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Letzte ALMA-Antenne kommt auf dem Chajnantor-Plateau an

16. Juni 2014

Die letzte Antenne für das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA)-Projekt wurde zum hochgelegenen Standort des ALMA-Observatoriums gebracht, 5000 Meter über dem Meeresspiegel. Ihre Ankunft vervollständigt die Anlage von 66 Antennenschüsseln auf dem Chajnantor-Plateau in der Atacamawüste im Norden Chiles, wo sie zukünftig zusammen als ein riesiges Teleskop betrieben werden.

Die 66. ALMA-Antennenschüssel wurde am Freitag, dem 13. Juni 2014, zur Array Operations Site (AOS) transportiert. Im Oktober 2013 wurde sie dem ALMA-Observatorium für abschließende Tests überbracht (eso1342).

Die Schüssel mit einem Durchmesser von 12 Metern ist die letzte europäische Antenne, die hoch auf das Chajnantor-Plateau transportiert wurde. Sie wird zusammen mit ihren europäischen Vorgängern sowie den 25 nordamerikanischen 12-Meter-Antennen und 16 ostasiatischen (vier 12-Meter- und zwölf 7-Meter-) Antennenschüsseln arbeiten.

Die globale ALMA-Kollaboration ist das derzeit größte bodengebundene astronomische Projekt. Die letzte europäische Antenne wurde vom europäischen AEM-Konsortium gefertigt [1] und ist ein Bestandteil des bisher größten ESO-Vertrags, der sowohl die Konstruktion, die Produktion, den Transport und die Integration der 25 Antennen am Standort umfasst.

Das ALMA-Observatorium wurde im März 2013 vom chilenischen Präsidenten Sebastián Piñera eingeweiht. Dies kennzeichnete die Fertigstellung der Hauptsysteme des riesigen Teleskops und den formalen Übergang von einem Bauprojekt zu einem ausgewachsenen Observatorium.

„Dies markiert den Endpunkt vieler Jahre der Anlieferung modernster Spitzentechnologie-Systeme und Komponenten zu Chajnantor und ist ein wichtiger Meilenstein für das ALMA-Projekt. Alle ALMA-Antennen sind nun für die Integration in den Messbetrieb verfügbar“, erläutert Wolfgang Wild, der europäische ALMA-Programmmanager.

ALMA erkundet das Universum mit Licht, das Wellenlängen von Millimetern und Submillimetern aufweist und somit im infraroten und Radiobereich des elektromagnetischen Spektrums angesiedelt ist. Licht dieser Wellenlängen stammt von ausgedehnten, kühlen Wolken im interstellaren Raum und von einigen der frühsten und am weitesten entfernten Galaxien im Universum. Die Teleskope werden für Astronomen ein Fenster in das mysteriöse kalte Universum darstellen, wo die Geheimnisse über den kosmischen Ursprung darauf warten entdeckt zu werden.

Endnoten

[1] Das AEM-Konsortium setzt sich aus Thales Alenia Space, European Industrial Engineering und MT-Mechatronics zusammen.

Weitere Informationen

ALMA ist eine internationale astronomische Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb ist die ESO federführend für den europäischen Beitrag, das National Radio Astronomy Observatory (NRAO), das seinerseits von Associated Universities, Inc. (AUI) betrieben wird, für den nordamerikanischen Beitrag und das National Astronomical Observatory of Japan (NAOJ) für den ostasiatischen Beitrag. Dem Joint ALMA Observatory (JAO) obliegt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.

Die Europäische Südsternwarte ESO (European Southern Observatory) ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung und das wissenschaftlich produktivste Observatorium der Welt. Getragen wird die Organisation durch ihre 15 Mitgliedsländer: Belgien, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz und die Tschechische Republik. Die ESO ermöglicht astronomische Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige bodengebundene Teleskope entwirft, konstruiert und betreibt. Auch bei der Förderung internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Astronomie spielt die Organisation eine maßgebliche Rolle. Die ESO betreibt drei weltweit einzigartige Beobachtungsstandorte in Nordchile: La Silla, Paranal und Chajnantor. Auf dem Paranal betreibt die ESO mit dem Very Large Telescope (VLT) das weltweit leistungsfähigste Observatorium für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts und zwei Teleskope für Himmelsdurchmusterungen: VISTA, das größte Durchmusterungsteleskop der Welt, arbeitet im Infraroten, während das VLT Survey Telescope (VST) für Himmelsdurchmusterungen ausschließlich im sichtbaren Licht konzipiert ist. Die ESO ist der europäische Partner bei den neuartigen Teleskopverbund ALMA, dem größten astronomischen Projekt überhaupt. Derzeit entwickelt die ESO ein Großteleskop mit 39 Metern Durchmesser für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren und Infrarotlichts, das einmal das größte optische Teleskop der Welt werden wird: das European Extremely Large Telescope (E-ELT).

Links

Kontaktinformationen

Wolfgang Wild
European ALMA Programme Manager, ESO
Garching bei München
Tel: +49 89 3200 6716
E-Mail: wwild@eso.org

Stefano Stanghellini
ALMA Antenna Project Manager, ESO
Garching bei München
Tel: +49 89 3200 6570
E-Mail: sstanghe@eso.org

Lars Lindberg Christensen
Leiter ESO ePOD
ESO ePOD, Garching
Tel: +49 89 3200 6761
Mobil: +49 173 3872 621
E-Mail: lars@eso.org

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Die letzte ALMA-Antenne kommt auf Chajnantor an
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Video-News 42: Die letzte ALMA-Antenne kommt auf Chajnantor an
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