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ESPRESSO sieht Licht am Ende des Tunnels

Erster großer Schritt zum neuen hochauflösenden Spektrografen am VLT

17. Oktober 2016

Erstmals wurde erfolgreich Sternenlicht von einem der Hauptteleskope, aus denen das Very Large Telescope (VLT) der ESO besteht, 60 Meter weit durch einen Tunnel gelenkt - bis hin zu einem neuen Brennpunkt im unterirdischen Labor unter der VLT-Plattform. Wenn das System voll funktionsfähig ist, wird das Licht aller vier Hauptteleskope zu diesem „Konvergenzpunkt“ geleitet, an dem 2017 der hochauflösende Spektrograf ESPRESSO (kurz für Echelle SPectrograph for Rocky Exoplanet and Stable Spectroscopic Observations) aufgebaut wird. Er soll das kombinierte Licht der Teleskope einfangen und analysieren. Auf diese Weise werden es die Hauptteleskope, von denen jedes einen Durchmesser von 8 Metern hat, zusammen auf die Lichtsammelstärke eines 16-Meter-Teleskops bringen. Es wird auch möglich sein, ESPRESSO nur für eines der Hauptteleskope zu nutzen, wenn nicht alle vier gebraucht werden.

Damit das Licht vom Teleskop zu dem neuen Brennpunkt gelangen kann, wurde vom portugiesischen Partner des ESPRESSO-Konsortiums ein neues, sehr komplexes optisches System entwickelt und installiert. Die Bilder, die am „Konvergenzpunkt“ gesammelt wurden, waren von hervorragender Qualität und wurden den sehr hohen Anforderungen gerecht, die mit den anspruchsvollen wissenschaftlichen Zielen einhergehen.

Es ist ein sehr bedeutsamer und ermutigender erster Schritt in der Entwicklung von ESPRESSO, einem hochkomplexen Instrument, und ein großer Erfolg für das Team aus Ingenieuren und Astronomen, das an dem Instrument arbeitet. Nach diesem ersten Ergebnis ist das Team sehr zuversichtlich, was die Leistung anbelangt, die ESPRESSO eines Tages erreichen wird. In den kommenden Monaten werden die anderen drei Hauptteleskope mit dem neuen Brennpunkt verbunden. Danach wird der ESPRESSO-Spektrograph selbst installiert, und die echten Beobachtungen beginnen.

ESPRESSO wurde in den letzten sechs Jahren vom ESPRESSO-Konsortium entwickelt. Es baut auf dem Erfolg des HARPS-Spektrographen für das 3,6-Meter-Teleskop der ESO am La-Silla-Observatorium in Chile auf und bringt die hochauflösende Spektroskopie ans VLT. ESPRESSO ist so hochempfindlich, dass er bei der Suche nach erdähnlichen Gesteinsplaneten in fernen Sternensystemen von unschätzbarem Wert sein wird. Das Instrument wird auch in der Lage sein, sensible Messungen von grundlegenden physikalischen Konstanten im Universum vorzunehmen und insbesondere untersuchen, ob es da im Lauf der Zeit Veränderungen gab. Außerdem wird es im Detail die chemische Zusammensetzung von Sternen ferner Galaxien analysieren.

Weitere Informationen

Das ESPRESSO-Konsortium besteht aus der Université de Genève (Schweiz), der Universität Bern (Schweiz), INAF-Trieste (Italien), dem , (Italien), dem spanischen , der (Portugal), der (Portugal) und der ESO.

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Meilenstein für ESPRESSO
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