Lebenslauf Dr. Gero Rupprecht
Beruflicher Werdegang
Seit meiner Kindheit habe ich mich für Astronomie interessiert, und so
war es nur selbstverständlich, daß ich mich während meines
Physik-Studiums an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen auf
Astronomie spezialisierte. In meiner Diplomarbeit, angefertigt an der Dr.-Remeis-Sternwarte in Bamberg, bearbeitete ich ein
enges Doppelsternsystem mit Massenaustausch (SV Centauri) und in meiner
Doktorarbeit beschäftigte ich mich, ebenfalls in Bamberg, mit weißen Zwergsternen,
sozusagen mit dem "Friedhof der Sterne''.
Nach einem Abstecher in die Plasmaphysik (1983-1988 am Max-Planck-Institut für Plasmaphysikin Garching und
1986-1988 bei JET in Culham/England) kehrte ich zur Astronomie zurück
(wen sie einmal gepackt hat, den läßt sie nicht mehr los); ich
arbeite seit 1988 bei der Europäischen Südsternwarte ESO in
Garching an der optischen Instrumentierung unserer Teleskope in Chile.
Dadurch war ich auch mehrfach zu Beobachtungen an verschiedenen Teleskopen
auf den ESO-Observatorien La Silla (von 60cm bis 3,5m Durchmesser) und am
VLT auf Paranal (8m).
Tätigkeit bei ESO
Für das VLT habe ich bisher den Bau der FORS1+2 Instrumente
durch das VIC-Konsortium (Sternwarten Heidelberg, München und
Göttingen) betreut. Die beiden Instrumente an den VLT-Teleskopen Antu
und Kueyen waren seit 1999 bzw. 2000 im regulären wissenschaftlichen Betrieb, FORS1 ging nach 10 Jahren aktivem Dienst Ende März 2009 in den Ruhestand.
Von 2000 bis 2003 betreute ich den Bau des hochauflösenden Spektrographen
HARPS, (Genf, Obs. Haute Provence, Obs. Bern, Service d'Aeronomie, ESO-Garching
und La Silla), der seit Herbst 2003 am 3,6m-Teleskop auf La Silla
extrasolare Planeten aufgrund der von ihnen verursachten Änderungen in
der Radialgeschwindigkeit ihrer Muttersterne sucht. Seit Ende 2007 bin ich verantwortlich für die Detektorsysteme der 24 Spektrographen des MUSE-Instruments, das 2013 an VLT-Yepun in Betrieb gehen soll.
Inzwischen kümmere ich mich auch um diverse übergreifende Themen, zum Beispiel die Schnittstellen zwischen den VLT-Teleskopen und ihren Instrumenten, Fragen der Sicherheit, Qualitätssicherung und Projektmanagement. In Zukunft werde ich auch an der Instrumentierung unseres kommenden Extremely Large Telescope mitarbeiten.
Amateurastronomie
Neben meiner beruflichen astronomischen Tätigkeit war mir auch immer
die volkstümliche Astronomie und die Beobachtung mit
Amateur-Teleskopen wichtig. Schon als Schüler trat ich in die damals
neu gegründete Volkssternwarte Neumarkt/Opf und in die Vereinigung der
Sternfreunde ein und halte
regelmäßig Vorträge an Volkshochschulen, Volkssternwarten
und Planetarien. In klaren Nächten baue ich auch öfter zuhause
unseren 11cm Kutter-Schiefspiegler oder unser 20cm-Schmidt-Cassegrain
Spiegelteleskop auf, um am Himmel "spazierenzuschauen''. Und auf Paranal
oder La Silla vergeht kaum eine Nacht, in der ich nicht einfach nur mal
draußen stehe und mich unter dem unglaublich dunklen Südhimmel
von den Wundern des Weltalls beeindrucken lasse.
Zurück zu meiner Homepage.
Gero Rupprecht @eso.org
Last modified:
12.02.2012