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Olivier-Chesneau-Preis 2019 an Jozua de Boer verliehen

29. April 2019

Der  Olivier-Chesneau-Preis 2019 ging an Jozua de Boer für seine Dissertation über "High-contrast Imaging of Protoplanetary Disks". Derzeit ist er Postdoc am Leiden Observatory in den Niederlanden, nachdem er dort 2018 promoviert hat.  

Der Preis wurde von der ESO und dem Observatoire de la Côte d’Azur ins Leben gerufen, um an das Leben und Werk des Pioniers Olivier Chesneau zu erinnern [1]. Sie wird alle zwei Jahre für die beste Doktorarbeit auf dem Gebiet der hochauflösenden Astronomie vergeben.

Jozua beeindruckte die Jury durch die Bandbreite seiner Arbeit, die anerkannte Fähigkeiten mit neuen Instrumenten wie SPHERE – dem Spectro-Polarimetric High-contrast Exoplanet REsearch Instrument, das am Very Large Telescope der ESO installiert ist – kombiniert. Das Studium dieser Planeten bildenden Scheiben stellt eine große Herausforderung für die Astronomen dar, da sie im Vergleich zu den Sternen, die sie umkreisen, sehr dunkel sind. Jozua hat diese Herausforderungen jedoch durch sorgfältige Kalibrierung, Datenerfassung und Analyse gemeistert. Die Ergebnisse dieser Bemühungen haben nicht nur unser Verständnis für die Bedingungen der Planetenbildung erweitert, sondern auch bahnbrechende Techniken entwickelt, mit denen auch andere Phänomene beobachtet werden können, darunter Kometen und Asteroiden, Exoplaneten und entwickelte Sterne.

Die Preisverleihung findet während der jährlichen Woche der French Society for Astronomy and Astrophysics (SF2A) in Nizza (Frankreich) im Mai 2019 statt, wo Jozua einen Geldpreis von 1000 € erhalten wird. Er wird auch die Möglichkeit haben, seine Arbeit am ESO-Hauptsitz in Garching zu präsentieren.

Fußnoten

[1] Olivier Chesneau (1972-2014) war ein talentierter und begeisterter Wissenschaftler. Er leitete bahnbrechende Arbeiten mit Hilfe der sichtbaren und infraroten Long-Baseline Interferometrie, um die Scheibenbildung um viele astrophysikalische Objekte herum zu untersuchen; darunter entwickelte, Riesensterne, planetarische Nebel und Novae. Seine wichtigsten Ergebnisse sind die Untersuchung der Umgebung in der Nähe von Eta Carinae und anderen Sternen, die erste direkte Detektion von Scheiben in planetarischen Nebeln, das Auffinden von Beweisen für bipolare Staubauswürfe durch Novae kurz nach dem Ausbruch und die Entdeckung des größten gelben Hyperriesen-Sterns in der Milchstraße. Seine Ergebnisse wurden oft durch Pressemitteilungen der ESO und CNRS-INSU veröffentlicht. Der Michelson-Preis 2012 der Internationalen Astronomischen Union und des Mount Wilson Institute wurde an Olivier Chesneau für wichtige Beiträge zur stellaren Astrophysik mit Long-Baseline Interferometrie verliehen.

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Kontaktinformationen

Für Fragen zum Preis wenden Sie sich bitte an chesneauprize@oca.eu.

Calum Turner
ESO Public Information Officer
Garching bei München
Tel: +49 89 3200 6676
Email: pio@eso.org

Über die Mitteilung

ID:ann19021

Bilder

Das Logo des Olivier-Chesneau-Preises
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Jozua de Boer at Paranal
Jozua de Boer at Paranal
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