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Das Unmögliche wagen: zum ersten Mal ein Schwarzes Loch im Bild festhalten

ALMA schließt sich den Versuchen an, das erste Bild vom Ereignishorizont eines supermassereichen Schwarzen Lochs zu erhalten

31. März 2017

Das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) nimmt an einem ambitionierten Experiment teil, bei dem Teleskope auf der ganzen Welt beteiligt sind. Zusammen möchten sie das bisher noch nie Beobachtete aufnehmen: ein Schwarzes Loch. Deshalb schließt sich ALMA erstmalig dem Event Horizon Telescope (EHT) und dem Global mm-VLBI Array (GMVA) an, bei denen es sich jeweils um einen internationalen Zusammenschluss von Radioteleskopen handelt, wodurch virtuelle Observatorien mit der Größe der Erde entstehen. Ihre Hauptaufgabe ist die genaue Untersuchung des supermassereichen Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße. Das EHT wird zum ersten Mal versuchen, den Schatten des Ereignishorizonts des Schwarzen Lochs abzubilden, während das GMVA die Eigenschaften von ein- und auströmendem Material im Bereich um das galaktische Zentrum untersuchen wird.

Beeindruckend ist auch die Liste teilnehmender Teleskope, die den ganzen Globus umspannt: vom Südpol über Europa bis nach Hawaii und natürlich Chile. Die 66 Antennenschüsseln von ALMA mit ihren hochmodernen Empfängern und der erstklassigen südlichen Lage machen ALMA zur empfindlichsten Komponente von sowohl EHT als auch GMVA. ALMA wird also eine Schlüsselposition bei den bahnbrechenden Beobachtungen einnehmen, die mit dem GMVA vom 1. bis 4. April 2017 und mit dem EHT vom 5. bis 14. April 2017 gemacht werden.

Das Ergebnis dieser Beobachtungen wird von Astronomen weltweit sehnsüchtig erwartet, da das wissenschaftliche Potential außerordentlich spannend ist. Um Ihnen die Beobachtungen näher bringen zu können, haben die ESO und ihre ALMA-Partner einen Blog ins Leben gerufen. Dort werden die EHT- und GMVA-Projekte sowie die wissenschaftlichen Hintergründe erläutert. Die Reihe wird Sie mit auf eine astronomische Reise nehmen, bei der Sie Einblicke in die aktuellsten Forschungsgebiete erhalten und die jeweiligen Risiken erkennen werden. Unter anderem werden folgende Fragen beantwortet werden: Was ist so interessant an Schwarzen Löchern? Wie sieht das Universum durch ein Radioteleskope aus? Und was wissen wir eigentlich über das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße?

Der erste Beitrag erklärt das EHT- und das GMVA-Projekt sowie mögliche Entdeckungen. Sie können ihn hier abrufen.

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Das Event Horizon Telescope und das Global mm-VLBI Array
Das Event Horizon Telescope und das Global mm-VLBI Array