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ALMA erreicht 1000 veröffentlichte Artikel

3. Mai 2018

ALMA, das Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array, hat mit der Veröffentlichung des 1000. referierten Fachartikels mit ALMA-Daten einen wichtigen Meilenstein erreicht. Der Artikel war Spatial variations in Titan's atmospheric temperature: ALMA and Cassini comparisons from 2012 to 2015 von Alexander E. Thelen et al. – eine detaillierte Untersuchung der atmosphärischen Temperatur des größten Saturnmondes Titan.

Die Daten hinter der Arbeit von Thelen et al. wurden ursprünglich zur Kalibrierung des Teleskops herangezogen und stehen seit 2013 zur Verfügung. ALMA-Daten werden online archiviert, d.h. viele Entdeckungen verschiedener Forscher können aus einem einzigen Beobachtungsprogramm oder aus Daten für einen ganz anderen Zweck gemacht werden, wie es hier der Fall war. Die gesamte Palette der Beiträge, die Beobachtungen und Entdeckungen mit ALMA-Daten vorstellen, ist auch online in der telbib-Datenbank der ESO [1] verfügbar.

Die ALMA-Bibliografie wird von den Bibliothekare der ESO und der NRAO gemeinsam mit der NAOJ gepflegt. Dieser gemeinsame Ansatz unterstreicht den allgemeinen Geist der Zusammenarbeit, der auch das ALMA-Projekt insgesamt auszeichnet [2].

Der erste Artikel basierend auf ALMA-Daten erschien 2012 und seitdem ist ALMA - das größte existierende bodengebundene astronomische Projekt – maßgeblich an einer Vielzahl von Entdeckungen beteiligt, einschließlich der Entdeckung der Inhaltsstoffe junger exoplanetarer Systeme (eso1718), der Erfassung der Galaxienanordnung im frühen Universum (eso1530) und der Entdeckung der Entstehung der ersten Sterne (eso1708). ALMA kann diese Entdeckungen machen, indem es Licht mit einer Wellenlänge von etwa einem Millimeter untersucht. Dieses Licht stammt von einigen der kältesten Objekte im Weltall, wie den frühesten und entferntesten Galaxien im Universum, sowie von molekularen Wolken – dichte Gas- und Staubregionen, in denen neue Sterne geboren werden.

ALMA ist ein Einzelteleskop mit 66 hochpräzisen Antennenschüsseln, die bei Wellenlängen von 0,32 bis 3,6 Millimetern arbeiten. Das 12-Meter-Hauptarray hat 50 Antennen mit einem Durchmesser von jeweils 12 Metern, die zusammen als Interferometer fungieren. Diese bereits leistungsstarke Antennensammlung wird durch ein zusätzliches kompaktes Array von vier 12-Meter- und zwölf 7-Meter-Antennen ergänzt.

Seit die ersten Daten von ALMA erstellt wurden, ist die Zahl der veröffentlichten Arbeiten rapide gestiegen. Die Daten aus diesem astronomisch produktiven Kraftzentrum führen nun zu durchschnittlich einem wissenschaftlichen Artikel pro Tag. Mit 1000 bisher veröffentlichten Beiträgen hat dieses mächtige Instrument bereits unser Verständnis der entferntesten Bereiche unseres Universums erweitert und wird uns auch in Zukunft helfen, unsere kosmischen Fragen zu beantworten.


Endnoten

[1] ALMA hat eine klare Zitierrichtlinie für die Verwendung von Daten in Publikationen definiert, so dass Beobachtungen eindeutig mit Publikationen in Verbindung gebracht werden können. Informationen über die ALMA-Bibliographiemethodik und die Erfahrungen aus den ersten Jahren finden Sie hier und hier.

[2] Die ALMA-Bibliographie-Kuratoren sind: Uta Grothkopf, Silvia Meakins und Dominic Bordelon, ESO Bibliothek, library@eso.org; Marsha Bishop, NRAO Bibliothek, mbishop@nrao.edu und Tomoko Nishikawa, NAOJ ALMA Büro, tomoko.nishikawa@nao.ac.jp.

Weiterführende Informationen

ALMA, eine internationale Astronomieeinrichtung, ist eine Partnerschaft der ESO, der U.S. National Science Foundation (NSF) und des japanischen National Institutes of Natural Sciences (NINS) in Zusammenarbeit mit der Republik Chile.

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Kontaktinformationen

Richard Hook
ESO Public Information Officer
Garching bei München
Tel: +49 89 3200 6655
Mail: +49 151 1537 3591
E-Mail: rhook@eso.org

Über die Mitteilung

ID:ann18029

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Anzahl der Veröffentlichungen mit ALMA-Daten
Anzahl der Veröffentlichungen mit ALMA-Daten
Vergleich von Veröffentlichungen auf der Basis von Daten verschiedener Observatorien
Vergleich von Veröffentlichungen auf der Basis von Daten verschiedener Observatorien