Über die ESO

Die Europäische Südsternwarte (engl. European Southern Observatory, kurz ESO) ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung und das wissenschaftlich produktivste Observatorium der Welt. Mit ihren Teleskopen und Instrumenten schafft die ESO die Voraussetzungen für astronomische Spitzenforschung. Getragen wird die Organisation durch ihre Mitgliedsländer: Belgien, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz und die Tschechische Republik. Weitere Länder haben starkes Interesse an einer Mitgliedschaft bekundet.

Der Hauptsitz der ESO mit den wichtigsten wissenschaftlichen und technischen Abteilungen und der Verwaltung der Organisation befindet sich in Garching in der Nähe von München. In Chile betreibt die ESO Teleskope an drei weltweit einzigartigen Beobachtungsstandorten in der Atacamawüste in Chile: Auf La Silla betreibt die ESO mehrere mittelgroße, aber hochmoderne Teleskope, darunter auch das derzeit leistungsfähigste Instrument zum Nachweis von erdähnlichen Planeten um ferne Sterne. Am zweiten Standort, auf dem 2600 Meter hohen Berg Paranal, befindet sich das weltweit leistungsfähigste Observatorium für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts und der Infrarotstrahlung: das Very Large Telescope (VLT). Dort sind außerdem das VLT-Interferometer sowie die Teleskope VST und VISTA stationiert, die für Himmelsdurchmusterungen eingesetzt werden. Zusätzlich betreibt die ESO noch das Submillimeterteleskop APEX mit einem Durchmesser von 12 Metern auf dem Llano de Chajnantor auf einer Höhe von 5100 Metern über dem Meeresspiegel, das seinerseits der Vorreiter für das Projekt ALMA ist: einen gigantischen Verbund solcher 12-Meter-Antennenschüsseln, den die ESO in Zusammenarbeit mit Chile und mit Partnern in Nordamerika und Ostasien errichtet hat.

Die ESO plant den Bau eines Großteleskops der 40-Meter-Klasse für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren und Infrarotlichts, das einmal das größte optische Teleskop der Welt werden wird: das European Extremely Large Telescope, kurz E-ELT.

Die jährlichen Beitragszahlungen der ESO-Mitgliedsstaaten belaufen sich auf rund 143 Millionen Euro. Die Organisation beschäftigt derzeit etwa 730 Mitarbeiter.

Die Konstruktion und der Betrieb astronomischer Spitzentechnik stellen hohe Anforderungen an die beteiligten Wissenschaftler, Techniker und Ingenieure, bieten gleichzeitig aber auch einzigartige Möglichkeiten für die Zusammenarbeit mit der Industrie und für den Technologietransfer.

"In punkto internationale Zusammenarbeit erreicht die ESO ein einzigartiges Niveau – jeder trägt das bei, was er am besten kann,unabhängig von Nationalität oder institutioneller Zugehörigkeit. An diesem Geist der Exzellenz kann sich ganz Europa ein Beispiel nehmen. " 

Maria van der Hoeven, niederländische Ministerin für Bildung, Kultur und Wissenschaft

HQ Garching
Der ESO-Hauptsitz