Das VLT Survey Telescope (VST)

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Das VLT Survey Telescope (VST) ist das neueste Teleskop am Paranal-Observatorium der ESO. Das VST ist das größte speziell für Himmelsdurchmusterungen im sichtbaren Licht konstruierte Teleskop der Welt. Das VST ist ein modernes 2,6-Meter-Teleskop und hat sich zum Very Large Telescope der ESO auf den Cerro Paranal gesellt, einem perfekten Standort für bodengebundene astronomische Beobachtungen. Es ist mit der gigantischen 268-Megapixel-Kamera OmegaCAM ausgestattet, die der Nachfolger des besonders erfolgreichen Wide Field Imagers (WFI) sein soll, der zur Zeit am 2,2-Meter MPG/ESO-Teleskop auf La Silla montiert ist.

Ähnlich wie das VLT deckt auch das VST einen großen Wellenlängenbereich vom Ultravioletten über das sichtbare Licht bis in das nahe Infrarot ab (0,3 bis 1,0 Mikrometer). Während große Teleskope wie das VLT aber nur einen kleinen Ausschnitt des Himmels zu einer bestimmten Zeit untersuchen können, ist das VST so ausgelegt, dass es große Flächen schnell und tiefgehend ablichten kann.

Mit seinem Gesichtsfeld von 1°x 1°, also viermal so groß wie der Vollmond, wurde das VST so konstruiert, dass es das VLT über Weitwinkelaufnahmen bei Nachweis und Charakerisierung von Quellen unterstützt, die die VLT-Hauptteleskope dann eingehender untersuchen können.

Das VST besteht aus zwei Spiegeln, dem Hauptspiegel (M1) mit einem Durchmesser von 265 cm und dem kleineren Fangspiegel (M2) mit einem Durchmesser von 93,8 cm. Das Teleskop ist mit einem einzigen speziell dafür gebauten Instrument  ausgestattet: der OmegaCAM. Diese riesige CCD-Kamera mit 16k x 16k Pixeln wurde von einem internationalen Konsortium aus fünf Forschungseinrichtungen gebaut: der Netherlands Research School for Astronomy (NOVA), dem Kapteyn Astronomical Institute, der Universitäts-Sternwarte München, dem Astronomical Observatory of Padova und der ESO.

Wissenschaft mit dem VST

Das VST widmet sich voll und ganz verschiedenen Programmen zur Himmelsdurchmusterung. Dank seiner hochmodernen Kamera, der Qualität der Optik und den außergewöhnlichen Beobachtungsbedingungen auf dem Paranal hat das VST das Potential in den unterschiedlichsten Teilgebieten der Astrophysik und Kosmologie bedeutende Entdeckungen zu machen. Im Bereich Planetenforschung zielt das Teleskop auf die Entdeckung und Untersuchung weiter entfernter Körper in unserem Sonnensystem wie transneptunische Objekte ebenso wie die Beobachtung von Exoplanetentransits ab. Das VST untersucht die Milchstraßenebene besonders intensiv, um den Astronomen Daten zu liefern, die entscheidend für das Verständnis der Struktur und der Entwicklung unserer Galaxis sind. Das VST erkundet außerdem nahegelegene Galaxien, Planetarische Nebel außerhalb der Milchstraße und in Sternhaufen und sucht nach besonders lichtschwachen Objekten und Mikrogravitationslinsenereignissen. Im Bereich Kosmologie hilft das VST durch die Untersuchung von Supernovae bei mittleren Rotverschiebungen dabei, die kosmische Entfernungsleiter zu kalibrieren und die Expansion des Universums zu verstehen. Das VST sucht außerdem nach kosmologischen Strukturen bei mittleren bis hohen Rotverschiebungen sowie nach Aktiven Galaktischen Kernen und Quasaren, um unser Wissen über die entstehung von Galaxien und die Frühzeit unseres Universums zu erweitern.

Das VST-Projekt ist ein Gemeinschaftsprojekt der Sternwarte von Neapel (Osservatorio Astronomico di Capodimonte), die Teil des  Italian National Institute for Astrophysics (INAF) ist, und der ESO. Das italienische Zentrum hat das Teleskop entwickelt und gebaut, während die ESO für den Schutzbau und Bautätigkeiten am Standort des Observatoriums verantwortlich ist. 

Das Teleskop ist 2011 in Betrieb gegangen.

Wissenschaftliche Ziele

Wird für Himmelsdurchmusterungen eingesetzt. Ttransneptonische Objekte (TNOs) und Objekte des Kuipergürtels (KBOs), die Milchstraße, extragalaktische Planetarische Nebel, Kosmologie.

Weitere Informationen über das VST

VST

Name: VLT Survey Telescope
Standort: Cerro Paranal
Höhe: 2635 m
Schutzbau: Kompaktes, optimiertes zylindrisches Gebäude
Typ: Durchmusterungsteleskop für das sichtbare Licht
Optisches Design: Modifiziertes Ritchey-Chrétien-Spiegelteleskop mit Korrektoren
Hauptspiegel- durchmesser M1: 2,61 m
Material Hauptspiegel M1: Astro-Sitall
Durchmesser Sekundärspiegel M2: 0,938 m
Material Sekundärspiegel M2: Astro-Sitall
Montierung: Alt-Azimutale Gabelmontierung
First Light: 8. Juni 2011
Aktive Optik: Ja