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Vereinbarung über die MICADO-Kamera für das E-ELT unterzeichnet

18. September 2015

Die ESO hat eine Vereinbarung mit einem Konsortium europäischer Institute [1] für die Konzeption und den Bau der Kamera MICADO (Multi-AO Imaging Camera for Deep Observations) unterzeichnet. Die Kamera gehört zu den First Light-Instrumenten des European Extremely Large Telescope (E-ELT). MICADO wird die erste, speziell dem riesigen Teleskop zugeordnete, abbildende Kamera sein, die die Leistungsfähigkeit der adaptiven Optik auf die nächste Stufe anheben wird.

Die Vereinbarung wurde von Reinhard Genzel, dem Direktor des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik als Vertreter des Konsortiums, und Tim de Zeeuw, dem Generaldirektor der ESO, bei einer Zeremonie am ESO-Hauptsitz am 18. September 2015 unterzeichnet. Auch der Projektleiter von MICADO, Richard Davies, war anwesend.

Durch MICADO wird das E-ELT direkt beim First Light die Möglichkeit besitzen, beugungsbegrenzte Bilder im Bereich nah-infraroter Wellenlängen aufzunehmen. Bei dem Entwurf von MICADO wurde besonders der Wunsch nach hoher Empfindlichkeit und Auflösung, astrometrischer Genauigkeit und die Abdeckung eines großen spektroskopischen Wellenlängenbereichs berücksichtigt.

MICADO ist optimiert für die Verwendung mit dem MAORY-System (Multi-conjugate Adaptive Optics RelaY), einem neuen Modul für die adaptive Optik mit einem Laserleitstern für das E-ELT. Die Kamera kann aber auch in anderen adaptiven Optik-Modi betrieben werden.

Durch MICADO kann das gesamte Auflösungspotential des riesigen Teleskops auf viele aktuelle Forschungsfelder übertragen werden. Dazu zählen die Abbildung detaillierter Galaxiestrukturen bei großen Rotverschiebungen, die Untersuchung von einzelnen Sternen in nahen Galaxien und, im koronografischen Modus, die Entdeckung und Charakterisierung von Exoplaneten. Mit MICADO steht außerdem ein einzigartiges Werkzeug für die Erforschung von Umgebungen zur Verfügung, in denen Gravitationskräfte extrem stark sind, wie beispielsweise in der Nähe von supermassereichen Schwarzen Löchern im Zentrum unserer Galaxie, der Milchstraße.

Zusätzlich zu der primären Abbildungsaufgabe besitzt MICADO auch einen Einzelspalt-Spektrografen, der besonders für die Aufzeichnung von Spektren kompakter Objekte geeignet ist. Dieser Modus wird für viele Gebiete der Astronomie Verwendung finden. Dazu zählen die Messung der Massen von zentralen Schwarzen Löchern in nahen Galaxien von den Geschwindigkeiten ihrer Sterne sowie die Beobachtung von stark rotverschobenen Galaxien, um ihr Alter, die chemische Zusammensetzung und ihre Geschichten zu untersuchen. Das Instrument wird auch Spektren von Supernovae aufnehmen, die von der ersten Generation von massereichen Sternen im Universum erzeugt wurden.

MICADO ist die Krönung der umfassenden, jahrelangen Entwicklungsarbeit von der ESO und der astronomischen Gemeinschaft der letzten Jahre. Insbesondere zu Beginn der Entwicklung wurden die Studien von Sandro D'Odorico angestoßen.

Endnote

[1] Das MICADO-Konsortium setzt sich zusammen aus: MPE: Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (Deutschland); MPIA: Max-Planck-Institut für Astronomie (Deutschland); USM: Universitäts-Sternwarte München (Deutschland); IAG: Georg-August-Universität Göttingen Stiftung Öffentlichen Rechts ( Ausführendes Institut: Institut für Astrophysik) (Deutschland); NOVA: Nederlandse Onderzoekschool voor de Astronomie (Niederlande); CNRS/INSU: Centre National de la Recherche Scientifique/Institut National des Sciences de l’Univers (representing LESIA, GEPI und IPAG) (Frankreich); A*: Eine österreichische Kollaboration, die durch die Universität Wien repräsentiert wird (zu der A*-Kollaboration zählen die Universität Wien, die Universität Innsbruck, die Universität Graz, die Universität Linz und RICAM Linz [Österreichische Akademie der Wissenschaften]. Beiträge zu MICADO kommen aus Wien, Innsbruck und Linz.) (Österreich), und INAF-OAPD: Nationales Institut für Astrophysik an der Sternwarte Padua (Italien).

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Kontaktinformationen

Ric Davies
MICADO Principal Investigator
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
Garching bei München
Tel: +49 89 30000 3298 
E-Mail: davies@mpe.mpg.de

Hannelore Haemmerle
MPE Press Officer
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
Garching bei München
E-Mail: hanneh@mpe.mpg.de

Suzanne Ramsay
ESO Project Scientist
Garching bei München
Tel: +49 89 3200 6665
E-Mail: sramsay@eso.org

Richard Hook
ESO Public Information Officer
Garching bei München
Tel: +49 89 3200 6655
Mobil: +49 151 1537 3591
E-Mail: rhook@eso.org

Über die Mitteilung

ID:ann15068

Bilder

MICADO-Vereinbarung unterzeichnet
MICADO-Vereinbarung unterzeichnet
MICADO-Vereinbarung unterzeichnet
MICADO-Vereinbarung unterzeichnet
MICADO-Vereinbarung unterzeichnet
MICADO-Vereinbarung unterzeichnet
Technische Zeichnung für die Kamera MICADO für das E-ELT
Technische Zeichnung für die Kamera MICADO für das E-ELT
Technische Zeichnung für die Kamera MICADO für das E-ELT
Technische Zeichnung für die Kamera MICADO für das E-ELT