Bild der Woche 2013

30. Dezember 2013

Helle Nacht am Paranal

Wenn die Nacht hereinbricht, beginnt an den Observatorien der ESO das Leben. Astronomen und Techniker gehen an die Arbeit und die Teleskope werden auf den Himmel gerichtet. Dieses Bild zeigt den unberührten Nachthimmel über dem Paranal-Observatorium der ESO in der chilenischen Atacamawüste, weit abseits von den Lichtern der Städte.

Hier hat ESO-Fotobotschafter Gabriel Brammer die ruhige Schönheit der Milchstraße von der Plattform des Very Large Telescope aufgenommen. Die vier massiven Blöcke am unteren Bildrand sind die Schutzbauten der vier VLT-Hauptteleskope. In jedem von ihnen steckt ein hochpräziser Spiegel mit 8,2 Metern Durchmesser. Über das Bild verstreut sind die VLT-Hilfsteleskope zu sehen, die leicht an ihren runden, weißen Kuppeln zu erkennen sind. Bei dem hellen Punkt auf der linken Seite, der so hell scheint, dass er die Sonne sein könnte, handelt es sich um den Mond. Auf der rechten Seite ist der Schatten des Fotografen zu sehen, der dem Betrachter mit ausgestreckten Armen winkt.

Da Brammer eine Fischaugenlinse verwendet hat, die das Bild so verzerrt, dass der Erdboden die Umrandung des Bildes ausmacht, ist gleichzeitig der gesamte Nachthimmel sichtbar.


16. Dezember 2013

Strichspuren über dem VLT auf dem Paranal

Dieses Bild wurde von ESO-Fotobotschafter Babak A. Tafreshi am Paranal-Observatorium der ESO aufgenommen. Es zeigt drei der vier Hilfsteleskope (engl. Auxiliary Telescopes, kurz ATs) des Very Large Telescope Interferometers (VLTI). Über ihnen sind lange helle Streifen zu sehen, sogenannte Strichspuren. Jede dieser Spuren markiert den Weg eines einzelnen Sterns über den dunklen Nachthimmel, der durch die Erdrotation verursacht wird. Diese Technik verdeutlicht außerdem die natürlichen Farben der Sterne, die für deren Temperatur stehen. Tiefrote Sterne erreichen etwa 1000°C während die heißesten Sterne bis zu einigen zehntausend Grad aufweisen und blau erscheinen. Der Himmel an diesem abgelegenen und hochgelegenen Ort in Chile ist sehr klar und frei von Lichtverschmutzung, weshalb wir dieses beeindruckende Lichtspektakel sehen können.


25. November 2013

Uralte Sternbilder über ALMA

Babak Tafreshi, einer der ESO-Fotobotschafter, hat die Antennenschüsseln  des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) in einem eindrucksvollen Bild eingefangen, in dem die Schönheit des Südhimmels mit den beeindruckenden Dimensionen des größten astronomischen Projektes der Welt kombiniert ist.

Tausende Sterne können mit dem bloßen Auge am klaren Himmel über dem Chajantor-Plateau ausgemacht werden. Der trockene und transparente Nachthimmel ist einer der Gründe, warum ALMA dort errichtet worden ist. Überraschend hell ist in der oberen linken Ecke des Bildes ein junger Sternhaufen zu erkennen, der bereits den  meisten alten Zivilisationen bekannt war: die Plejaden. Die Sterne des Himmelsjägers Orion ist deutlich über der vordersten Antennenschüssel sichtbar – der Gürtel des Jägers wird von den drei blauen Sternen gebildet, die sich genau links des rötlichen Lichts befinden. Der klassischen Mythologie zufolge war Orion ein Jäger, der die Plejaden verfolgte, die hübschen Töchter von Atlas. Durch die dünne Atmosphäre über der Atacamawüste beobachtet, scheint diese epische Jagd tatsächlich stattzufinden.

ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.


18. November 2013

Neue Aufnahme von Komet ISON

Dieses neue Bild vom Kometen C/2012 S1 (ISON) wurde mit dem TRAPPIST-Teleskop am La Silla-Observatorium der ESO am Morgen des 15. November 2013 aufgenommen. ISON wurde erstmals im September 2012 beobachtet und wird Ende  November 2013 seine größte Annäherung an die Sonne erreichen.

TRAPPIST hat ISON seit Mitte Oktober mit Breitbandfiltern beobachtet, wie sie auch für dieses Bild verwendet wurden. Es wurden auch spezielle Schmalbandfilter genutzt, um die Emissionen von unterschiedlichen Gasen herauszufiltern, was es den Astronomen erlaubt, die Anzahl der vom Kometen ausgestoßenen unterschiedlichen Molekülarten zu bestimmen.

Bis zum 1. November 2013 war Komet ISON relativ ruhig, als ein plötzlicher Helligkeitsausbruch die ausgestoßene Gasmenge des Kometen verdoppelte. Am 13. November, kurz bevor diese Aufnahme gewonnen wurde, erschütterte ein zweiter großer Ausbruch den Kometen und erhöhte die Aktivität um den Faktor zehn. Er kann jetzt mit einem guten Fernglas von einem dunklen Beobachtungsplatz am Morgenhimmel in östlicher Richtung beobachtet werden. Während der letzten Nächte hat sich der Komet auf dem neuen Aktivitätslevel stabilisiert.

Diese Ausbrüche werden durch die intensive Hitze der Sonne verursacht, die das Eis im Inneren des kleinen Kometenkerns bei seiner Annäherung an die Sonne erreicht. Das Eis sublimiert und große Mengen von Staub und Gas in den Raum schleudert. ISON wird am 28. November 2013 seine größte Annäherung an die Sonne erreichen (mit nur 1.2 Millionen Kilometer Abstand von der Sonnenoberfläche – nur wenig mehr als der Durchmesser der Sonne!) und die Wärme wird noch mehr Eis sublimieren. Der Kern könnte auch in kleinere Fragmente zerfallen, die den Kometen während seines weiteren Umlaufs in der Nähe der Sonne vollständig verdampfen ließe. Sollte ISON den Vorbeiflug an der Sonne überstehen, könnte er am Himmel einen spektakulären Anblick bieten.

Das Bild ist ein Komposit aus vier unterschiedlichen, je 30-sekündigen Aufnahmen im Blau-, Grün-, Rotbereich und im nahen Infrarotbereich. Da der Komet vor den Hintergrundsternen vorbeiwandert, erscheinen diese als vielfache, farbige Punkte.

TRAPPIST (TRAnsiting Planets and PlanetesImals Small Telescope) widmet sich dem Studium von Planetensystemen über zwei Beobachtungsmethoden: der Detektion und Charakterisierung von Planeten, die außerhalb des Sonnensystems gelegen sind (Exoplaneten) und dem Studium von Kometen, die die Sonne umlaufen. Das nationale 60cm-Teleskop wird vom Kontrollraum in Liège in Belgien aus 12 000 km Entfernung gesteuert.

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11. November 2013

ALMA-Panoramaansicht mit Carinanebel

ESO-Fotobotschafter Babak Tafreshi hat dieses Panoramabild von den Antennenschüsseln des Atacama Large Millimeter/submillimeter Arrays (ALMA) unter dem klaren Himmel des Chajnantor-Plateaus in den chilenischen Anden aufgenommen.

Der auffällige rosafarbene Fleck am linken Bildrand ist der Carinanebel. Er liegt im Sternbild Carina (der Schiffskiel) , ungefähr 7500 Lichtjahre von der Erde entfernt. Diese Wolke von leuchtendem Gas und Staub ist einer der hellsten Nebel am Himmel und enthält einige der hellsten und größten Sterne in der Milchstraße, wie auch Eta Carinae. Einige wunderschöne Bilder des Carinanebels von ESO-Teleskopen findet man unter eso1208, eso1145, und eso1031.

ALMA, eine internationale astronomische Anlage, ist eine Partnerschaft zwischen Europa, Nordamerika und Ostasien in Kooperation mit der chilenischen Republik. Der Bau und der Betrieb von ALMA werden für Europa von der ESO, für Nordamerika durch das National Radio Astronomy Observatory (NRAO) und für Ostasien durch das National Astronomical Observatory of Japan (NAOJ) geleitet. Dem Joint ALMA Observatory (JAO) obliegt die gemeinsame Leitung und das Management für den Bau, die Inbetriebnahme und den Betrieb von ALMA.


4. November 2013

Pferdige Besucher

In einer dunklen Septembernacht am La Silla-Observatorium der ESO kehrte Astronom Klaas Wiersema gerade zum Restaurant zurück, nachdem er mehrere Stunden am Teleskop verbracht hatte. Der Großteil der Arbeit in einem Observatorium findet nachts statt, so dass Wissenschaftler und Techniker, die nachts in der Dunkelheit umherlaufen, keine Seltenheit sind.

Diesmal passierte jedoch etwas Unerwartetes. Plötzlich hörte Wiersema ein lautes Schnauben hinter sich und ein Trappelgeräusch, das ihn verfolgte. Er war überzeugt davon, dass es sich um ein aufgebrachtes Tier handeln musste, das aus seinem Versteck heraus gekommen war und ihn nun jagte. Also rannte er wie der Wind. Er hatte keine Vorstellung davon, um was für eine Art von Bestie es sich gehandelt haben konnte, die ihn in den öden Hängen der Atacamawüste auf einer Höhe von 2400 Metern über dem Meeresspiegel verfolgt. Die restliche Nacht verbrachte er mit dem Versuch das Rätsel zu lösen.

Bei Tagesanbruch zog er los und fand heraus, dass er lediglich einer Herde von Wildpferden zu nahe gekommen war, die dem Observatorium einen Besuch abstattete. Der Hengst wollte offensichtlich seine Stuten verteidigen. Das Bild nahm Wiersema als Beweis für seine Begegnung der vorangegangen Nacht auf.

Wiersema hat dieses ungewöhnliche Bild in der „Your ESO Pictures“-Flickrgruppe hochgeladen. Die Flickrgruppe wird regelmäßig durchgesehen und die besten Aufnahmen werden als Bild der Woche oder in unserer Bildergalerie veröffentlicht.

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21. Oktober 2013

Zwei mit bloßem Auge sichtbare Galaxien über dem VLT

Dieses atemberaubende Bild des klaren chilenischen Himmels ist mit hellen Sternen und fernen Galaxien übersät, die über einem der vier Haupttelekope (engl. Unit Telescopes, kuts Uts) des Very Large Telescope (VLT) zu schweben scheinen. Hier ist das vierte Hauptteleskop zu sehen, das auch Yepun (Venus) genannt wird.

Zwei der Objekte im Bild sind berühmter als ihre Nachbarn. Im linken Teil der Aufnahme ist eine äußerst bekannte Galaxie zu sehen, die einen Streifen am Himmel bildet – die Andromedagalaxie Messier 31. Rechts schräg über diesem Fleck ist ein heller Stern zu erkennen, dessen Verbindungslinie mit der Andromedagalaxie nach oben zu einer weiteren Galaxie weist. Der Stern heißt beta Andromedae – auch als Mirach bekannt – und die zweite Galaxie Messier 33 (ganz oben im Bild). Derzeit geht man davon aus, dass diese beiden Galaxien in der Vergangenheit miteinander wechselgewirkt haben, da sie jetzt eine Brücke aus Wasserstoffgas zwischen sich gespannt haben.

Dieses Bild wurde vom ESO-Fotobotschafter Babak Tafreshi aufgenommen.

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14. Oktober 2013

Überraschende Wolke um einen riesigen Stern

Dieses neue Bild des VLT Survey Telescope (VST) am Paranal-Observatorium der ESO zeigt den bemerkenswerten Sternhaufen Westerlund 1 (siehe eso1034). Dieser besonders helle Sternhaufen liegt im südlichen Sternbild Ara (der Altar) und ist etwa 16.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Er enthält hunderte besonders massereiche und helle Sterne, die alle erst wenige Millionen Jahre alt sind – Kleinkinder gemessen an Sternstandards. Unsere Sicht auf den Sternhaufen wird jedoch von Gas und Staub behindert, weshalb ein großer Teil des sichtbaren Lichts der Sterne dieses Sternhaufens auf dem Weg zur Erde verloren geht.

Bei der Untersuchung von Aufnahmen von Westerlund 1 im Rahmen einer neuen Durchmusterung des Südhimmels [1] sind Astronomen auf Unerwartetes gestoßen: Um einen der Sterne – der W26 genannt wird und bei dem es sich nicht nur um einen Roten Überriesen handelt, sondern vielleicht um den größten bekannten Stern – haben sie Wolken entdeckt, die aus leuchtendem Wasserstoffgas bestehen, was im Bild in grün festgehalten ist.

Solche leuchtenden Wolken um massereiche Sterne sind sehr selten, erst recht um einen Roten Überriesen – dies ist der erste ionisierte Nebel, der um einen solchen Stern entdeckt wurde. W26 selbst wäre zu kalt um das Gas zum Leuchten zu bringen. Astronomen spekulieren daher, ob die Quelle der ionisierenden Strahlung heiße, blaue Sterne im Sternhaufen oder aber ein lichtschwacher, aber sehr viel heißerer Begleitstern von W26 sein könnte.

W26 wird schließlich als Supernova explodieren. Der diesen Stern umgebende Nebel ist sehr ähnlich dem Nebel, der die Supernova 1987A umgibt, der Überrest eines Sterns, der 1987 als Supernovaexplosion sichtbar wurde [2]. SN 1987A war die erdnächste Supernova, die seit 1604 beobachtet wurde, was Astronomen erstmals seit der Erfindung des Teleskop die Möglichkeit gab, die Eigenschaften einer solchen Explosion im Detail zu erforschen. Die Untersuchung von verwandten Objekten, wie diesem neuen Nebel um W26, wird Astronomen helfen zu verstehen, wie der Prozess des Massenverlusts um massereiche Sterne verläuft, der letztlich zu deren explosivem Untergang führt.

Endnoten

[1] Dieses Bild ist Teil einer detaillierten öffentlich zugänglichen Durchmusterung eines großen Teils der Milchstraße, die auch VPHAS+ genannt wird, und für die Suche von neuen Objekten, wie jungen Sternen und planetaren Nebeln, die Leistungsfähigkeit des VST verwendet wird. Ein eindrucksvolles neues Bild vom Garnelennebel stammt ebenfalls aus Beobachtungen derselben Studie.

[2] Dieser Nebel hat vermutlich bereits den Vorgängerstern von SN 1987A vor der Supernovaexplosion umgeben.

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7. Oktober 2013

Eine Oase oder ein Geheimversteck?

Auf diesem Bild ist der dunkle chilenische Himmel zu sehen, der durchzogen von auffälligen Sternstrichspuren ist. Diese werden durch die Erdrotation während der langen Belichtungszeit der Kamera hervorgerufen. Unterhalb dieser eindrucksvollen Spuren liegt die Paranal Residencia, eine Oase in der chilenischen Wüste für die Mitarbeiter und Besucher vom Very Large Telescope der ESO auf dem Cerro Paranal.

Der Bau des Residencia begann 1998 und wurde 2002 abgeschlossen. Seither bietet sie den Wissenschaftlern und Ingenieuren, die am Paranal-Observatorium arbeiten, eine gern gesehene Abwechslung vom rauen und trockenen Klima der Wüste.

Der Großteil des vierstöckigen Gebäudes befindet sich unter der Erde. Die Anlage wurde von den deutschen Architekturbüro Auer+Weber so gestaltet, dass es sich gut in die Umgebung einfügt. Aus bestimmten Winkeln erinnert die Kombination von utilitaristischer Hightech-Architektur und dem unauffälligen, fast camouflageartigen Design an das Geheimversteck eines Verbrechers. Vielleicht ist es deshalb nicht überraschend, dass die Residencia als Schauplatz für den finalen Kampf des James Bond-Films „Quantum of Solace“ (Ein Quantum Trost) von 2008 ausgewählt wurde.

Flickr-Nutzer John Colosimo hat dieses Bild in der „Your ESO Pictures“-Flickrgruppe hochgeladen. Die Flickrgruppe wird regelmäßig durchgesehen und die besten Aufnahmen werden als Bild der Woche oder in unserer Bildergalerie veröffentlicht.

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30. September 2013

Vorhang auf für entfernte Sterne und Galaxien

Bei diesem Bild, das mit weit entfernten Sternen und Galaxien übersät ist, handelt es sich um eine Deep Field-Aufnahme, die mit dem WFI (Wide Field Imager) aufgenommen wurde. Diese Kamera ist am MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop im La Silla-Observatorium in Chile montiert.

Es wurde im Zuge der COMBO-17-Studie (Classifying Objects by Medium-Band Observations in 17 filters) aufgenommen, einem Projekt, bei dem fünf kleine Himmelsabschnitte mit 17 verschiedenfarbigen optischen Filtern abgebildet wurden. Die gesamte Himmelsfläche von jedem der Gebiete, die bei COMBO-17 erforscht wurden, entspricht in etwa der Größe des Vollmondes und hat eine große Zahl neuer ferner Objekte sichtbar gemacht. Dies zeigt wiederum, wie viel es am Himmel noch zu entdecken gibt.

Das Bild zeigt eine Region, die bereits im Rahmen des FORS Deep Field (FDF) untersucht wurde. Hierbei handelt es sich um ein Projekt, das mehrere Himmelsabschnitte in großem Detail und Tiefe mithilfe des FORS2-Spektrografen untersucht hat, der zur Zeit am Very Large Telescope am Paranal-Observatorium der ESO in Chile installiert wurde. Die WFI-Bilder haben jedoch, verglichen mit den FDF-Beobachtungen, eine größere Anzahl an Filtern verwendet und größere Himmelsgebiete aufgezeichnet, so dass Bilder wie das oben gezeigte entstehen konnten.

Diese kleinen Einblicke in das Universum haben Zehntausende von entfernten Sternen, Galaxien und Quasaren enthüllt, die vorher vor unseren Blicken verdeckt waren. Sie wurden zu Untersuchungen des Gravitationslinseneffekts und der Verteilung dunkler Materie in Galaxien und Clustern verwendet.

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  • Die COMBO-17-Studie am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg

  • 23. September 2013

    Neues kühles Sternchen in unserer Nachbarschaft

    Dieses neue Bild vom VISTA-Teleskop der ESO zeigt einen neuentdeckten Braunen Zwerg, namens VVV BD001 und der sich genau im Zentrum dieses zoomfähigen Bildes befindet. Es ist der erste neue Braune Zwerg, der im Rahmen der VVV-Durchmusterung in unserer kosmischen Nachbarschaft gefunden wurde. VVV BD001 ist rund 55 Lichtjahre von uns in Richtung des sehr vollen Zentrums unserer Galaxie entfernt.

    Braune Zwerge sind Sterne, die es nie geschafft haben zu einem Stern wie unserer Sonne heranzuwachsen. Sie werden oft auch als „gescheiterte Sterne“ bezeichnet, da sie größer als Planeten wie beispielsweise Jupiter sind, aber kleiner als Sterne.

    Dieser Zwerg ist in zweierlei Hinsicht auffällig. Zum einen ist es der erste, der in Richtung Zentrum der Milchstraße gefunden wurde, einem der dichtgedrängtesten Himmelsregionen. Zum anderen gehört er zu einer seltenen Klasse von Sternen, die als „ungewöhnliche blaue Braune Zwerge“ bekannt sind – es ist immer noch unklar, warum diese Sterne blauer als erwartet erscheinen.

    Die Geburt eines Braunen Zwergs verläuft wie bei Sternen, allerdings haben sie nicht genug Masse um die Wasserstoffverbrennung auszulösen und zu normalen Sternen zu werden. Deshalb sind sie sehr viel kühler und strahlen sehr viel weniger Licht ab, was sie schwerer zu finden macht. Astronomen suchen solche Objekte für gewöhnlich mit Kameras, die im nahen und mittleren Infrarotbereich arbeiten, und mit speziellen Teleskopen, die sehr sensitiv für diese sehr kalten Objekte sind. Normalerweise vermeiden sie es jedoch, in die stark bevölkerten Himmelsregionen wie zum Beispiel das Zentrum unserer Galaxie zu schauen.

    VISTA, das Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy, ist das weltweit größte Durchmusterungsteleskop und befindet sich am Paranal-Observatorium der ESO in Chile. Es führt sechs separate Himmelsdurchmusterungen durch. Die VVV-Durchmusterung (VISTA Variables in the Via Lactea) ist darauf ausgelegt, eine Milliarde an Objekten im Zentrum der Milchstraße zu katalogisieren. VVV BD001 wurde zufällig während dieser Durchmusterung entdeckt.

    Wissenschaftler haben den VVV-Katalog verwendet, um eine drei dimensionale Karte vom zentralen Bulge der Milchstraße (eso1339) zu erstellen. Die Daten wurden außerdem für ein monumentales Farbbild mit 108.200 x 81.500 Pixeln genutzt, das also aus fast neun Milliarden Pixeln besteht (eso1242) und somit zu den größten astronomischen Bildern zählt, die je erzeugt wurden.

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    16. September 2013

    Toconao von oben betrachtet

    Das kleine Dorf Toconao ist die nächste Siedlung zum größten derzeit existierenden astronomischen Projekt ALMA [1], dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array. Toconao hat weniger als 800 Einwohner und befindet sich auf einer Höhe von 2475 Metern über dem Meeresspiegel in einer natürlichen Oase, die von einem kleinen Bergfluss gespeist wird am Rand der trockensten Wüste der Welt, der Atacamawüste. Der Fluss fließt nicht das ganze Jahr hindurch, aber die ansässigen Landwirte haben ein kluges Netzwerk aus Dämmen und Kanälen aufgebaut, das den Wasserfluss reguliert, so dass sie die Vegetation das ganze Jahr lang aufrechterhalten können.

    Bei genauer Betrachtung können einige Gebäude wahrgenommen werden, die aus traditionellen Materialien wie Lehm und Vulkangestein gefertigt wurden, wie die San Lucas-Kirche und der Glockenturm unten links im Bild.

    Parallel zu ihrer wissenschaftlichen Arbeit haben ALMA-Mitarbeiter mit den Atacameño-Stammesangehörigen in Toconao und anderen Gebieten zusammengearbeitet , um ihre Vorstellungen vom Universums in deren Kultur zu kennenzulernen und dieses kulturelle und wissenschaftliche Erbe für spätere Generationen zu bewahren.

    ALMA hat außerdem seit 2008 den E-21-Plan zur Verbesserung der schulischen Bildung unterstützt, einer ländlichen Bildungseinrichtung in Toconao. Dieser Plan, der von der Gesellschaft dort befürwortet wird, konzentriert sich auf die Verbesserung der Bildung in Wissenschaft und der englischen Sprache.

    Dieses Luftbild wurde von den zwei Mitgliedern des ORA-„Wings for Science“-Projektes (engl. für „Flügel für die Wissenschaft“) Clémentine Bacri und Adrien Normier aufgenommen, die in einem besonderes umweltfreundlichen ultraleichten Flugzeug ein Jahr lang um die Welt fliegen. Hierbei haben sie Wissenschaftlern ihre Hilfe aus der Luft angeboten, und haben sie beispielsweise bei Luftprobenahmen, auf dem Gebiet der Archäologie, bei Beobachtungen zur Biodiversität oder bei der 3D-Geländeerfassung unterstützt.

    Die ESO hat eine fortlaufende Partnerschaft mit dieser gemeinnützigen Organisation. Kurze Filmsequenzen und herausragende Fotografien, die während der Flüge produziert werden, werden für Ausbildungszwecke und zur Darstellung lokaler Forschung eingesetzt. Ihre Rundflüge begannen im Juni 2012 und endeten am 17. Juni 2013 mit einer Landung auf der Pariser Luftfahrtausstellung.

    Fußnoten

    [1] Das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) ist eine internationale astronomische Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb ist die ESO federführend für den europäischen Beitrag, das National Radio Astronomy Observatory (NRAO) für den nordamerikanischen Beitrag und das National Astronomical Observatory of Japan für den ostasiatischen Beitrag. Dem Joint ALMA Observatory (JAO) obliegt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.

    [2] Der Ultraleichtflieger ist eine preisgekrönte Pipistrel Virus SW 80 der NASA, die auf 100 Kilometern nur 7 Liter Treibstoff verbraucht – weniger als die meisten Autos.


    9. September 2013

    Adleraugen über dem Armazones

    Diese spektakuläre Luftaufnahme des Cerro Armazones, aufgenommen von ESO-Fotobotschafter Gerhard Hüdepohl, repräsentiert diesen einen wunderbaren Moment, wenn alles für die perfekte Aufnahme zusammenkommt.

    Hüdepohl ist eigentlich Elektroingenieur am Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte auf dem Cerro Paranal, das weltweit leistungsstärkste astronomische Observatorium für sichtbares Licht und gleichzeitig das Flaggschiff der ESO. Hüdepohl nahm die Aufnahme während einer Flugreise von Antofagasta nach Santiago auf. Kurz nach dem Start nahm das Flugzeug die ideale Flugroute für diesen Schnappschuss des Cerro Armazones – und Hüdepohl könnte keine besseren Bedingungen getroffen haben. Den richtigen Moment abwartend konnte er aus dieser ungewöhnlichen Perspektive hoch über dem spektakulären Gelände die Aufnahme festhalten.

    Diese Aufnahme zeigt die Atacamawüste in beeindruckender Klarheit, und ebenso den schmalen Zickzackweg, der sich klar von dem staubigen Gelände abhebt. Die Sandpiste bahnt sich sichtbar den Weg zum Gipfel des Cerro Armazones. Das Gelände ist zur Zeit noch mit einer Auswahl von Erkundungsinstrumenten belegt, wird aber bald die Heimat des European Extremly Large Telescopes (E-ELT) sein, einem 40-Meter-Teleskop, das nicht nur bekannte Fragen der Astronomie lösen wird, sondern darüber hinaus gänzlich neue Fragestellungen aufwerfen wird – und hoffentlich beantworten kann.

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    2. September 2013

    PESSTO erwischt eine Supernova in Messier 74

    Dieses Bild von Messier 74, einer überwältigend schönen Spiralgalaxie mit klar definierten, verzwirbelten Armen, ist im Rahmen der PESSTO-Durchmusterung der ESO entstanden. Das eigentliche Motiv des Bildes ist allerdings eine aktuelle Himmelserscheinung vom späten Juli 2013: die Typ II-Supernova mit dem Namen SN2013ej, die als hellster Stern am unteren linken Rand des Bildes sichtbar ist.

    Solche Supernovae entstehen, wenn der Kern eines massereichen Stern aufgrund seiner Eigengravitation am Ende seiner Lebenszeit kollabiert. Dieser Kollaps erzeugt eine gewaltige Explosion, die Material weit in Raum hinausschleudert. Das dazugehörige Aufleuchten kann heller sein als die komplette Galaxie, in der der Stern beheimatet ist, und kann über Wochen oder sogar Monate hinweg beobachtet werden.

    PESSTO (Public ESO Spectroscopic Survey for Transient Objects oder “allgemeine spektroskopische Durchmusterung der ESO für kurzzeitig auftretende Ereignisse”) wurde entwickelt, um Objekte zu beobachten, die nur für eine kurze Zeit am Nachthimmel sichtbar sind, etwa wie Supernovae. Dafür werden verschiedene Instrumente am NTT, dem New Technology Telescope, eingesetzt, das am La Silla-Observatorium der ESO beheimatet ist.

    SN2013ej ist bereits die dritte Supernova, die in Messier 74 seit dem Beginn des Jahrtausends beobachtet wurde, die anderen zwei waren SN2002ap und SN2003gd. Sie wurde erstmals am 25. Juli 2013 vom KAIT-Telescope-Team in Kalifornien gemeldet. Die früheste Aufnahme des Ereignisses, die aber erst nachträglich gemeldet wurde, stammt von dem Amateurastronomen Christiano Feliciano, der in den Tagen und Stunden vor der Explosion diese >Himmelsregion anvisierte, und wurde mit der öffentlich zugänglichen SLOOH Space Camera gemacht.

    Messier 74 im Sternbild Fische ist für Hobbyastronomen wegen seiner geringen Flächenhelligkeit eines der am schwierigsten zu beobachtenden Messierobjekte, aber SN2013ej sollte für sorgfältig arbeitende Amateure während der nächsten Wochen als lichtschwacher und verblassender Stern beobachtbar sein.

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    26. August 2013

    Von massereichen Sternen geformt

    Dieses Bild, das vom Very Large Telescope (VLT) der ESO auf dem Paranal aufgenommen wurde, zeigt einen kleinen Teil des gut bekannten Emissionsnebels NGC 6357, der sich 8000 Lichtjahre entfernt im südlichen Sternbild Skorpion befindet. Das Bild leuchtet im charakteristischen Rot eines H II-Gebiets, was durch eine große Menge an ionisiertem und angeregtem Wasserstoffgas hervorgerufen wird.

    Die Wolke ist in intensive ultraviolette Strahlung getaucht – hauptsächlich vom offenen Sternhaufen Pismis 24, der einige massive, junge, blaue Sterne beheimatet – was als sichtbares Licht in diesem unverwechselbaren Farbton reemittiert wird.

    Der Sternhaufen selbst liegt außerhalb des Bildausschnitts, sein diffuses grünes Licht erleuchtet jedoch die Wolke, was im mittleren rechten Teil des Bildes zu erkennen ist. Wir schauen hier auf eine Nahaufnahme des umgebenden Nebels, das ein Netz aus Gas, dunklen Staub sowie neugeborene und noch im Entstehen begriffene Sterne zeigt.


    19. August 2013

    Sternennacht auf La Silla

    Ein durchdringend heller Sternenhimmel ist der Hintergrund für dieses wunderschöne Bild, das vom Astronomen Håkon Dahle aufgenommen wurde. Im Vordergrund ist Dahle selbst als Silhouette zu sehen, umgeben von einigen der großen dunklen Kuppeln, die das ESO-Observatorium auf La Silla ausmachen.

    Viele professionelle Astronomen sind außerdem leidenschaftliche Fotografen – wer könnte es ihnen verübeln? Die ESO-Standorte in der Atacama-Wüste gehören zu den besten Plätzen auf der Erde, um Sterne zu beobachten und sind deshalb natürlich auch hervorragend geeignet um den Nachthimmel zu fotografieren.

    Dahle hat das Foto während einer einwöchigen Beobachtungphase am MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop aufgenommen. Zu dieser Zeit wurde das Teleskop gelegentlich einem anderen Beobachtungsteam überlassen, was Dahle die Gelegenheit gab, den Nachthimmel zu bewundern - und sie auf diesem Bild festzuhalten.egenheit gab die Sternennacht zu am überlassen, was SO 2,2-Meter-Teleskop aufgenommen. Zu dieser Zeit war das Teleskop

    Die Milchstraße ist in der südlichen Hemisphäre heller als in der nördlichen, da die südlichen Regionen unseres Planeten in Richtung des dichten galaktischen Zentrums zeigen. Aber sogar im Süden ist die Milchstraße am nächtlichen Himmel ziemlich schwach. Für die meisten von uns ist sie nicht sichtbar, da die Lichtverschmutzung unserer Städte und das Mondlicht das schwache Leuchten der Galaxie überstrahlt.

    Eine der wichtigsten Aspekte des La Silla-Observatoriums ist die große Entfernung zu den hellen Lichtern der Städte, was dazu führt, dass der Nachthimmel so dunkel ist wie nur an wenigen Stellen auf der Erde. Außerdem ist die Atmosphäre sehr klar, die Sicht wird also nicht zusätzlich durch Dunst getrübt. Der Himmel auf La Silla ist derart dunkel, dass es möglich ist einen Schattenwurf nur allein durch das Licht der Milchstraße zu sehen.

    Dahle hat das Bild in der „Your ESO Pictures“-Flickrgruppe hochgeladen. Die Flickrgruppe wird regelmäßig durchgesehen und die besten Aufnahmen werden als Bild der Woche oder in unserer Bildergalerie veröffentlicht.


    12. August 2013

    Die Ruhe vor dem Sturm

    Diese wunderschöne Bild portraitiert die Galaxien NGC 799 (unten) und NGC 800 (oben), die im Sternbild Walfisch liegen. Das Galaxienpaar wurde erstmalig vom amerikanischen Astronomen Lewis Swift im Jahr 1885 beobachtet.

    Die Draufsicht erlaubt es uns ihre Gestalt auch in einer Entfernung von ungefähr 300 Millionen Lichtjahren klar wahrzunehmen. Wie die Milchstraße – unsere Galaxis – sind beide Himmelsobjekte Spiralgalaxien mit charakteristischen, langen Armen, die sich um die helle Wölbung ins Zentrum (den sogenannten Bulge) winden. In den hervorstechenden Spiralarmen bilden sich eine große Zahl von heißen, jungen und blauen Sternen, die sich in Haufen ansammeln (die winzigen blauen Punkte, die im Bild sichtbar sind), während im zentralen Bulge eine große Zahl von kühleren, älteren Sternen in einer dichtgepackten, fast kugelförmigen Region komprimiert sind.

    Bei einem flüchtigen Blick sehen die Galaxien ziemlich ähnlich aus, aber der Teufel steckt im Detail: Außer dem offensichtlichen Größenunterschied besitzt nur NGC 799 eine Balkenstruktur, die sich vom zentralen Kern erstreckt, und die Spiralarme winden sich aus den Enden des Balkens. Die Astronomen gehen davon aus, dass galaktische Balken einen Mechanismus darstellen, der Gas von den Spiralarmen ins Zentrum kanalisiert und die Sternbildung anregt. In NGC 799 wurde im Jahr 2004 eine Supernova beobachtet, der der Name SN2004dt gegeben wurde.

    Ein weiteres unterschiedliches Detail ist die Anzahl der Spiralarme. Die kleine NGC 800 hat drei helle, knotige Spiralarme, während NGC 799 nur zwei relativ schwache, aber breite Spiralarme besitzt. Diese beginnen am Ende der Spiralarme, umrunden fast komplett die Galaxie und bilden eine Struktur, die fast wie ein Ring aussieht.

    Obwohl es in diesem Bild so aussieht, als ob zwei beeindruckende, nahe beieinander stehende Galaxien in ewigem Frieden koexistieren, kann nichts realistischer sein als die Wahrheit. Wir könnten gerade die Zeugen der Ruhe vor dem Sturm sein. Wir wissen nicht genau, was die Zukunft bringen wird, aber typischerweise interagieren zwei Galaxien, die so dicht beieinander stehen, über einen Zeitraum von mehreren hundert Millionen Jahren aufgrund ihrer gegenseitigen gravitativen Beeinflussung. In einigen Fällen treten nur kleine Wechselwirkungen auf, die eine Änderung des Aussehens bewirken, aber manchmal kollidieren derartige Galaxien und bilden eine einzelne, neue und größere Galaxie.

    Das Bild wurde mit dem FORS1-Instrument am 8,2-Meter-Very Large Telescope (VLT) der ESO auf dem Gipfel des Cerro Paranal gewonnen. Es kombiniert Einzelaufnahmen, die durch drei Filter aufgenommen wurden (B, V, R).

    Fünf Asteroiden sind sichtbar – können Sie alle auffinden? Die Asteroiden haben sich in den unterschiedlichen Belichtungen weiterbewegt und hinterlassen farbige Streifen im Bild.


    5. August 2013

    Der Gürtel der Venus über dem Cerro Paranal

    Dieses Foto zeigt den Blick in östlicher Richtung vom Paranal-Observatorium aus, nur Sekunden nachdem die Sonne hinter dem Horizont untergetaucht ist. Der orangefarbene Schein des Sonnenuntergangs liegt in Richtung der 1,8 Meter-Hilfsteleskope des VLT und der fast volle Mond steht am Himmel. Aber das Bild ist dank eines atmosphärischen Phänomens mit dem Namen Gürtel der Venus noch interessanter.

    Der grau-bläuliche Schatten über dem Horizont ist der Schatten der Erde und gerade oberhalb ist ein rosafarbenes Leuchten sichtbar. Dieses Phänomen wird durch das rötliche Licht der untergehenden Sonne durch Rückstreuung in der Erdatmosphäre erzeugt. So wie auch gerade nach dem Sonnenuntergang kann dieser atmosphärische Effekt auch kurz vor dem Sonnenaufgang beobachtet werden. Ein ähnlicher Effekt tritt auch während einer totalen Sonnenfinsternis auf.

    Die im Bild sichtbaren Teleskope sind drei der vier 1,8 Meter-Hilfsteleskope, die in ultrakompakten beweglichen Kuppelbauten untergebracht sind. Diese Teleskope werden bei interferometrischen Beobachtungen eingesetzt, wenn zwei oder mehr Teleskope zusammenarbeiten um einen einzigen „virtuellen Spiegel“ zu bilden und damit Astronomen einen viel genaueren Blick auf Objektdetails zu erlauben, als es mit den einzelnen unabhängig voneinander arbeitenden Teleskopen möglich wäre.

    Carolin Liefke hat dieses Foto während eines Paranal-Besuchs aufgenommen und in der „Your ESO Pictures"-Flickrgruppe veröffentlicht. Die Flickrgruppe wird regelmäßig durchgesehen, und die besten Aufnahmen werden als Bild der Woche oder in unser Bildergalerie veröffentlicht. Carolin Liefke arbeitet in Heidelberg am Haus der Astronomie in im Bereich astronomischer Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit und ist Mitglied des ESO Science Outreach Networks (ESON). ESON bringt Neues von der ESO in Form übersetzter Pressemitteilungen in die Mitgliedsländer und bietet lokale Ansprechpartner für die Medien.

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    29. Juli 2013

    Messier 100 – Pracht im „Grand Design“

    Spiralgalaxien sind üblicherweise sehr ästhetisch erscheinende Objekte, umso mehr wenn sie in der Draufsicht erscheinen. Dieses Bild ist ein besonders prachtvolles Beispiel dafür: Es zeigt die sogenannte „Grand Design“-Galaxie Messier 100, die sich im südlichen Bereich des Sternbilds Haar der Berenike und in einer Entfernung von etwa 55 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt befindet.

    Messier 100 zeigt sehr klar strukturierte Spiralarme. Im Zentrum ist eine ganz schwach ausgeprägte balkenartige Struktur sichtbar, aufgrund derer sie als Typ SAB klassifiziert wird. Obwohl nicht leicht im Bild zu erkennen, haben Wissenschaftler die Existenz des Balkens anhand von Beobachtungen in anderen Wellenlängen bestätigen können.

    Dieses sehr detaillierte Bild zeigt die Hauptmerkmale, die bei einer Galaxie dieses Typs zu erwarten sind: riesige Wolken aus Wasserstoffgas, die in roten Flecken aufleuchten, wenn sie die Energie wieder abstrahlen, die sie von neugeborenen riesigen Sternen absorbieren; die gleichmäßige Helligkeit älterer, gelblicher Sterne nahe des Zentrums und dunkle Fetzen aus Staub, die sich durch die Arme der Galaxie winden.

    Messier 100 ist einer der hellsten Mitglieder des Virgo-Haufens, der zu unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, am dichtesten gelegene Haufen von Galaxien. Er enthält über 2000 Galaxien mit spiralförmigen, elliptischen oder irregulären Strukturen. Dieses Bild ist eine Kombination von Einzelaufnahmen mit dem FORS-Instrument am Very Large Telescope der ESO am Paranal-Observatorium in Chile, das mit Rot- (R), Grün- (V), und Blaufiltern (B) gewonnen wurden.

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