Bild der Woche

8. Juli 2013

Maëlles neues Spielzeug

Astronomie und Teleskope können manchmal das Kind in uns zum Vorschein bringen. Als ein Beleg der menschlichen Wissbegierde bauen Astronomen immer neue, größere Instrumente in abgelegenen Orten auf der ganzen Welt.

An einem Familientag am Paranal-Observatorium in den chilenischen Anden hat ESO-Astronom Julien Girard diesen Schnappschuss von seiner Tochter aufgenommen. Dank einem perspektivischen Trick scheint die kleine Maëlle in die offene Kuppel von einem der 1,8-Meter-Hilfsteleskope des Very Large Telescopes (VLT) der ESO zu schauen. Obwohl die Teleskope für ernsthafte wissenschaftliche Forschung verwendet werden, können Astronomen sich manchmal wie kleine Kinder beim Spiel mit ihren großen „Spielzeugen“ fühlen.

Julien Girard ist ein in Chile ansässiger ESO-Astronom und ESO-Fotobotschafter, der am VLT arbeitet. Er ist Instrumentenwissenschaftler für das NACO-Instrument mit adaptiver Optik an VLT-Hauptteleskop 4. Er hat das Bild in der „Your ESO Pictures“-Flickrgruppe hochgeladen, von wo es als Bild der Woche ausgewählt wurde.

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1. Juli 2013

Europäische Antennen an der ALMA Operations Support Facility

Auf diesem Foto sehen wir Antennenschüsseln, die Teil des Atacama Large Millimeter/submillimeter Arrays (ALMA) werden sollen.  Die drei Antennen im Vordergrund wie auch einige im Hintergrund wurden von der ESO im Rahmen eines Vertrags mit dem europäischen AEM-Konsortium [1] als Beitrag zu ALMA geliefert. In Summe lieferte die ESO 25 der Antennenschüsseln mit 12 Metern Durchmesser. Weitere 25 der 12-Meter-Antennen lieferte der nordamerikanische ALMA-Partner und der Rest – ein Satz von zwölf 7-Meter-Antennen und vier 12-Meter Antennen, die das Atacama Compact Array bilden, wurden vom ostasiatischen ALMA-Partner bereitgestellt.

Die Antennen sind hier an der ALMA Operation Support Facility (OSF) in den Gebirgsausläufern der chilenischen Anden auf einer Höhe von 2900 Metern zu sehen. Die Antennenschüsseln im Vordergrund stehen auf der AEM Site Erection Facility, wo die Antennen montiert und vor der Übergabe an das Observatorium gründlich getestet werden. Die Antennen in Vordergrund wurden bereits übergeben und durchlaufen weitere Tests oder die empfindlichen Empfänger werden installiert. Wenn die Antennen dann fertig sind, werden sie zur ALMA Operations Site auf das Chajnantor-Plateau in einer Höhe von 5000 Meter gebracht. Hier treffen sie ihre Pendants, mit denen sie das ALMA Antennenfeld bilden, das einige der tiefgreifendsten Fragen unserer kosmischen Ursprünge untersuchen wird. Selbst wenn alle Antennen fertig sind, wird die OSF das Zentrum der Aktivitäten für den täglichen Betrieb von ALMA sein: als Arbeitsplatz für Astronomen und Arbeitsgruppen, die für den Betrieb des Observatoriums verantwortlich sind.

Am Horizont liegt die Bergkette der Anden, der höchste Gipfel gehört zum konischen Vulkankegel des Licancabur. Der Licancabur markiert die Grenze von Chile zu Bolivien und dominiert die Landschaft der Gegend.

Das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) ist eine internationale astronomische Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb ist die ESO federführend für den europäischen Beitrag, das National Radio Astronomy Observatory (NRAO) für den nordamerikanischen Beitrag und das National Astronomical Observatory of Japan für den ostasiatischen Beitrag. Dem Joint ALMA Observatory (JAO) obliegt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.

Endnoten

[1] Das AEM-Konsortium wird von Thales Alenia Space, European Industrial Engineering und MT-Mechatronics gebildet.

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24. Juni 2013

Mondschein und Zodiakallicht über La Silla

Was aussieht wie eine futuristische Stadt aus einer Science Fiction-Geschichte, die hoch über den Wolken schwebt, ist das am längsten in Betrieb befindliche Observatorium der ESO, La Silla. Dieses Foto wurde von dem Astronomen Alan Fitzsimmons direkt nach Sonnenuntergang in unmittelbarer Umgebung des 3,6 -eter-Teleskops der ESO aufgenommen. Der Mond befindet sich gerade außerhalb des Bildausschnitts und taucht das Observatorium in ein unheimliches Licht, das von den tieferliegenden Wolken reflektiert wird.

Die sehr schwache, leuchtend goldene Lichtsäule, die gerade aus Wolken hinausragt, die noch von der Sonne erleuchtet werden, ist das sogenannte Zodiakallicht. Es wird durch Sonnenlicht hervorgerufen, das von Staubpartikeln zwischen der Sonne und den Planeten gestreut wird. Es kann nur direkt nach Sonnenuntergang oder direkt vor Sonnenaufgang zu bestimmten Zeiten des Jahres und von guten Standorten aus beobachtet werden.

Auf dem Bild kann man mehrere Teleskope erkennen: Bei der großen, eckigen Konstruktion am Ende der Straße handelt es sich zum Beispiel um das New Technology Telescope (NTT). Um seinem Namen gerecht zu werden, wurde es bei seiner Fertigstellung 1989 mit eine Anzahl neuartiger Technologien ausgestattet. So wurde es das erste Teleskop überhaupt, das mit einer voll aktiven Optik und einem achteckigen Schutzbau ausgestattet war. Viele der Technologien des NTTs wurden beim Very Large Telescope der ESOmit aufgenommen.

Bei der Kuppel rechts im Vordergrund handelt es sich um das Schweizer Leonhard-Euler-Teleskop, das nach dem berühmten Schweizer Mathematiker Leonhard Euler (1707-1783) benannt wurde.

Fitzsimmons hat dieses Foto in der „Your ESO Pictures"-Flickr-Gruppe veröffentlicht. Die Flickr-Gruppe wird regelmäßig durchgesehen, und die besten Aufnahmen werden als Bild der Woche oder in unser Bildergalerie veröffentlicht.


17. Juni 2013

Blitz und Donner

Auf diesem elektrisierenden Bild, aufgenommen am Freitag, dem 7. Juni 2013, entlädt ein wilder Gewittersturm seinen gewaltigen Zorn über dem Cerro Paranal. Die riesigen Schutzbauten der vier VLT-Hauptteleskope, jedes von ihnen mit einer Höhe von einem achtstöckigen Gebäude, erscheinen klein unter den Einschlägen des gewaltigen Sturms.

Am linken Bildrand ist ein Stern hervorgekommen, um die Show zu beobachten – ein einzelner Lichtpunkt am verdunkelten Himmel. Es handelt sich um Prokyon, einen hellen Doppelstern im Sternbild Kleiner Hund.

Schon Wolken sind am Paranal-Observatorium der ESO nur selten anzutreffen. Im Schnitt gibt es pro Jahr erstaunliche 330 klare Tage. Blitze sind noch seltener, da das Observatorium einer der trockensten Orte auf der Welt ist: Die Atacamawüste im Norden Chiles, 2600 Meter über dem Meeresspiegel gelegen. Wenn Wolken vorhanden sind, liegt das Observatorium die meiste Zeit über ihnen.

Während seiner 16-jährigen Arbeitszeit als Ingenieur am Paranal hat ESO-Fotobotschafter Gerhard Hüdepohl zuvor nur einmal Blitze gesehen – deshalb griff er sich sofort seine Kamera und wagte sich in die Elemente hinaus, um diese einzigartige Ansicht aufzunehmen.


10. Juni 2013

Anstieg und Abfall einer Supernova

Ein ungewöhnliches neues Video zeigt den schnellen Helligkeitsanstieg und das langsamere Verblassen einer Supernovaexplosion in der Galaxie NGC 1365. Die Supernova mit der Bezeichnung SN 2012fr wurde am 27. Oktober 2012 vom französischen Astronomen Alain Klotz entdeckt. Die Aufnahmen wurden mit dem kleinen Roboterteleskop TAROT gemacht, das sich am La Silla-Observatorium der ESO in Chile befindet, und wurden zu diesem einzigartigen Video zusammengestellt.

Supernovae sind das Ergebnis der Explosion und dem katastrophalen Tod bestimmter Typen von Sternen. Sie werden so hell, dass sie die Leuchtkraft ihrer Heimatgalaxie für mehrere Wochen überstrahlen können, bevor sie langsam aus der Sicht verschwinden.

Die Supernova 2012fr [1] wurde am Nachmittag des 27. Oktobers 2012 von Alain Klotz entdeckt. Er war damit beschäftigt, die Helligkeit eines schwachen variablen Sterns auf einem Bild des robotischen Teleskops TAROT (Télescope à Action Rapide pour les Objets Transitoires) am La Silla-Observatorium der ESO zu messen, als er ein neues Objekt bemerkte, das auf einem Bild nicht vorhanden war, das drei Tage vorher aufgenommen wurde. Nach weltweiter Überprüfung mit Teleskopen und durch Astronomen wurde das Objekt als eine Supernova vom Typ Ia bestätigt.

Einige Sterne werden von einem zweiten Stern begleitet, beide kreisen um das gemeinsame Schwerkraftzentrum. In einigen Fällen ist einer von ihnen ein alter Weißer Zwerg, der seinem Begleiter Materie stiehlt. An einem bestimmten Punkt hat der Weiße Zwerg so viel Materie angesammelt, dass er instabil wird und explodiert. Dies bezeichnet man als Typ Ia-Supernova.

Diese Art von Supernova ist sehr wichtig, da sie den verlässlichsten Weg bietet, die Abstände von sehr weit entfernten Galaxien zu bestimmen. Bei Entfernungen über die Lokale Gruppe von Galaxien hinaus müssen Astronomen sehr helle Objekte mit vorhersagbaren Eigenschaften finden, die als Entfernungsmaß nutzbar sind, um bei der Kartierung der Expansionsgeschichte des Universums nützlich zu sein. Typ Ia-Supernovae sind dafür ideal geeignet, da ihr Helligkeitsanstieg und -abfall fast für jede Explosion vergleichbar ist. Messungen der Entfernungen zu Typ Ia-Supernovae führten zur Entdeckung der beschleunigten Explosion des Universums, für diese Arbeit wurde  im Jahr 2011 der Nobelpreis für Physik verliehen.

Die Heimatgalaxie der Supernova ist NGC 1365 (siehe auch potw1037a), eine elegant aussehende Balkenspiralgalaxie, die etwa 60 Millionen Lichtjahre entfernt in Richtung des Sternbild Fornax (der chemische Ofen) liegt. Mit einem Durchmesser von ungefähr 200.000 Lichtjahren hebt sie sich von den anderen Galaxien im Fornaxhaufen deutlich heraus. Ein riesiger, gerader Balken läuft durch die Galaxie und enthält den Kern in ihrem Zentrum. Die neue Supernova ist leicht gerade oberhalb des Kerns zu finden, etwa in der Mitte des Bildes.

Astronomen haben im Jahr 2012 etwa 200 neue Supernovae entdeckt, von denen SN 2012fr die hellste ist. Die Supernova wurde erstmals am 27. Oktober 2012 beobachtet, als sie noch sehr schwach war und sie erreichte ihr Helligkeitsmaximum am 11. November 2012 [2]. Sie konnte dann als ein schwacher Stern schon mit einem mittelgroßen Amateurteleskop beobachtet werden. Das Video wurde aus Serie von Einzelaufnahmen von der Galaxie erzeugt, die über drei Monate hinweg aufgenommen wurden: von der Entdeckung im Oktober bis Mitte Januar 2013.

TAROT ist ein optisches 25-Zentimeter-Roboterteleskop mit der Möglichkeit sehr schneller Positionierung, so dass eine Beobachtung innerhalb einer Sekunde starten kann. Es wurde im Jahr 2006 am La Silla-Observatorium zur Detektion von Gammastrahlungsausbrüchen installiert. Die Bilder, die SN 2012fr sichtbar gemacht haben, wurden mit Blau-, Grün- und Rotfiltern aufgenommen.

Endnoten

[1] Supernovae werden anhand ihres Entdeckungsjahrs und in der Reihenfolge ihrer Entdeckungen anhand der Buchstaben des Alphabets indiziert. Die Tatsache, dass die Supernova durch ein französisches Team entdeckt wurde und durch die Buchstaben „fr“ indiziert wird, ist purer Zufall.

[2] Zu dieser Zeit lag die Helligkeit bei Magnitude 11,2. Das ist etwa 200mal schwächer, als dass sie noch mit dem unbewaffneten Auge in einer klaren und dunklen Nacht beobachtet werden könnte. Wenn die Supernova zum Zeitpunkt ihrer größten Helligkeit in derselben Entfernung wie die Sonne vom Beobachter gestanden hätte, wäre die Supernova etwa 300 Millionen heller als die Sonne gewesen.  

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Kontaktinformationen

Alain Klotz
Institut de Recherche en Astrophysique et Planetologie
Toulouse, Frankreich
Tel: +33 05 61 55 66 66
E-Mail: alain.klotz@irap.omp.eu

Richard Hook
ESO, La Silla, Paranal, E-ELT & Survey Telescopes Press Officer
Garching bei München
Tel: +49 89 3200 6655
Mobil: +49 151 1537 3591
E-Mail: rhook@eso.org


3. Juni 2013

Drei Planeten tanzen über La Silla

Für Fotografen und Astronomen gleichermaßen bietet sich zur Zeit eine ganz besondere Augenweide: Am Himmel zeigt sich das Phänomen der Syzygie bei der drei (oder mehr) Himmelskörper nahezu in einer Linie am Himmel stehen. Wenn Himmelsobjekte eine ähnliche ekliptikale Länge haben, nennt man diesas Ereignis eine Dreifach-Konjunktion. Zwar handelt es sich dabei nur um eine perspektivische Erscheinung, aber das macht es nicht weniger spektakulär. In diesem Fall sind die drei Himmelskörper drei helle Planeten unseres Sonnensystems, und die einzige Voraussetzung zur Beobachtung des Ereignisses ist eine freie Sicht auf den Himmel bei Sonnenuntergang.

Eine solche Gelegenheit hatte ESO-Fotobotschafter Yuri Beletsky, der am Sonntag, dem 26. Mai im Norden Chiles die Chance hatte, dieses eindrucksvolle Bild vom La Silla Observatorium der ESO aus aufzunehmen. Um die Kuppeln der Teleskope herum gruppieren sich die drei Planeten – Jupiter (oben), Venus (links) und Merkur (recht unten) – und vollführen ihren kosmischen Tanz.

Eine Planetennonstellation wie diese gibt es nur alle paar Jahre. Zuletzt konnte man etwas ähnliches im Mai 2011 beobachten, und ein nächstes Mal wird es nicht vor Oktober 2015 geben. Das himmlische Dreieck war am besten in den letzten Maiwochen sichtbar, aber man kann auch in diesen Tagen immer noch einen Blick auf die drei Planeten werfen und sie auf ihrer Reise über den Himmel bei ihrem sich stetig ändernden Arrangement begleiten.

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27. Mai 2013

Wellen am chilenischen Nachthimmel

Auf den ersten Blick sieht diese hypnotisierende Bild aus wie Wellen, die von einem in einen See geworfenen Stein verursacht werden. In Wirklichkeit sind sie das Ergebnis der scheinbaren Bewegung der Sterne über den südlichen Himmel und etwas Magie des Fotografen. Das Bild wurde auf dem Cerro Armazones aufgenommen, einem Berggipfel mit einer Höhe von 3000 Metern über dem Meeresspiegel, der im zentralen Teil der Atacamawüste in den chilenischen Anden liegt.

Die langen, hellen Streifen sind Strichspuren und jeder von ihnen markiert den Weg eines einzelnen Sterns über den dunklen Nachthimmel. Indem man den Kameraverschluss für eine lange Zeit öffnet, wird die für das bloße Auge unmerkliche Bewegung der Sterne sichtbar gemacht. Belichtungszeiten von nur 15 Minuten sind lang genug, um den Effekt sichtbar zu machen. In diesem Fall überlagerte der Fotograf mehrere viel kürzere Belichtungen zu dem endgültigen Bild. Das für diese Aufnahme verwendete Weitwinkelobjektiv zeigt den Himmelspol zur Rechten und den Himmelsäquator gerade oberhalb des kleinen Turms.

Die fantastische Anzahl der vorhandenen Strichsspuren in diesem Bild demonstriert die unbeschreibliche Qualität des Nachthimmels auf dem Armazones: Die Atmosphäre ist auf dem abgelegenen Berggipfel ist dank der nicht vorhandenen Lichtverschmutzung extrem klar. Dies ist einer der Gründe, warum dieser Berg als Standort für das zukünftige größte Teleskop der Welt für das sichtbare Licht gewählt wurde, das European Extremely Large Telescope (E-ELT).


20. Mai 2013

Die Galaxis bewundern

Selbst für den erfahrendsten Astronomen ist es schwierig, der Versuchung zu widerstehen, sich während eines hektischen Beobachtungsplans ein wenig Zeit zu nehmen, innezuhalten und einen Blick an den prächtigen Südsternhimmel zu werfen. Dieses Foto ist ein Selbstportrait von Astronom Alan Fitzsimmons, der es zwischen zwei Beobachtungssitzungen am La Silla-Observatorium der ESO aufgenommen hat.

Dieses ausdrucksstarke Foto zeigt den Kontrast zwischen einer einfachen, ruhigen und dunklen Gestalt auf der Erde und dem glanzvollen und hellen sternbedeckten Nachtimmel. Auf diesem Bild wird der Himmel durch die riesige Ansammlung von Sternen und Staub dominiert, die das Zentrum der Milchstrasse bilden, unserer Heimatgalaxie. 

Die Observatorien der ESO liegen im Norden Chiles in der Atacamawüste, einer Region mit nur wenigen Bewohnern, was sowohl zu sehr dunklen Nächten bei zusätzlich extrem klaren atmossphärischen Bedingungen führt. Beide Faktoren führen zu qualitativ hochwertigen Beobachtungen.

La Silla ist das erste Observatorium der ESO. Eingeweiht im Jahr 1969 beheimatet es eine große Anzahl von Teleskopen mit Spiegeldurchmessern von bis zu 3,6 Metern. Mit mehr als 300 klaren Nächten pro Jahr ist La Silla ein idealer Standort für leistungsfähige Beobachtungsinstrumente, gleichzeitig aber auch ein fabelhafter Ort, um innezuhalten und einen Blick an den Nachthimmel zu werfen.

Fitzsimmons hat dieses Foto in der „Your ESO Pictures"-Flickr-Gruppe veröffentlicht. Die Flickr-Gruppe wird regelmäßig durchgesehen, und die besten Aufnahmen werden als Bild der Woche oder in unser Bildergalerie veröffentlicht.


13. Mai 2013

Die Milchstraße prangt über dem verschneiten La Silla

In den Randbereichen der Atacamawüste, weit entfernt von den lichtverschmutzten Städten im Norden Chiles, ist der Himmel nach Sonnenuntergang pechschwarz. So ein dunkler Himmel ermöglicht einige der besten astronomischen Beobachtungen – auf einer Höhe von 2400 Metern. Das La Silla-Observatorium der ESO hat eine unbeschreiblich klare Sicht auf den Nachthimmel. Trotz des abgelegenen, hohen und trockenen Standorts kann man aber nicht immer den Wetterbedingungen entkommen, die in den Wintermonaten herrschen, wenn eine Schneedecke auf dem Berggipfel und seinen Teleskopschutzbauten liegt.

Dieses Bild zeigt ein winterliches La Silla unter dem Sternenzelt unserer Milchstraße, die als Band schräg durch das Bild verläuft. Sichtbar sind (von rechts nach links) das 3,6-Meter-Teleskop der ESO, das 3,58-Meter New Technology Telescope (NTT), das 1-Meter Schmidt Teleskop der ESO und das ESO/MPG 2,2-Meter-Teleskop, auf dessen Schutzbau Schnee liegt. Die kleine Kuppel des stillgelegten Coude-Teleskops ist angrenzend an das 3,6-Meter Teleskop erkennbar. Zwischen diesem und dem NTT liegen die Wassertanks des Observatoriums.

Der Anblick von Schnee auf La Silla mag zunächst überraschen, aber die hochgelegenen ESO-Anlagen können im Jahresverlauf sowohl heiße als auch kalte Temperaturen erreichen, und leiden gelegentlich auch unter harten Wetterverhältnissen.

Dieses Foto wurde von José Francisco Salgado aufgenommen, einem der ESO-Fotobotschafter.


6. Mai 2013

Lore in Bewegung

Auf diesem Foto befördert Lore, einer der ALMA-Transporter, eine der 7-Meter-Antennenschüsseln von ALMA, dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array. Lore und ihr Zwilling Otto sind zwei gelbe 28-rädrige Vehikel, die gebaut wurden um die ALMA-Antennen auf dem Chajnantor-Plateau auf einer Höhe von 5000 Metern zu bewegen. Auf diese Art und Weise wird das Antennenfeld für die optimale Beobachtung eines Himmelsobjekts konfiguriert. Die Transporter bringen die Antennen auch zur Wartung von Chajnantor zur tiefer gelegenen Operations Research Facility.

ALMA besteht aus fünfzig Antennen mit 12 Metern Durchmesser und einem zusätzlichen Antennenfeld mit zwölf 7-Meter Antennen, das man das Atacama Compact Array (ACA) nennt. Lore hat auf diesem Foto eine der kleineren ACA-Antennen mit 7 Metern Durchmesser geladen. Die 12-Meter Antennen des Hauptantennenfelds können nicht näher als 15 Meter nebeneinander stehen, da sie sonst kollidieren würden. Da aber der kleinste Abstand zwischen den Antennen die maximaleGröße von Strukturen begrenzt, die sie am Himmel erfassen können, kann das Hauptantennenfeld die größten Strukturen ausgedehnter Objekte – wie riesige Wolken molekularen Gases in der Milchstraße oder nahe gelegene Galaxien – nicht beobachten. Das ACA wurde speziell konzipiert, um ALMA zu helfen diese ausgedehnten Objekte besser beobachten zu können. Seine kleineren 7-Meter Antennen können näher zusammengerückt werden und ermöglichen so auch die Vermessung größerer Strukturen als das nur mit dem Hauptantennenfeld möglich wäre.

Die auffälligen eisigen Stacheln im Vordergrund sind sogenanntes Büßereis. Dabei handelt es sich um ein kurioses natürliches Phänomen, das man in großer Höhe beobachten lässt, typischerweise auf mehr als 4000 Metern über dem Meeresspiegel. Das Büßereis besteht aus dünnen Schneiden von verhärtetem Schnee oder Eis, die in Richtung der Sonne zeigen und Höhen von einigen Zentimetern bis zu mehreren Metern erreichen.

ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.

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29. April 2013

Wings for Science fliegt über ALMA

Dieses wunderschöne Bild, aufgenommen im Dezember 2012, zeigt die Antennenschüsseln des derzeit größten astronomischen Projekts, des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) [1], auf dem Chajnantor-Plateau in den chilenischen Anden. die größeren Antennen haben einen Durchmesser von 12 Metern, während die kleineren Antennen, die sich in der Bildmitte zusammendrängen und dort das ALMA Compact Array (ACA) bilden, einen Durchmesser von 7 Metern haben. Nach der Fertigstellung wird ALMA aus insgesamt 66 Antennenschüsseln bestehen.

Die ESO ist eine Partnerschaft mit dem ORA „Wings for Science“-Projekt (engl. „Flügel für die Wissenschaft“) eingegangen, einer gemeinnützigen Unternehmung, die öffentlichen Forschungsorganisationen während einer Reise um die Welt Luftunterstützung anbietet. Die zwei Besatzungsmitglieder  von Wings for Science, Clémentine Bacri und Adrien Normier, fliegen in einem speziellen, umweltfreundlichen Ultraleichtflieger [2] und bieten Wissenschaftlern Luftunterstützung, zum Beispiel bei Luftprobennahmen, Archäologie, Beobachtungen zur biologischen Artenvielfalt oder 3D-Geländeerfassung.

Kurze Filmsequenzen und herausragende Fotografien, die während der Flüge produziert werden, werden für Ausbildungszwecke und zur Darstellung lokaler Forschung eingesetzt. Ihre Rundflüge begannen im Juni 2012 und werden im Juni 2013 mit einer Landung auf der Pariser Luftfahrtausstellung beendet. 

Endnoten

[1] Das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) ist eine internationale astronomische Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Von europäischer Seite aus wird ALMA über die Europäische Südsternwarte (ESO) finanziert, in Nordamerika von der National Science Foundation (NSF) der USA in Zusammenarbeit mit dem kanadischen National Research Council (NRC) und dem taiwanesischen National Science Council (NSC), und in Ostasien von den japanischen National Institutes of Natural Sciences (NINS) in Kooperation mit der Academia Sinica (AS) in Taiwan. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb ist die ESO federführend für den europäischen Beitrag, das National Radio Astronomy Observatory (NRAO), das seinerseits von Associated Universities, Inc. (AUI) betrieben wird, für den nordamerikanischen Beitrag und das National Astronomical Observatory of Japan für den ostasiatischen Beitrag. Dem Joint ALMA Observatory (JAO) obliegt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.

[2] Der Ultraleichtflieger ist eine preisgekrönte Pipistrel Virus SW 80 der NASA, die auf 100 Kilometern nur 7 Liter Treibstoff verbraucht – weniger als die meisten Autos.

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22. April 2013

Silber und Blau auf dem Paranal

Was anderswo auf der Welt als wunderschöner klarer Tag gelten würde, ist ein ungewöhnlich bewölkter Tag am Paranal-Observatorium der ESO in der chilenischen Atacamawüste. Da dies einer der trockensten Orte auf der Erde ist, ist es sehr ungewöhnlich, Wolken am Himmel zu sehen. Viele der Astronomen und Techniker, die dort gearbeitet haben, empfinden den wolkenlosen Himmel als einen der eindrucksvollsten Dinge bei der Arbeit in der Atacamawüste. Dieses traumhafte 360-Grad-Panorama, das aus 15 Einzelaufnahmen besteht, die vom externen ESO-Mitarbeiter Dirk Essl aufgenommen wurden, zeigt einen der seltenen Tage mit Wolken am Paranal. Einige der zarten Schleierwolken kann man über den Schutzbauten des Very Large Telescopes sehen. Diese Wolken bilden sich in großen Höhen und bestehen aus kleinen Eiskristallen.

Die Regenmenge am Paranal-Observatorium liegt bei weniger als 10 Millimetern pro Jahr und ist einer der Gründe, warum der 2600 Meter hohe Berg als Standort für das Very Large Telescope der ESO ausgewählt wurde. Dieses Panorama zeigt die vier Hauptteleskope des VLTs und die vier kleineren Hilfsteleskope in ihren runden Schutzbauten, eins im Vordergrund und die weiteren weiter entfernt. Über die Schienen im Boden können die Hilfsteleskope an unterschiedliche Positionen gefahren werden.

Essl hat dieses Foto in der „Your ESO Pictures"-Flickr-Gruppe veröffentlicht. Die Flickr-Gruppe wird regelmäßig durchgesehen, und die besten Aufnahmen werden als Bild der Woche oder in unser Bildergalerie veröffentlicht.

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15. April 2013

Im Bann der Magellanschen Wolken

Diese wunderschöne Aufnahme des Atacama Large Millimeter/submillimeter Arrays (ALMA), die die Antennenschüsseln des Observatoriums unter einem atemberaubenden sternklaren Nachthimmel zeigt, stammt von Christoph Malin, einem der ESO-Fotobotschafter. Es ist ein Standbild aus einem seiner aufwändig erzeugten Zeitraffervideos von ALMA, das ebenso verfügbar ist (siehe ann12099).

Auf einer Höhe von 5000 Metern auf dem Chajnantor-Plateau gelegen ist ALMA das weltweit leistungsstärkste Observatorium zum Studium des Universums bei Submillimeter- und Millimeterwellenlängen. Die Bauphase für ALMA wird noch in diesem Jahr abgeschlossen sein. Insgesamt werden dann 66 dieser Hochpräzisionsantennen an der Anlage arbeiten.
Hell am Himmel leuchtend stehen über den Antennenschüsseln die Kleine und die Große Magellansche Wolke. Diese nahegelegenen irregulären Zwerggalaxien sind auch mit dem bloßen Auge auffällige Objekte auf der Südhalbkugel der Erde. Die beiden Galaxien umkreisen die Milchstraße - unsere eigene Galaxis - und es gibt Hinweise darauf, dass beide durch die Interaktion bei nahen Begegnungen mit der Milchstraße stark verformt wurden.

ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.

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8. April 2013

Ein glitzerndes Band von Sternen – die südliche Milchstraße über La Silla

Dieses Panoramafoto, aufgenommen von Alexandre Santerne, zeigt eine Innenansicht der Scheibenebene der Milchstraße, unserer Heimatgalaxie, während einer kalten Winternacht mit etwas Schnee am La Silla-Observatorium der ESO in Chile. Von unserem Standpunkt mittendrin erscheint die Milchstraßenebene als ein glitzerndes Band von Sternen, das sich über den Himmel spannt. In diesem Panorama wird die Milchstraße durch die Weitwinkelprojektion in einen Bogen verzerrt.

Auf der linken Seite des Bildes blickt gerade noch das 3.6-Meter-Teleskop der ESO über den Hügel, das den weltweit führenden Exoplanetenjäger HARPS (High Accuracy Radial velocity Planet Searcher) beheimatet. Auf der gegenüberliegenden Seite steht das schweizerische Leonhard Euler Teleskop, gebaut und betrieben durch das Observatoire de Geneve.

Es gibt mehrere Gründe dafür, warum La Silla insgesamt so ein idealer Ort für die Beobachtung des Nachthimmels und speziell der Milchstraße ist: Erstens liegt es auf der Südhalbkugel der Erde und gewährt uns so eine bessere Ansicht der dichten Zentralregion unserer Galaxis und zweitens liegt es in einer Höhe von 2400 Metern über dem Meeresspiegel, mit dunklen Nächten und einer klarer Luft weit entfernt von Licht- und Luftverschmutzung der Städte.

Alexandre Santerne hat dieses Foto in der Your ESO Pictures Flickr-Gruppe veröffentlicht. Die Flickr-Gruppe wird regelmäßig überprüft, um die schönsten Bilder als Bild der Woche oder in unseren Bildergalerien veröffentlichen zu können. Nach dem Einreichen dieses Bildes wurde Santerne zum ESO-Fotobotschafter ernannt.

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1. April 2013

Sterne kreisen über der Residencia am Cerro Paranal

Dieses Bild von ESO-Fotobotschafter Farid Char zeigt eine wunderschöne und sternreiche dynamische Ansicht des Südsternhimmels über der Residencia, dem „Hotel" am Paranal-Observatorium der ESO in Chile.

Um die Bewegung der Sterne aufgrund der Rotation der Erde durch wirbelnde Strichspuren zu verdeutlichen, belichtete Char das Bild 30 Minuten lang. Im Zentrum liegt als scheinbarer Ruhepunkt der südliche Himmelspol. Zur Linken und am oberen Bildrand sind die Große und Kleine Magellansche Wolke – zwei Nachbargalaxien der Milchstraße – als verwaschene Flecken sichtbar.

Die dunkle gläserne Kuppel unterhalb der kreisenden Sterne ist Teil des Dachs vom Residencia-Gebäude. Die einzigartige, teilweise unterirdische Konstruktion wird seit dem Jahr 2002 von Wissenschaftlern und Ingenieuren als Unterkunft genutzt, die am Observatorium arbeiten. Während des Tages leitet die 35-Meter-Kuppel Tageslicht in das Gebäude.

Auf dem Observatorium, das auf einem Berg in einer Höhe von 2600 Metern in der trockenen Atacama-Wüste liegt, fordern die herausragenden astronomischen Beobachtungsbedingungen ihren Preis: Die Menschen dort sind während des Tages intensivem Sonnenlicht ausgesetzt, und die sehr niedrige Luftfeuchtigkeit und die große Höhe können schnell zur Kurzatmigkeit führen. Zur Entspannung und zur Regeneration nach langen Arbeitsschichten auf dem Berggipfel wurde die künstliche Oase der Residencia mit einem kleinen Garten und einem Swimmingpool zur Befeuchtung der Luft, einem Speiseraum und anderen Erholungseinrichtungen geschaffen. Das Gebäude kann über 100 Menschen beherbergen.

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25. März 2013

Die verlorene Galaxie

Dieses Bild stellt die Galaxie NGC 4535 im Sternbild Virgo (die Jungfrau) vor einem wunderschönen Hintergrund voller entfernter schwacher Galaxien dar. Ihre fast kreisrunde Gestalt zeigt, dass wir fast senkrecht von oben auf sie schauen. Im Zentrum der Galaxie befindet sich eine klar erkennbare Balkenstruktur, durchzogen von Staubstreifen, die am Ende des Balkens in scharfen Kurven in die Spiralarme übergehen. Die bläuliche Farbe der Spiralarme weist auf die Anwesenheit einer großen Zahl von heißen, jungen Sternen hin. Dagegen geben ältere und kältere Sterne dem zentralen Bulge eine gelblichere Erscheinung.

Das hier gezeigte Bild wurde mit dem FORS1-Instrument am 8,2-Meter-Very Large Telescope der ESO aufgenommen. NGC 4535 kann auch durch kleinere Amateurteleskope beobachtet werden und wurde von William Herschel im Jahr 1785 entdeckt. Bei der Beobachtung mit einem kleinen Teleskop hat NGC 4535 eine dunstige, geisterhafte Erscheinung, die den prominenten Amateurastronomen Leland S. Copeland in den 1950ern dazu inspirierten, sie als „The Lost Galaxy" oder auf Deutsch als „Die verlorene Galaxie" zu bezeichnen.

NGC 4535 ist eine der größten Galaxien des Virgohaufens, einem massereichen Haufen mit nicht weniger als 2000 Galaxien in einer Entfernung von ungefähr 50 Millionen Lichtjahren. Obwohl der Durchmesser des Virgohaufen nicht viel größer als der der Lokalen Gruppe ist – dem Galaxienhaufen zu dem die Milchstraße gehört – enthält er fast 50 mal so viele Galaxien.


18. März 2013

Das Licht einfangen

Wissenschaftliche Teleskope werden häufig in Verbindung mit hochmodernen Kameras betrieben. Diese ermöglichen zusammen mit den großen Teleskopspiegeln, die als Lichtsammelfläche benötigt werden, den Astronomen, das schwache Licht weit entfernter Himmelsobjekte einzufangen. Aber auch ohne große Teleskope kann man mit Hilfe weniger anspruchsvoller Kameras wunderschöne Aufnahme erzeugen.

Astrofotografen nutzen meist konventionelle Kameras, um Bilder astronomischer Objekte einzufangen, häufig auch auf größeren Skalen als bei Beobachtungen mit großen Teleskopen. Manchmal zeigen sie in ihrer Komposition auch die umgebende Landschaft und erzeugen so wunderschöne Postkartenansichten des Universums, wie sie von der Erde aus beobachtet werden können.

Beispielsweise zeigt dieses Bild das 3.58-Meter-New Technology Telescope (NTT), das sich am La Silla-Observatorium der ESO befindet, wie es vor dem sternenübersäten Hintergrund des südlichen Sternhimmels steht. Hier kann man die auffallende Milchstraße – unsere Heimatgalaxis - als dunstigen, über den Himmel gespannten Streifen sehen. Dunkle Gebiete in der Milchstraße sind Bereiche, in denen das Licht der Hintergrundsterne durch interstellaren Staub verdeckt wird. Zusätzlich erscheint rechts des Teleskops die Große Magellansche Wolke als verwaschener Fleck am Himmel. Diese nahe, irreguläre Galaxie ist ein auffälliges Objekt am Südsternhimmel. Sie umkreist die Milchstraße, und es gibt starke Hinweise darauf, dass sie durch die Wechselwirkung mit der unserer eigenen Galaxis stark verformt wurde.

Dieses Bild wurde von Håkon Dahle aufgenommen, der das Foto in der „Your ESO Pictures"-Flickr-Gruppe veröffentlicht hat. Die Flickr-Gruppe wird regelmäßig durchgesehen, und die besten Aufnahmen werden als Bild der Woche oder in unser Bildergalerie veröffentlicht.

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11. März 2013

Kometen und Sternschnuppen tanzen über dem Paranal

Diese beeindruckende Aufnahme stammt von Gabriel Brammer, einem der ESO-Fotobotschafter, und zeigt einen Sonnenuntergang am Paranal-Observatorium zusammen mit zwei Kometen, die sich am südlichen Himmel bewegen. Nahe dem Horizont auf der rechten Seite des Bildes zeigt Komet C/2011 L4 (PANSTARRS), der hellere der zwei Kometen, einen hellen Schweif, der hauptsächlich aus im Sonnenlicht reflektierenden Staubpartikeln besteht. In der Bildmitte, knapp über der rechten Bergflanke des Cerro Paranal, sieht man eine grünliche Koma, die neblige Hülle um den Kern des Kometen C/2012 F6 (Lemmon), der ein deutlich schwächerer Schweif folgt. Die grüne Farbe entsteht durch die Ionisation von Gas in der Koma durch das Sonnenlicht. Man könnte meinen, dass ein dritter Komet auf dem Foto sichtbar ist, aber das helle Objekt zwischen den Kometen Lemmon und PANSTARRS ist eine Sternschnuppe, die gerade zur richtigen Zeit und am richtigen Ort über den Himmel flitzt.


4. März 2013

Schnee in der Atacamawüste

Die Atacamawüste ist einer der trockensten Orte der Welt. Mehrere Faktoren verursachen die trockenen Bedingungen dort: Die großartige Bergregion der Anden und die chilenische Küstenregion versperren Wolken aus dem Osten und dem Westen den Weg. Zusätzlich verhindert der kalte Humboldt-Strom im Pazifischen Ozean, der an der Küste eine Inversionsschicht aus kalter Luft erzeugt, die Bildung von Regenwolken. Außerdem erzeugen Hochdruckgebiete zirkulierende Winde im südöstlichen Pazifischen Ozean, aus denen sich Antizyklone bilden und so dabei helfen das Klima in der Atacamawüste trockenzuhalten. Die wüstenhaften Bedingungen waren ein wichtiger Faktor für die Standortwahl des Very Large Telescopes (VLT) auf dem Paranal. Am Paranal-Observatorium, das auf dem Berggipfel des Cerro Paranal steht, liegt die Niederschlagsmenge gewöhnlich unter 10 Millimetern pro Jahr und die Luftfeuchtigkeit fällt häufig unter 10%. Die Beobachtungsbedingungen sind mit über 300 klaren Nächten im Jahr exzellent.

Diese großartigen Bedingungen für astronomische Beobachtungen werden nur selten durch das Wetter gestört. Trotzdem besucht für vielleicht ein paar Tage im Jahr auch Schnee die Atacamawüste. Dieses Bild zeigt das wunderschöne Panorama des Cerro Paranal, das VLT steht auf dem Gipfel zur Linken und das VISTA-Durchmusterungsteleskop ist auf einem etwas kleineren Gipfel mit geringem Abstand rechts davon zu finden. Der blaue Himmel zeigt einen weiteren klaren und sonnigen Tag an. Etwas ist aber dennoch anders als sonst: Ein dünner Schleier aus Schnee hat die Landschaft der Wüste verwandelt und eine ungewöhnliche Ansicht seltener Schönheit erzeugt.

Dieses Foto wurde von ESO-Fotobotschafter Stephane Guisard am 1. August 2011 aufgenommen.

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25. Februar 2013

Der Komet und der Laser

Gerhard Hüdepohl, einer der ESO-Fotobotschafter, hat dieses eindrucksvolle Bild vom Very Large Telescope (VLT) der ESO während eines Tests des neuen Lasers für das VLT am 14. Februar 2013 aufgenommen. Er wird ein wichtiger Teil des Laserleitsternsystems (engl. Laser Guide Star Facility oder abgekürzt LGSF) sein, der es Astronomen erlaubt, die Verzerrungen durch die permanente Bewegung der Luft in der Atmosphäre fast vollständig zu korrigieren, um so schärfere Bilder zu erhalten. Trotzdem fällt es schwer sich bei diesem Anblick nicht vorzustellen, dass ein futuristischer Laser gegen eine Rasse von Invasoren aus dem fernen Universum gerichtet ist.

Zusätzlich zur fantastische Aussicht auf die Milchstraße über den Teleskopen ist ein weiteres Detail zu erkennen, das dieses Bild zu etwas besonderem macht. Rechts von der Bildmitte, gerade unterhalb der Kleinen Magellanschen Wolke und fast versteckt zwischen Myriaden von Sternen am dunklen chilenischen Nachthimmel, erkennt man einen grünen Fleck mit einem schwachen, nach links gerichteten Schweif. Dabei handelt es sich um den jüngst entdeckten und heller als erwarteten Kometen Lemmon, der langsam über den südlichen Himmel zieht.


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