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Auf La Silla wird eine Solarfarm installiert

21. Juli 2014

Im Rahmen ihrer Umweltinitiativen hat die ESO einen Vertrag mit der chilenischen Firma Astronomy and Energy (einer Tochtergesellschaft der spanischen LKS Group) unterzeichnet, die eine Solarfarm am La Silla-Observatorium installieren soll. Die ESO hat bereits einige Jahre an umweltfreundlichen Lösungen für die Energieversorgung ihrer Standorte gearbeitet, was nun verwirklicht wird. Der Einsatz erneuerbarer Energien wird für die Zukunft als unverzichtbar angesehen, um den Energiebedarf auf nachhaltige Weise decken zu können.

Die ambitionierten Programme der ESO sind darauf ausgerichtet die höchste Qualität der astronomischen Forschung zu erreichen. Hierzu werden das Design, die Konstruktion und der Betrieb der leistungsstärksten erdbasierten Beobachtungseinrichtungen der Welt benötigt. Allerdings stellt der Betrieb der Observatorien der ESO eine erhebliche Herausforderung bezüglich des Energieverbrauchs dar.

Trotz der großen Menge an Sonnenlicht an den ESO-Standorten [1] ist es bisher nicht gelungen, diese natürliche Energiequelle effizient zu nutzen. Astronomy and Energy wird kristalline Photovoltaikmodule (Solarpanele) auf La Silla installieren, um Sonnenenergie effektiv nutzen zu können.

Die Installation wird ein Gebiet von mehr als 100.000 Quadratmetern bedecken und soll den Standort bis Ende des Jahres mit Energie versorgen können.

Die globale Landschaft für Energie hat sich in den letzten 20 Jahren beträchtlich geändert. Da die Energiepreise steigen und unvorhersehbar schwanken, ist die ESO bemüht Wege zu finden, die Energiekosten kontrollieren und die ökologischen Auswirkungen begrenzen zu können. Die Organisation hat bereits erfolgreich ihren Stromverbrauch auf La Silla verringert und trotz den zusätzlich hinzugekommenen Durchmusterungsteleskopen VISTA und VST konnte in den letzten Jahren der Verbrauch am Paranal-Observatorium, dem Standort des VLT, konstant gehalten werden.

Die deutlich verbesserte Effizienz von Solarzellen lässt sie zu einer rentablen Alternative für die Nutzung der Sonnenergie werden. Solarzellen der neusten Generation gelten als sehr verlässlich und als fast wartungsfrei, Eigenschaften, die zu einer hohen Verfügbarkeit elektrischen Stroms beitragen wie es für astronomische Observatorien notwendig ist.

Mit Blick in die Zukunft sucht die ESO weitere nachhaltige Energiequellen, die mit all ihren Standorten kompatibel sind, darunter auch der Cerro Armazones — in der Nähe des Cerro Paranal und dem Standort des zukünftigen European Extremely Large Telescope (E-ELT). Dieses Ziel wird nicht nur durch die Installation von Primärquellen von erneuerbaren Energien wie auf La Silla verfolgt, sondern auch durch den Anschluss an das chilenische Stromnetz wo nicht-konventionelle, erneuerbare Energiequellen einen zunehmend größer werdenden Anteil des Strom und Energiemixes beitragen.

Die Installation der Solarfarm auf La Silla zählt zu einer Serie von Initiativen, die die ESO für die Einschränkung der Umweltauswirkungen ihres Betriebs verfolgt, was auch hier deutlich wird. Die Verwendung grüner Energie wird von der chilenischen Regierung stark unterstützt. Bis 2020 soll der Anteil der grünen Energie auf 25% ansteigen und schließlich bis 2030 auf 30% anwachsen.

Endnoten

[1] Die Beobachtungseinrichtungen der ESO bieten Astronomen mit einem Durchschnitt von 320 klaren Nächten pro Jahr am La Silla- und am Paranal-Observatorium; gleichzeitig ist der Himmel auch tagsüber die meiste Zeit des Jahres klar, weshalb eine große Menge an Sonnenlicht zur Verfügung steht.

Weitere Informationen

Die Europäische Südsternwarte ESO (European Southern Observatory) ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung und das wissenschaftlich produktivste Observatorium der Welt. Getragen wird die Organisation durch ihre 15 Mitgliedsländer: Belgien, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz und die Tschechische Republik. Die ESO ermöglicht astronomische Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige bodengebundene Teleskope entwirft, konstruiert und betreibt. Auch bei der Förderung internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Astronomie spielt die Organisation eine maßgebliche Rolle. Die ESO betreibt drei weltweit einzigartige Beobachtungsstandorte in Nordchile: La Silla, Paranal und Chajnantor. Auf dem Paranal betreibt die ESO mit dem Very Large Telescope (VLT) das weltweit leistungsfähigste Observatorium für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts und zwei Teleskope für Himmelsdurchmusterungen: VISTA, das größte Durchmusterungsteleskop der Welt, arbeitet im Infraroten, während das VLT Survey Telescope (VST) für Himmelsdurchmusterungen ausschließlich im sichtbaren Licht konzipiert ist. Die ESO ist der europäische Partner bei den neuartigen Teleskopverbund ALMA, dem größten astronomischen Projekt überhaupt. Derzeit entwickelt die ESO ein Großteleskop mit 39 Metern Durchmesser für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren und Infrarotlichts, das einmal das größte optische Teleskop der Welt werden wird: das European Extremely Large Telescope (E-ELT).

Links

Kontaktinformationen

Roberto Tamai
E-ELT Programme Manager
Garching bei München
Tel: +49 89 3200 6367
E-Mail: rtamai@eso.org

Lars Lindberg Christensen
Leiter ESO ePOD
ESO ePOD, Garching
Tel: +49 89 3200 6761
Mobil: +49 173 3872 621
E-Mail: lars@eso.org

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Über die Mitteilung

ID:ann14057

Bilder

Solarfarm am La Silla-Observatorium
Solarfarm am La Silla-Observatorium
Vertragsunterzeichnung für die Solarfarm auf La Silla
Vertragsunterzeichnung für die Solarfarm auf La Silla