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ESO-Stipendiatin erhält renommierte Auszeichnung für die beste Doktorarbeit

3. Juli 2014

Die ESO-Stipendiatin Claudia Del P. Lagos hat einen MERAC (Mobilising European Research in Astrophysics and Cosmology) Preis 2014 für ihre Doktorarbeit über die Behandlung der Sternentstehung und ihrer Rückkopplung in Simulationen zur Galaxienbildung.

Der Preis wurde am 2. Juli 2014 auf der European Week of Astronomy and Space Science (EWASS) 2014 in Genf in der Schweiz in der Kategorie für die beste Doktorarbeit in theoretischer Astrophysik vergeben [1]. Del Lagos hat einen Plenarvortrag auf der EWASS gehalten und wird später noch eine Vorlesung in der Schweiz unter der Schirmherrschaft der FONDATION MERAC halten.

Del Lagos Doktorarbeit behandelt ein Modell zur Galaxienbildung namens GALFORM, das im Wesentlichen alle existierenden theoretischen Modelle der Sternentstehung implementieren kann. In ihrer Arbeit widmete sie sich zwei Kernprozessen im Zentrum der Galaxienbildung: die Entstehung von Sternen und die Regulierung der Sternbildung, die dem Einbringen von Energie in das interstellare Medium folgt – das Material, das in den Gebieten zwischen Sternsystemen in einer Galaxie existiert. Diese Berechnungen zählen zu den wichtigsten Fortschritten auf diesem Gebiet seit über einem Jahrzehnt. Del Lagos Arbeit ermöglicht die Überprüfung der physikalischen Vorhersagen des Modells zur Galaxienbildung, beispielsweise den Inhalt des interstellaren Mediums, direkt durch Beobachtungen mit neuen Teleskopen wie dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA).

Die Arbeit wurde am Institute for Computational Cosmology (ICC) an der Universität Durham (Großbritaannien) zwischen Oktober 2009 und September 2012 durchgeführt und von Carlton Baugh und Cedric Lacey betreut. Del Lagos hat vor kurzem ein hart umkämpftes Stipendium bei der ESO aufgenommen und spielt weiterhin eine führende Rolle in der Entwicklung von modernsten Modellen zur Galaxienbildung.

Die Online-Version von Del Lagos Doktorarbeit kann hier heruntergeladen werden und ist in der Springer Theses-Serie zur Anerkennung herausragender Forschung aus Doktorarbeiten enthalten.

Endnoten

[1] Die Preise für die besten Doktorarbeiten werden für die besten Arbeiten, die an europäischen Instituten durchgeführt wurden, vergeben. Hierzu zählen alle Länder, die eine astronomische Gesellschaft haben, die der EAS angehört, sowie die skandinavischen Länder ohne nationale astronomische Gesellschaft.

Weitere Informationen

Die Europäische Südsternwarte ESO (European Southern Observatory) ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung und das wissenschaftlich produktivste Observatorium der Welt. Getragen wird die Organisation durch ihre 15 Mitgliedsländer: Belgien, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz und die Tschechische Republik. Die ESO ermöglicht astronomische Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige bodengebundene Teleskope entwirft, konstruiert und betreibt. Auch bei der Förderung internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Astronomie spielt die Organisation eine maßgebliche Rolle. Die ESO betreibt drei weltweit einzigartige Beobachtungsstandorte in Nordchile: La Silla, Paranal und Chajnantor. Auf dem Paranal betreibt die ESO mit dem Very Large Telescope (VLT) das weltweit leistungsfähigste Observatorium für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts und zwei Teleskope für Himmelsdurchmusterungen: VISTA, das größte Durchmusterungsteleskop der Welt, arbeitet im Infraroten, während das VLT Survey Telescope (VST) für Himmelsdurchmusterungen ausschließlich im sichtbaren Licht konzipiert ist. Die ESO ist der europäische Partner bei den neuartigen Teleskopverbund ALMA, dem größten astronomischen Projekt überhaupt. Derzeit entwickelt die ESO ein Großteleskop mit 39 Metern Durchmesser für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren und Infrarotlichts, das einmal das größte optische Teleskop der Welt werden wird: das European Extremely Large Telescope (E-ELT).

Die European Astronomical Society (EAS) fördert die Astronomie in Europa. Als unabhängige Körperschaft kann die EAS sich mit Themen befassen, die im europäischen Kontext für die europäische astronomische Gemeinschaft behandelt werden müssen.

FONDATION MERAC (Mobilising European Research in Astrophysics and Cosmology) ist eine 2012 gegründete gemeinnützige Stiftung mit Hauptquartier in der Schweiz, die junge europäische Astronomen anerkennt und unterstützt. Der MERAC-Preis besteht aus drei Preisen, die jedes Jahr von der European Astronomical Society (EAS) vergeben werden. Diese MERAC-Preise richten sich an Astrophysiker zu Beginn ihrer Karriere, wobei jeweils ein Preis auf dem Gebiet der theoretischen Astrophysik, der beobachtenden Astrophysik und der neuen Technologien / Instrumente / Berechnungen vergeben wird. Die Verleihung wechselt jährlich und so werden jungen Astrophysiker, die ihre Doktorarbeit in den vorhergehenden zehn Jahren angefertigt haben, in ungeraden Jahren für ihre Forschung als “Best Early Career Researcher” geehrt und der “Best Doctoral Thesis”-Preis für die beste Doktorarbeit in den vorangegangenen drei Jahren in geraden Jahren vergeben.

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Tel: +41 22 379 21 01
E-Mail: thierry.courvoisier@unige.ch

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ESO-Stipendiatin Claudia Del P. Lagos erhält den MERAC-Preis 2014
ESO-Stipendiatin Claudia Del P. Lagos erhält den MERAC-Preis 2014