Bild der Woche

6. August 2012

Von einer Schotterpiste zum weltweit führenden Observatorium

Die ESO wird in diesem Jahr 50 Jahre alt, und um dieses wichtige Jubiläum zu feiern, werfen wir einen Blick in unsere Vergangenheit. Während des gesamten Jahres wird einmal pro Monat ein spezielles „Damals und Heute“-Bild der Woche illustrieren, wie sich die Dinge auf La Silla, am Paranal-Observatorium, in den ESO-Büros in Santiago de Chile und am Hauptsitz der ESO in Garching bei München über die Jahrzehnte verändert haben.

Dieses Bildpaar zeigt den Blick von der Zufahrt zum Gelände des Paranal-Observatoriums im Norden Chiles in Richtung auf den Gipfel des Cerro Paranal 1987 und heute.

Erstmals hat ein Team inklusive des damaligen ESO-Generaldirektors Lodewijk Wolter im Jahr 1983 die Region um den Cerro Paranal als möglichen Standort für das damals noch zukünftige Very Large Telescope (VLT) untersucht (siehe The Messenger, Nr. 64, Seite 5–8 für weitere Informationen). 1987 wurde eine Schotterpiste zum Gipfel gebaut und eine permanente Station zur Prüfung der Beobachtungsbedingungen eingerichtet.

Die Testergebnisse waren extrem gut – die Bedingungen waren deutlich besser als am La Silla-Observatorium der ESO oder anderen damals untersuchten Standorten. Sie führten zu der Entscheidung, das VLT auf dem Paranal zu errichten, was der ESO-Council im Dezember 1990 dann beschloss (siehe eso9015).

Auf dem Paranal hat sich in den 25 Jahren seit der Aufnahme des historischen Fotos viel verändert. Der Berggipfel wurde eingeebnet, eine asphaltierte Straße wurde gebaut und es wurden natürlich die Teleskope des Observatoriums errichtet. Das vollständige und voll funktionsfähige Observatorium ist in der heutigen Aufnahme zu sehen. Auf dem Gipfel stehen jetzt die vier 8,2-Meter-Hauptteleskope zusammen mit den vier kleineren 1,8-Meter-Hilfsteleskopen, die für Interferometrie benutzt werden, ebenso sowie das 2,6-Meter-VLT Survey Telescope. Im Eingangsbereich sind viele Gebäude errichtet worden, die das Basislager des Observatoriums bilden. Für einen Blick in die entgegengesetzte Richtung vom Berggipfel über das Basislager siehe das frühere Bild der Woche potw1230.

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30. Juli 2012

Roter Kokon beherbergt junge Sterne

Auf der Erde werden Kokons mit neuem Leben assoziiert. Im Weltall gibt es ebenfalls Kokons, aber anstatt Schmetterlingspuppen während der Umwandlung zum Falter zu beherbergen, sind es die Geburtsstätten neuer Sterne.

Die auf diesem Bild sichtbare rote Wolke, aufgenommen mit dem EFOSC2-Instrument am New Technology Telescope der ESO, ist ein perfektes Beispiel einer dieser Sternentstehungsregionen. Dies ist eine Ansicht auf eine Wolke mit dem Namen RCW 88, die zehntausend Lichtjahre von der Erde entfernt liegt und einen Durchmesser von ungefähr 9 Lichtjahren hat. Sie ist nicht wie die Schmetterlingskokons aus Seide, sondern aus leuchtendem Wasserstoffgas, das die jüngst gebildeten Sterne umgibt. Die neuen Sterne bilden sich aus den Wasserstoffwolken, wenn sie unter dem Einfluss ihrer eigenen Schwerkraft kollabieren. Einige der weiter entwickelten, bereits hell leuchtenden Sterne sind bereits durch die Wolke sichtbar.

Diese jungen Sterne sind sehr leuchtkräftig und geben große Mengen ultravioletter Strahlung ab, die im Wolkengas die Elektronen von den wasserstoffatomen trennt. Zurück bleibt der positiv geladene Kern – Protonen. Wenn die Protonen die Elektronen wieder einfangen, können sie H-alpha-Strahlung mit einem charakteristischen roten Leuchten emittieren.

Die Beobachtung des Himmels mit einem H-alpha-Filter ist für Astronomen der einfachste Weg zum Auffinden von Sternentstehungsregionen. Ein die Wellenlänge von H-alpha abdeckender Filter wurde für eine der vier Aufnahmen verwendet, aus denen dieses Bild erstellt wurde.


23. Juli 2012

Das Paranal-Basiscamp von oben

Blickt man vom Aussichtspunkt am Very Large Telescope der ESO auf dem Cerro Paranal in der chilenischen Atacamawüste nach unten, breitet sich dort unterhalb das Basiscamp des Observatoriums aus. Die Paranal Residencia, ein sicherer Hafen für diejenigen die auf dem Berg arbeiten, kann nahe der Bildmitte an der Kuppel auf dem Dach erkannt werden. Links der Residencia auf der anderen Straßenseite liegt die Sporthalle des Basiscamps. Noch weiter links liegt das Mirror Maintenance Building (MMB), dort werden die riesigen VLT-Spiegel regelmäßig gereinigt und neu beschichtet. Hinter dem MMB liegt das Kraftwerk und noch weiter links ist das mechanische Werkstattgebäude sichtbar. Am Berghang im Vordergrund windet sich der „Star Track“ oder Sternenpfad den Hang hinauf, ein Fußweg von der Residencia zum Berggipfel.

Der Sonnenuntergang lag zum Zeitpunkt der Aufnahme dieses Fotos etwa eine Viertelstunde zurück und hat das Basiscamp in wunderschönem orangefarbenem Licht zurückgelassen. Dieses Zwielicht erzeugt zarte Schatten, die den Hügeln große Tiefe aufprägt. Solch eine Aussicht kann nur in den sogenannten „goldenen Stunden“ vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang beobachtet werden, direktes Sonnenlicht während des Tages resultiert in nicht verzeihenden Lichtkontrasten.

Diese Panoramaaufnahme stammt von ESO-Fotobotschafter Gerhard Hüdepohl.

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16. Juli 2012

Eine ALMA-Antenne auf Reisen

Diese Aufnahme zeigt eine der europäischen 12-Meter-Antennen des Atacama Large Millimeter/submillimeterArrays (ALMA), wie sie gerade an der Operations Support Facility (OSF) versetzt wird. Nachdem das Foto aufgenommen wurde, wurden diese und andere Antennen für wissenschaftliche Beobachtungen mit einem Teil des Antennenfelds in Betrieb genommen (siehe eso1137). Am Donnerstag, dem 12. Juli 2012 endete die Frist zur Einreichung von Anträgen für ALMAs nächste Beobachtungssaison. Über 1100 Beobachtungsanträge wurden von Astronomen in der ganzen Welt angenommen.

ALMA führt seine Beobachtungen auf dem Chajnantor-Plateau auf einer Höhe von 5000 Metern durch. Wenn die Anlage vollständig ist, wird ALMA aus einem Feld von 66 Präzisionsantennen mit 12 und 7 Metern Durchmesser bestehen. Sie können bis zu Abständen von 16 Kilometern auseinanderstehen und arbeiten als ein einziges Teleskop  bei Wellenlängen von 0,32 und 3,6 Millimetern. Über die Hälfte der 66 Antennen befinden sich bereits auf Chajnantor (siehe ann12035). Fünfundzwanzig der ALMA-Antennen werden von der ESO auf Basis eines Vertrags mit dem europäischen AEM-Konsortium ausgeliefert, 25 Antennen werden durch Nordamerika geliefert und 16 durch Ostasien.

Die Antennen - jede wiegt ungefähr 100 Tonnen - werden an der OSF  zusammengebaut und  getestet. Die OSF-Anlage liegt 2900 Meter hoch in den chilenischen Anden. Von hier aus werden die Antennen mit Hilfe zweier speziell entwickelter ALMA-Antennentransporter – riesiger Fahrzeuge, die auf 28 Rädern fahren, 10 Meter breit, 20 Meter lang und 6 Meter hoch sind und mit der Leistung zweier Formel-1-Rennwagen fahren - zum Chajnantor-Plateau auf 5000 Meter über dem Meeresspiegel gebracht. Einer dieser Transporter mit Namen Otto ist auf diesem Foto abgebildet, das bei der Übergabe der ersten europäischen Antenne an das Observatorium im April 2011 gemacht wurde.


9. Juli 2012

Eine Nachbearbeitung des Katzenpfotennebels

Der Katzenpfotennebel wurde als Kombination von Aufnahmen des MPG/ESO 2.2-Meter Teleskops und der erfahrenen Amateurastronomen Robert Gendler und Ryan M. Hannahoe neu aufgelegt. Die charakteristische Form des Nebels enthüllen die rötlichen, verwaschenen Wolken von leuchtendem Gas vor einem dunklen, mit Sternen übersäten Himmel.  

Das Bild entstand durch die Kombination vorhandener Beobachtungen vom 2.2-Meter-MPG/ESO-Teleskop am La Silla-Observatorium in Chile (siehe ESO-Bildveröffentlichung eso1003) mit 60 Stunden Belichtungszeit an einem 0.4-Meter Teleskop, die von Gendler und Hannahoe aufgenommen wurden.

Die Auflösung (der Luminanzkanal oder die Helligkeitsinformation des Bildes) des 2.2-Meter-MPG/ESO-Teleskops wurde mit der Farbinformation des Gendler-und-Hannahoe-Bildes vereint und damit eine wunderschöne Kombination der Daten von Amateur- und Profiastronomen zu produziert. Zum Beispiel zeigt die zusätzliche Farbinformation den zarten bläulichen Nebel in der Zentralregion, der im Originalbild der ESO nicht sichtbar ist, während die ESO-Daten die feineren Details zeigen. Das Resultat ist ein Bild, das viel mehr als die Summe seiner Teile ist.

Der wohlbekannte Katzenpfotennebel (auch als NGC 6334 bekannt) liegt im Sternbild Skorpion. Obwohl er in der Nähe des Zentrums der Milchstraße am Himmel liegt, ist er der Erde relativ nahe, ungefähr in einem Abstand von 5500 Lichtjahren. Sein Durchmesser liegt bei ungefähr 50 Lichtjahren und es ist eine der aktivsten Sternentstehungsregionen in unserer Milchstraße. Er enthältviele junge und helle blaue Sterne, die sich in den letzten Millionen Jahren gebildet haben. Die Masse des Nebels genügt für vielleicht Zehntausende von Sternen, einige von Ihnen sind sichtbar und andere sind noch in den Gas- und Staubwolken verborgen.


2. Juli 2012

Eine Oase für Astronomen — die Paranal Residencia der ESO damals und heute

Die ESO wird in diesem Jahr 50 Jahre alt, und um dieses wichtige Jubiläum zu feiern, werfen wir einen Blick in unsere Vergangenheit. Während des gesamten Jahres wird einmal pro Monat ein spezielles „Damals und Heute“-Bild der Woche illustrieren, wie sich die Dinge auf La Silla, am Paranal-Observatorium, in den ESO-Büros in Santiago de Chile und am Hauptsitz der ESO in Garching bei München über die Jahrzehnte verändert haben.

Seit dem Februar 2002 (siehe eso0205) bietet die „Residencia“ am Paranal eine Unterkunft für Menschen, die am Observatorium im Schichtbetrieb arbeiten. Der Paranal in Chiles Atacama-Wüste ist die Heimat vom Very Large Telescope (VLT) der ESO. In diesem Monat geben die „Damals und heute“-Aufnahmen – beide von ESO-Fotobotschafter Gerhard Hüdepohl aufgenommen – einen einmaligen Blick darauf, wie diese Oase in der Wüste gebaut wurde.

Die historische Aufnahme zeigt die Residencia während der Bauphase gegen Ende des Jahres 2000. Das Gebäude wurde vom deutschen Architekturbüro Auer+Weber entworfen und basiert auf einer unterirdischen L-Form. Das Baumaterial hat die gleiche Farbe wie die Wüste und integriert sich damit vollständig in die Landschaft. Der schon teilweise fertiggestellte zentrale Bereich der Residencia erinnert an ein Amphitheater aus aufgestapeltem Naturstein, das den Blick zu einem wolkenlosen Himmel öffnet.

Heute sieht die Residencia völlig anders aus. Trotz der unterirdischen Bauweise erzeugt das unverwechselbare Design der Innengestaltung einen Eindruck von einem offenem Raum. Die zentrale Halle ist von einer 35 Meter durchmessenden Kuppel geschützt, die natürliches Tageslicht in das Gebäude leitet. Das sterile Amphitheater aus dem Jahr 2000 ist als großartiger tropischer Garten mit einem Schwimmbecken im unteren Bereich neu angelegt. Sowohl der Garten als auch das Schwimmbecken erhöhen die Luftfeuchte im Gebäudeinneren und gestatten den Beschäftigten eine Erholung von den extrem wasserarmen äußeren Bedingungen an einem der trockensten Orte der Erde.

Dank des unverwechselbaren Designs der Residencia ist sie weit über die Grenzen der astronomischen Gemeinschaft hinaus berühmt. Zum Beispiel wurden hier im Jahr 2008 einige Schlüsselszenen zu dem James-Bond-Film „Ein Quantum Trost“ gedreht, die Residencia spielt die Rolle des Hotels „Perla de las Dunas“ [1], 2009 wurde die Residencia vom britischen Guardian zu den 10 Top-Gebäuden des Jahrzehnts ausgewählt (siehe ann0940), und im Jahr 2012 wurde das Paranal-Observatorium inklusive der Residencia in der Land-Rover Werbekampagne „Perfect Places“ gezeigt (siehe ann12008).

Endnote

[1] Weitere Informationen zu James Bond am Paranal unter eso0807, eso0838 und http://www.eso.org/public/outreach/bond/BondatParanal.html

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25. Juni 2012

Mars, 2099?

In einer kalten, dunklen Nacht auf dem Mars inmitten einer trockenen Wüste, windet sich eine schmale Straße mit künstlicher Beleuchtung zu einem einsamen Außenposten auf den Gipfel eines alten Berges. Das zumindest könnte ein Science-Fiction-Fan anhand dieserunwriklichen Ansicht vorstellen.

Das Foto zeigt in Wirklichkeit das Paranal-Observatorium, die Heimat des Very Large Telescopes (VLT) und auf der Erde. Gleichwohl fällt es leicht, sich das Bild als einen zukünftigen Blick auf den Mars vorzustellen, vielleicht am Ende dieses Jahrhunderts. Aus diesem Grund hat Julien Girard, der das Bild aufgenommen hat, es “Mars 2099“ benannt.

In 2600 Metern Höhe gelegen befindet sich das Paranal-Observatorium in einer der trockensten und verlassendsten Gegenden der Erde in der chilenischen Atacama-Wüste. Die Landschaft ist so marsähnlich, dass die European Space Agency (ESA) und die NASA in dieser Region ihre Marsrover testen. Beispielsweise testete vor kurzem ein ESA-Team den selbsttätig lenkenden Seeker-Roboter, wie in ann12048 beschrieben.

Dieses Bild wurde in der Dämmerung vom benachbarten Gipfel des VISTA-Durchmusterungsteleskops in Richtung des VLTs blickend aufgenommen. In Richtung Westen liegt der Pazifik, nur etwa 12 Kilometer vom Paranal entfernt. Aufsteigend vom Gipfel des Paranal erkennt man die Milchstraße mit dem markantesten Sternbild des Südhimmels – dem Kreuz des Südens.

Auf dem Paranal kann der Himmel in mondlosen Nächten so klar und dunkel sein, dass das Licht der Milchstraße ausreicht, um Schatten zu werfen. Aus diesem Grund hat die ESO den Berg als Standort für das VLT ausgewählt. Das Observatorium profitiert daher von den besten Beobachtungsbedingungen auf der Welt.

Julien Girard ist ein ESO-Astronom in Chile und arbeitet am VLT. Diese Aufnahme hat er in der Your ESO Pictures Flickrgruppe veröffentlicht. Die Flickrgruppe wird regelmäßig geprüft und die besten Bilder werden für das Bild der Woche oder für die Bildergalerien ausgewählt. Im Jahr 2012 sind als Teil des 50-jährigen Jubiläums der ESO auch historische Bilder mit ESO-Bezug willkommen.

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18. Juni 2012

Yepuns Laser und die Magellanschen Wolken

Einer der größten Feinde der Astronomen ist die Erdatmosphäre, die himmlische Objekte verwaschen erscheinen lässt, wenn man sie mit bodengebundenen Teleskopen beobachtet. Um dem entgegenzuwirken, benutzen Astronomen eine Technik namens adaptive Optik, bei der computergesteuerte Spiegel mehrere hundert mal pro Sekunde verformt werden, um die Verzerrungen der Erdatmosphäre auszugleichen.

Dieses spektakuläre Bild zeigt wie von Yepun [1], dem vierten der 8,2-Meter-Hauptteleskope des Very Large Telescope der ESO, ein leistungsstarker Laserstrahl in den Himmel „geschossen“ wird. Der Strahl erzeugt durch Anregung von Natriumatomen in einer Atmosphärenschicht in 90 km Höhe einen leuchtenden Fleck in der Erdatmosphäre – einen künstlichen Stern. Dieser Laserleitstern ist Teil des Systems adaptiver Optik des VLT. Das vom künstlichen Stern zurückkommende Licht wird als Referenz zur Kontrolle der deformierbaren Spiegel genutzt. Damit kann der Effekt der atmosphärischen Verzerrungen eliminiert werden und Bilder so scharf als ob das Teleskop im Weltraum positioniert wäre, können somit erzeugt werden.

Yepuns Laser ist nicht das einzige, was am Himmel erscheint. Die Großen und Kleinen Magellanschen Wolken sind jeweils rechts und links des Laserstrahls sichtbar. Diese benachbarten, irregulären Galaxien sind markante Objekte der südlichen Hemisphäre und können leicht mit bloßem Auge gesehen werden. Der besonders helle Stern zur Linken der Großen Magellanschen Wolke ist Canopus, der hellste Stern im Sternbild Schiffskiel, während der Stern oben rechts Achernar ist, der hellste Stern im Sternbild Eridanus.

Diese Bild wurde von Babak Tafreshi aufgenommen, einem der ESO-Fotobotschafter.

Endnote

[1] Die vier Hauptteleskope des VLT sind nach himmlischen Objekten in der einheimischen Mapuche-Sprache Mapudungun benannt. Die vier Arbeitsteleskope (Unit Telescopes oder kurz UTs) heißen: Antu (Sonne), Kueyen (Mond), Melipal (Südliches Kreuz) und Yepun (Venus).

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11. Juni 2012

Kaskadierende Milchstraße

Viele astronomische Aufnahmen fangen beeindruckende Ansichten des Himmels ein, und diese macht keine Ausnahme. Trotzdem gibt es etwas Ungewöhnliches auf diesem Panorama: Hinter dem Very Large Telescope (VLT) der ESO scheinen zwei Ströme von Sternen wie Wasserfälle herabzurieseln oder auch wie Rauchzeichen zum Himmel aufzusteigen. Der Grund ist, dass dieses Panorama den gesamten Himmel erfasst, vom Zenit zum Horizont, also ein vollständiges 360° Panorama. Die zwei „Ströme“ sind in Wahrheit ein einzelnes Lichtband: die Ebene unserer Galaxis, der Milchstraße, wie sie ihren Bogen über den ganzen oberen Bildrand von Horizont zu Horizont aufspannt. Sobald sie über den über den Zenit hinausläuft, scheint sie sich durch die notwendige Verzerrung der Himmelskuppel zur Darstellung als flaches, rechteckiges Bild über den gesamten oberen Bildrand auszubreiten.

Um das Bild zu verstehen, stellen Sie sich vor, dass der linke Bildrand mit dem rechten Bildrand verbunden wäre und einen Ring um die eigene Position bildet. Der obere Bildrand wird dabei zu einem Punkt genau über dem Kopf zusammengezogen. So umspannt die Aufnahme die gesamte Himmelskuppel über Ihnen.

Auf der linken Seite des Bildes erkennt man die Silhouette des Windsacks vom Observatorium am Mast oberhalb des Gebäudes. Links des Windsacks sieht man den hellen Fleck der Kleinen Magellanschen Wolke, einer Nachbargalaxis der Milchstraße. Zur Rechten fällt in der Ebene der Milchstraße ist das rötliche Leuchten des Carinanebels auf. Darüber in der Dunkelheit des sogenannten Kohlensacks nahe am Kreuz des Südens, allerdings etwas höher, liegen die zwei Sterne: alpha und beta Centauri. Die vier gedrungenen Gebäude im Bild beherbergen die 8,2-Meter Hauptteleskope (Unit Telescopes oder kurz UTs) des VLT. Zwischen den zwei Hauptteleskopen auf der rechten Seite steht der Schutzbau des VLT Survey Telescopes. Auf der rechten Bildseite zeigt sich die Venus knapp oberhalb des Horizonts.

Dieses Panorama von ESO-Fotobotschafter Serge Brunier zeigt nicht nur das VLT auf dem Gipfel des Cerro Paranals, sondern auch den wunderschönen Himmel, den das Observatorium beobachtet. So wie die hochmoderne Technologie des VLTs unsere Ansichten des Universums erweitert, hat Serge sein bildbearbeiterisches Können genutzt, um die gesamte Himmelskugel in einem Bild festzuhalten – weit mehr als unsere Augen in einer einzelnen Ansicht sehen können.

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4. Juni 2012

Elektronische Datenverarbeitung bei der ESO im Wandel der Zeiten – der erstaunliche Fortschritt von Technologie

Die ESO wird in diesem Jahr 50 Jahre alt, und um dieses wichtige Jubiläum zu feiern, werfen wir einen Blick in unsere Vergangenheit. Während des gesamten Jahres wird einmal pro Monat ein spezielles „Damals und Heute“-Bild der Woche illustrieren, wie sich die Dinge auf La Silla, am Paranal-Observatorium, in den ESO-Büros in Santiago de Chile und am Hauptsitz der ESO in Garching bei München über die Jahrzehnte verändert haben.

Unser Fotovergleich zeigt diesen Monat wie die Computerleistung bei der ESO über die Jahre dramatisch angestiegen ist. Beide Fotos zeigen den österreichischen Astronomen Rudi Albrecht vor Computersystemen der ESO, aber zu Zeitpunkten, die Jahrzehnte auseinanderliegen

Im historischen Bild, aufgenommen im Jahr 1974 im ESO-Gebäude in Santiago de Chile, können wir Albrecht mit einem Stift in der Hand und beim Studium von Code vor einem Fernschreiber sehen. Er arbeitete damals an einer Software für den Spektralscanner am 1-Meter-Teleskop der ESO [1] am La Silla-Observatorium. Die Daten wurden in Santiago auf einem Hewlett Packard 2116 Minicomputer verarbeitet, der hinter dem Drucker zu sehen ist. Der massige Computer mit einem Einzelprozessor und atemberaubenden 16 Kilobyte an Magnetkernspeicher(!) speichert das Resultat zur Weiterverarbeitung für die Gast-Astronomen an ihren Heimatinstituten auf Magnetband. Um Dateigrößen auf dem Magnetband zu handhaben, die größer als der verfügbare Speicher waren, entwickelte Albrecht ein virtuelles Speichersystem, das er dem Hewlett Packard Software Center spendete.

Das heutige Foto zeigt Albrecht im Datenzentrum des ESO-Hauptsitzes in Garching bei München, das die Daten von ESO-Teleskopen archiviert und verteilt. Er steht vor einem Computer-Rack mit einem System von 40 Prozessorkernen, 138 Terabyte Speicherkapazität und 83 Gigabytes Hauptspeicher – über 5 Millionenmal mehr als in der Maschine, die er 1974 benutzt hatte. Sogar das Tablet, das er in der Hand hält, übertrifft die alte Maschine und bietet eine moderne Alternative für Papier und Bleistift.

Über die Jahre haben sich die Computersysteme der ESO weiterentwickelt, um die Flut von wissenschaftlichen Daten von den Observatoriumsteleskopen zu bewältigen. Fortschritte bei den Teleskopen, den Detektoren und der Computertechnologie bedeuten, dass Observatorien nun massenhaft Bilder, Spektren und Katalogdaten produzieren. Zum Beispiel produzieren die beiden Durchmusterungsteleskope am Paranal, das VST und VISTA, gemeinsam über 100 Terabytes an Daten pro Jahr. Das ist ein weiter Weg von den Tagen mit Magnetbändern und 16 Kilobyte Speicher!

Endnote

[1] Das 1-Meter-Teleskop wurde 1994 stillgelegt.


28. Mai 2012

Die südliche Milchstraße über ALMA

ESO-Fotobotschafter Babak Tafreshi hat dieses bemerkenswerte Bild der Antennen des Atacama Large Millimeter/submillimeter Arrays (ALMA) vor der Kulisse der prächtigen Milchstraße aufgenommen. Die Detailfülle in diesem Foto bestätigt die unübertroffenen Beobachtungsbedingungen für die Astronomie auf dem 5000 Meter hohen Chajnantor-Plateau in Chiles Atacama-Region.

Die Aufnahme zeigt die Sternbilder Carina (der Schiffskiel) und Vela (das Segel). Die dunklen, schmalen Staubwolken der Milchstraße erstrecken sich von der Mitte links oben zur Mitte rechts unten. Der helle, orangefarbene Stern links oben ist Suhail im Sternbild Vela, der ähnlich orange gefärbte Stern in der oberen Bildmitte ist Avior im Sternbild Carina. Nahe dieser Sterne formen drei blaue Sterne ein „L“: die zwei linken davon gehören zum Segel, der rechte zum Schiffskiel. Genau in der Bildmitte zwischen diesen Sternen leuchtet der rosafarbene Carinanebel (eso1208).

Als europäischer Partner von ALMA steuert die ESO 25 der 66 Antennen bei, aus denen das Teleskop bestehen wird, wenn es fertiggestellt ist. Die zwei Antennen, die am dichtesten zur Kamera stehen - der aufmerksame Betrachter kann darauf die Bezeichnungen „DA-43“ und „DA-41“ erkennen - sind Beispiele für die europäischen Antennen. Der Aufbau der kompletten ALMA- Antennenanlage wird 2013 abgeschlossen sein, aber das Teleskop arbeitet bereits jetzt mit einem Teil des Anennenfeldes.

Babak Tafreshi ist Initiator des Projekts The World at Night, einem Programm zur Gestaltung und Ausstellung atemberaubender Fotografien und Zeitrafferaufnahmen der weltweit schönsten und historischen Stätten vor nächtlicher Kulisse von Sternen, Planeten und Himmelsereignissen.  

ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.


21. Mai 2012

Eisige Zacken im Mondlicht auf Chajnantor

Babak Tafreshi, einer der ESO-Fotobotschafter, hat ein ausgefallenes Phänomen auf dem Chajnantor-Plateau aufgenommen, dem Standort für das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA).

Diese bizarren Eis- und Schneeformationen nennt man auch Büßereis (spanisch penitentes). Sie werden durch das Licht des Mondes beleuchtet, der rechts im Bild zu sehen ist. Auf der linken Seite und höher am Himmel können die Kleine und Große Magellansche Wolke gerade eben noch erkannt werden, während weiter links nahe am Horizont das rötliche Leuchten des Carinanebels auftaucht.

Die Zacken sind natürliche Wunderwerke in großen Höhen, so wie hier in den Chilenischen Anden, wo man sie typischerweise in Höhen ab 4000 Meter über dem Meeresspiegel findet. Es handelt sich um spitze Nadeln und Plättchen aus verhärtetem Schnee, die sich oft in Haufen ansammeln und mit den flächigen Seiten zur Sonne zeigen. Sie erreichen Höhen von einigen Zentimetern (nicht unähnlich Grasflächen) – bis hin zu 5 Metern – und erzeugen damit den Eindruck eines verschneiten Waldes mitten in der Wüste.

Die genauen Details zur Formbildung der Nadeln sind teilweise immer noch unverstanden. Für viele Jahre glaubten die Menschen der Anden, dass das Büßereis das Resultat der häufigen starken Winde in den Bergketten der Anden sind. Allerdings geht man heute davon aus, dass sie ein Produkt einer Kombination von verschiedenen physikalischen Phänomenen sind.

Der Entstehugnsprozess beginnt mit Sonnenlicht, das auf die Oberfläche des Schnees fällt. Wegen der Trockenheit in der Wüste sublimiert das Eis und schmilzt nicht – es geht vom festen Zustand ohne zu schmelzen und damit den flüssigen Zustand direkt in die gasförmige Phase über. Oberflächenmulden im Schnee reflektieren Licht und führen zu erhöhter Sublimation und tieferen Senken. Innerhalb der Senken sorgen erhöhte Temperatur und Feuchtigkeit für das Aufschmelzen. Diese positive Rückkopplung beschleunigt das Wachstum der charakteristischen Strukturen des Büßereises.

Die eisigen Kreaturen sind nach den stacheligen Kopfbedeckungen der Nazarenos benannt, Mitgliedern einer Bruderschaft, die an Osterprozessionen rund um die Welt teilnahmen. Es fällt nicht schwer sie als eisige Gruppe von Mönchen zu erkennen, die sich im Mondlicht versammeln.

Das Bild wurde am Rand der Straße zu ALMA aufgenommen. Das Observatorium, dass seine wissenschaftlichen Beobachtungen am 30 September 2011 begonnen hat, wird letztendlich aus 66 Präzisionsantennen bestehen, die wie ein einzelnes, großes Teleskop zusammenarbeiten.

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14. Mai 2012

Das VLT macht sich bereit für noch schärfere Bilder

Dieses Bild zeigt eines der Hauptteleskope (engl. Unit Telescope, UT) des Very Large Telescope wie es kürzlich im wahrsten Sinne des Wortes von Technikern der ESO „gefangengehalten” wurde. Es wurde temporär von einem Gerüst eingehüllt wie in einem Käfig, um die neue Adaptive Optics Facility (AOF) einzubauen. Dieses Projekt wird UT4 in ein Teleskop mit vollständig adaptiver Optik verwandeln. Die AOF wird den bildverschmierenden Einfluss der Erdatmosphäre korrigieren und den Instrumente HAWK-I und MUSE noch viel schärfere Bilder ermöglichen.

Viele neue Komponenten werden als Teilkomponenten der AOF eingebaut. Darunter ist auch der deformierbare Sekundärspiegel (DSM): ein hauchdünner Spiegel mit 1,1 Metern Durchmesser bei einer Dicke vor nur 2 Millimetern. Dieser Spiegel ist dünn genug, um durch mehr als eintausend Aktuatoren verformt zu werden und den Einfluss der atmosphärischen Verzerrungen auszugleichen. Der DSM ist bislang der größte jemals hergestellte deformierbare Spiegel (ann12015). Ein weiteres bedeutendes Bauteil sind das neue Laserleitsternsystem (die Four Laser Guide Star Facility, abgekürzt 4LGSF) – vier spezielle Teleskope senden dabei Laserstrahlen in die Hochatmosphäre um künstliche Sterne zu erzeugen [1] (ann12012). Schlussendlich sind die Optikmodule GRAAL und GALACSI für die Analyse des zurückkommenden Lichts des Laserleitsternsystems verantwortlich.

Das Bild zeigt einen ESO-Techniker bei der Funktionskontrolle an UT4. Um den vollen Zugriff zum Teleskop zu haben, wurde zeitweise die primäre Spiegelträgerzelle entfernt. Kabel und Leitungen wurden entfernt und durch neue Komponenten ersetzt. Befestigungsbügel wurden für die Installation des Gehäuses der 4LGSF-Elektronik und der Lichtkanonen hinzugefügt.

Endnote

[1] Das Laserleitsternsystem regt in 90 Kilometer Höhe eine Natriumschicht in der Atmosphäre zum Leuchten an und erzeugt so künstliche Sterne.


7. Mai 2012

Drei völlig verschiedene Teleskope auf La Silla

Die ESO wird in diesem Jahr 50 Jahre alt, und um dieses wichtige Jubiläum zu feiern, werfen wir einen Blick in unsere Vergangenheit. Während des gesamten Jahres wird einmal pro Monat ein spezielles „Damals und Heute“-Bild der Woche illustrieren, wie sich die Dinge auf La Silla, am Paranal-Observatorium, in den ESO-Büros in Santiago de Chile und am Hauptsitz der ESO in Garching bei München über die Jahrzehnte verändert haben.

Diese zwei Aufnahmen wurden auf dem höchsten Punkt von La Silla aufgenommen, einem Berg mit einer Höhe von 2400 Metern am Rande der chilenischen Atacama-Wüste. La Silla war die erste Observatoriumsanlage der ESO. Das historische Foto aus dem Jahr 1975 zeigt einige Lastwagen und andere Ausrüstungsgegenstände, die zum Bau der Kuppel des 3,6-Meter-Teleskopes der ESO benötigt wurden, das hinter dem Fotografen am Entstehen ist. Auf der linken Seite liegen die Wassertanks für die Anlage.

Auf der heutigen Aufnahme sind drei neue Teleskope hinzugekommen, die alle sehr unterschiedlich aussehen. Rechts von den Wassertanks steht das New Technology Telescope (NTT), das am 23. März 1989 sein „First Light“ hatte. Dieses 3,58-Meter-Instrument hatte als erstes Teleskop einen computergesteuerten Hauptspiegel, der zur Optimierung der Bildqualität verformt werden konnte. Sein achteckiger Schutzbau stellt einen weiteren technologischen Durchbruch dar: Die Belüftung wird durch ein System von Klappen geregelt, wodurch die durchströmende Luft gleichmäßig über den Spiegel streicht und damit Turbulenzen vermieden werden, was wiederum zu schärferen Bildern führt.

Rechts vom NTT steht das schweizerische 1,2-Meter-Leonhard-Euler-Teleskop, das einen traditionelleren Schutzbau hat. Es wird vom Observatoire de Genève der Universität Genf in der Schweiz betrieben und sah sein erstes Licht am 12. April 1998. Es wird zur Suche von Exoplanten am südlichen Himmel genutzt, mit der Erstentdeckung eines Planeten um den Stern Gliese 86 (siehe auch eso9855). Mit dem Teleskop werden auch veränderliche Sterne, Gammastrahlenausbrüche und Aktive Galaktische Kerne untersucht.

Im Vordergrund auf der rechten Seite steht ein Gebäude mit dem Spitznamen „der Sarkophag“. Es beherbergt TAROT (Télescope à Action Rapide pour les Objects Transitoires, ein Teleskop mit schneller Reaktionszeit für kurzlebige Objekte), das seine Arbeit auf La Silla am 15 September 2006 aufgenommen hat. Dieses schnell bewegliche, relativ kleine 25-Zentimeter-Teleskop reagiert extrem schnell auf Satellitenmeldungen von Gammmastrahlenausbrüchen, um die genauen Positionen dieser dramatischen aber flüchtigen Vorgänge zu erfassen. Die Beobachtung dieser kosmischen Explosionen ermöglicht den Astronomen die Erforschung der Bildung Schwarzer Löcher und der Entwicklung von Sternen im frühen Universum. TAROT wird durch ein Konsortium betrieben, das von Michel Boër am Observatoire de Haute Provence in Frankreich geleitet wird.

Das NTT wird von der ESO betrieben, während das Leonhard-Euler-Teleskop und TAROT zu den nationalen und Projekt-Teleskopen auf La Silla gehören. Selbst heute, über 40 Jahre nach seiner Einweihung, steht La Silla in der Astronomie nach wie vor ganz vorn.

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30. April 2012

Sonne, Mond und Teleskope über der Wüste

Die fremdartige Schönheit von Chiles Atacama-Wüste, der Heimat des Very Large Telescopes (VLT) der ESO, erstreckt sich in diesem Panorama bis zum Horizont. Auf dem Cerro Paranal, dem höchsten Gipfel im Zentrum des Bildes, erkennt man die vier gewaltigen Hauptteleskope des VLTs, jedes mit einem Hauptspiegeldurchmesser von 8,2 Metern. Auf dem Gipfel links vom Cerro Paranal steht das VISTA-Durchmusterungsteleskop. Dieses 4,1-Meter-Teleskop durchkämmt in breiten Streifen den Himmel und sucht interessante Ziele, die das VLT und andere Teleskope am Boden und im Weltraum im Detail beobachten können.

Diese Region bietet mit die besten Bedingungen zur Beobachtung des Nachthimmels auf unserem Planeten. Auf der rechten Seite dieses 360°-Panoramas geht die Sonne über dem Pazifischen Ozean unter und wirft lange Schatten über die Gebirgsszenerie. Auf der linken Seite leuchtet der Mond am Himmel. Bald werden die nächtlichen Beobachtungen beginnen.

Dieses wundervolle Panorama wurde vom ESO-Fotobotschafter Serge Brunier aufgenommen. Es ist eines der vielen Ehrfurcht erweckenden Bilder, in denen er die Observatorien der ESO, ihre wunderschönen Standorte und die Pracht des Himmels über ihnen zeigt.

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23. April 2012

Der Mond und das Band der Milchstrasse

Der ESO Fotobotschafter Stéphane Guisard nahm dieses erstaunliche Panorama bei ALMA-Anlage, dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array, in den chilenischen Anden auf. Das 5000 Meter hoch gelegene und extrem trockene Chajnantor-Plateau bietet den perfekten Ort für dieses hochmoderne Teleskop, das unser Universum bei Millimeter- und Submillimeterwellenlängen studieren wird.

Zahlreiche große Antennen dominieren das Zentrum des Bildes. Wenn ALMA fertiggestellt sein wird, wird es über 54 dieser Antennen mit 12 Metern Durchmesser verfügen. Über dem Antennenfeld spannt sich das Band der Milchstraße als strahlende Kulisse. Als das Bild aufgenommen wurde stand der Mond nahe dem Zentrum der Milchstraße am Himmel, dessen Licht die Antennen in ein unheimliches nächtliches Leuchten taucht. Die Große und die Kleine Magellansche Wolken, die größten Begleitgalaxien der Milchstraße, erscheinen links als zwei helle Flecken am Himmel. Ein besonders heller Streifen, verursacht von einem Meteor, leuchtet nahe der Kleinen Magellanschen Wolke.

Rechterhand sind einige der kleineren 7-Meter-Antennen von ALMA zu sehen, zwölf davon bilden das Atacama Compact Array. Noch weiter rechts scheint das Licht vom Array Operations Technical Building. Und letztlich schimmert hinter dem Gebäude im Dunkeln der Gipfel des Cerro Chajnantor.

ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.

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16. April 2012

APEX steht Wache auf Chajnantor

Das Atacama Pathfinder Experiment (APEX) blickt während einer klaren, mondlosen Nacht von Chajnantor aus in den Himmel, einem der höchstgelegenen und trockensten Observatoriumsstandorte der Welt. Astronomische Schätze füllen den Himmel über dem Teleskop, ein Testament der exzellenten Beobachtungsbedingungen an dieser Anlage in Chiles Atacama-Region.

Links im Bild leuchten die Sterne des hinteren Teils vom Sternbild Scorpius (der Skorpion). Der „Stachel“ des Skorpions wird durch die zwei hellen, nah beieinander stehenden Sterne dargestellt. Die Ebene der Milchstraße überspannt den Himmel mit einem Band schwach leuchtender Wolken.

Zwischen dem Skorpion und dem benachbarten Sternbild Sagittarius (der Schütze) auf der rechten Seite ist aufragend über der APEX-Antennenschüssel deutlich ein prächtiger Sternhaufen zu erkennen. Dies ist der offene Sternhaufen Messier 7, der auch unter dem Namen Ptolemäus-Sternhaufen bekannt ist. Unterhalb und leicht rechts von Messier 7 liegt Messier 6, der Schmetterlingshaufen. Weiter rechts, gerade oberhalb der Kante der Antennenschüssel, liegt eine helle Wolke, die wie ein heller Schmutzfleck aussieht. Dies ist der berühmte Lagunennebel (siehe eso0936 für eine Großaufnahme).

Mit einem Antennendurchmesser von 12 Metern ist APEX das größte Submillimeterteleskop auf der südlichen Hemisphäre mit einer einzelnen Teleskopschüssel. Wie der Name andeutet, dient es als Vorreiter für das größte Millimeter/submillimeter-Antennenfeld der Welt, das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), das im Jahr 2013 fertiggestellt wird (eso1137). APEX wird seinem Standort mit den 66 Antennen von ALMA auf dem 5000 Meter hohen Chajnantor-Plateau teilen. Das APEX-Teleskop basiert auf einer Prototypenantenne für das ALMA-Projekt und wird viele Ziele für ALMA, die dort mit größerem Detail untersucht werden, aufspüren.

Babak Tafreshi, einer der ESO-Fotobotschafter, nahm das Foto mit einem Teleobjektiv auf. Tafreshi ist der Gründer von The World at Night (TWAN), einem Programm, das sich der Aufnahme und Ausstellung überwältigender Fotografien und Zeitrafferaufnahmen der schönsten oder historischen Stätten weltweit als Kulisse für Sterne, Planeten und astronomische Ereignisse widmet.

Weitere Informationen

APEX ist ein Gemeinschaftsprojekt des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR), des Weltraumobservatoriums Onsala (Onsala Space Observatory OSO) und der ESO, die das teleskop betreibt.

ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.

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9. April 2012

Chajnantor “rundherum” – ein 360°-Panorama

Obwohl der Cerro Chico die beachtliche Höhe von 5300 Meter über N.N. erreicht, ist er nur ein kleiner Berg in der majestätischen Landschaft des Andenplateaus. Gleichwohl steht der Name auf Spanisch für „kleiner Berg“. Dennoch bietet der Gipfel des Cerro Chico wegen seiner Lage auf dem Chajnantorplateau einen großartigen und relativ leicht erreichbaren Aussichtspunkt, von dem die überwältigende Ansicht genossen werden kann.

Das 360°-Panorama weist in der Mitte nach Nordosten, wo die höchsten Vulkane –die meisten mit Höhen über 5500 Metern – zu sehen sind. In der Mitte liegt der Cerro Chajnantor. Zur Rechten erkennt man das Atacama Pathfinder Experiment Telescope (APEX) mit dem dahinterliegenden Cerro Chascon. Weiter nach rechts in Richtung Südost ist das Chajnantorplateau vollständig sichtbar. Zusätzlich zum APEX Teleskop erkennt man ganz rechts drei Antennen des Atacama Large Millimeter/submillimeter Arrays (ALMA). Seit dieser Aufnahme sind viele weitere Antennen hinzugekommen.

Links vom Cerro Chajnantor steht der Cerro Toco. Weiter links im Nordwesten sieht man den markant konisch geformten Gipfel des Licancabur Vulkans.

Auf dem Chajnantorplateau auf 5000 Metern Höhe ist die Luft so dünn und trocken, dass sie scheinbar nie die Lungen zu füllen vermag. Dank dieser extremen Bedingungen kann die Millimeter- und Submillimeterstrahlung aus dem Rest unseres Universums durch die geringe verbleibende Atmosphärenschicht oberhalb der Instrumente passieren und mit den empfindlichen Teleskopen wie ALMA und APEX empfangen werden.

APEX ist ein Gemeinschaftsprojekt des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR), des Weltraumobservatoriums Onsala (Onsala Space Observatory OSO) und der ESO, die das Teleskop betreibt.

ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.

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2. April 2012

La Silla, der erste Standort für die Teleskope der ESO – damals und heute

Die ESO wird in diesem Jahr 50 Jahre alt, und um dieses wichtige Jubiläum zu feiern, werfen wir einen Blick in unsere Vergangenheit. Während des gesamten Jahres wird einmal pro Monat ein spezielles „Damals und Heute“-Bild der Woche illustrieren, wie sich die Dinge auf La Silla, am Paranal-Observatorium, in den ESO-Büros in Santiago de Chile und am Hauptsitz der ESO in Garching bei München über die Jahrzehnte verändert haben.

Das historische Bild wurde 1970 von den La Silla-Unterkünften aus aufgenommen, die sich unterhalb der Teleskopkuppeln auf dem Berg befanden. Das Foto zeigt den Blick auf den höchsten Punkt des Berges auf der linken Seite. Die metallene Struktur nahe des Gipfels ist kein Teleskop, sondern ein Wassertank für die Anlage. Die weiße Kuppel in der Bildmitte gehört zum 1-Meter Schmidt-Teleskop der ESO, das seine Arbeit im Februar 1972 aufgenommen hat. Ganz rechts ist das ESO 1-Meter-Teleskop gerade noch über dem Felsgrat zu erkennen, links davon erkennt man das Grand Prism Objectif.

In der aktuellen Ansicht erkennt man noch immer die Unterkünfte, allerdings wurden in Laufe der Jahrzehnte weitere Gebäude hinzugebaut. Die deutlichste Veränderung ist am La Silla-Gipfel auf der linken Bildseite zu erkennen. Am höchsten Punkt steht das 3,6-Meter-Teleskop, das im November 1976 den Beobachtungsbetrieb aufgenommen hat und bis heute im Einsatz ist. Das 3,6-Meter-Teleskop ist mit HARPS, dem erfolgreichsten Instrument zur Exoplanetenjagd (sieheeso1134 und eso1214 für aktuelle Resultate) ausgerüstet. Der Bau des 3,6-Meter-Teleskops war bereits bei der Gründung der ESO vorgesehen. Es sollte die Krönung des La Silla-Observatoriums und sein größtes Teleskop werden, damals war es eine Meisterleistung der Ingenieurskunst. Die kleinere Kuppel vor dem 3,6-Meter-Teleskop ist das 1.4-Meter Coude Auxiliary Telescope, dase seinen größeren Nachbarn ergänzt.

Rechts vom 3,6-Meter-Teleskop steht das New Technology Telescope (NTT), erkennbar durch die eckige, metallene Kuppel. Das NTT, das im März 1989 mit dem Beobachtungsbetrieb aufnahm, war das weltweit erste Teleskop mit einem computergesteuerten Spiegel. Als Vorläufer für das Verry Large Telescope genutzt, um viele neue Technologien zu testen, die bei seinem Nachfolger zum Einsatz kamen.

Weitere neue Objekte in der aktuellen Auf sind der Aufnahme sind der Seminarraum unterhalb der Wassertanks und der Differential Image Motion Monitor (DIMM), der zur Messung des atmosphärischen Seeings benutzt wird und auf Stelzen zwischen dem Seminarraum und dem 1-Meter-Teleskop platziert ist.

Auch heute bleibt La Silla ein sehr aktives Observatorium, an dem viele Entdeckungen gemacht werden. Sowohl das NTT als auch das 3,6-Meter-Teleskop haben wichtige Daten, die zur Entdeckung der beschleunigten Expansion des Universums führten, zur Verfügung gestellt – einer Entdeckung, für die im Jahr 2011 der Nobelpreis der Physik vergeben wurde.

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26. März 2012

Wären Sie gerne hier?

Der französische Fotograf Serge Brunier – einer der Foto-Botschafter der ESO – hat dieses unvergleichliche 360°-Panorama der Chajnantor-Hochebene in der Atacama-Wüste aufgenommen, dort wo das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array gebaut wird.

Die Panorama-Projektion erzeugt eine leichte Verzerrung der ALMA-Antennen, gibt aber immer noch den Eindruck der Umgebung wieder, wenn man in der Mitte dieses eindrucksvollen Observatoriums stehen würde. Die 360°-Ansicht zeigt auch die völlige Isolation der Chajnantor-Hochebene; auf einer Höhe von 5000 Metern ist die Kulisse bis auf ein paar Berggipfel und Hügel karg.

Obwohl die Konstruktion eines so anspruchsvollen Teleskopes in einer derart abgelegenen und rauhen Umgebung eine Herausforderung darstellt, ist die extreme Höhenlage der perfekt für Submillimeter-Astronomie. Wasserdampf in der Erdatmosphäre absorbiert diese Strahlung, aber die Luft ist in großen Höhen wie auf der Chajnantor-Hochebene extrem trocken.

ALMA hat die ersten wissenschaftlichen Beobachtungen am 30. September 2011 mit einem Teil des Antennenfeldes begonnen. Nach der Fertigstellung des Observatoriums werden die beeindruckenden fünfzig 12-Meter Antennen – wie auch das kleinere Feld von vier 12-Meter Antennen und zwölf 7-Meter Antennen, bezeichnet als Atacama Compact Array (ACA) – die abgelegene Landschaft etwas weniger karg erscheinen lassen. Zwischenzeitlich dokumentieren Fotografien wie diese den Entwicklungsfortschritt einer neuen Weltklasse von Teleskop-Anlagen.

ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.

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