Dieses Luftbild wurde von den zwei Mitgliedern des ORA-„Wings for Science“-Projektes (engl. für „Flügel für die Wissenschaft“) Clémentine Bacri und Adrien Normier aufgenommen, die in einem besonderes umweltfreundlichen ultraleichten Flugzeug ein Jahr lang um die Welt fliegen. Hierbei haben sie Wissenschaftlern ihre Hilfe aus der Luft angeboten, und haben sie beispielsweise bei Luftprobenahmen, auf dem Gebiet der Archäologie, bei Beobachtungen zur Biodiversität oder bei der 3D-Geländeerfassung unterstützt.
Die ESO hat eine fortlaufende Partnerschaft mit dieser gemeinnützigen Organisation. Kurze Filmsequenzen und herausragende Fotografien, die während der Flüge produziert werden, werden für Ausbildungszwecke und zur Darstellung lokaler Forschung eingesetzt. Ihre Rundflüge begannen im Juni 2012 und endeten am 17. Juni 2013 mit einer Landung auf der Pariser Luftfahrtausstellung.
Fußnoten
[1] Das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) ist eine internationale astronomische Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb ist die ESO federführend für den europäischen Beitrag, das National Radio Astronomy Observatory (NRAO) für den nordamerikanischen Beitrag und das National Astronomical Observatory of Japan für den ostasiatischen Beitrag. Dem Joint ALMA Observatory (JAO) obliegt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.
[2] Der Ultraleichtflieger ist eine preisgekrönte Pipistrel Virus SW 80 der NASA, die auf 100 Kilometern nur 7 Liter Treibstoff verbraucht – weniger als die meisten Autos.
Adleraugen über dem Armazones
Diese spektakuläre Luftaufnahme des Cerro Armazones, aufgenommen von ESO-Fotobotschafter Gerhard Hüdepohl, repräsentiert diesen einen wunderbaren Moment, wenn alles für die perfekte Aufnahme zusammenkommt.
Hüdepohl ist eigentlich Elektroingenieur am Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte auf dem Cerro Paranal, das weltweit leistungsstärkste astronomische Observatorium für sichtbares Licht und gleichzeitig das Flaggschiff der ESO. Hüdepohl nahm die Aufnahme während einer Flugreise von Antofagasta nach Santiago auf. Kurz nach dem Start nahm das Flugzeug die ideale Flugroute für diesen Schnappschuss des Cerro Armazones – und Hüdepohl könnte keine besseren Bedingungen getroffen haben. Den richtigen Moment abwartend konnte er aus dieser ungewöhnlichen Perspektive hoch über dem spektakulären Gelände die Aufnahme festhalten.
Diese Aufnahme zeigt die Atacamawüste in beeindruckender Klarheit, und ebenso den schmalen Zickzackweg, der sich klar von dem staubigen Gelände abhebt. Die Sandpiste bahnt sich sichtbar den Weg zum Gipfel des Cerro Armazones. Das Gelände ist zur Zeit noch mit einer Auswahl von Erkundungsinstrumenten belegt, wird aber bald die Heimat des European Extremly Large Telescopes (E-ELT) sein, einem 40-Meter-Teleskop, das nicht nur bekannte Fragen der Astronomie lösen wird, sondern darüber hinaus gänzlich neue Fragestellungen aufwerfen wird – und hoffentlich beantworten kann.
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PESSTO erwischt eine Supernova in Messier 74
Dieses Bild von Messier 74, einer überwältigend schönen Spiralgalaxie mit klar definierten, verzwirbelten Armen, ist im Rahmen der PESSTO-Durchmusterung der ESO entstanden. Das eigentliche Motiv des Bildes ist allerdings eine aktuelle Himmelserscheinung vom späten Juli 2013: die Typ II-Supernova mit dem Namen SN2013ej, die als hellster Stern am unteren linken Rand des Bildes sichtbar ist.
Solche Supernovae entstehen, wenn der Kern eines massereichen Stern aufgrund seiner Eigengravitation am Ende seiner Lebenszeit kollabiert. Dieser Kollaps erzeugt eine gewaltige Explosion, die Material weit in Raum hinausschleudert. Das dazugehörige Aufleuchten kann heller sein als die komplette Galaxie, in der der Stern beheimatet ist, und kann über Wochen oder sogar Monate hinweg beobachtet werden.
PESSTO (Public ESO Spectroscopic Survey for Transient Objects oder “allgemeine spektroskopische Durchmusterung der ESO für kurzzeitig auftretende Ereignisse”) wurde entwickelt, um Objekte zu beobachten, die nur für eine kurze Zeit am Nachthimmel sichtbar sind, etwa wie Supernovae. Dafür werden verschiedene Instrumente am NTT, dem New Technology Telescope, eingesetzt, das am La Silla-Observatorium der ESO beheimatet ist.
SN2013ej ist bereits die dritte Supernova, die in Messier 74 seit dem Beginn des Jahrtausends beobachtet wurde, die anderen zwei waren SN2002ap und SN2003gd. Sie wurde erstmals am 25. Juli 2013 vom KAIT-Telescope-Team in Kalifornien gemeldet. Die früheste Aufnahme des Ereignisses, die aber erst nachträglich gemeldet wurde, stammt von dem Amateurastronomen Christiano Feliciano, der in den Tagen und Stunden vor der Explosion diese >Himmelsregion anvisierte, und wurde mit der öffentlich zugänglichen SLOOH Space Camera gemacht.
Messier 74 im Sternbild Fische ist für Hobbyastronomen wegen seiner geringen Flächenhelligkeit eines der am schwierigsten zu beobachtenden Messierobjekte, aber SN2013ej sollte für sorgfältig arbeitende Amateure während der nächsten Wochen als lichtschwacher und verblassender Stern beobachtbar sein.
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Von massereichen Sternen geformt
Dieses Bild, das vom Very Large Telescope (VLT) der ESO auf dem Paranal aufgenommen wurde, zeigt einen kleinen Teil des gut bekannten Emissionsnebels NGC 6357, der sich 8000 Lichtjahre entfernt im südlichen Sternbild Skorpion befindet. Das Bild leuchtet im charakteristischen Rot eines H II-Gebiets, was durch eine große Menge an ionisiertem und angeregtem Wasserstoffgas hervorgerufen wird.
Die Wolke ist in intensive ultraviolette Strahlung getaucht – hauptsächlich vom offenen Sternhaufen Pismis 24, der einige massive, junge, blaue Sterne beheimatet – was als sichtbares Licht in diesem unverwechselbaren Farbton reemittiert wird.
Der Sternhaufen selbst liegt außerhalb des Bildausschnitts, sein diffuses grünes Licht erleuchtet jedoch die Wolke, was im mittleren rechten Teil des Bildes zu erkennen ist. Wir schauen hier auf eine Nahaufnahme des umgebenden Nebels, das ein Netz aus Gas, dunklen Staub sowie neugeborene und noch im Entstehen begriffene Sterne zeigt.
Sternennacht auf La Silla
Ein durchdringend heller Sternenhimmel ist der Hintergrund für dieses wunderschöne Bild, das vom Astronomen Håkon Dahle aufgenommen wurde. Im Vordergrund ist Dahle selbst als Silhouette zu sehen, umgeben von einigen der großen dunklen Kuppeln, die das ESO-Observatorium auf La Silla ausmachen.
Viele professionelle Astronomen sind außerdem leidenschaftliche Fotografen – wer könnte es ihnen verübeln? Die ESO-Standorte in der Atacama-Wüste gehören zu den besten Plätzen auf der Erde, um Sterne zu beobachten und sind deshalb natürlich auch hervorragend geeignet um den Nachthimmel zu fotografieren.
Dahle hat das Foto während einer einwöchigen Beobachtungphase am MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop aufgenommen. Zu dieser Zeit wurde das Teleskop gelegentlich einem anderen Beobachtungsteam überlassen, was Dahle die Gelegenheit gab, den Nachthimmel zu bewundern - und sie auf diesem Bild festzuhalten.egenheit gab die Sternennacht zu am überlassen, was SO 2,2-Meter-Teleskop aufgenommen. Zu dieser Zeit war das Teleskop
Die Milchstraße ist in der südlichen Hemisphäre heller als in der nördlichen, da die südlichen Regionen unseres Planeten in Richtung des dichten galaktischen Zentrums zeigen. Aber sogar im Süden ist die Milchstraße am nächtlichen Himmel ziemlich schwach. Für die meisten von uns ist sie nicht sichtbar, da die Lichtverschmutzung unserer Städte und das Mondlicht das schwache Leuchten der Galaxie überstrahlt.
Eine der wichtigsten Aspekte des La Silla-Observatoriums ist die große Entfernung zu den hellen Lichtern der Städte, was dazu führt, dass der Nachthimmel so dunkel ist wie nur an wenigen Stellen auf der Erde. Außerdem ist die Atmosphäre sehr klar, die Sicht wird also nicht zusätzlich durch Dunst getrübt. Der Himmel auf La Silla ist derart dunkel, dass es möglich ist einen Schattenwurf nur allein durch das Licht der Milchstraße zu sehen.
Dahle hat das Bild in der „Your ESO Pictures“-Flickrgruppe hochgeladen. Die Flickrgruppe wird regelmäßig durchgesehen und die besten Aufnahmen werden als Bild der Woche oder in unserer Bildergalerie veröffentlicht.
Die Ruhe vor dem Sturm
Diese wunderschöne Bild portraitiert die Galaxien NGC 799 (unten) und NGC 800 (oben), die im Sternbild Walfisch liegen. Das Galaxienpaar wurde erstmalig vom amerikanischen Astronomen Lewis Swift im Jahr 1885 beobachtet.
Die Draufsicht erlaubt es uns ihre Gestalt auch in einer Entfernung von ungefähr 300 Millionen Lichtjahren klar wahrzunehmen. Wie die Milchstraße – unsere Galaxis – sind beide Himmelsobjekte Spiralgalaxien mit charakteristischen, langen Armen, die sich um die helle Wölbung ins Zentrum (den sogenannten Bulge) winden. In den hervorstechenden Spiralarmen bilden sich eine große Zahl von heißen, jungen und blauen Sternen, die sich in Haufen ansammeln (die winzigen blauen Punkte, die im Bild sichtbar sind), während im zentralen Bulge eine große Zahl von kühleren, älteren Sternen in einer dichtgepackten, fast kugelförmigen Region komprimiert sind.
Bei einem flüchtigen Blick sehen die Galaxien ziemlich ähnlich aus, aber der Teufel steckt im Detail: Außer dem offensichtlichen Größenunterschied besitzt nur NGC 799 eine Balkenstruktur, die sich vom zentralen Kern erstreckt, und die Spiralarme winden sich aus den Enden des Balkens. Die Astronomen gehen davon aus, dass galaktische Balken einen Mechanismus darstellen, der Gas von den Spiralarmen ins Zentrum kanalisiert und die Sternbildung anregt. In NGC 799 wurde im Jahr 2004 eine Supernova beobachtet, der der Name SN2004dt gegeben wurde.
Ein weiteres unterschiedliches Detail ist die Anzahl der Spiralarme. Die kleine NGC 800 hat drei helle, knotige Spiralarme, während NGC 799 nur zwei relativ schwache, aber breite Spiralarme besitzt. Diese beginnen am Ende der Spiralarme, umrunden fast komplett die Galaxie und bilden eine Struktur, die fast wie ein Ring aussieht.
Obwohl es in diesem Bild so aussieht, als ob zwei beeindruckende, nahe beieinander stehende Galaxien in ewigem Frieden koexistieren, kann nichts realistischer sein als die Wahrheit. Wir könnten gerade die Zeugen der Ruhe vor dem Sturm sein. Wir wissen nicht genau, was die Zukunft bringen wird, aber typischerweise interagieren zwei Galaxien, die so dicht beieinander stehen, über einen Zeitraum von mehreren hundert Millionen Jahren aufgrund ihrer gegenseitigen gravitativen Beeinflussung. In einigen Fällen treten nur kleine Wechselwirkungen auf, die eine Änderung des Aussehens bewirken, aber manchmal kollidieren derartige Galaxien und bilden eine einzelne, neue und größere Galaxie.
Das Bild wurde mit dem FORS1-Instrument am 8,2-Meter-Very Large Telescope (VLT) der ESO auf dem Gipfel des Cerro Paranal gewonnen. Es kombiniert Einzelaufnahmen, die durch drei Filter aufgenommen wurden (B, V, R).
Fünf Asteroiden sind sichtbar – können Sie alle auffinden? Die Asteroiden haben sich in den unterschiedlichen Belichtungen weiterbewegt und hinterlassen farbige Streifen im Bild.
Der Gürtel der Venus über dem Cerro Paranal
Dieses Foto zeigt den Blick in östlicher Richtung vom Paranal-Observatorium aus, nur Sekunden nachdem die Sonne hinter dem Horizont untergetaucht ist. Der orangefarbene Schein des Sonnenuntergangs liegt in Richtung der 1,8 Meter-Hilfsteleskope des VLT und der fast volle Mond steht am Himmel. Aber das Bild ist dank eines atmosphärischen Phänomens mit dem Namen Gürtel der Venus noch interessanter.
Der grau-bläuliche Schatten über dem Horizont ist der Schatten der Erde und gerade oberhalb ist ein rosafarbenes Leuchten sichtbar. Dieses Phänomen wird durch das rötliche Licht der untergehenden Sonne durch Rückstreuung in der Erdatmosphäre erzeugt. So wie auch gerade nach dem Sonnenuntergang kann dieser atmosphärische Effekt auch kurz vor dem Sonnenaufgang beobachtet werden. Ein ähnlicher Effekt tritt auch während einer totalen Sonnenfinsternis auf.
Die im Bild sichtbaren Teleskope sind drei der vier 1,8 Meter-Hilfsteleskope, die in ultrakompakten beweglichen Kuppelbauten untergebracht sind. Diese Teleskope werden bei interferometrischen Beobachtungen eingesetzt, wenn zwei oder mehr Teleskope zusammenarbeiten um einen einzigen „virtuellen Spiegel“ zu bilden und damit Astronomen einen viel genaueren Blick auf Objektdetails zu erlauben, als es mit den einzelnen unabhängig voneinander arbeitenden Teleskopen möglich wäre.
Carolin Liefke hat dieses Foto während eines Paranal-Besuchs aufgenommen und in der „Your ESO Pictures"-Flickrgruppe veröffentlicht. Die Flickrgruppe wird regelmäßig durchgesehen, und die besten Aufnahmen werden als Bild der Woche oder in unser Bildergalerie veröffentlicht. Carolin Liefke arbeitet in Heidelberg am Haus der Astronomie in im Bereich astronomischer Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit und ist Mitglied des ESO Science Outreach Networks (ESON). ESON bringt Neues von der ESO in Form übersetzter Pressemitteilungen in die Mitgliedsländer und bietet lokale Ansprechpartner für die Medien.
Links
- Haus der Astronomie
- Die "Your ESO Pictures"-Flickrgruppe
- Das ESO Science Outreach Network
- Carolin Liefkes Flickr-Fotostream
- Dieses Bild bei Flickr
Messier 100 – Pracht im „Grand Design“
Spiralgalaxien sind üblicherweise sehr ästhetisch erscheinende Objekte, umso mehr wenn sie in der Draufsicht erscheinen. Dieses Bild ist ein besonders prachtvolles Beispiel dafür: Es zeigt die sogenannte „Grand Design“-Galaxie Messier 100, die sich im südlichen Bereich des Sternbilds Haar der Berenike und in einer Entfernung von etwa 55 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt befindet.
Messier 100 zeigt sehr klar strukturierte Spiralarme. Im Zentrum ist eine ganz schwach ausgeprägte balkenartige Struktur sichtbar, aufgrund derer sie als Typ SAB klassifiziert wird. Obwohl nicht leicht im Bild zu erkennen, haben Wissenschaftler die Existenz des Balkens anhand von Beobachtungen in anderen Wellenlängen bestätigen können.
Dieses sehr detaillierte Bild zeigt die Hauptmerkmale, die bei einer Galaxie dieses Typs zu erwarten sind: riesige Wolken aus Wasserstoffgas, die in roten Flecken aufleuchten, wenn sie die Energie wieder abstrahlen, die sie von neugeborenen riesigen Sternen absorbieren; die gleichmäßige Helligkeit älterer, gelblicher Sterne nahe des Zentrums und dunkle Fetzen aus Staub, die sich durch die Arme der Galaxie winden.
Messier 100 ist einer der hellsten Mitglieder des Virgo-Haufens, der zu unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, am dichtesten gelegene Haufen von Galaxien. Er enthält über 2000 Galaxien mit spiralförmigen, elliptischen oder irregulären Strukturen. Dieses Bild ist eine Kombination von Einzelaufnahmen mit dem FORS-Instrument am Very Large Telescope der ESO am Paranal-Observatorium in Chile, das mit Rot- (R), Grün- (V), und Blaufiltern (B) gewonnen wurden.
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Das kreiselnde NTT
Dieses dynamische Bild zeigt das New Technology Telescope (NTT), das sich am La Silla-Observatorium der ESO in Chile befindet. Auf der Aufnahme erscheint die markante Form der Kuppel verschwommen, da das Teleskop für die Ausrichtung auf ein gewünschtes Objekt rotiert. Das Foto wurde mit einer Belichtungszeit von 30 Sekunden aufgenommen.
Besonders auffällig ist die charakteristische, eckige äußere Form des Teleskopgebäudes, die einen Gegensatz zur weiter verbreiteten, runden Kuppelform darstellt. Dieses besondere Design war bei der Einweihung des Teleskops 1989 eine bahnbrechende, neue Entwicklung und wurde seitdem oft kopiert, unter anderem beim Very Large Telescope.
Die Bauweise des NTTs zielt auf eine optimale Bildqualität ab. Durch eine sorgfältig kontrollierte Ventilation wird der Luftstrom im NTT optimiert, was die Unschärfe, die durch Luftturbulenzen innerhalb des NTT hervorgerufen wird, minimiert. Obwohl das Bild verschwommen ist, sind die großen Klappen, denen eine wichtige Rolle in diesem System zukommt, gerade noch zu erkennen.
Ein weiteres Merkmal, das bei der Errichtung verbessert wurde, ist der Spiegel des NTT. Während dieser mit einem Durchmesser von 3,58 Metern nie als besonders groß anzusehen war, weist er jedoch ein hoch innovatives Design auf: Er ist flexibel und kann in Echtzeit justiert werden, so dass weder Biegungen noch ein Durchhängen die Bildqualität beeinträchtigen kann. Die ESO und das NTT waren mit der Benutzung dieses Systems Pioniere auf dem Gebiet der sogenannten aktiven Optik, die mittlerweile eine Standardeigenschaft moderner Teleskope darstellt.
Zurzeit hat das NTT zwei verschiedene Instrumente, die Astronomen für ihre Beobachtungen nutzen können: SOFI (Abkürzung für Son of ISAAC, einem VLT-Instrument), ein Infrarot-Spektrograf und bildgebende Kamera, sowie EFOSC2, ein Spektrograf und eine Kamera für die Entdeckung lichtschwacher Objekte.
Das La Silla-Observatorium befindet sich im südlichen Teil der Atacamawüste und ist 600 Kilometer nördlich von Santiago de Chile auf einer Höhe von 2400 Metern über dem Meeresspiegel gelegen.
Das Bild wurde von Malte Tewes aufgenommen, einem Astronomen an der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne in der Schweiz.
Tewes hat das Bild in der „Your ESO Pictures“-Flickrgruppe hochgeladen. Die Flickrgruppe wird regelmäßig durchgesehen, und die besten Aufnahmen werden als Bild der Woche oder in unser Bildergalerie veröffentlicht.
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Wings for Science fliegt über den Paranal
Diese einzigartige Luftaufnahme des Paranal-Observatoriums wurde im Dezember 2012 von Clémentine Bacri und Adrien Normier aufgenommen, die mit einem speziellen, umweltfreundlichen Ultraleichtflugzeug [1] ein Jahr lang um die Welt fliegen. Das eindrucksvolle Bild zeigt die natürliche Schönheit der Landschaft, in der mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO eine der besten astronomischen Einrichtungen überhaupt angesiedelt ist. Auf dem Bild sind die vier einzelnen 8,2-Meter-Teleskope auf dem Gipfel des Cerro Paranal zu erkennen.
Die ESO hat eine fortlaufende Partnerschaft mit dem ORA „Wings for Science“-Projekt (engl. „Flügel für die Wissenschaft“), einer gemeinnützigen Unternehmung, die öffentlichen Forschungsorganisationen Luftunterstützung anbietet. Die zwei Besatzungsmitglieder von Wings for Science sind unter anderem über den Observatorien im Norden Chiles geflogen, bevor sie Südamerika verlassen und nach Australien weitergezogen sind. Auf ihrer Reise haben sie Wissenschaftlern ihre Hilfe aus der Luft angeboten, und haben sie beispielsweise bei Luftprobenahmen, auf dem Gebiet der Archäologie, bei Beobachtungen zur Biodiversität oder bei der 3D-Geländeerfassung unterstützt.
Kurze Filmsequenzen und herausragende Fotografien, die während der Flüge produziert werden, werden für Ausbildungszwecke und zur Darstellung lokaler Forschung eingesetzt. Ihre Rundflüge begannen im Juni 2012 und endeten am 17. Juni 2013 mit einer Landung auf der Pariser Luftfahrtausstellung.
Endnoten
[1] Der Ultraleichtflieger ist eine preisgekrönte Pipistrel Virus SW 80 der NASA, die auf 100 Kilometern nur 7 Liter Treibstoff verbraucht – weniger als die meisten Autos.
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Maëlles neues Spielzeug
Astronomie und Teleskope können manchmal das Kind in uns zum Vorschein bringen. Als ein Beleg der menschlichen Wissbegierde bauen Astronomen immer neue, größere Instrumente in abgelegenen Orten auf der ganzen Welt.
An einem Familientag am Paranal-Observatorium in den chilenischen Anden hat ESO-Astronom Julien Girard diesen Schnappschuss von seiner Tochter aufgenommen. Dank einem perspektivischen Trick scheint die kleine Maëlle in die offene Kuppel von einem der 1,8-Meter-Hilfsteleskope des Very Large Telescopes (VLT) der ESO zu schauen. Obwohl die Teleskope für ernsthafte wissenschaftliche Forschung verwendet werden, können Astronomen sich manchmal wie kleine Kinder beim Spiel mit ihren großen „Spielzeugen“ fühlen.
Julien Girard ist ein in Chile ansässiger ESO-Astronom und ESO-Fotobotschafter, der am VLT arbeitet. Er ist Instrumentenwissenschaftler für das NACO-Instrument mit adaptiver Optik an VLT-Hauptteleskop 4. Er hat das Bild in der „Your ESO Pictures“-Flickrgruppe hochgeladen, von wo es als Bild der Woche ausgewählt wurde.
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- Die ESO-Fotobotschafter
- Julien Girards Flickr-Bilderstream
- Die “Your ESO Pictures” Flickr-Gruppe
- Die Ankündigung zu "Your ESO Pictures"
Europäische Antennen an der ALMA Operations Support Facility
Auf diesem Foto sehen wir Antennenschüsseln, die Teil des Atacama Large Millimeter/submillimeter Arrays (ALMA) werden sollen. Die drei Antennen im Vordergrund wie auch einige im Hintergrund wurden von der ESO im Rahmen eines Vertrags mit dem europäischen AEM-Konsortium [1] als Beitrag zu ALMA geliefert. In Summe lieferte die ESO 25 der Antennenschüsseln mit 12 Metern Durchmesser. Weitere 25 der 12-Meter-Antennen lieferte der nordamerikanische ALMA-Partner und der Rest – ein Satz von zwölf 7-Meter-Antennen und vier 12-Meter Antennen, die das Atacama Compact Array bilden, wurden vom ostasiatischen ALMA-Partner bereitgestellt.
Die Antennen sind hier an der ALMA Operation Support Facility (OSF) in den Gebirgsausläufern der chilenischen Anden auf einer Höhe von 2900 Metern zu sehen. Die Antennenschüsseln im Vordergrund stehen auf der AEM Site Erection Facility, wo die Antennen montiert und vor der Übergabe an das Observatorium gründlich getestet werden. Die Antennen in Vordergrund wurden bereits übergeben und durchlaufen weitere Tests oder die empfindlichen Empfänger werden installiert. Wenn die Antennen dann fertig sind, werden sie zur ALMA Operations Site auf das Chajnantor-Plateau in einer Höhe von 5000 Meter gebracht. Hier treffen sie ihre Pendants, mit denen sie das ALMA Antennenfeld bilden, das einige der tiefgreifendsten Fragen unserer kosmischen Ursprünge untersuchen wird. Selbst wenn alle Antennen fertig sind, wird die OSF das Zentrum der Aktivitäten für den täglichen Betrieb von ALMA sein: als Arbeitsplatz für Astronomen und Arbeitsgruppen, die für den Betrieb des Observatoriums verantwortlich sind.
Am Horizont liegt die Bergkette der Anden, der höchste Gipfel gehört zum konischen Vulkankegel des Licancabur. Der Licancabur markiert die Grenze von Chile zu Bolivien und dominiert die Landschaft der Gegend.
Das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) ist eine internationale astronomische Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb ist die ESO federführend für den europäischen Beitrag, das National Radio Astronomy Observatory (NRAO) für den nordamerikanischen Beitrag und das National Astronomical Observatory of Japan für den ostasiatischen Beitrag. Dem Joint ALMA Observatory (JAO) obliegt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.
Endnoten
[1] Das AEM-Konsortium wird von Thales Alenia Space, European Industrial Engineering und MT-Mechatronics gebildet.
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Mondschein und Zodiakallicht über La Silla
Was aussieht wie eine futuristische Stadt aus einer Science Fiction-Geschichte, die hoch über den Wolken schwebt, ist das am längsten in Betrieb befindliche Observatorium der ESO, La Silla. Dieses Foto wurde von dem Astronomen Alan Fitzsimmons direkt nach Sonnenuntergang in unmittelbarer Umgebung des 3,6 -eter-Teleskops der ESO aufgenommen. Der Mond befindet sich gerade außerhalb des Bildausschnitts und taucht das Observatorium in ein unheimliches Licht, das von den tieferliegenden Wolken reflektiert wird.
Die sehr schwache, leuchtend goldene Lichtsäule, die gerade aus Wolken hinausragt, die noch von der Sonne erleuchtet werden, ist das sogenannte Zodiakallicht. Es wird durch Sonnenlicht hervorgerufen, das von Staubpartikeln zwischen der Sonne und den Planeten gestreut wird. Es kann nur direkt nach Sonnenuntergang oder direkt vor Sonnenaufgang zu bestimmten Zeiten des Jahres und von guten Standorten aus beobachtet werden.
Auf dem Bild kann man mehrere Teleskope erkennen: Bei der großen, eckigen Konstruktion am Ende der Straße handelt es sich zum Beispiel um das New Technology Telescope (NTT). Um seinem Namen gerecht zu werden, wurde es bei seiner Fertigstellung 1989 mit eine Anzahl neuartiger Technologien ausgestattet. So wurde es das erste Teleskop überhaupt, das mit einer voll aktiven Optik und einem achteckigen Schutzbau ausgestattet war. Viele der Technologien des NTTs wurden beim Very Large Telescope der ESOmit aufgenommen.
Bei der Kuppel rechts im Vordergrund handelt es sich um das Schweizer Leonhard-Euler-Teleskop, das nach dem berühmten Schweizer Mathematiker Leonhard Euler (1707-1783) benannt wurde.
Fitzsimmons hat dieses Foto in der „Your ESO Pictures"-Flickr-Gruppe veröffentlicht. Die Flickr-Gruppe wird regelmäßig durchgesehen, und die besten Aufnahmen werden als Bild der Woche oder in unser Bildergalerie veröffentlicht.
Blitz und Donner
Auf diesem elektrisierenden Bild, aufgenommen am Freitag, dem 7. Juni 2013, entlädt ein wilder Gewittersturm seinen gewaltigen Zorn über dem Cerro Paranal. Die riesigen Schutzbauten der vier VLT-Hauptteleskope, jedes von ihnen mit einer Höhe von einem achtstöckigen Gebäude, erscheinen klein unter den Einschlägen des gewaltigen Sturms.
Am linken Bildrand ist ein Stern hervorgekommen, um die Show zu beobachten – ein einzelner Lichtpunkt am verdunkelten Himmel. Es handelt sich um Prokyon, einen hellen Doppelstern im Sternbild Kleiner Hund.
Schon Wolken sind am Paranal-Observatorium der ESO nur selten anzutreffen. Im Schnitt gibt es pro Jahr erstaunliche 330 klare Tage. Blitze sind noch seltener, da das Observatorium einer der trockensten Orte auf der Welt ist: Die Atacamawüste im Norden Chiles, 2600 Meter über dem Meeresspiegel gelegen. Wenn Wolken vorhanden sind, liegt das Observatorium die meiste Zeit über ihnen.
Während seiner 16-jährigen Arbeitszeit als Ingenieur am Paranal hat ESO-Fotobotschafter Gerhard Hüdepohl zuvor nur einmal Blitze gesehen – deshalb griff er sich sofort seine Kamera und wagte sich in die Elemente hinaus, um diese einzigartige Ansicht aufzunehmen.
Anstieg und Abfall einer Supernova
Ein ungewöhnliches neues Video zeigt den schnellen Helligkeitsanstieg und das langsamere Verblassen einer Supernovaexplosion in der Galaxie NGC 1365. Die Supernova mit der Bezeichnung SN 2012fr wurde am 27. Oktober 2012 vom französischen Astronomen Alain Klotz entdeckt. Die Aufnahmen wurden mit dem kleinen Roboterteleskop TAROT gemacht, das sich am La Silla-Observatorium der ESO in Chile befindet, und wurden zu diesem einzigartigen Video zusammengestellt.
Supernovae sind das Ergebnis der Explosion und dem katastrophalen Tod bestimmter Typen von Sternen. Sie werden so hell, dass sie die Leuchtkraft ihrer Heimatgalaxie für mehrere Wochen überstrahlen können, bevor sie langsam aus der Sicht verschwinden.
Die Supernova 2012fr [1] wurde am Nachmittag des 27. Oktobers 2012 von Alain Klotz entdeckt. Er war damit beschäftigt, die Helligkeit eines schwachen variablen Sterns auf einem Bild des robotischen Teleskops TAROT (Télescope à Action Rapide pour les Objets Transitoires) am La Silla-Observatorium der ESO zu messen, als er ein neues Objekt bemerkte, das auf einem Bild nicht vorhanden war, das drei Tage vorher aufgenommen wurde. Nach weltweiter Überprüfung mit Teleskopen und durch Astronomen wurde das Objekt als eine Supernova vom Typ Ia bestätigt.
Einige Sterne werden von einem zweiten Stern begleitet, beide kreisen um das gemeinsame Schwerkraftzentrum. In einigen Fällen ist einer von ihnen ein alter Weißer Zwerg, der seinem Begleiter Materie stiehlt. An einem bestimmten Punkt hat der Weiße Zwerg so viel Materie angesammelt, dass er instabil wird und explodiert. Dies bezeichnet man als Typ Ia-Supernova.
Diese Art von Supernova ist sehr wichtig, da sie den verlässlichsten Weg bietet, die Abstände von sehr weit entfernten Galaxien zu bestimmen. Bei Entfernungen über die Lokale Gruppe von Galaxien hinaus müssen Astronomen sehr helle Objekte mit vorhersagbaren Eigenschaften finden, die als Entfernungsmaß nutzbar sind, um bei der Kartierung der Expansionsgeschichte des Universums nützlich zu sein. Typ Ia-Supernovae sind dafür ideal geeignet, da ihr Helligkeitsanstieg und -abfall fast für jede Explosion vergleichbar ist. Messungen der Entfernungen zu Typ Ia-Supernovae führten zur Entdeckung der beschleunigten Explosion des Universums, für diese Arbeit wurde im Jahr 2011 der Nobelpreis für Physik verliehen.
Die Heimatgalaxie der Supernova ist NGC 1365 (siehe auch potw1037a), eine elegant aussehende Balkenspiralgalaxie, die etwa 60 Millionen Lichtjahre entfernt in Richtung des Sternbild Fornax (der chemische Ofen) liegt. Mit einem Durchmesser von ungefähr 200.000 Lichtjahren hebt sie sich von den anderen Galaxien im Fornaxhaufen deutlich heraus. Ein riesiger, gerader Balken läuft durch die Galaxie und enthält den Kern in ihrem Zentrum. Die neue Supernova ist leicht gerade oberhalb des Kerns zu finden, etwa in der Mitte des Bildes.
Astronomen haben im Jahr 2012 etwa 200 neue Supernovae entdeckt, von denen SN 2012fr die hellste ist. Die Supernova wurde erstmals am 27. Oktober 2012 beobachtet, als sie noch sehr schwach war und sie erreichte ihr Helligkeitsmaximum am 11. November 2012 [2]. Sie konnte dann als ein schwacher Stern schon mit einem mittelgroßen Amateurteleskop beobachtet werden. Das Video wurde aus Serie von Einzelaufnahmen von der Galaxie erzeugt, die über drei Monate hinweg aufgenommen wurden: von der Entdeckung im Oktober bis Mitte Januar 2013.
TAROT ist ein optisches 25-Zentimeter-Roboterteleskop mit der Möglichkeit sehr schneller Positionierung, so dass eine Beobachtung innerhalb einer Sekunde starten kann. Es wurde im Jahr 2006 am La Silla-Observatorium zur Detektion von Gammastrahlungsausbrüchen installiert. Die Bilder, die SN 2012fr sichtbar gemacht haben, wurden mit Blau-, Grün- und Rotfiltern aufgenommen.
Endnoten
[1] Supernovae werden anhand ihres Entdeckungsjahrs und in der Reihenfolge ihrer Entdeckungen anhand der Buchstaben des Alphabets indiziert. Die Tatsache, dass die Supernova durch ein französisches Team entdeckt wurde und durch die Buchstaben „fr“ indiziert wird, ist purer Zufall.
[2] Zu dieser Zeit lag die Helligkeit bei Magnitude 11,2. Das ist etwa 200mal schwächer, als dass sie noch mit dem unbewaffneten Auge in einer klaren und dunklen Nacht beobachtet werden könnte. Wenn die Supernova zum Zeitpunkt ihrer größten Helligkeit in derselben Entfernung wie die Sonne vom Beobachter gestanden hätte, wäre die Supernova etwa 300 Millionen heller als die Sonne gewesen.
Links
- Video: TAROT entdeckt eine helle Supernova in NGC 1365
- Video: TAROT entdeckt eine helle Supernova in NGC 1365 (gekürzt)
Kontaktinformationen
Alain Klotz
Institut de Recherche en Astrophysique et Planetologie
Toulouse, Frankreich
Tel: +33 05 61 55 66 66
E-Mail: alain.klotz@irap.omp.eu
Richard Hook
ESO, La Silla, Paranal, E-ELT & Survey Telescopes Press Officer
Garching bei München
Tel: +49 89 3200 6655
Mobil: +49 151 1537 3591
E-Mail: rhook@eso.org
Drei Planeten tanzen über La Silla
Für Fotografen und Astronomen gleichermaßen bietet sich zur Zeit eine ganz besondere Augenweide: Am Himmel zeigt sich das Phänomen der Syzygie bei der drei (oder mehr) Himmelskörper nahezu in einer Linie am Himmel stehen. Wenn Himmelsobjekte eine ähnliche ekliptikale Länge haben, nennt man diesas Ereignis eine Dreifach-Konjunktion. Zwar handelt es sich dabei nur um eine perspektivische Erscheinung, aber das macht es nicht weniger spektakulär. In diesem Fall sind die drei Himmelskörper drei helle Planeten unseres Sonnensystems, und die einzige Voraussetzung zur Beobachtung des Ereignisses ist eine freie Sicht auf den Himmel bei Sonnenuntergang.
Eine solche Gelegenheit hatte ESO-Fotobotschafter Yuri Beletsky, der am Sonntag, dem 26. Mai im Norden Chiles die Chance hatte, dieses eindrucksvolle Bild vom La Silla Observatorium der ESO aus aufzunehmen. Um die Kuppeln der Teleskope herum gruppieren sich die drei Planeten – Jupiter (oben), Venus (links) und Merkur (recht unten) – und vollführen ihren kosmischen Tanz.
Eine Planetennonstellation wie diese gibt es nur alle paar Jahre. Zuletzt konnte man etwas ähnliches im Mai 2011 beobachten, und ein nächstes Mal wird es nicht vor Oktober 2015 geben. Das himmlische Dreieck war am besten in den letzten Maiwochen sichtbar, aber man kann auch in diesen Tagen immer noch einen Blick auf die drei Planeten werfen und sie auf ihrer Reise über den Himmel bei ihrem sich stetig ändernden Arrangement begleiten.
Bilder
Wellen am chilenischen Nachthimmel
Auf den ersten Blick sieht diese hypnotisierende Bild aus wie Wellen, die von einem in einen See geworfenen Stein verursacht werden. In Wirklichkeit sind sie das Ergebnis der scheinbaren Bewegung der Sterne über den südlichen Himmel und etwas Magie des Fotografen. Das Bild wurde auf dem Cerro Armazones aufgenommen, einem Berggipfel mit einer Höhe von 3000 Metern über dem Meeresspiegel, der im zentralen Teil der Atacamawüste in den chilenischen Anden liegt.
Die langen, hellen Streifen sind Strichspuren und jeder von ihnen markiert den Weg eines einzelnen Sterns über den dunklen Nachthimmel. Indem man den Kameraverschluss für eine lange Zeit öffnet, wird die für das bloße Auge unmerkliche Bewegung der Sterne sichtbar gemacht. Belichtungszeiten von nur 15 Minuten sind lang genug, um den Effekt sichtbar zu machen. In diesem Fall überlagerte der Fotograf mehrere viel kürzere Belichtungen zu dem endgültigen Bild. Das für diese Aufnahme verwendete Weitwinkelobjektiv zeigt den Himmelspol zur Rechten und den Himmelsäquator gerade oberhalb des kleinen Turms.
Die fantastische Anzahl der vorhandenen Strichsspuren in diesem Bild demonstriert die unbeschreibliche Qualität des Nachthimmels auf dem Armazones: Die Atmosphäre ist auf dem abgelegenen Berggipfel ist dank der nicht vorhandenen Lichtverschmutzung extrem klar. Dies ist einer der Gründe, warum dieser Berg als Standort für das zukünftige größte Teleskop der Welt für das sichtbare Licht gewählt wurde, das European Extremely Large Telescope (E-ELT).
Die Galaxis bewundern
Selbst für den erfahrendsten Astronomen ist es schwierig, der Versuchung zu widerstehen, sich während eines hektischen Beobachtungsplans ein wenig Zeit zu nehmen, innezuhalten und einen Blick an den prächtigen Südsternhimmel zu werfen. Dieses Foto ist ein Selbstportrait von Astronom Alan Fitzsimmons, der es zwischen zwei Beobachtungssitzungen am La Silla-Observatorium der ESO aufgenommen hat.
Dieses ausdrucksstarke Foto zeigt den Kontrast zwischen einer einfachen, ruhigen und dunklen Gestalt auf der Erde und dem glanzvollen und hellen sternbedeckten Nachtimmel. Auf diesem Bild wird der Himmel durch die riesige Ansammlung von Sternen und Staub dominiert, die das Zentrum der Milchstrasse bilden, unserer Heimatgalaxie.
Die Observatorien der ESO liegen im Norden Chiles in der Atacamawüste, einer Region mit nur wenigen Bewohnern, was sowohl zu sehr dunklen Nächten bei zusätzlich extrem klaren atmossphärischen Bedingungen führt. Beide Faktoren führen zu qualitativ hochwertigen Beobachtungen.
La Silla ist das erste Observatorium der ESO. Eingeweiht im Jahr 1969 beheimatet es eine große Anzahl von Teleskopen mit Spiegeldurchmessern von bis zu 3,6 Metern. Mit mehr als 300 klaren Nächten pro Jahr ist La Silla ein idealer Standort für leistungsfähige Beobachtungsinstrumente, gleichzeitig aber auch ein fabelhafter Ort, um innezuhalten und einen Blick an den Nachthimmel zu werfen.
Fitzsimmons hat dieses Foto in der „Your ESO Pictures"-Flickr-Gruppe veröffentlicht. Die Flickr-Gruppe wird regelmäßig durchgesehen, und die besten Aufnahmen werden als Bild der Woche oder in unser Bildergalerie veröffentlicht.
Die Milchstraße prangt über dem verschneiten La Silla
In den Randbereichen der Atacamawüste, weit entfernt von den lichtverschmutzten Städten im Norden Chiles, ist der Himmel nach Sonnenuntergang pechschwarz. So ein dunkler Himmel ermöglicht einige der besten astronomischen Beobachtungen – auf einer Höhe von 2400 Metern. Das La Silla-Observatorium der ESO hat eine unbeschreiblich klare Sicht auf den Nachthimmel. Trotz des abgelegenen, hohen und trockenen Standorts kann man aber nicht immer den Wetterbedingungen entkommen, die in den Wintermonaten herrschen, wenn eine Schneedecke auf dem Berggipfel und seinen Teleskopschutzbauten liegt.
Dieses Bild zeigt ein winterliches La Silla unter dem Sternenzelt unserer Milchstraße, die als Band schräg durch das Bild verläuft. Sichtbar sind (von rechts nach links) das 3,6-Meter-Teleskop der ESO, das 3,58-Meter New Technology Telescope (NTT), das 1-Meter Schmidt Teleskop der ESO und das ESO/MPG 2,2-Meter-Teleskop, auf dessen Schutzbau Schnee liegt. Die kleine Kuppel des stillgelegten Coude-Teleskops ist angrenzend an das 3,6-Meter Teleskop erkennbar. Zwischen diesem und dem NTT liegen die Wassertanks des Observatoriums.
Der Anblick von Schnee auf La Silla mag zunächst überraschen, aber die hochgelegenen ESO-Anlagen können im Jahresverlauf sowohl heiße als auch kalte Temperaturen erreichen, und leiden gelegentlich auch unter harten Wetterverhältnissen.
Dieses Foto wurde von José Francisco Salgado aufgenommen, einem der ESO-Fotobotschafter.
Lore in Bewegung
Auf diesem Foto befördert Lore, einer der ALMA-Transporter, eine der 7-Meter-Antennenschüsseln von ALMA, dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array. Lore und ihr Zwilling Otto sind zwei gelbe 28-rädrige Vehikel, die gebaut wurden um die ALMA-Antennen auf dem Chajnantor-Plateau auf einer Höhe von 5000 Metern zu bewegen. Auf diese Art und Weise wird das Antennenfeld für die optimale Beobachtung eines Himmelsobjekts konfiguriert. Die Transporter bringen die Antennen auch zur Wartung von Chajnantor zur tiefer gelegenen Operations Research Facility.
ALMA besteht aus fünfzig Antennen mit 12 Metern Durchmesser und einem zusätzlichen Antennenfeld mit zwölf 7-Meter Antennen, das man das Atacama Compact Array (ACA) nennt. Lore hat auf diesem Foto eine der kleineren ACA-Antennen mit 7 Metern Durchmesser geladen. Die 12-Meter Antennen des Hauptantennenfelds können nicht näher als 15 Meter nebeneinander stehen, da sie sonst kollidieren würden. Da aber der kleinste Abstand zwischen den Antennen die maximaleGröße von Strukturen begrenzt, die sie am Himmel erfassen können, kann das Hauptantennenfeld die größten Strukturen ausgedehnter Objekte – wie riesige Wolken molekularen Gases in der Milchstraße oder nahe gelegene Galaxien – nicht beobachten. Das ACA wurde speziell konzipiert, um ALMA zu helfen diese ausgedehnten Objekte besser beobachten zu können. Seine kleineren 7-Meter Antennen können näher zusammengerückt werden und ermöglichen so auch die Vermessung größerer Strukturen als das nur mit dem Hauptantennenfeld möglich wäre.
Die auffälligen eisigen Stacheln im Vordergrund sind sogenanntes Büßereis. Dabei handelt es sich um ein kurioses natürliches Phänomen, das man in großer Höhe beobachten lässt, typischerweise auf mehr als 4000 Metern über dem Meeresspiegel. Das Büßereis besteht aus dünnen Schneiden von verhärtetem Schnee oder Eis, die in Richtung der Sonne zeigen und Höhen von einigen Zentimetern bis zu mehreren Metern erreichen.
ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.
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Wings for Science fliegt über ALMA
Dieses wunderschöne Bild, aufgenommen im Dezember 2012, zeigt die Antennenschüsseln des derzeit größten astronomischen Projekts, des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) [1], auf dem Chajnantor-Plateau in den chilenischen Anden. die größeren Antennen haben einen Durchmesser von 12 Metern, während die kleineren Antennen, die sich in der Bildmitte zusammendrängen und dort das ALMA Compact Array (ACA) bilden, einen Durchmesser von 7 Metern haben. Nach der Fertigstellung wird ALMA aus insgesamt 66 Antennenschüsseln bestehen.
Die ESO ist eine Partnerschaft mit dem ORA „Wings for Science“-Projekt (engl. „Flügel für die Wissenschaft“) eingegangen, einer gemeinnützigen Unternehmung, die öffentlichen Forschungsorganisationen während einer Reise um die Welt Luftunterstützung anbietet. Die zwei Besatzungsmitglieder von Wings for Science, Clémentine Bacri und Adrien Normier, fliegen in einem speziellen, umweltfreundlichen Ultraleichtflieger [2] und bieten Wissenschaftlern Luftunterstützung, zum Beispiel bei Luftprobennahmen, Archäologie, Beobachtungen zur biologischen Artenvielfalt oder 3D-Geländeerfassung.
Kurze Filmsequenzen und herausragende Fotografien, die während der Flüge produziert werden, werden für Ausbildungszwecke und zur Darstellung lokaler Forschung eingesetzt. Ihre Rundflüge begannen im Juni 2012 und werden im Juni 2013 mit einer Landung auf der Pariser Luftfahrtausstellung beendet.
Endnoten
[1] Das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) ist eine internationale astronomische Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Von europäischer Seite aus wird ALMA über die Europäische Südsternwarte (ESO) finanziert, in Nordamerika von der National Science Foundation (NSF) der USA in Zusammenarbeit mit dem kanadischen National Research Council (NRC) und dem taiwanesischen National Science Council (NSC), und in Ostasien von den japanischen National Institutes of Natural Sciences (NINS) in Kooperation mit der Academia Sinica (AS) in Taiwan. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb ist die ESO federführend für den europäischen Beitrag, das National Radio Astronomy Observatory (NRAO), das seinerseits von Associated Universities, Inc. (AUI) betrieben wird, für den nordamerikanischen Beitrag und das National Astronomical Observatory of Japan für den ostasiatischen Beitrag. Dem Joint ALMA Observatory (JAO) obliegt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.
[2] Der Ultraleichtflieger ist eine preisgekrönte Pipistrel Virus SW 80 der NASA, die auf 100 Kilometern nur 7 Liter Treibstoff verbraucht – weniger als die meisten Autos.
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Silber und Blau auf dem Paranal
Was anderswo auf der Welt als wunderschöner klarer Tag gelten würde, ist ein ungewöhnlich bewölkter Tag am Paranal-Observatorium der ESO in der chilenischen Atacamawüste. Da dies einer der trockensten Orte auf der Erde ist, ist es sehr ungewöhnlich, Wolken am Himmel zu sehen. Viele der Astronomen und Techniker, die dort gearbeitet haben, empfinden den wolkenlosen Himmel als einen der eindrucksvollsten Dinge bei der Arbeit in der Atacamawüste. Dieses traumhafte 360-Grad-Panorama, das aus 15 Einzelaufnahmen besteht, die vom externen ESO-Mitarbeiter Dirk Essl aufgenommen wurden, zeigt einen der seltenen Tage mit Wolken am Paranal. Einige der zarten Schleierwolken kann man über den Schutzbauten des Very Large Telescopes sehen. Diese Wolken bilden sich in großen Höhen und bestehen aus kleinen Eiskristallen.
Die Regenmenge am Paranal-Observatorium liegt bei weniger als 10 Millimetern pro Jahr und ist einer der Gründe, warum der 2600 Meter hohe Berg als Standort für das Very Large Telescope der ESO ausgewählt wurde. Dieses Panorama zeigt die vier Hauptteleskope des VLTs und die vier kleineren Hilfsteleskope in ihren runden Schutzbauten, eins im Vordergrund und die weiteren weiter entfernt. Über die Schienen im Boden können die Hilfsteleskope an unterschiedliche Positionen gefahren werden.
Essl hat dieses Foto in der „Your ESO Pictures"-Flickr-Gruppe veröffentlicht. Die Flickr-Gruppe wird regelmäßig durchgesehen, und die besten Aufnahmen werden als Bild der Woche oder in unser Bildergalerie veröffentlicht.
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- Dieses Foto in Dirk Essls Flickr-Fotostream
- Dirk Essls Flickr-Fotostream
- Die “Your ESO Pictures”-Flickr-Gruppe
- Ankündigung von “Your ESO Pictures"
Im Bann der Magellanschen Wolken
Diese wunderschöne Aufnahme des Atacama Large Millimeter/submillimeter Arrays (ALMA), die die Antennenschüsseln des Observatoriums unter einem atemberaubenden sternklaren Nachthimmel zeigt, stammt von Christoph Malin, einem der ESO-Fotobotschafter. Es ist ein Standbild aus einem seiner aufwändig erzeugten Zeitraffervideos von ALMA, das ebenso verfügbar ist (siehe ann12099).
Auf einer Höhe von 5000 Metern auf dem Chajnantor-Plateau gelegen ist ALMA das weltweit leistungsstärkste Observatorium zum Studium des Universums bei Submillimeter- und Millimeterwellenlängen. Die Bauphase für ALMA wird noch in diesem Jahr abgeschlossen sein. Insgesamt werden dann 66 dieser Hochpräzisionsantennen an der Anlage arbeiten.
Hell am Himmel leuchtend stehen über den Antennenschüsseln die Kleine und die Große Magellansche Wolke. Diese nahegelegenen irregulären Zwerggalaxien sind auch mit dem bloßen Auge auffällige Objekte auf der Südhalbkugel der Erde. Die beiden Galaxien umkreisen die Milchstraße - unsere eigene Galaxis - und es gibt Hinweise darauf, dass beide durch die Interaktion bei nahen Begegnungen mit der Milchstraße stark verformt wurden.
ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.
Links
- ALMA-Zeitraffersequenzen 2012
- Weitere Informationen über ALMA bei der ESO
- Das Joint ALMA Observatory
- Die ESO-Fotobotschafter
Ein glitzerndes Band von Sternen – die südliche Milchstraße über La Silla
Dieses Panoramafoto, aufgenommen von Alexandre Santerne, zeigt eine Innenansicht der Scheibenebene der Milchstraße, unserer Heimatgalaxie, während einer kalten Winternacht mit etwas Schnee am La Silla-Observatorium der ESO in Chile. Von unserem Standpunkt mittendrin erscheint die Milchstraßenebene als ein glitzerndes Band von Sternen, das sich über den Himmel spannt. In diesem Panorama wird die Milchstraße durch die Weitwinkelprojektion in einen Bogen verzerrt.
Auf der linken Seite des Bildes blickt gerade noch das 3.6-Meter-Teleskop der ESO über den Hügel, das den weltweit führenden Exoplanetenjäger HARPS (High Accuracy Radial velocity Planet Searcher) beheimatet. Auf der gegenüberliegenden Seite steht das schweizerische Leonhard Euler Teleskop, gebaut und betrieben durch das Observatoire de Geneve.
Es gibt mehrere Gründe dafür, warum La Silla insgesamt so ein idealer Ort für die Beobachtung des Nachthimmels und speziell der Milchstraße ist: Erstens liegt es auf der Südhalbkugel der Erde und gewährt uns so eine bessere Ansicht der dichten Zentralregion unserer Galaxis und zweitens liegt es in einer Höhe von 2400 Metern über dem Meeresspiegel, mit dunklen Nächten und einer klarer Luft weit entfernt von Licht- und Luftverschmutzung der Städte.
Alexandre Santerne hat dieses Foto in der Your ESO Pictures Flickr-Gruppe veröffentlicht. Die Flickr-Gruppe wird regelmäßig überprüft, um die schönsten Bilder als Bild der Woche oder in unseren Bildergalerien veröffentlichen zu können. Nach dem Einreichen dieses Bildes wurde Santerne zum ESO-Fotobotschafter ernannt.
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- Dieses Foto mit Kommentaren im Flickr-Stream von Alexandre Santerne
- Alexandre Santerne’s Flickr-Bilderstream
- Die “Your ESO Pictures” Flickr-Gruppe
- Die Ankündigung zu "Your ESO Pictures"
- Die ESO-Fotobotschafter
Sterne kreisen über der Residencia am Cerro Paranal
Dieses Bild von ESO-Fotobotschafter Farid Char zeigt eine wunderschöne und sternreiche dynamische Ansicht des Südsternhimmels über der Residencia, dem „Hotel" am Paranal-Observatorium der ESO in Chile.
Um die Bewegung der Sterne aufgrund der Rotation der Erde durch wirbelnde Strichspuren zu verdeutlichen, belichtete Char das Bild 30 Minuten lang. Im Zentrum liegt als scheinbarer Ruhepunkt der südliche Himmelspol. Zur Linken und am oberen Bildrand sind die Große und Kleine Magellansche Wolke – zwei Nachbargalaxien der Milchstraße – als verwaschene Flecken sichtbar.
Die dunkle gläserne Kuppel unterhalb der kreisenden Sterne ist Teil des Dachs vom Residencia-Gebäude. Die einzigartige, teilweise unterirdische Konstruktion wird seit dem Jahr 2002 von Wissenschaftlern und Ingenieuren als Unterkunft genutzt, die am Observatorium arbeiten. Während des Tages leitet die 35-Meter-Kuppel Tageslicht in das Gebäude.
Auf dem Observatorium, das auf einem Berg in einer Höhe von 2600 Metern in der trockenen Atacama-Wüste liegt, fordern die herausragenden astronomischen Beobachtungsbedingungen ihren Preis: Die Menschen dort sind während des Tages intensivem Sonnenlicht ausgesetzt, und die sehr niedrige Luftfeuchtigkeit und die große Höhe können schnell zur Kurzatmigkeit führen. Zur Entspannung und zur Regeneration nach langen Arbeitsschichten auf dem Berggipfel wurde die künstliche Oase der Residencia mit einem kleinen Garten und einem Swimmingpool zur Befeuchtung der Luft, einem Speiseraum und anderen Erholungseinrichtungen geschaffen. Das Gebäude kann über 100 Menschen beherbergen.
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Die verlorene Galaxie
Dieses Bild stellt die Galaxie NGC 4535 im Sternbild Virgo (die Jungfrau) vor einem wunderschönen Hintergrund voller entfernter schwacher Galaxien dar. Ihre fast kreisrunde Gestalt zeigt, dass wir fast senkrecht von oben auf sie schauen. Im Zentrum der Galaxie befindet sich eine klar erkennbare Balkenstruktur, durchzogen von Staubstreifen, die am Ende des Balkens in scharfen Kurven in die Spiralarme übergehen. Die bläuliche Farbe der Spiralarme weist auf die Anwesenheit einer großen Zahl von heißen, jungen Sternen hin. Dagegen geben ältere und kältere Sterne dem zentralen Bulge eine gelblichere Erscheinung.
Das hier gezeigte Bild wurde mit dem FORS1-Instrument am 8,2-Meter-Very Large Telescope der ESO aufgenommen. NGC 4535 kann auch durch kleinere Amateurteleskope beobachtet werden und wurde von William Herschel im Jahr 1785 entdeckt. Bei der Beobachtung mit einem kleinen Teleskop hat NGC 4535 eine dunstige, geisterhafte Erscheinung, die den prominenten Amateurastronomen Leland S. Copeland in den 1950ern dazu inspirierten, sie als „The Lost Galaxy" oder auf Deutsch als „Die verlorene Galaxie" zu bezeichnen.
NGC 4535 ist eine der größten Galaxien des Virgohaufens, einem massereichen Haufen mit nicht weniger als 2000 Galaxien in einer Entfernung von ungefähr 50 Millionen Lichtjahren. Obwohl der Durchmesser des Virgohaufen nicht viel größer als der der Lokalen Gruppe ist – dem Galaxienhaufen zu dem die Milchstraße gehört – enthält er fast 50 mal so viele Galaxien.
Das Licht einfangen
Wissenschaftliche Teleskope werden häufig in Verbindung mit hochmodernen Kameras betrieben. Diese ermöglichen zusammen mit den großen Teleskopspiegeln, die als Lichtsammelfläche benötigt werden, den Astronomen, das schwache Licht weit entfernter Himmelsobjekte einzufangen. Aber auch ohne große Teleskope kann man mit Hilfe weniger anspruchsvoller Kameras wunderschöne Aufnahme erzeugen.
Astrofotografen nutzen meist konventionelle Kameras, um Bilder astronomischer Objekte einzufangen, häufig auch auf größeren Skalen als bei Beobachtungen mit großen Teleskopen. Manchmal zeigen sie in ihrer Komposition auch die umgebende Landschaft und erzeugen so wunderschöne Postkartenansichten des Universums, wie sie von der Erde aus beobachtet werden können.
Beispielsweise zeigt dieses Bild das 3.58-Meter-New Technology Telescope (NTT), das sich am La Silla-Observatorium der ESO befindet, wie es vor dem sternenübersäten Hintergrund des südlichen Sternhimmels steht. Hier kann man die auffallende Milchstraße – unsere Heimatgalaxis - als dunstigen, über den Himmel gespannten Streifen sehen. Dunkle Gebiete in der Milchstraße sind Bereiche, in denen das Licht der Hintergrundsterne durch interstellaren Staub verdeckt wird. Zusätzlich erscheint rechts des Teleskops die Große Magellansche Wolke als verwaschener Fleck am Himmel. Diese nahe, irreguläre Galaxie ist ein auffälliges Objekt am Südsternhimmel. Sie umkreist die Milchstraße, und es gibt starke Hinweise darauf, dass sie durch die Wechselwirkung mit der unserer eigenen Galaxis stark verformt wurde.
Dieses Bild wurde von Håkon Dahle aufgenommen, der das Foto in der „Your ESO Pictures"-Flickr-Gruppe veröffentlicht hat. Die Flickr-Gruppe wird regelmäßig durchgesehen, und die besten Aufnahmen werden als Bild der Woche oder in unser Bildergalerie veröffentlicht.
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- Dieses Foto in Håkon Dahles Flickr-Fotostream
- Håkon Dahles Flickr-Fotostream
- Die “Your ESO Pictures”-Flickr-Gruppe
- Ankündigung von “Your ESO Pictures"
Kometen und Sternschnuppen tanzen über dem Paranal
Diese beeindruckende Aufnahme stammt von Gabriel Brammer, einem der ESO-Fotobotschafter, und zeigt einen Sonnenuntergang am Paranal-Observatorium zusammen mit zwei Kometen, die sich am südlichen Himmel bewegen. Nahe dem Horizont auf der rechten Seite des Bildes zeigt Komet C/2011 L4 (PANSTARRS), der hellere der zwei Kometen, einen hellen Schweif, der hauptsächlich aus im Sonnenlicht reflektierenden Staubpartikeln besteht. In der Bildmitte, knapp über der rechten Bergflanke des Cerro Paranal, sieht man eine grünliche Koma, die neblige Hülle um den Kern des Kometen C/2012 F6 (Lemmon), der ein deutlich schwächerer Schweif folgt. Die grüne Farbe entsteht durch die Ionisation von Gas in der Koma durch das Sonnenlicht. Man könnte meinen, dass ein dritter Komet auf dem Foto sichtbar ist, aber das helle Objekt zwischen den Kometen Lemmon und PANSTARRS ist eine Sternschnuppe, die gerade zur richtigen Zeit und am richtigen Ort über den Himmel flitzt.
Schnee in der Atacamawüste
Die Atacamawüste ist einer der trockensten Orte der Welt. Mehrere Faktoren verursachen die trockenen Bedingungen dort: Die großartige Bergregion der Anden und die chilenische Küstenregion versperren Wolken aus dem Osten und dem Westen den Weg. Zusätzlich verhindert der kalte Humboldt-Strom im Pazifischen Ozean, der an der Küste eine Inversionsschicht aus kalter Luft erzeugt, die Bildung von Regenwolken. Außerdem erzeugen Hochdruckgebiete zirkulierende Winde im südöstlichen Pazifischen Ozean, aus denen sich Antizyklone bilden und so dabei helfen das Klima in der Atacamawüste trockenzuhalten. Die wüstenhaften Bedingungen waren ein wichtiger Faktor für die Standortwahl des Very Large Telescopes (VLT) auf dem Paranal. Am Paranal-Observatorium, das auf dem Berggipfel des Cerro Paranal steht, liegt die Niederschlagsmenge gewöhnlich unter 10 Millimetern pro Jahr und die Luftfeuchtigkeit fällt häufig unter 10%. Die Beobachtungsbedingungen sind mit über 300 klaren Nächten im Jahr exzellent.
Diese großartigen Bedingungen für astronomische Beobachtungen werden nur selten durch das Wetter gestört. Trotzdem besucht für vielleicht ein paar Tage im Jahr auch Schnee die Atacamawüste. Dieses Bild zeigt das wunderschöne Panorama des Cerro Paranal, das VLT steht auf dem Gipfel zur Linken und das VISTA-Durchmusterungsteleskop ist auf einem etwas kleineren Gipfel mit geringem Abstand rechts davon zu finden. Der blaue Himmel zeigt einen weiteren klaren und sonnigen Tag an. Etwas ist aber dennoch anders als sonst: Ein dünner Schleier aus Schnee hat die Landschaft der Wüste verwandelt und eine ungewöhnliche Ansicht seltener Schönheit erzeugt.
Dieses Foto wurde von ESO-Fotobotschafter Stephane Guisard am 1. August 2011 aufgenommen.
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Der Komet und der Laser
Gerhard Hüdepohl, einer der ESO-Fotobotschafter, hat dieses eindrucksvolle Bild vom Very Large Telescope (VLT) der ESO während eines Tests des neuen Lasers für das VLT am 14. Februar 2013 aufgenommen. Er wird ein wichtiger Teil des Laserleitsternsystems (engl. Laser Guide Star Facility oder abgekürzt LGSF) sein, der es Astronomen erlaubt, die Verzerrungen durch die permanente Bewegung der Luft in der Atmosphäre fast vollständig zu korrigieren, um so schärfere Bilder zu erhalten. Trotzdem fällt es schwer sich bei diesem Anblick nicht vorzustellen, dass ein futuristischer Laser gegen eine Rasse von Invasoren aus dem fernen Universum gerichtet ist.
Zusätzlich zur fantastische Aussicht auf die Milchstraße über den Teleskopen ist ein weiteres Detail zu erkennen, das dieses Bild zu etwas besonderem macht. Rechts von der Bildmitte, gerade unterhalb der Kleinen Magellanschen Wolke und fast versteckt zwischen Myriaden von Sternen am dunklen chilenischen Nachthimmel, erkennt man einen grünen Fleck mit einem schwachen, nach links gerichteten Schweif. Dabei handelt es sich um den jüngst entdeckten und heller als erwarteten Kometen Lemmon, der langsam über den südlichen Himmel zieht.
Superdünner Spiegel bei der ESO im Test
Diese besondere deformierbare Spiegelschale wurde bei der ESO in Garching entwickelt. Bei 1120 Millimetern Durchmesser hat sie eine Dicke von nur 2 Millimetern, viel dünner als die meisten Glasfenster. Der Spiegel ist so dünn, damit er flexibel genug ist, um seine reflektierende Oberfläche über magnetische Kräfte verformen zu können. Im Betrieb wird die Spiegeloberfläche permanent um kleine Beträge geändert, um den verschmierenden Effekt der Erdatmosphäre auszugleichen und so schärfere Bilder zu erhalten.
Der neue verformbare Sekundärspiegel (Deformable Secondary Mirror, kurz DSM) wird den vorhandenen Spiegel in einem der VLT-Hauptteleskope ersetzen. Der vollständige Aufbau der Sekundärspiegelstruktur beinhaltet einen Satz von 1170 Aktuatoren, die auf 1170 Magnete, die auf die Rückseite des dünnen Spiegels aufgeklebt wurden, Kräfte ausüben. Hochentwickelte spezielle Elektronikschaltungen kontrollieren das Verhalten der dünnen Spiegelschale. Die reflektierende Oberfläche kann sich mehrere tausendmal pro Sekunde mit der Hilfe der Aktuatoren verformen.
Das gesamte DSM-System wurde nach dem Abschluss von über acht Jahren ununterbrochener Entwicklungs- und Fertigungsarbeit durch die italienischen Firmen Microgate und ADS im Dezember 2012 an die ESO ausgeliefert. Dies ist der größte jemals hergestellte deformierbare Spiegel für astronomische Anwendungen und der modernste in der langen Entwicklungsreihe solcher Spiegel. Die umfangreiche Erfahrung der Lieferfirmen zeigt sich in der ausgezeichneten Leistung und der Zuverlässigkeit des Systems. Die Installation am VLT ist für das Jahr 2015 geplant.
Die Spiegelschale (ann12015) selbst wurde bei der französischen Firma REOSC hergestellt. Die Herstellung begann mit einem mehr als 70 Millimeter dicken Block aus Zerodur Keramik, die von Schott Glas (Deutschland) geliefert wurde. Das meiste Material wurde abgeschliffen, um die endgültige hauchdünne Spiegelschale zu erhalten, die dauernd gestützt werden muss, da sie extrem zerbrechlich ist.
Links
- Die Abteilung für adaptive Optik bei der ESO
- Beschreibung der Adaptive Optics Facility (AOF) bei der ESO (PDF)
- Microgate
- ADS
- REOSC
- Schott Glas
Zeichnen mit Laserlicht
In einer klaren Nacht in Bayern begleiteten ESO-Mitarbeiter die Dreharbeiten zu einer ESOcast-Folge über das neuen kompakte Laserleitsternsystem der ESO, das hier an der Allgäuer Volkssternwarte Ottobeuren in Betrieb zu sehen ist. Mit dem Lichtschein ihrer Mobiltelefone haben sie während der langen Belichtungszeit für diese Aufnahme vor dem Observatorium die Buchstaben „ESO“ sichtbar gemacht. Etwas links vom senkrecht nach oben gerichteten Laserstrahl ist die Milchstraße erkennbar. Am Horizont über dem Observatorium sind die gestrichelten Spuren von Flugzeugen in größerer Entfernung sichtbar. Der Laser hat die Leistung von 20 Watt, und um Piloten und Passagiere zu schützen, wurde von der Deutschen Flugsicherung (verantwortlich für die Flugkontrolle in Deutschland) eine Flugverbotszone während der nächtlichen Beobachtungszeit eingerichtet.
Laserleitsterne sind künstliche Sterne, die in der Erdatmosphäre mit Hilfe von Laserstrahlen erzeugt werden. Der Laser regt Natriumatome in einer Schicht in 90 Kilometern Höhe zum Leuchten an und erzeugt so einen künstlichen Stern, der mit einem Teleskop beobachtet werden kann. Über die Vermessung des künstlichen Sterns können Instrumente mit adaptiver Optik bei Beobachtungen die Turnbulenz der Atmosphäre korrigieren.
Das innovative Konzept der ESO nutzt dabei einen leistungsstarken Laser, dessen Strahl mit einem kleinen Teleskop erzeugt wird, welches in einer modularen Einheit kombiniert ist und direkt an große Teleskope montiert werden kann. Das Konzept, das von der ESO patentiert und lizensiert wurde, wird in Form von vier baugleichen Lasereinheiten für das Very Large Telescope (VLT) zum Einsatz kommen. Die Einheiten werden auch eine Schlüsselrolle bei der Ausstattung des zukünftigen European Extremely Large Telescopes (E-ELT) spielen.
Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten wurde die Einheit getestet, um anschließend an das Paranal-Observatorium der ESO gebracht zu werden, der Heimat des VLTs.
Links
- Die ESOcast-Episode zu Laserleitsternen
- Weitere Informationen über das Wendelstein-Laserleitsternsystem
- Weitere Inforamtionen über die Allgäuer Volkssternwarte Ottobeuren
Sonnenuntergang am Paranal-Observatorium
Babak Tafreshi, einer der ESO-Fotobotschafter, hat ein wunderbares Bild vom bei Sonnenuntergang beleuchteten Paranal-Observatorium aufgenommen. Der wunderschöne klare Himmel verdeutlicht die ausgezeichneten atmosphärischen Bedingungen; ein Hauptgrund, warum die ESO den Paranal als Beobachtungsplatz für seine beste Anlage ausgewählt hat, das Very Large Telescope (VLT).
Das VLT – sichtbar auf dem Cerro Paranal mit einer Höhe von 2600 Metern, dem höchsten Gipfel auf dem Bild – ist das weltweit fortschrittlichste Observatorium für sichtbares Licht. Es besteht aus vier Hauptteleskopen mit einem Spiegeldurchmesser von jeweils 8,2 Metern und vier 1,8-Meter Hilfsteleskopen. Das VLT arbeitet im sichtbaren Licht wie auch bei Infrarotwellenlänge. Unter den bahnbrechenden Beobachtungen, die mit dem VLT gemacht wurden, finden sich das erste Bild eines Exoplaneten (siehe eso0515) und die Beobachtung der Umlaufbahnen von Sternen um das Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße (siehe eso0846 und eso1151).
Auf dem Paranal steht auch das VLT Survey Telescope (VST). Sein kleinerer Schutzbau kann gerade noch vor einem Schutzbau eines auf dem Berggipfel liegenden größeren VLT-Hauptteleskops ausgemacht werden. Das VST ist das jüngste Teleskop am Paranal. Erste Bilder wurden im Jahr 2011 veröffentlicht (siehe eso1119). Es hat einen Hauptspiegel mit 2,6 Metern Durchmesser, der es für die Durchmusterung des Himmels bei sichtbarem Licht zum größten Teleskop der Welt macht.
Ein weiteres Teleskop auf dem Paranal ist VISTA, das Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy, das hier auf einem anderen Gipfel im Vordergrund vom Cerro Paranal zu sehen ist. VISTA ist mit einem 4.1 Meter Spiegel das weltweit größte Durchmusterungsteleskop und arbeitet bei nahen Infrarot-Wellenlängen. Das Teleskop begann im Jahr 2009 mit seiner Arbeit (siehe eso0949).
Links
- Weitere Informationen über das Very Large Telescope
- Weitere Informationen über die Durchmusterungsteleskope am Paranal
- Die ESO Fotobotschafter
Ein intergalaktisches Schwergewicht
Diese Deep Field-Aufnahme zeigt eine sogenannten Galaxien-Superhaufen – eine riesige Gruppe von Galaxienhaufen, die gemeinsam wiederum eine Haufenstruktur bilden. Dieser Superhaufen, bekannt unter dem Namen Abell 901/902, besteht aus drei separaten Haupthaufen und einer größeren Anzahl von Galaxien-Filamenten, die typisch für solche Superstrukturen sind. Einer der Haufen, Abell 901a, ist etwas rechts von dem hellen roten Vordergrundstern nahe der Bildmitte zu sehen. Ein weiterer, Abell 901b, liegt nochmal weiter rechts von Abell 901a und etwas tiefer. Abschließend liegt der Haufen Abell 902 gerade unterhalb des roten Sterns in Richtung der unteren Bildkante.
Der Abell 901/902-Superhaufen liegt etwas weiter als 2 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt und enthält Hunderte von Galaxien in einer Region mit einem Durchmesser von 16 Millionen Lichtjahren. Zum Vergleich hat die lokale Gruppe, zu der auch unsere Milchstraße mit 50 weiteren Galaxien gehört, ungefähr einen Durchmesser von 10 Millionen Lichtjahren.
Dieses Bild wurde mit der Wide Field Imager (WFI)-Kamera am MPG/ESO 2,2-Meter- Teleskop aufgenommen, dass sich am La Silla-Observatorium in Chile befindet. Aus den WFI-Daten und weiteren Bildern vom NASA/ESA Hubble Space Telescope konnten Astronomen im Jahr 2008 eine Karte der Verteilung der Dunklen Materie in dem Superhaufen mit hoher Präzision erzeugen und damit zeigen, dass die Haufen und einzelnen Galaxien, die gemeinsam die Superstrukturen bilden, innerhalb enormer Verdichtungen Dunkler Materie liegen. Dafür untersuchten die Astronomen, wie das Licht durch den gravitativen Einfluss der im Haufen enthaltenen Dunklen Materie das Licht von 60.000 noch weiter entfernten Galaxien verformt und somit seine Verteilung verrät. Die Masse der vier größten Klumpen aus Dunkler Materie in Abell 901/902 wird auf über 10 Trillionen Sonnenmassen geschätzt.
Die hier gezeigten Beobachtungen sind Teil der COMBO-17-Durchmusterung, die mit 17 verschiedenen optischen Filtern der WFI-Kamera durchgeführt wurde. Das COMBO-17-Projekt hat bisher über 25000 Galaxien entdeckt.
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- Die COMBO-17-Durchmusterung am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg
- Weitwinkelaufnahme des Gebiets um den Abell 901/902-Superhaufen
APEX unter dem Mond
Eine weitere sternklare Nacht auf den Chajnator-Plateau in den chilenischen Anden: Der Mond im ersten Viertel scheint hell auf dieser Aufnahme und überstrahlt die umgebenden Himmelsobjekte. Allerdings ist die Helligkeit des Mondes für Radioteleskope wie das hier gezeigte APEX, das Atacama Pathfinder Experiment, kein Problem für Beobachtungen. Tatsächlich kann dieses Teleskop, da die Helligkeit der Sonne im Radiowellenlängenbereich nicht zu stark ist, sogar während des Tages benutzt werden, solange es nicht auf die Sonne gerichtet wird.
APEX ist ein Teleskop mit 12 Metern Durchmesser und beobachtet Licht bei Millimeter- und Submillimeterwellenlängen. Astronomen, die mit APEX beobachten, können Phänomene verfolgen, die bei kürzeren Wellenlängen – wie im infrarotem oder sichtbarem Licht – nicht zu beobachten wären. Zum Beispiel kann APEX durch dichte interstellare Wolken aus Gas und Staub hindurchsehen und verborgene Sternentstehungsgebiete entdecken, die in sichtbaren und infraroten Licht dunkel sind. Auch einige die frühesten und am weitesten entfernten Galaxien sind ausgezeichnete Ziele für APEX. Während der Expansion des Universums wurde ihr Licht über viele Milliarden Jahre in den Millimeter- und Submillimeter-Beobachtungsbereich von APEX rotverschoben.
APEX ist ein Gemeinschaftsprojekt des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR), des Weltraumobservatoriums Onsala (Onsala Space Observatory, OSO) und der ESO, die auch für den Betrieb des Teleskopes verantwortlich zeichnet.
Dieses atemberaubende Bild wurde von ESO-Fotobotschafter Babak Tafreshi aufgenommen. Es ist ein Teil eines größeren Panoramas, das mit unterschiedlichen Ausschnitten verfügbar ist.
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ALMA, winzig vor den Gipfeln der Berge
Auf den ersten Blick zeigt diese Panoramansicht die Berglandschaft des chilenischen Chajnantor-Plateaus mit seinen über dem kahlen Gelände verstreuten Schnee- und Eisflächen. Die Hauptgipfel sind von rechts nach links Cerro Chajnantor, Cerro Toco, Juriques und der charakteristische kegelförmige Vulkan Licancabur (siehe potw1240) - beeindruckend genug! Dennoch sind die wahren Stars im Bild die winzigen, gerade noch sichtbaren Strukturen im Zentrum des Bildes — wahrnehmbar, wenn man die Augen ausreichend zusammenkneift.
Diese Strukturen, die vor ihren bergigen Nachbarn kaum auffallen, sind die Antennenschüsseln des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), einer großen Radioteleskopanlage. Obwohl es in diesem Panorama winzig erscheint, besteht das Antennenfeld aus großen 12- und 7-Meter Antennenschüsseln. Nach der Fertigstellung wird es insgesamt 66 davon geben, die bis zu Entfernungen von 16 Kilometern über das Plateau verstreut stehen können. Man erwartet, dass der Aufbau von ALMA noch im Jahr 2013 abgeschlossen sein wird. Das Teleskop hat seinen Turnus früher wissenschaftlicher Beobachtungen bereits begonnen und liefert schon jetzt unglaubliche Ergebnisse (siehe zum Beispiel eso1239). Seit dieses Foto aufgenommen wurde, sind bereits viel mehr Antennen auf dem Plateau hinzugekommen.
ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.
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Wirbelnde Strichspuren über Yepun
Diese Ansicht zeigt eines der Hauptteleskope vom Very Large Telescope (VLT) der ESO unterhalb der Strichspuren, die helle Sterne ziehen, wenn sie den südlichen Himmelspol umkreisen. Der Himmelspol liegt im im südlichen Sternbild Octans (der Oktant). Strichspuren sind Lichtbögen, die die Positionen von Sternen am Himmel über einen längeren Zeitraum markieren, während dem die Erde langsam rotiert. Um Strichspuren abzubilden, werden über eine gewisse Zeit hinweg viele einzelne Aufnahmen gemacht und später überlagert, so dass man das Erscheinungsbild von Kreisbögen erhält.
Das durch den Schein des Mondes beleuchtete Teleskop im Vordergrund ist nur eines von vier Hauptteleskopen (engl. Unit Telescopes, kurz UTs), die auf dem Paranal in Chile das VLT bilden. Der Einweihungsfeier im Jahr 1999 folgend wurde jedes Hauptteleskop in der Sprache der einheimischen Mapuche-Indianer mit einem Namen versehen. Die Namen der Arbeitsteleskope lauten Antu, Kueyen, Melipal und Yepun und repräsentieren vier wunderschöne Besonderheiten des Himmels: die Sonne, den Mond, das Sternbild Kreuz des Südens und die Venus. Das Teleskop auf diesem Bild ist Yepun, das vierte Hauptteleskop.
Das Bild wurde von ESO-Fotobotschafter Farid Char aufgenommen. Char arbeitet am La Silla-Observatorium der ESO und ist ein Mitglied des Standortuntersuchungsteams für das European Extremly Large Telescope (E-ELT), einem neuen bodengebundenen Teleskop, dass das größte Teleskop für das sichtbare und nahinfrarote Licht der Welt sein wird, wenn es Anfang der 2020er Jahre fertiggestellt sein wird.
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Wirbelnde südliche Strichspuren über ALMA
Babak Tafreshi, einer der ESO-Fotobotschafter, hat die Antennenschüsseln des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) unter dem südlichen Sternhimmel in einer weiteren atemberaubenden Aufnahme eingefangen.
Der auffällige Sternenwirbel am Himmel erinnert an van Goghs Sternennacht oder – für Science Fiction Fans vielleicht – an den Blick aus einem Raumschiff, das in den Hyperraum springt. In Wahrheit jedoch machen sie durch die lange Belichtungszeit der Fotografie die Rotation der Erde sichtbar. Auf der Südhalbkugel der Erde bewegen sich die Sterne scheinbar in Kreisen um den südlichen Himmelspol, der im Sternbild Octans (der Oktant) zwischen dem bekannten Kreuz des Südens und den Magellanschen Wolken liegt. Bei einer genügend langen Belichtungszeit erzeugen die Sterne bei ihrer Bewegung kreisrunde Spuren.
Das Foto wurde auf dem Chajnantorplateau aufgenommen, auf einer Höhe von 5000 Metern in den chilenischen Anden. Hier steht das ALMA-Observatorium, dessen Antennenschüsseln im Vordergrund sichtbar sind. ALMA ist das leistungsstärkste Teleskop für die Beobachtung des kühlen Universums – molekularen Gases und Staub, wie auch der Reststrahlung des Urknalls. Wenn ALMA im Jahr 2013 fertiggestellt sein wird, wird es aus 54 Antennen mit 12 Metern Durchmesser und zwölf 7-Meter-Antennen bestehen. Erste wissenschaftliche Beobachtungen mit einem Teil des Antennenfelds finden bereits seit 2011 statt. Obwohl es noch nicht fertiggestellt ist, produziert die Anlage bereits herausragende Resultate und übertrifft alle anderen Teleskope dieser Art. Einige Antennen auf der Aufnahme sind verwaschen, da die Teleskope während der Aufnahme in Betrieb waren und sich während der Aufnahme bewegt haben.
ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.
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ALMAs Abgeschiedenheit
Diese Panoramaansicht des Chajnantorplateaus zeigt den Standort des Atacama Large Millimeter/submillimeter Arrays (ALMA), aufgenommen nahe dem Gipfel des Cerro Chico. Babak Tafreshi, einer der ESO-Fotobotschafter, hat das Gefühl des Alleinseins an der ALMA-Anlage auf 5000 Metern über dem Meeresspiegel in den chilenischen Anden erfolgreich einfangen können. Licht und Schatten bestimmen die Landschaft und verstärken die überirdische Ansicht des Geländes. Im Vordergrund des Bildes sieht man die wie eine Ansammlung eigenartiger robotischer Besucher wirkenden Gruppe von ALMA-Antennenschüsseln auf dem Plateau. Wenn die Anlage im Jahr 2013 fertiggestellt ist, werden insgesamt 66 solcher Antennen zusammenarbeiten.
ALMA wird das Studium des Universums bei Millimeter- und Submillimeterwellenlängen revolutionieren: Schon mit einem Teil des Antennenfeldes ist ALMA bei diesen Wellenlängen leistungsstärker als jedes vorherige derartige Teleskop und bietet Astronomen beispiellose Möglichkeiten um das kühle Universum zu studieren – molekulares Gas und Staub wie auch die Reststrahlung des Urknalls. ALMA untersucht die Bausteine von Sternen, Planetensystemen, Galaxien und des Lebens selbst. ALMA stellt den Astronomen detaillierte Aufnahmen von Sternen und Planeten in sonnennahen Gaswolken zur Verfügung und wird ferne Galaxien am Rand des beobachtbaren Universums erfassen, die wir so sehen, wie sie vor etwa 10 Milliarden Jahren waren. Dadurch werden Astronomen einige der fundamentalsten Fragen nach unseren kosmischen Ursprüngen ergründen können.
ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.
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Der Paranal und der Schatten der Erde
ESO-Fotobotschafter Babak Tafreshi hat ein weiteres herausragendes Panoramafoto vom Paranal-Observatorium der ESO aufgenommen.
Im Vordergrund des Bildes liegt die eindrucksvolle, bergreiche Landschaft der Atacamawüste. Auf der linken Seite sieht man das Very Large Telescope (VLT) auf dem höchsten Gipfel und weiter vorne auf einem etwas niedrigeren Gipfel das VISTA-Teleskop (VISTA steht für Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy).
Im Hintergrund färbt der Sonnenaufgang den Himmel über dem Paranal in wunderschöne Pastelltöne. Bis an den Horizont ragt das Wolkenmeer über dem Pazifik, der nur 12 Kilometer vom Paranal entfernt beginnt.
Dort wo sich die Wolken und der Himmel berühren, liegt ein dunkles Band. Es handelt sich dabei um den sogenannten Erdschatten, den Schatten also, den unser Heimatplanet auf seine eigene Atmosphäre wirft. Dieses Phänomen kann manchmal zu Sonnenauf- oder Sonnenuntergang beobachtet werden, wenn der Himmel klar und der wahre Horizont frei sichtbar sind – Bedingungen, die zweifellos auf das Paranal-Observatorium zutreffen. Über dem Erdschatten liegt ein rötliches Glimmen, das man auch als den Gürtel der Venus bezeichnet und das durch das in der Erdatmosphäre gestreute Licht der untergehenden oder wie in diesem Fall aufgehenden untergehenden Sonne verursacht wird.
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Sternspuren am Himmel
Obwohl dieses Bild auf den ersten Blick wie moderne Kunst aussieht, ist es tatsächlich das Ergebnis einer Langzeitbelichtung des Nachthimmels über dem Chajnantor-Plateau in den chilenischen Anden. Da die Erde sich einmal pro Tag um sich selber dreht, werden die Sterne der Milchstraße zu farbenfrohen Strichen verzogen. Das hochmoderne Teleskop im Vordergrund des Bildes wirkt dagegen wie aus einem Traum kommend.
Dieses hypnotisierende Foto wurde in 5000 Metern Höhe über dem Meeresspiegel auf dem Chajnantor-Plateau aufgenommen, der Heimat des Atacama Pathfinder Experiments (APEX), das hier zu sehen ist. APEX ist ein Teleskop mit 12 Metern Durchmesser, das Strahlung mit Wellenlängen im Millimeter- und Submillimeterbereich sammelt. Astronomen nutzen APEX, um Himmelsobjekte wie kühle Wolken aus Gas und kosmischem Staub, in denen neue Sterne geboren werden, bis hin zu den frühesten und entferntesten Galaxien im Universum zu beobachten.
APEX ist technologischer Wegbereiter für ALMA, das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array. ALMA ist ein neuartiger Teleskopverbund, den die ESO gemeinsam mit internationalen Partnern ebenfalls auf dem Chajnantor-Plateau errichtet und betreibt. Wenn ALMA 2013 fertiggestellt ist, wird es aus 54 solcher Antennen mit 12 Metern Durchmesser und zusätzlichen 12 Antennen mit 7 Metern Durchmesser bestehen. ALMA wird ein ungleich höheres Auflösungsvermögen als APEX haben, allerdings wird dafür das Gesichtsfeld wesentlich kleiner sein. Die beiden Teleskope ergänzen einander daher perfekt: APEX wird viele interessante Beobachtungsziele entdecken, die ALMA dann detailliert untersuchen kann. APEX und ALMA sind für die Astronomen zwei wichtige Hilfsmittel um mehr über die Abläufe des Kosmos herauszufinden, wie zum Beispiel die Entstehung der Sterne, die man in dem Bild ihre Kreise ziehen sieht.
Dieses Foto stammt von ESO-Fotobotschafter Babak Tafreshi. Tafreshi ist der Gründer von The World at Night (TWAN), einem Programm, das sich der Aufnahme und Ausstellung überwältigender Fotografien und Zeitrafferaufnahmen der schönsten oder historischen Stätten weltweit als Kulisse für Sterne, Planeten und astronomische Ereignisse widmet.
APEX ist ein Gemeinschaftsprojekt des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR), des Weltraumobservatoriums Onsala (Onsala Space Observatory OSO) und der ESO, die das Teleskop betreibt. ALMA ist eine internationale astronomische Anlage, die von Europa, Nordamerika und Ostasien in Kooperation mit der chilenischen Republik betrieben wird. Die ESO ist der europäische Partner bei ALMA.
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Von Antu zu Yepun – Der Bau des VLT
Die ESO wird in diesem Jahr 50 Jahre alt und um dieses wichtige Jubiläum zu feiern, zeigen wir Momente aus unserer Geschichte. Einmal im Monat während des Jahres 2012 zeigt ein besonderes Damals und Heute Vergleichsbild, wie sich die Dinge im Laufe der Jahrzehnte auf dem La Silla und Paranal Observatorium, den ESO Anlagen in Santiage de Chile und im Hauptquartier in Garching bei München verändert haben.
Das Very Large Telescope (VLT), das Flaggschiff der ESO auf dem Cerro Paranal in Chile, besteht aus vier riesigen Hauptteleskopen (englisch Unit Telescopes oder kurz UTs), jedes enthält einen Spiegel mit 8,2 Metern Durchmesser. Dazu kommen vier bewegliche Hilfsteleskope mit 1,8 Metern Durchmesser. Unser Vergleichsbild zeigt diesen Monat ein Hauptteleskop im Bau und in der heutigen Zeit.
Die historische Aufnahme von Ende Oktober 1995 zeigt frühe Arbeiten am Schutzbau des ersten Hauptteleskops (UT1). Das Fundament und die untere darauf montierte stationäre Stahlstruktur des Schutzbaus sind fertig. Die ersten Abschnitte des rotierenden Teils des Schutzbaus sind schon platziert – die Anfänge des breiten Spalts, durch den das Teleskop beobachten wird und die schwere horizontale Struktur, die die Schlittentore tragen wird, sind in Richtung der Kamera sichtbar. Dieses Hauptteleskop sah sein erstes Licht am 25. Mai 1998 (siehe eso9820).
Bei der Einweihung des Paranal-Observatoriums im Jahr 1999 (siehe eso9921) wurde jedem der Hauptteleskope ein Name aus der Sprache des einheimischen Mapuchevolks gegeben. Die Namen – in der richtigen Reihenfolge für die Teleskope 1-4 Antu, Kueyen, Melipal und Yepun – repräsentieren vier markante und wunderschöne Merkmale des Himmels: Die Sonne, den Mond, das Kreuz des Südens und die Venus [1].
Auf dem aktuellen Foto ist UT4 abgebildet, Yepun, das sein erstes Licht im September 2000 sah (siehe eso0028). Um den fertiggestellten Bau des VLTs zu zeigen, eignet es sich genauso gut wie sein Schwesterteleskop UT1, da alle vier UTs identisch sind. Sie unterscheiden sich nur durch die unterschiedlichen Instrumente an jedem Gerät, die den Astronomen ein breites Spektrum von Möglichkeiten zum Studium des Universums bietet. Die gelbe Struktur vor Yepun ist die M1-Aufzugplattform, die zwischen den UTs bewegt werden kann und verwendet wird, um die riesigen 8,2 Meter-Primärspiegel periodisch auszubauen und neu zu beschichten.
In den Jahren nachdem das historische Foto aufgenommen wurde, hat das erste UT nicht nur seinen Namen Antu erhalten, sondern ist mit den anderen Teleskopen auf dem Berggipfel zu einer Familie geworden. Heute ist das VLT das weltweit fortschrittlichste astronomische Observatorium für sichtbares Licht, und Antu, Yepun und die übrigen Teleskope auf dem Paranal haben eine Hauptrolle dabei gespielt, die ESO mit Abstand zum weltweit produktivsten bodengebundenen Observatorium zu machen!
Endnote
[1] Yepun wurde zum Zeitpunkt der Einweihung mit „Sirius” übersetzt (siehe eso9921), aber weitere Nachforschungen ergaben, dass die korrekte Übersetzung „Venus” ist.
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Zwei Planetenjäger auf La Silla eingefangen
Über Jahrhunderte haben Philosophen und Wissenschaftler über die Möglichkeit von bewohnbaren Planeten außerhalb unseres Sonnensystems nachgedacht. Heute ist diese Idee mehr als Spekulation. Astronomen haben in den letzten fünfzehn Jahren auf der ganzen Welt mehrere hundert Exoplaneten entdeckt. Unterschiedliche Techniken wurden zur Suche nach diesen neuen Welten eingesetzt. In dieser ungewöhnlichen Aufnahme wurden zwei Teleskope, die zwei dieser Techniken einsetzen, auf der gleichen Aufnahme eingefangen. Das 3,6-Meter-Teleskop der ESO mit dem HARPS-Spektrographen und das Weltraumteleskop CoRoT. Das Foto wurde von Alexandre Santerne aufgenommen, einem Astronomen, der selbst Exoplaneten untersucht.
Der High Accuracy Radial velocity Planetary Searcher-Spektrograf HARPS, der weltweit erfolgreichste Exoplanetenjäger, ist ein Instrument am 3,6-Meter-Teleskop der ESO. Der geöffnete Schutzbau des Teleskopes ist auf der linken Bildseite zu sehen, hinter dem kantigen Schutzbau des New Technology Telescopes. HARPS findet Exoplaneten mithilfe der kleinen Geschwindigkeitsänderungen von Sternen aufgrund des winzigen Schwerkrafteinflusses von umlaufenden Planeten. Diese Technik zur Suche nach Exoplaneten nennt man die Radialgeschwindigkeitsmethode.
Die schwache Lichtspur am Himmel auf dieser 20-sekündigen Aufnahme ist kein Meteor sondern CoRoT, das Convection Rotation and Transit space telescope. CoRoT sucht nach Planeten über die Abschwächung des Sternlichts, wenn ein Planet vor einem Stern vorbeizieht – das ist die sogenannte Transitmethode. Die Position des Satelliten hoch über der Erdatmosphäre erhöht die Empfindlichkeit der Beobachtungen dank des nicht vorhandenen Sternfunkelns. Potenzielle Planeten, die durch die Transitmethode entdeckt wurden, werden durch komplementäre Techniken wie die Radialgeschwindigkeitsmethode überprüft. Tatsächlich wurde HARPS gerade in der Nacht, in der dieses Foto aufgenommen wurde, zur Überprüfung von Exoplaneten-Kandidaten eingesetzt, die durch CoRoT detektiert wurden!
Seit November 2012 hat CoRoT unglücklicherweise mit Computerproblemen zu kämpfen, dass bedeutet, dass man keine weiteren Daten vom Teleskop empfangen kann obwohl es noch funktioniert (siehe die Nachrichten auf der CoRoT-Webseite, oder zum Beispiel diesen Nature News-Artikel). Das CoRoT-Team hat bisher nicht aufgegeben und versucht weiterhin, das Problem zu lösen. Unabhängig davon, ob CoRoT wiederbelebt werden kann oder nicht, besteht mit Sicherheit kein Zweifel daran, dass die Mission bis jetzt ein großer Erfolg ist! Das Raumfahrzeug hat seine ursprünglich geplante Missionszeit um das Doppelte übertroffen und war die erste Raumsonde, die einen Exoplaneten mit der Transitmethode entdeckt hat. CoRoT hat große Fortschritte sowohl bei der Suche nach Exoplaneten als auch beim Studium des Inneren von Sternen durch das Arbeitsgebiet der Astroseismologie gemacht.
Die Suche nach Exoplaneten hilft uns beim Verständnis unseres eigenen Planetensystems und könnte der erste Schritt zum Auffinden von Leben außerhalb der Erde sein. HARPS und CoRoT sind nur zwei der erstaunlichen Instrumente, um Astronomen bei dieser Suche zu unterstützen.
Santerne hat dieses Foto in der "Your ESO Pictures"-Flickrgruppe veröffentlicht. Die Flickr-Gruppe wird regelmäßig überprüft, um die schönsten Bilder als Bild der Woche oder in unseren Bildergalerien veröffentlichen zu können. Im Jahr 2012 sind als Teil des 50-jährigen Jubiläums der ESO auch historische Aufnahmen mit ESO-Bezug willkommen. Mit dem Einreichen dieses Bildes wurde Santerne zum ESO-Fotobotschafter ernannt.
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- Dieses Foto mit Kommentaren im Flickr-Stream von Alexandre Santerne
- Alexandre Santerne’s Flickr-Bilderstream
- Die “Your ESO Pictures” Flickr-Gruppe
- Die Ankündigung zu "Your ESO Pictures"
- Die ESO-Fotobotschafter
Die eisigen Begleiter von APEX
Das Atacama Pathfinder Experiment (APEX) – in diesem ungewöhnlichen Bild von ESO-Fotobotschafter Babak Tafreshi eingefangen – ist eines der ESO-Werkzeuge um außerhalb des sichtbaren Lichts zu forschen. Es steht auf dem Chajnantor-Plateau auf einer Höhe von 5000 Metern.
Ansammlungen von weißem Büßereis sind im Vordergrund des Fotos sichtbar. Die „penitentes“ (Spanisch für Büßer) sind eine eigenartige Naturerscheinung, die großer Höhe auftritt, typischerweise in mehr als 4000 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Es handelt sich um dünne Nadeln aus verhärtetem Schnee oder Eis, die mit ihrer Schneide in Richtung der Sonne weisen. Sie erreichen Höhen von wenigen Zentimetern bis zu mehreren Metern.
APEX ist ein Teleskop mit einer zwölf Meter durchmessenden Antennenschüssel, die Licht im Wellenlängenbereich von Millimeter- und Submillimeterstrahlung nachweist. Astronomen, die mit APEX beobachten, können Phänomene sehen, die bei kürzeren Wellenlängen nicht sichtbar sind. Das Teleskop ermöglicht ihnen das Studium von Molekülwolken – dichten Regionen aus Gas und kosmischem Staub, in denen neue Sterne geboren werden – die im sichtbaren und infraroten Licht dunkel und von Staub verdeckt sind, aber bei diesen relativ langen Wellenlängen hell leuchten. Astronomen nutzen dieses Licht, um die physikalischen und chemischen Bedingungen zu studieren. Dieser Wellenlängenbereich ist auch ideal für das Studium der frühesten und am weitesten entfernten Galaxien im Universum geeignet.
Gerade noch am Nachthimmel über und etwas linkerhand von APEX als schwache Flecken sichtbar stehen die Kleine und die Große Magellansche Wolke, benachbarte Galaxien unserer eigenen Milchstraße. Die Ebene der Milchstraße zieht sich als schwaches Band über den Himmel und ist am deutlichsten über dem APEX-Kontrollgebäude auf der rechten Seite zu erkennen. Dunkle Flecken in diesem Band sind Regionen, in denen das Licht von interstellarem Staub blockiert wird. Hinter den dunklen Staubwolken liegt das Zentrum der Milchstraße in einer Entfernung von etwa 27.000 Lichtjahren. Teleskope wie APEX sind ein entscheidendes Werkzeug für Astronomen, um durch den Staub zu blicken und das Zentrum unserer Galaxis im Detail zu erforschen.
APEX ist ein Gemeinschaftsprojekt des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR), des Weltraumobservatoriums Onsala (Onsala Space Observatory OSO) und der ESO, die auch für den Betrieb des Teleskopes verantwortlich zeichnet.
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Ein Bild, viele Geschichten
ESO-Fotobotschafter Babak Tafreshi hat ein außergewöhnliches Bild des Himmels über dem Paranal-Observatorium der ESO mit einem ganzen Strauß von Deep-Sky Objekten aufgenommen.
Der auffälligste von ihnen ist der Carinanebel, intensiv rot leuchtend in der Mitte des Bildes. Der Carinanebel befindet sich in einer Entfernung von ungefähr 7500 Lichtjahren von der Erde im Sternbild Carina (der Schiffskiel). Diese Wolke aus leuchtendem Gas und Staub ist der hellste Nebel am Himmel und enthält einige der hellsten und massereichsten Sterne, die in der Milchstraße bekannt sind, so wie beispielsweise Eta Carinae. Der Carinanebel ist ein idealer Prüfstand für Astronomen, um die Rätsel von Geburt und Tod massereicher Sterne zu entschlüsseln. Für einige neuere Bildes des Carinanebels siehe eso1208, eso1145 und eso1031.
Unter dem Carinanebel ist der offene Sternhaufen NGC 3531 sichtbar. Dieser Haufen junger Sterne sieht durch das Okular eines Teleskops wie eine Handvoll Silbermünzen aus, die am Grund eines Wunschbrunnens glitzern, und wird deshalb im englischen Sparachraum auch „Wishing well cluster“ genannt. Weiter rechts finden wir den Lambda Centauri-Nebel (IC 2944), eine Wolke aus leuchtendem Wasserstoff und neugeborenen Sternen, die manchmal auch als „Nebel des laufenden Huhns“ bezeichnet wird, abgeleitet von dem vogelartigen Aussehen in seiner hellsten Region (siehe eso1135). Über diesem Nebel etwas linkerhand finden wir die südlichen Plejaden (IC 2632), einen offenen Sternhaufen, der ähnlich wie sein nördlicher Namensvetter aussieht.
Im Vordergrund können wir drei der vier Hilfsteleskope (Auxiliarty Telescopes, kurz ATs) des Very Large Telescopes Interferometers (VLTI) erkennen. Über das VLTI können die Hilfsteleskope – oder die 8,2-Meter-Hauptteleskope – gemeinsam wie ein riesiges Teleskop benutzt werden und feinere Details sehen, als es nur mit individuellen Einzelteleskopen möglich wäre. Das VLTI wurde mittlerweile für eine breite Palette von Forschungsprojekten verwendet, wie das Studium von zirkumstellaren Scheiben um junge Sterne und Aktiver Galaktischer Kerne, eines der energiereichsten und rätselhaftesten Phänomene im Universum.
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Der Bau der Paranal Residencia — von der Betriebsamkeit zur Beschaulichkeit
Die ESO wird in diesem Jahr 50 Jahre alt, und um dieses wichtige Jubiläum zu feiern, werfen wir einen Blick in unsere Vergangenheit. Während des gesamten Jahres wird einmal pro Monat ein spezielles „Damals und Heute“-Bild der Woche illustrieren, wie sich die Dinge auf La Silla, am Paranal-Observatorium, in den ESO-Büros in Santiago de Chile und am Hauptsitz der ESO in Garching bei München über die Jahrzehnte verändert haben.
Auf dem Bildpaar in diesem Monat, aufgenommen jeweils am Paranal-Observatorium der ESO in der chilenischen Atacamawüste, vergleichen wir eine betriebsame Baustelle, wie sie im November 1999 zu sehen war, mit dem fertigen Bauwerk in der heutigen Zeit: das Wohngebäude des Observatoriums, bekannt unter dem Namen Residencia. Stellen Sie sich den Unterschied von damals zu heute vor: Das damalige Dröhnen der Hämmer und Bohrmaschinen und der Lärm von Traktoren und Kränen hat den Weg zu dem friedvollen Ort in der Wüste geebnet, der das fertige Bauwerk heute ist, das genaue Gegenteil seinen Umgebung. Aus natürlichen Materialien und Farben eingepasst in den Boden errichtet, verschmilzt das Gebäude in der Landschaft.
Die Residencia wurde als Refugium für Astronomen und andere Beschäftigte in einer der rauesten Landschaften gebaut, die man sich vorstellen kann, wo die extreme Trockenheit, intensive Ultraviolettstrahlung von der Sonne, starke Winde und große Höhe Teil des täglichen Lebens sind. Die Baufirmen, die die Residencia gebaut haben und die in diesen extremen Bedingungen arbeiten mussten, haben eine sehr geschätzte Oase für die Observatoriumsbelegschaft in der Wüste geschaffen, die Schutz vor den trockenen Umgebungsbedingungen bietet. Das fertiggestellte Gebäude ist ein Zeugnis ihrer harten Arbeit. Die preisgekrönte Residencia hat über 100 Zimmer, inklusive einiger öffentlicher Räume wie Kantine, Lounge, Schwimmbecken, Fitnesscenter und Bibliothek. Sie bietet von der westlichen Fassade spektakuläre Aussichten über die Wüste in Richtung des Pazifischen Ozeans und zum Sonnenuntergang.
Eine weiteres Detail ist auf beiden Bildern sichtbar: Hinter der Residencia, auf 2600 Metern über dem Meeresspiegel, steht das Very Large Telescope (VLT) der ESO. Es ist das weltweit fortschrittlichste astronomische Observatorium für sichtbares Licht und der Grund dafür, warum die Residencia und alle diejenigen, die innerhalb seiner Mauern verweilen, dort überhaupt sind!
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- Die ältere Aufnahme
- Die aktuelle Aufnahme
- Vergleichsbild von älterer und heutiger Aufnahme
- Pressemitteilung über den Bau der Residencia von 1999
- Pressemitteilung anlässlich der Eröffnung der Residencia 2002
Ein Ort um die Mysterien des kalten Universums zu enthüllen
Dieses wunderschöne Panorama von Babak Tafreshi, einem der ESO-Fotobotschafter, zeigt das Chajnantor-Plateau in der Atacama-Region Chiles, beim Bad in den letzten Sonnenstrahlendes Tages. Das Plateau beherbergt das Atacama Pathfinder Experiment (APEX), das auf der linken Bildseite des Panoramas zu sehen ist. Von diesem abgelegenen Ort der Welt auf 5000 Metern über dem Meeresspiegel studiert APEX das kalte Universum.
APEX ist ein Teleskop mit 12 Metern Durchmesser und beobachtet bei Millimeter- und Submillimeterwellenlängen. Astronomen, die mit APEX beobachten, können Phänomene sehen, die für kürzere Wellenlängen unsichtbar sind. Das Teleskop erlaubt ihnen die Untersuchung molekularer Wolken – dichten Regionen aus Gas und kosmischem Staub, in denen neue Sterne geboren werden – die im sichtbaren und infraroten Licht verborgen und von Staub verdeckt sind, aber bei diesen relativ langen Wellenlängen hell leuchten. Astronomen nutzen dieses Licht, um die chemischen und physikalischen Bedingungen in den Wolken zu studieren. Dieser Wellenlängenbereich ist auch ideal zur Untersuchung einiger der frühesten und entferntesten Galaxien im Universum geeignet.
Seit dem Betriebsbeginn im Jahr 2005 hat APEX viele wichtige wissenschaftliche Resultate produziert. Zum Beispiel arbeitete APEX mit dem Very Large Telescope der ESO zusammen, um Materie beim Sturz in das Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße zu beobachten (eso0841), ein Erfolg, der unter den 10 bedeutendsten Entdeckungen der ESO zu finden ist.
Gruppen von weißem „Büßereis” stehen vor dem APEX-Teleskop. Büßereis ist ein seltsames Naturphänomen, das in hochgelegenen Regionen auftritt, typischerweise bei mehr als 4000 Metern über dem Meeresspiegel. Es handelt sich um dünne Platten aus verhärtetem Schnee oder Eis, die mit ihrer scharfen Kante in Richtung Sonne zeigen. Sie erreichen Höhen von einigen Zentimetern bis zu einigen Metern.
APEX ist eine Kooperation zwischen dem Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR), dem Onsala Space Observatory (OSO) und der ESO.
Die 12-Meter-Antennenschüssel von APEX basiert auf einem Prototypen für ein anderes Observatorium auf Chajnantor, dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA). ALMA wird nach seiner Fertigstellung im Jahr 2013 aus vierundfünfzig 12-Meter-Antennen und zwölf 7-Meter-Antennen bestehen. Die ESO ist der europäische Partner bei dieser internationalen Observatoriumsanlage, die eine Kooperation zwischen Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit Republik Chile ist.
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Der Bau von VISTA, dem weltweit größten Durchmusterungsteleskop
Die ESO wird in diesem Jahr 50 Jahre alt, und um dieses wichtige Jubiläum zu feiern, werfen wir einen Blick in unsere Vergangenheit. Während des gesamten Jahres wird einmal pro Monat ein spezielles „Damals und Heute“-Bild der Woche illustrieren, wie sich die Dinge auf La Silla, am Paranal-Observatorium, in den ESO-Büros in Santiago de Chile und am Hauptsitz der ESO in Garching bei München über die Jahrzehnte verändert haben.
Seit Dezember 2009 durchmustert das Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy (VISTA) den südlichen Himmel vom Paranal-Observatorium der ESO in Chile aus. Unser Fotografienpaar zeigt diesen Monat das VISTA-Teleskop während des Baus und in den heutigen Tagen.
Das ältere Bild, aufgenommen in der zweiten Jahreshälfte von 2004, zeigt das Gebäude des Telskops im Bau. Das Skelett des Schutzbaus ist auf der kreisförmigen Basis sichtbar, umgeben von einem nur zwischenzeitlich montierten Gerüst. VISTA steht auf einem Gipfel ungefähr 1500 Meter nordöstlich vom Cerro Paranal, dem Standort vom Very Large Telescope der ESO. Der Gipfel wurde um fünf Meter auf 2518 Meter Höhe erniedrigt, um eine etwa 4000 Quadratmeter große Plattform für den Bau zu schaffen.
Das heutige Bild zeigt das vollständige VISTA-Teleskop. Der Teleskopschutzbau hat 20 Meter Durchmesser und schützt das Teleskop vor Wind und Wetter. Zwei Gleittore bilden den Spalt, durch den das Teleskop beobachtet. Der Windschutz kann bei Bedarf zum Schließen von Teilen des Spalts ausgefahren werden. Zusätzliche Öffnungen im Schutzbau ermöglichen eine Kontrolle der Belüftung während der Nacht. Der im Bild sichtbare Anbau beherbergt Instandhaltungsgeräte und eine Anlage, um die dünne reflektierende Silberbeschichtung des Teleskopspiegels zu erneuern.
VISTA arbeitet im Nahinfrarotbereich mit einer drei Tonnen schweren 67-Megapixel-Kamera. Sein großer Spiegel, das große Gesichtsfeld und die sehr empfindlichen Infrarotdetektoren machen es zum weltweit größten Durchmusterungsteleskop.
VISTA wurde durch ein Konsortium von 18 Universitäten iin Großbritannien, angeführt von der Queen Mary University of London konzipiert und entwickelt und ging als Sachleistung und als Teil der Beitrittsvereinbarung Großbritanniens an die ESO. Das Projektmanagement für die Teleskopauslegung und den Bau hielt das britische Astronomy Technology Centre (UK ATC) des Science and Technology Facilities Council (STFC) inne.
Links
- Die historische Aufnahme
- Die aktuelle Aufnahme
- Vergleichsbild von historischer und heutiger Aufnahme
- Weitere Informationen über VISTA

















































