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Der ESO-Rat eröffnet das Verfahren zur Ernennung des nächsten ESO-Generaldirektors bzw. der nächsten Generaldirektorin

1. Juli 2016

Die zweite 5-jährige Amtszeit des aktuellen ESO-Generaldirektors Tim de Zeeuw endet im August 2017. Der ESO-Rat hat beschlossen, ein unterstützendes Kommitee für die Auswahl des nächsten Generaldirektors bzw. der nächsten Generaldirektorin einzurichten.

Tim de Zeeuw hat die ESO in einem Zeitraum mit herausragendem wissenschaftlichen, technischen und organisatorischen Erfolg geführt. Er hat die Beiträge der ESO bei der Fertigstellung des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) beaufsichtigt und die Auswahl und Übernahme des Standorts sowie die Genehmigung und den Baubeginn des European Extremely Large Telescope (E-ELT) und die zugehörigen First-Light-Instrumente betreut. Weiterhin fielen in seine Amtszeit der kontinuierliche Betrieb und die Weiterentwicklung der Obseravtorien auf La Silla und Paranal, inklusive des Atacama Pathfinder Experiment (APEX), die Vervollständigung der Instrumente zweiter Generation am Very Large Telescope (VLT) und die Fertigstellung der Erweiterung des Hauptsitzgebäudes in Garching sowie die Stiftung der ESO Supernova, dem zukünftigen Planetarium und Besucherzentrum. Die wissenschaftlichen Erträge dieser Unternehmungen haben die ESO zum weltweit produktivsten astronomischen Observatorium gemacht. Um auf diesen Erfolg aufbauen zu können, möchte der Rat einen herausragenden neuen Generaldirektor berufen, der nach international offener Suche ernannt werden soll.

Unter dem aktuellen Generaldirektor ist die Zahl der Mitgliedsländer auf fünfzehn angestiegen. Weitere Länder befinden sich in unterschiedlichen Stufen der Beitrittsverhandlungen. Der ESO-Rat hat außerdem dafür gestimmt, dass die Beiträge des Mitgliedsländer im nächsten Jahrzehnt schrittweise angehoben werden. Dadurch wird die Finanzierung von Bau und Betrieb des E-ELT garantiert, während gleichzeitig die ESO-Einrichtungen auf La Silla, Paranal und ALMA weiter genutzt und entwickelt werden können. Mit der Vergrößerung der ESO wurde diese auch restrukturiert, um all diesen Aufgaben gerecht zu werden.

Die Hauptaufgaben des Generaldirektors sind die Leitung der ESO-Programme, die Zusammenarbeit mit dem Rat zur Entwicklung und Implementierung von Strategien, der Erhalt der führenden Rolle der ESO für exzellente astronomische Wissenschaft und die Überwachung des Baus des E-ELT bei gleichzeitiger Erhaltung der weltweit führenden Produktivität der anderen Einrichtungen.

Der ESO-Rat hat der ersten Bauphase des E-ELT zugestimmt. Eine wichtige Rolle des Generaldirektors wird es sein, das E-ELT bis zu seinem First Light im Jahr 2024 auf seinem Weg in Richtung vollständiger Inbetriebnahme zu begleiten. Für die Fertigstellung aller E-ELT-Anlagen ist weitere Förderung nötig, auf deren Bereitstellung der Generaldirektor gemeinsam mit dem Rat hinarbeiten muss. Auch die Entwicklung einer Strategie für die Weiterentwicklung fällt in seinen Aufgabenbereich. Dazu müssen die Investitionen der wichtigsten Programme und Projekte der ESO unter strikter Einhaltung des Etats koordiniert werden.

Der neue Generaldirektor bzw. die neue Generaldirektorin sollte folgende Voraussetzungen erfüllen:

  1. Repräsentation der ESO in ihrer Führungsrolle auf dem Gebiet der astronomischen Forschung: Der Generaldirektor bzw. die Generaldirektorin sollte in der astronomischen Forschung international anerkannt sein und muss in der Lage sein, einer breiten Zielgruppe die wissenschaftliche Langzeitstrategie zu vermitteln. Der Generaldirektor muss enthusiastisch, dynamisch und engagiert sein und exzellent kommunizieren und führen können.
  2. Anforderungen für die interne Führung der ESO: Der Generaldirektor sollte ein Team aus leitenden Mitarbeitern führen, lenken und beaufsichtigen können. Dabei ist sowohl der Betrieb als auch die Implementierung drei großer Programme in sehr unterschiedlichen Umgebungen zu berücksichtigen (La Silla – Paranal: Betrieb, Verbesserungen und weitere Entwicklung; ALMA: Betrieb und Weiterentwicklung in Kooperation mit den Partnern der ESO in Nordamerika und Ostasien; E-ELT: Bau, Planung und Entwicklung). Eine starke Verbindung zwischen den unterschiedlichen ESO-Standorten muss sichergestellt werden, um den Einsatz und die Verwendung von Ressourcen effizient zu gestalten. Der Generaldirektor muss eine positive Arbeitsumgebung mit einer Struktur schaffen, die ein hochmotiviertes, reaktionsfähiges und produktives Mitarbeiterteam garantiert.
  3. Die Definition der Rolle der ESO in der globalen astronomischen Forschung: Der Generaldirektor sollte mit dem ESO-Rat eine Strategie erarbeiten, um die ESO noch stärker zu einer Organisation für globale astronomische Kooperationen werden zu lassen. Dazu zählt auch die Fertigstellung des E-ELT. Der Generaldirektor ist verantwortlich, die Strategie, die vom ESO-Rat beschlossen wurde, umzusetzen.
  4. Anforderungen für die internationalen Beziehungen der ESO: Der Generaldirektor sollte die politischen Dimensionen der ESO verstehen und die guten Beziehungen mit internationalen Partnern, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Europäischen Union, der wissenschaftlichen Nutzergemeinschaft,  astronomischen Fachinstituten, internationalen wissenschaftlichen Einrichtungen und Agenturen, Regierungen und der Europäischen Union aufrechterhalten und erweitern können. Die Aufrechterhaltung der hervorragenden Beziehungen mit der Republik Chile und den Mitgliedsländern sind eine wesentliche Voraussetzung.

Notwendig sind Führungsqualitäten, die durch eine entsprechende Position an einem bekannten, international ausgerichteten astronomischen Institut oder einer internationalen Organisation belegt werden können. Häufige Reisen zwischen dem ESO-Hauptsitz in Garching und den Standorten der Observatorien und dem Büro in Santiago in Chile sowie zu Instituten, Einrichtungen und anderen Organisationen weltweit werden notwendig sein. Deutsche und/oder spanische Sprachkenntnisse sind von Vorteil.

Die Stelle des Generaldirektor ist eine Vollzeitstelle, die zunächst für einen Zeitraum von fünf Jahren vergeben wird, mit der Möglichkeit auf Verlängerung. Lohn und Vergütungen erfolgen nach den Regularien und Bestimmungen für ESO-Mitarbeiter.

Bewerberinnen und Bewerber für diese Position wenden sich bitte mit kurzem Lebenslauf und Motivationssschreiben an Patrick Roche, den Präsidenten des ESO-Rats.

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Kontaktinformationen

Patrick Roche
Präsident des ESO-Rats
University of Oxford
Department of Physics
Denys Wilkinson Building
Keble Road
Oxford OX1 3RH, United Kingdom
Tel: +44 1865 273338
E-Mail: ESOPresident@physics.ox.ac.uk

Richard Hook
ESO Public Information Officer
Garching bei München
Tel: +49 89 3200 6655
Mobil: +49 151 1537 3591
E-Mail: rhook@eso.org

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Prof. Dr. Tim de Zeeuw besucht das Paranal-Observatorium
Prof. Dr. Tim de Zeeuw besucht das Paranal-Observatorium