Bild der Woche

8. Februar 2010

Das Very Large Telescope aus der Vogelperspektive

Ein Vogel, der hoch in der Luft über der abgelegenen, dünn besiedelten Atacamawüste im Norden Chiles segelt - vermutlich die trockenste Wüste der Erde - wäre vermutlich überrascht angesichts der hoch technisierten Oase des Very Large Telescope (VLT) der ESO auf dem Paranal. das weltweit fortschrittlichste bodengebundene astronomische Observatorium der Welt wird hier betrieben, mit vier 8,2-Meter-hauptteleskopen, vier 1,8-Meter-Hilfsteleskopen, dem VLT Survey Telescope (VST) und dem 4,1-Meter Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy (VISTA), das man im Hintergrund über der Beobachtungsplattform auf dem benachbarten Berggipfel sehen kann.

Diese Luftbildaufnahme zeigt auch noch weitere Gebäude wie das Kontrollzentrum am vorderen Rand der Plattform.


18. Januar 2010

Das zukünftige European Extremely Large Telescope

Diese konzeptionelle Darstellung zeigt das geplante European Extremely Large Telescope (E-ELT) der ESO, das einmal das größte Teleskop der Welt für das sichtbare Licht sein wird, beim Blick an den Himmel. Wenn es Anfang des nächsten Jahrzehnts den Betrieb aufnimmt, soll sich das E-ELT einigen der größten wissenschaftlichen Herausforderungen stellen. Dazu gehört unter anderem der Nachweis eines erdähnlichen Planeten in der "bewohnbaren Zone" eines Sterns – der Nachweis eines solchen Planeten, auf dem sich Leben bilden können sollte, ist eines der ehrgeizigsten Ziele der beobachtenden Astronomie. Darüber hinaus soll das E-ELT grundlegende Beiträge zur Kosmologie leisten, indem es die Eigenschaften der ersten Sterne und Galaxien, der Dunklen Materie und der Dunklen Energie erforscht.

Die Astronomen machen sich darüber hinaus auf Überraschungen gefasst – ganz sicher werden sich aus den mit dem E-ELT gemachten Entdeckungen neue, unvorhergesehene Fragen ergeben. Mit einem Hauptspiegeldurchmesser von unglaublichen 39 Metern wird das E-ELT 25 mal so viel Licht sammeln wie eines der 8,2-Meter-Teleskope vom Very Large Telescope der ESO in Chile, das zur Zeit das weltweit führende astronomische Observatorium im Hinblick auf Beobachtungskapazität ist.

Das hier gezeigte geplante Design für das E-ELT wurde 2011 veröffentlicht und ist zunächst nur vorläufig.


14. Dezember 2009

Das European Extremely Large Telescope

Das European Extremely Large Telescope (E-ELT) wird mit seinem Hauptspiegel von 39 Metern Durchmesser das größte Auge der Welt in Richtung Himmel sein, wenn es zu Beginn des nächsten Jahrzehnts in Betrieb genommen wird. Das E-ELT wird sich den größten wissenschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit stellen. Zum Beispiel wird es erdähnliche Planeten in der habitablen Zone um andere Sterne verfolgen, auf denen Leben existieren könnte – eines der heiligen Grale der modernen, beobachtenden Astronomie.

Das Teleskopdesign selbst ist revolutionär und basiert auf einem neuen Schema aus fünf Spiegeln, woraus eine außergewöhnliche Bildqualität resultiert. Der erste Spiegel besteht aus fast 800 Segmenten, jeder mit einer Breite von 1,4 Metern bei einer Dicke von lediglich 50 Millimetern. Das optische Design erfordert einen sehr großen zweiten Spiegel mit einem Durchmesser von 4,2 Metern, der damit größer als jeder andere Primärspiegel aller ESO-Teleskope auf La Silla ist.

Adaptive Spiegel werden in den Optiken des Teleskops eingesetzt, um die Unschärfe in den Bildern zu kompensieren, die durch atmosphärische Turbulenzen hervorgerufen werden. Einer dieser Spiegel wird von mehr als 6000 Stelltrieben gesteuert, wodurch er seine Form tausend Mal pro Sekunde verändern kann.

Das Teleskop wird mit mehreren wissenschaftlichen Instrumenten bestückt werden. Es wird dabei möglich sein, innerhalb weniger Minuten von einem Instrument auf ein anderes zu wechseln. Das Teleskop und seine Kuppel werden außerdem ihre Himmelsausrichtung in sehr kurzer Zeit für eine neue Beobachtung anpassen können.

Das hier gezeigte sehr detaillierte Design des E-ELT ist zunächst noch vorläufig.


9. November 2009

Seltenes 360°-Panorama des Südsternhimmels

In diesem seltenen 360°-Panorama schlägt die Milchstraße einen Bogen einmal quer über den Nachthimmel über der Beobachtungsplattform des Paranal, der Heimat des Very Large Telescope der ESO. Das Bild besteht aus 37 Einzelaufnahmen mit einer Gesamtbelichtungszeit von etwa 30 Minuten und wurde in den frühen Morgenstunden aufgenommen. Der Mond geht gerade auf und über ihm leuchtet das Zodiakallicht, während die Milchstraße sich über den Himmel gegenüber dem Observatorium erstreckt.

Die geöffneten Schutzbauten der Teleskope des weltweit fortschrittlichsten bodengebundenen Observatoriums sind allesamt auf dem Bild zu sehen: die der vier kleineren 1,8-Meter-Hilfsteleskope, die im interferometrischen Modus zusammengeschaltet werden können, ebenso wie die der vier großen 8,2-Meter-Hauptteleskope. Auf der rechten Seite unterhalb des Milchstraßenbogens sieht man außerdem zwei unserer galaktischen Nachbarn, die Große und die Kleine Magellansche Wolke.

Hier geht es zu einer faszinierenden virtuellen Tour über den Paranal.


2. November 2009

Einen Stern erzeugen

Ein Laserstrahl ragt von Yepun, dem vierten Hauptteleskop des Very Large Telescope (VLT) der ESO, dem Flaggschiff der europäischen Astronomie, in den Himmel. Mit diesem Laserstrahl wird ein künstlicher Stern über dem Paranal erzeugt, der für die Instrumente der adaptiven Optik am VLT benötigt wird. Adaptive Optik ist eine Technik, die es möglich macht die durch die Erdatmosphäre verursachte Bildunschärfe zu korrigieren und so Bilder zu erhalten, die fast so scharf sind wie wenn das Teleskop in den Weltraum versetzt worden wäre.

Die adaptive Optik benötigt allerdings einen Referenzstern in unmittelbarer Nähe des zu untersuchenden Objekts, der zudem auch noch vergleichsweise hell sein muss. das engt den Bereich des Himmels, der auf diese Art und Weise zugänglich ist, deutlich ein. Um diese Schwierigkeiten zu überwinden, setzen die Astronomen auf dem Paranal einen starken Laser ein, der einen künstlichen Stern erzeugt, sobald sie ihn benötigen (vergleiche auch eso0607 und eso0727).

Die Verwendung eines leistungsstarken Lasers zusammen mit einem Teleskop ist modernste Technik, deren Aufbau und und Betrieb eine dauerhafte Herausforderung darstellt. Wie man auf der Aufnahme erkennt, ist es aber dennoch eine Technik, die man auf dem Paranal mittlerweile vollkommen beherrscht. Dieses Foto wurde innerhalb des Kuppelgebäudes des Teleskops aufgenommen und zeigt in eindrucksvoller Weise die Position des Lasers auf dem 1,2 Meter durchmessenden Sekundärspiegel des Teleskops.


12. Oktober 2009

Früh am Morgen auf dem Paranal

Dieses Panorama zeigt die Beobachtungsplattform vom Very Large Telescope (VLT) der ESO auf dem Cerro Paranal in Chile. Es wurde am frühen Morgen aufgenommen, zu einem Zeitpunkt als der Mond hoch am Himmel stand. Der ruhige und friedliche Anblick des Himmels steht in starkem Kontrast zu der geschäftigen Aktivität am Observatorium. Die vier großen 8,2-Meter-Hauptteleskope des VLT nehmen alle jeweils ein Himmelsobjekt ins Visier um den Astronomen bei ihrer täglichen Aufgabe die Rätsel des Universums zu lösen zu helfen. Von Hauptteleskop 4, das den Namen Yepun trägt, ragt ein Laserstrahl in den Himmel. Er gehört zum System adaptiver Optik des Teleskopes, das dem bildverschmierenden Effekt der Atmosphäre entgegenwirkt und so die Aufnahme scharfer Bilder ermöglicht. Gleichzeitig arbeiten drei der vier kleineren 1,8-Meter-Hilfsteleskope im interferometrischen Modus zusammen um ein noch detaillierteres Bild eines weiteren Himmelsobjektes zu erhalten.

Ein Quicktime-Video der Szene ist ebenfalls verfügbar.


17. August 2009

Die VLT-Plattform auf dem Gipfel des Paranal

Dieses Bild zeigt die Beobachtungsplattform auf dem Gipfel des Cerro Paranal im Norden Chiles, die das Very Large Telescope (VLT) der ESO beherbergt.

Das Bild zeigt drei der Schutzbauten der VLT-Hauptteleskope mit 8,2 Metern Durchmesser. Der Fotograf befand sich dabei auf dem Dach des vierten, etwa 35 Meter oberhalb der Plattform. Während der Nacht sind die großen Tore seitlich geöffnet. Die insgesamt 275 Tonnen schweren äußeren Teile des Gebäudes sind drehbar, so dass die Teleskope in der Lage sind, jeden Punkt am Himmel zu beobachten. Der Pick-up vor dem ersten Hauptteleskop hilft dabei, einen Eindruck von der Größe dieser 10 Stockwerke hohen Gebäude zu bekommen. Auf der linken Seite des Bildes sieht man die Schienen, auf denen die 1,8-Meter-Hilfsteleskope (ATs) zwischen verschiedenen Beobachtungsstationen hin und her bewegt werden können. Zwei der vier Hilfsteleskope sind ebenfalls erkennbar. Das niedrige Gebäude in der linken unteren Bildecke beherbergt das VLT Interferometer-Labor, wo das Licht von mehreren Teleskopen zusammengeschaltet werden kann, so dass man ein viel höheres Auflösungsvermögen als mit einem einzelnen Teleskop erreichen kann.

Hinter den Teleskopen erstrecken sich die Bergketten der Wüstenlandschaft um den Cerro Paranal, begrenzt nur durch den wolkenbedeckten pazifischen Ozean in 12 Kilometern Entfernung.


14. April 2009

Paranal-Observatorium mit Vulkan Llullaillaco

Diese beeindruckende Luftbildaufnahme vom Standort des Very Large Telescope (VLT) der ESO demonstriert die exzellente Qualität der Beobachtungsbedingungen in der Atacamawüste: Im Vordergrund des Bildes sieht man das Paranal-Observatorium, das sich in 2600 Metern über dem Meeresspiegel auf dem Cerro Paranal in Chile befindet, während im Hintergrund der schneebedeckte Gipfel des 6720 Meter hohen Vulkans Llullaillaco steht, der sich unglaubliche 190 km weiter östlich an der Grenze zu Argentinien befindet.

Innerhalb des Observatoriums kann man deutlich die einzelnen Schutzbauten der vier großen 8,2-Meter-Hautpteleskope des VLT und vorne das Gebäude des Kontrollzentrums ausmachen, von wo aus die Astronomen ihre Beobachtungen durchführen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme gab es die vier Hilfsteleskope und die Kuppel des VST-Durchmusterungsteleskops noch nicht.


25. November 2008

Panorama des Sonnenuntergangs am Paranal

Das Very Large Telescope (VLT) auf dem 2600 Meter hohen Cerro Paranal ist der wichtigste Standort der ESO für Beobachtungen im sichtbaren und infraroten Licht. Das Paranal Observatorium liegt in der chilenischen Atacamawüste. Die vier 8,2-Meter-Hauptteleskope des VLT können unabhängig voneinander mit einer Vielzahl von wissenschaftlichen Instrumenten betrieben werden, und haben bereits viele erstaunliche wissenschaftliche Entdeckungen ermöglicht.

Ebenso bietet das VLT aber auch die Möglichkeit, das Licht der vier Hauptteleskope kohärent zu vereinigen. Dieses sogenannte Very Large Telescope Interferometer (VLTI) ist mit einer eigenen Ausstattung an Instrumenten versehen und wird eingesetzt, um nur wenige Millibogensekunden große Bilddetails zu erfassen und um Astrometrie mit einer Genauigkeit von bis zu 10 Mikrobogensekunden zu betreiben. Zusätzlich zu den vier 8,2-Meter-Teleskopen kann das VLTI auch mit den vier Hilfsteleskopen (Auxiliary Telescopes oder kurz ATs), die einen Hauptspiegeldurchmesser von 1,8 Metern haben, betrieben werden. Die ATs dienen einerseits zur Verbesserung der Abbildungsleistung des VLTI, ermöglichen andererseits aber auch eine optimale Ausnutzung der Nachtstunden über das gesamte Jahr hinweg. 

Der Schutzbau des VLT Survey Telescope mit einem Spiegeldurchmesser 2,6 Metern ist in der Bildmitte zu sehen.


7. Juli 2008

APEX auf Chajnantor

Während sich ALMA noch im Bau befindet, führen die Astronomen auf dem Chajnantor-Plateau mit dem Atacama Pathfinder Experiment (APEX) bereits Millimeter- und Submillimeter-Beobachtungen durch. Dabei handelt es sich um ein 12-Meter-Teleskop neuerer Bauweise, das auf einem Prototypen einer ALMA-Antennenschüssel basiert und am ALMA-Standort betrieben wird. Seine Optik wirde modifiziert und die Oberflächengenauigkeit der Schüssel wurde verbessert. APEX wurde so konstruiert, das es die Vorteile der hervorragenden Durchsicht des Himmels im Wellenlängenbereich von 0,2 bis 1,4 Millimetern bestmöglich ausnutzen kann.

Dieses Bild ist aufgezogen im ESOshop erhältlich.


26. Mai 2008

Strichspuren über dem Paranal

Die Drehung des Himmels über dem Very Large Telescope der ESO auf dem Paranal. Diese Langzeitbelichtungsaufnahme zeigt, wie sich die Sterne um den südlichen (links) und nördlichen (rechts) Himmelspol drehen. Der Himmelsäquator, entlang dessen die Sterne sich auf einer geraden Linie bewegen, liegt in der Mitte des Bildes. Die Bewegung der Schutzbauten der VLT-Teleskope während der Aufnahme wird als Schatten ebenfalls sichtbar.


7. Januar 2008

Die weißen Büßer

Diese bizarren Formationen aus Schnee und Eis nennt man Büßereis, auf Spanisch "penitentes". Sie bilden sich in hochgelegenen Regionen wie dem Chajnantor-Plateau, wo sich das ALMA-Observatorium befindet.

Es handelt sich dabei um messerschneidenähnliche Gebilde, die sich durch das Zusammenspiel von Subliimation und Schmelzen des Schnees herausbilden. Auf Chajnantor steht die Sonne zur Zeiit der Sommersonnenwende in den Mittagsstunden nahe dem Zenit, so dass das Büßereis eine senkrechte Form bekommt. Die Aufnahme stammt aus dem Dezember 2005.

Dieses Bild ist aufgezogen im ESOshop erhältlich.


24. Dezember 2007

Das Feen-Galaxientrio

Ein internationales Astronomenteam hat mit dem Very Large Telescope der ESO ein ebenso seltenes wie eindrucksvolles Ereignis entdecken können: das Verschmelzen von drei Galaxien. Die Astronomen nannten das Trio den Vogel, es hat aber auch Ähnlichkeit mit einer kosmischen Fee. Es besteht aus zwei massereichen Spiralgalaxien und einer dritten irregulären Galaxie.

In dieser Falschfarbendarstellung wurden eine 30 lang belichtete Aufnahme im K-Band von dem NACO-Instrument mit Archivdaten vom Hubble-Weltraumteleskop mit der Kamera ACS in den Bändern B und I kombiniert. das Ergebnis ist ein Farbbild des vogelähnlichen Galaxiensystems. Mithilfe der NACO-Daten konnten die Astronomen nicht nur die beiden schon zuvor bekannten Spiralgalaxien beobachten, sondern auch die dritte, unabhänige Komponente identifizieren: eine irreguläre, aber vergleichsweise massereiche Galaxie, in der sich besonders viele Sterne bilden.


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