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Anträge auf ALMA-Beobachtungszeit im vierten Zyklus auf Rekordniveau

23. August 2016

Im vierten Zyklus des Aufrufs für Anträge auf Beobachtungszeit mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) wurde eine bisher unerreichte Zeitmenge angefragt. Die große Nachfrage für das revolutionäre Teleskop schlägt sich in einer Zunahme der beantragten Beobachtungszeit um 50 % nieder.

Mehr als 400 Astronomen wurde Beobachtungszeit bei ALMA, dem leistungsstärksten Radioteleskop auf der Welt, bewilligt. Das Auswahlverfahren dazu hat fast fünf Monate in Anspruch genommen. Spezialisten rund um die Welt haben sich im letzten Juni in Wien getroffen, um 1571 Anträge auf Beobachtungszeit zu evaluieren. 145 wissenschaftliche Berater des Bewertungskomitees haben sich für eine Woche getroffen und dabei die Kriterien und eine Rangfolge festgelegt, nach denen die Bewertung der Anträge so objektiv wie möglich durchgeführt werden sollte. Dazu gehörten die vielfältigen Aspekte, die die wissenschaftliche Wichtigkeit und technische Machbarkeit eines Projekts auszeichnen, ebenso wie die Aussicht auf Erfolg. Auf der Basis dieser Kriterien wurden die Anträge intensiv von den Experten geprüft.

Insgesamt wurde von den 1571 korrekt eingereichten Anträgen aus mehr als 30 Ländern eine Beobachtungszeit von 18.630 Stunden (12.285 Stunden für das 12-Meter-Array und 6345 Stunden für die gesamte Anlage) beantragt. Davon wurden 3000 Stunden für das 12-Meter-Array und 1800 Stunden für die gesamte Anlage bestätigt.

Die Kategorien mit den meisten Anträgen und Zusagen – etwa ein Viertel – war "Interstellar Medium, Star Formation and Astrochemistry”. "Cosmology and High Redshift Universe"; "Galaxies and Galactic Nuclei"; "Circumstellar Discs, Exoplanets and the Solar System" machten etwa ein Fünftel der Anträge aus während zu der Kategorie "Stellar Evolution and the Sun" etwa auf ein Zehntel der Anträge kamen.

Der vierte Beobachtungszyklus wird im Oktober 2016 beginnen und im September 2017 enden — mit insgesamt 476 ausgewählten Anträgen. Diese Projekte können auf mindestens 53 ALMA-Antennen für die Suche im Universum zugreifen: 43 der 12-Meter-Antennen und zehn 7-Meter-Antennen im Bereich von Millimeter- und Submillimeter-Wellenlängen. Dabei können sieben Empfänger (die Bänder 3, 4, 6, 7, 8, 9 und 10) verwendet werden. Die ALMA-Beobachtungen weisen dabei eine maximale Winkelauflösung von 0,029 Bogensekunden bei einer maximalen Basislinie von 12,6 km auf.

Weitere Informationen

ALMA ist eine internationale astronomische Einrichtung, die gemeinsam von der ESO, der US-amerikanischen National Science Foundation (NSF) der USA und den japanischen National Institutes of Natural Sciences (NINS) in Kooperation mit der Republik Chile betrieben wird.

Kontaktinformationen

Richard Hook
ESO Public Information Officer
Garching bei München
Tel: +49 89 3200 6655
Mobil: +49 151 1537 3591
E-Mail: rhook@eso.org

Über die Mitteilung

ID:ann16054

Bilder

Beschreibung der wichtigsten neuen Möglichkeiten im vierten Zyklus der ALMA-Beobachtungen
Beschreibung der wichtigsten neuen Möglichkeiten im vierten Zyklus der ALMA-Beobachtungen
Woher kommen die Antragsteller für den 4. Zyklus der ALMA-Beobachtungen?
Woher kommen die Antragsteller für den 4. Zyklus der ALMA-Beobachtungen?
Analyse der angenommenen Anträge für den 4. ALMA-Zyklus
Analyse der angenommenen Anträge für den 4. ALMA-Zyklus