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ESO nach wie vor produktivstes bodenbasiertes Observatorium der Welt

3. April 2019

2018 war für die Forschung an der ESO ein weiteres erfolgreiches Jahr, was dazu führte, dass die ESO die Auszeichnung als produktivstes bodenbasiertes Observatorium beibehielt. Die Observatorien der ESO sind weiterhin der Maßstab in der astronomischen Forschung, und mit 1093 Veröffentlichungen im Jahr 2018 übertraf die ESO jedes andere boden- oder weltraumbasierte Observatorium an Produktivität.

Am meisten trug zu diesem Ergebnis das Flaggschiff der ESO bei, das VLT (Very Large Telescope) / VLTI (Very Large Telescope Interferometer) auf dem Paranal. 2018 wurden insgesamt 618 wissenschaftliche Abhandlungen mit Daten des VLT veröffentlicht. Das produktivste Instrument war in diesem Jahr UVES mit 139 Publikationen, dicht gefolgt von X-shooter, MUSE und FORS2.

Andere Teleskope auf dem Paranal leisteten bemerkenswerte Beiträge zum Forschungs-Output der ESO im Jahr 2018, besonders das VST (VLT Survey Telescope) und VISTA (Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy). Daten dieser beiden Einrichtungen flossen in 48 bzw. 105 Arbeiten ein.

Die ESO-Teleskope im La Silla Observatorium sind weiterhin leistungsstark, sie trugen 2018 zu 236 Arbeiten Daten bei. Die herausragende Einrichtung im La Silla war der Exoplanetenjäger HARPS: Er war für mehr als die Hälfte dieser Veröffentlichungen verantwortlich (120). Die Anzahl der Arbeiten, die auf Daten von HARPS basieren, steigt jedes Jahr – was zeigt, welch bedeutenden Einfluss er auf das aufregende und sich schnell entwickelnde Feld der Exoplaneten-Forschung hat.

ALMA und APEX [1] [2], bei denen die ESO ein wesentlicher Partner ist, hatten ebenfalls beeindruckende Jahre. 2018 nahm die Zahl der veröffentlichten Arbeiten, die auf europäischer Beobachtungszeit mit ALMA basieren, gegenüber 2017 um 24 Prozent zu auf eine Summe von 189 neuer wissenschaftlicher Beiträge. Die neuen Forschungsarbeiten ließen die Gesamtsumme der Arbeiten, die auf europäischen Beobachtungen mit ALMA basieren, auf 650 klettern, seit das Teleskop 2012 mit der Veröffentlichung von Daten begann. APEX ist weiterhin ein ertragreiches Observatorium – die 78 Abhandlungen, die 2018 mit Daten aller APEX-Partner veröffentlicht wurden, ließ die Gesamtzahl der Arbeiten, die seit seiner Inbetriebnahme 2006 erschienen sind, auf 680 steigen.

In Kombination bringen diese Beobachtungen die ESO wieder einmal an die Spitze der astronomischen Forschung. Auch wenn Vergleiche kompliziert sein können, weil unterschiedliche Observatorien ihre Forschungsleistung mit unterschiedlichen Methoden zählen, bleibt die ESO das produktivste Observatorium der Welt.

Diese Ergebnisse heben den großen Beitrag der ESO zur astronomischen Forschung hervor und verschaffen einen Eindruck davon, wie viel wissenschaftliche Arbeit mit Daten der einzelnen Observatorien betrieben wird.

Die Zahlen sind in der der jährlichen Basic ESO Publication Statistics [3] veröffentlicht, die vom Bibliotheks- und Informationszentrum der ESO herausgegeben und unter Verwendung der ESO Telescope Bibliography (telbib) berechnet werden. Letzteres ist eine Datenbank für begutachtete Publikationen mit ESO-Daten [4]. Die ESO unternimmt große Anstrengungen, um alle begutachteten Arbeiten zu identifizieren, die ESO-Daten nutzen, und betrachtet telbib als weitgehend komplett.

Interaktive Graphiken ausgewählter Statistiken sind online erhältlich [5]. Diese Graphiken bilden den gesamten Inhalt der telbib-Datenbank ab, die Veröffentlichungen von 1996 bis in die Gegenwart verzeichnet. Die Graphiken können zur Untersuchung vieler Aspekte der Publikations-Historie genutzt werden, einschließlich der Entwicklung wissenschaftlicher Abhandlungen mit Daten von ESO-Instrumenten und der Verwendung von Archivdaten.

Endnoten

[1] ALMA ist eine Partnerschaft der ESO, der U.S. National Science Foundation (NSF) und des National Institutes of Natural Sciences (NINS) in Japan in Zusammenarbeit mit der Republik Chile. ALMA wird von der ESO im Auftrag ihrer Mitgliedsstaaten finanziert, von der NSF in Zusammenarbeit mit dem National Research Council in Kanada (NRC) und dem National Science Council in Taiwan (NSC) sowie von NINS in Kooperation mit der Academia Sinica (AS) in Taiwan und dem Korea Astronomy and Space Science Institute (KASI).

Die ALMA-Bibliographie wird von den Bibliothekaren der ESO und des National Radio Astronomy Observatory (NRAO) sowie des National Astronomical Observatory of Japan (NAOJ) gemeinsam gepflegt. Publikationen mit Daten aller ALMA-Partner werden in telbib verzeichnet, aber nur solche, die auf ESO-Beobachtungszeit beruhen, gehen in die ESO-Statistiken ein, wenn nicht anders angegeben.

[2] APEX ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Max-Planck-Institut für Radioastronomie, dem Onsala-Weltraumteleskop und der ESO und wird von der ESO nah bei ALMA auf dem Chajnantor Plateau in der chilenischen Atacama-Region betrieben.

Veröffentlichungen mit Daten aller APEX-Partner sind in telbib verzeichnet, aber nur solche, die auf ESO-Beobachtungszeit basieren, zählen in der ESO-Statistik mit, wenn nicht anders angegeben.

[3] Basic ESO Publication Statistics (DOI 10.18727/docs/1)

[4] Telbib Informationen und Zugang zu der Datenbank.

[5] Interaktive telbib Statistik.

Kontaktinformationen

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ESO Librarian
Garching bei München, Germany
Tel: +49 89 3200 6280
Email: uta.grothkopf@eso.org

Calum Turner
ESO Public Information Officer
Garching bei München, Germany
Tel: +49 89 3200 6670
Email: pio@eso.org

Über die Mitteilung

ID:ann19019

Bilder

Anzahl veröffentlichter Arbeiten mit Beobachtungsdaten verschiedener Observatorien (1996-2018)
Anzahl veröffentlichter Arbeiten mit Beobachtungsdaten verschiedener Observatorien (1996-2018)
Anzahl von Veröffentlichungen, die auf Beobachtungen mit ESO-Anlagen beruhen (1996-2018)
Anzahl von Veröffentlichungen, die auf Beobachtungen mit ESO-Anlagen beruhen (1996-2018)