Polarlichter –
Lichtmusik in
der Arktis
Leuchtende Lichtvorhänge des Polarlichts erhellen die langen Winternächte der arktischen Gebiete unseres Planeten. Überraschend tauchen sie dort auf, entfalten sich manchmal in vielfarbiger Pracht und verschwinden dann oftmals, so als ob nichts gewesen wäre. Sie wirken auf den Betrachter wie eine für die Ohren nicht hörbare Musik am Sternhimmel. Nur selten dringt dieser Lichtschein bis nach Mitteleuropa vor. Im Folgenden berichtet Sebastian Deiries von diesem Naturwunder des Nordens verbunden mit einer Reise in die Arktis.
Manchmal hören wir fast unglaubliche Berichte von Lichterscheinungen, die in den entlegenden Gegenden des Polarkreises gesehen werden. Diese klingen wie Märchen: man spricht von einem geheimnisvollen unsteten Licht, welches in den klaren Nächten der Arktis aufleuchtet. Es wird Polarlicht, Nordlicht oder wissenschaftlich Aurora borealis genannt.
In jedem Liebhaber von Natur und Sternen entsteht bei der Beschäftigung mit diesem Thema der Wunsch, einmal das Polarlicht mit eigenen Augen zu sehen. Schilderungen wie dieser Bericht sollen schließlich auch nur die Anregung sein, die Naturwunder selbst zu erleben und sich nicht immer nur auf die Aussagen anderer zu verlassen.
In Mitteleuropa ist das Polarlicht nur sehr selten zu sehen: die letzten Male am 13. März 1989 und am 6. April 2000. Die wenigen, die in jenen Nächten zufällig zum Nachthimmel blickten, reagierten sehr aufgeregt, wie folgende dpa-Meldung belegt:
(dpa, 7. April 2000) Polarlicht über Deutschland hat in
der Nacht für besorgte Anrufe bei der Polizei gesorgt.
Der leuchtende Himmel löste bei vielen Menschen Angst vor einer Giftgaswolke
aus. Polizei und Wetterämter konnten die Anrufer jedoch beruhigen. Von Flensburg
bis Augsburg war das Polarlicht zu sehen. Das Schauspiel ist in Deutschland
rund alle elf Jahre zu erleben, wenn die Sonnenaktivität am stärksten ist. Nach
Angaben von Astronomen kann sich das Schauspiel in den kommenden Nächten
wiederholen.

Abbildung:
Polarlicht über Deutschland (Mittelalterlicher Stich aus dem Jahre 1591 aus
Flack-Ytter: Polarlicht [3]
Es
ist möglich, sich über das Internet per e-mail etwa 1-2 Tage im Voraus vor
solchen Ereignissen warnen zu lassen: Anmelden kann man sich dafür unter der
Rubrik: „solar activity & auroras“ auf der Webseite: http://skyandtelescope.com/observing/proamcollab/astroalert/article_332_1.asp
Außerdem
läßt sich die aktuelle Polarlichtaktvität im Web wie eine Wettervorhersage
unter: http://www.sel.noaa.gov/pmap/index.html abrufen.